Festellen und Diagnose einer Übersäuerung
Wie lässt sich eine latente Azidose nachweisen?
Diagnose des Säure-Basen-Verhältnisses über das Blut
im Blut gelöstes Kohlendioxid (pCO2), Bicarbonat (HCO3)
Basenüberschuss: Hier wird die Menge an Säuren beziehungsweise Basen bestimmt, die nötig ist,
um einen pH-Wert von 7,4 zu erreichen.
Messung der Blutpufferkapazität nach Jörgensen: Dem entnommenen Blut wird eine definierte Menge
Salzsäure hinzugefügt. Anschließend wird der pH-Wert nach bestimmten Zeiten gemessen. Sinkt der pH-Wert sehr
schnell, weist dies darauf hin, dass die Blutpufferkapazität sehr gering ist und damit eine latente Azidose
vorliegt.
Elektrolyte im Blut: elektrisch leitfähige Ionen wie Na+, K+, Ca2+, Mg2+
Spurenelemente im Blut: beispielsweise Bor, Kupfer und Zink
Das Verhältnis schwefelhaltiger zu schwefelfreien Aminosäuren und das Verhältnis
stickstoffhaltiger zu stickstofffreien Aminosäuren.
Konzentration des Parathormons: Dieses Hormon ist für die Erhöhung der Kalzium-Konzentration im
Blutplasma verantwortlich.
Konzentration von Calcitonin: Das Calcitonin als Gegenspiel des Parathormons senkt den
Ca-Spiegel im Blut.
Alkalische Phosphatase, Ostase: Ist aufgrund einer Übersäuerung wenig Phosphat in unserem
Organismus vorhanden, so werden die Enzyme Alkalische Phosphatase und Ostase verstärkt aktiviert und liegen
demnach in erhöhter Konzentration im Blut vor.
Leberwerte, Schleimhautwerte der Lunge und Parameter der Nierenfunktion: Beispielsweise
Cholesterin, LDL-Cholesterin, DHEA, Calcifediol, Albumin, Insulin und Aldosteron (Leberwerte); Surfactant, sIgA, retinolbindendes
Protein (Schleimhautwerte der Lunge); Cystatin, Calcitriol, Erythropoetin (Nierenfunktions-Werte).
Bei einer latenten Azidose wird die Ausscheidung über Haut, Leber, Niere und Lunge angeregt. Deshalb weisen erhöhte
Werte auf eine latente Azidose hin.
Diagnose des Säure-Basen-Verhältnisses über die Lunge
Lungenfunktionstest: Mithilfe des Lungenfunktionstests in Ruhe und bei Anstrengung lässt sich
das Sauerstoffäquivalent (Austauschbarkeit des Sauerstoffs über die Lungen) ermitteln.
Antikörpertest auf lungenspezifische Erreger: Mykoplasmen und Chlamydia pneumoniae
Diagnose des Säure-Basen-Verhältnisses über den Urin
Der Urin pH-Wert In jeder Apotheke erhalten Sie sogenannte pH-Indikatorstreifen.
Diese Streifen haben unterschiedliche ph-Messbereiche. Ideal wäre der Bereich von ph 5,0 bis ph 10,0.
Falls Sie diese nicht erhalten, tut es auch Indikatorpapier mit einer Skala von 5,0 bis 8,0 (oder bis
8,5).
Urintest nach Sander: Hierbei wird mehrmals am Tag die Säure- und Basenausscheidung
ausgewertet. Dabei gehen auch die Ernährungsgewohnheiten in die Berechnung mit ein.
Diagnose des Säure-Basen-Verhältnisses über den Magensaft
Magen pH-Wert
Konzentration von Chlorid
Differentialdiagnostik - Wie sind die Werte zu interpretieren?
Eine Azidose liegt vor, wenn der Harnsäurespiegel im Blut erhöht ist, beziehungsweise, wenn die Patienten unter
Gicht leiden.
Ebenso weist eine Ketoazidose (zu hohe Konzentration von Ketonkörpern) bei Diabetes mellitus auf eine
Übersäuerung hin.
Eine Überlastung der Muskulatur während des Leistungs- und Ausdauersports führt zu der anaeroben Glykolyse und
einer damit verbundenen Laktatazidose.
Bei Entzündungen kommt es zu einer lokalen Gewebsazidose. Entzündungen laufen z.B. in einer sauren Umgebung
unter Erzeugung saurer Stoffwechselprodukte ab. Wer also eine chronische Entzündung hat, wird stets reichlich saure
Stoffwechselschlacken produzieren. Die Ausscheidung dieser Säuren ist jedoch oft gestört. Nach einem akuten Infekt
wie z.B. einer Grippe kann es ebenfalls wegen fehlender Spurenelemente wie Zink oder Cobalt zu einer dauerhaften
Verschiebung des Säure-Basen-Haushalts kommen.
|