Nahrungsergänzungsmittel
Heilpilze - Heilung durch Pilze (Mykotherapie)
Mykotherapie nennt man die Lehre von der Heilung mit Pilzen. Heilung durch Pilze (sog. Heilpilze) ist den
meisten Menschen kein Begriff. Die meisten kennen Heilkräuter, Wadenwickel oder evtl. auch einen
Quarkwickel als "Schätze der Naturheilkunde" - Heilpilze kennen aber die wenigsten... Dabei wurde eines der
bedeutensten Medikamente aus einem Pilz entdeckt und hergestellt: das Penicillin.
von: René Gräber
Pilze besitzen ein großes Spektrum an wissenschaftlich nachgewiesenen therapeutischen Möglichkeiten. Schon von
Alters her vertrauen die Menschen auf die unbestrittene Wirksamkeit von Heilpilzen. Und so finden sie zahlreiche
Pilze mit Heilwirkung die weniger bekannt sind. Die meisten der Pilze denen heute eine Heilwirkung zugeschrieben
wird, kommen aus dem asiatischen Raum.
Im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin haben die Heilpilze eine festen Platz; auch in Japan sind zum
Beispiel der Shiitake-Pilz als unterstützende Mykotherapie bei Krebs-Erkrankungen zugelassen.
In Deutschland gelten die Pilze als Nahrungsmittel und deren Extrakte als
Nahrungsergänzungsmittel.

Pilze mit Heilwirkung
Der Mandelpilz (Agaricus blazei murrill) stärkt das Immunsystem. Er findet vor allem Anwendung
bei Krebsleiden. Der Pilz wirkt anregend auf die Blutbildung im Knochenmark. Auch die Leber wird in ihrer
Entgiftungsfunktion unterstützt und die Milz in ihrer Blutreinigungsfunktion angeregt. Positiver Einfluss wurde
auch auf den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel festgestellt.
Das Judasohr (Auricularia) gilt als Blutverdünner. Man kennt den Speisepilz auch unter dem Namen
"chinesische Morchel". Nachgewiesen ist eine Immunstabilisierende Wirkung, sowie die Verbesserung der
Fließeigenschaften des Blutes. Auricularia besitzt Schleimhautstärkende Eigenschaften. Der Pilz reguliert den
Milchsäurehaushalt und hilft, nach körperlicher Anstrengung einen Muskelkater zu verhindern.
Der Schopftintling (Coprinus comatus) findet Verwendung bei Diabetes mellitus. Er senkt die
Blutzuckerwerte ohne den Körper zu belasten. Der Pilz enthält viele Biovitalstoffe, die das Arteriosklerose-Risiko
mindern. Er findet Verwendung bei Hämorrhoiden und zur Verdauungsförderung. Auch eine Hemmung des bösartigen
Geschwulstwachstums im Binde- und Stützgewebe wurde beobachtet.
Der Cordyceps-Pilz, der die Nierenfunktion unterstützt gilt als Energielieferant für Körper und
Geist. Er beschleunigt die Regeneration, stimmuliert das Immunsystem und wirkt sexuell anregend wie ein natürliches
Aphrodisiakum. Auch die sportliche Leistungsfähigkeit vor dem Sport wird durch ihn gefördert, während er nach dem
Sport regenerierend wirkt. Cordyceps Pilze werden erfolgreich gegen Depressionen eingesetzt.
Der Schmetterlingsporling (Coriolus) stärkt das Immunsystem und hemmt die Tumorbildung. Er wirkt
antiviral und gilt als natürlicher Schutz gegen Grippeviren. Vorbeugend eingenommen kann er vor den
Influenzaerregern schützen. Er aktiviert die zelluläre Abwehr und regt die Antikörper-Produktion an. Die
antiviralen Eigenschaften wurden auch gegenüber Herpes, Zytomegalie und HIV beobachtet. Daneben wirkt Coriolus auch
antibakteriell und antifungal und hat Blutdruck- und Blutzuckersenkende Eigenschaften.
Der Igelstachelbart (Hericium) ist ein wohlschmeckender Speisepilz. Der Stimmungsaufhellend
wirkende Pilz verhindert Unruhe und Schlafstörungen. Er findet seinen Einsatz bei Magen- und Darmprobleme. Des Weiteren findet Hericium
Verwendung in der Krebstherapie. Der Pilz wirkt Methastasenhemmend und stärkt das Immunsystem. Hericium enthält
Substanzen, die den Nervenwachstumsfaktor stimulieren. Bakterielle Entzündungen werden durch Hericium gehemmt,
Neurodermitis und andere Hauterkrankungen können positiv beeinflusst werden.
Der Klapperschwamm (Maitake) wird bei Tumorerkrankungen wirkungsvoll eingesetzt. Außerdem
beeinflusst er den Fettstoffwechsel und Bluthochdruck im positiven Sinne. Man setzt ihn sowohl zur
Gewichtsreduzierung als auch begleitend zur Chemotherapie ein und als Prophylaxe, um gesunde Körperzellen vor dem
Einfluss von Umweltgiften zu schützen. Maitake reduziert die Einlagerungen von Fett in der Leber. Durch seinen
hohen Gehalt an Ergosterol wird die Kalziumaufnahme gefördert und Rachitis und Osteoporose vorgebeugt.
Der Eichhase (Polyporus) wirkt Harntreibend, stärkt das lymphatische System, verhindert
Wassereinlagerungen und kann Ödeme auflösen. Der Pilz hat eine krebshemmende Wirkung, wirkt herzstärkend und sorgt
für eine bessere Durchblutung. Er findet seinen Einsatz in der Vor- und Nachsorge von Erkrankungen, bei denen die
Lymphdrüsen entfernt wurden. Positiv wirkt er auch bei Hauterkrankungen, die mit der Überlastung des lymphatischen
Systems im Zusammenhang stehen.
Der Glänzende Lackporling (Reishi) sorgt für eine höhere Sauerstoffaufnahme im Blut mit positiven
Auswirkungen auf den Herzmuskel. Der Pilz stärkt die Leber und unterstützt ihre Entgiftungsfunktion. Er wirkt
ausgleichend auf das Immunsystem und kommt bei Allergien, Entzündungen und Immunschwäche zum Einsatz. Schmerzen und
Hauterscheinungen bei Herpes-Symptomen werden reduziert, Allergien kann durch die rechtzeitige Einnahme vorgebeugt
werden. Auch bei akuter und chronischer Hepatitis kann der Reishi eingesetzt werden, zudem werden
Krankheitssymptome, deren Ursachen im Nikotingenuss liegen reduziert.
Der Shiitake-Pilz sorgt für festes Bindegewebe, verhindert
Gefäßschäden und ein damit verbundenes Arteriosklerose-Risiko. Medizinisch dient er als Immunstabilisator und zur
Behandlung von Durchblutungsstörungen. In Japan wird Magenkrebs mit dem Pilz therapiert. Shiitake senkt den
Cholesterinspiegel und verhindert arterielle Ablagerungen. Erfolgreich eingesetzt wird der Pilz zur Behandlung von
Tinnitus und Migräne. Auch gegen Grippeviren wurde seine Wirksamkeit bewiesen.
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert
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