Heilpilze
Heilpilze - Heilung durch Pilze (Mykotherapie)
Mykotherapie nennt man die Lehre von der Heilung mit Pilzen. Heilung durch Pilze (sog. Heilpilze) ist den meisten Menschen kein Begriff. Die
meisten kennen Heilkräuter, Wadenwickel oder evtl. auch einen Quarkwickel als "Schätze der Naturheilkunde" - Heilpilze kennen aber die
wenigsten... Dabei wurde eines der bedeutensten Medikamente aus einem Pilz entdeckt und hergestellt: das Penicillin.
Pilze besitzen ein großes Spektrum an wissenschaftlich nachgewiesenen therapeutischen Möglichkeiten. Schon von Alters her vertrauen die
Menschen auf die unbestrittene Wirksamkeit von Heilpilzen. Und so finden sie zahlreiche Pilze mit Heilwirkung die weniger bekannt sind. Die
meisten der Pilze denen heute eine Heilwirkung zugeschrieben wird, kommen aus dem asiatischen Raum.
Im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin haben die Heilpilze eine festen Platz; auch in Japan sind zum Beispiel der Shiitake-Pilz als
unterstützende Mykotherapie bei Krebs-Erkrankungen zugelassen.
In Deutschland gelten die Pilze als Nahrungsmittel und deren Extrakte als Nahrungsergänzungsmittel.
Pilze mit Heilwirkung
Der Mandelpilz (Agaricus blazei murrill) stärkt das Immunsystem. Er findet vor allem Anwendung bei Krebsleiden. Der Pilz
wirkt anregend auf die Blutbildung im Knochenmark. Auch die Leber wird in ihrer Entgiftungsfunktion unterstützt und die Milz in ihrer
Blutreinigungsfunktion angeregt. Positiver Einfluss wurde auch auf den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel festgestellt.
Das Judasohr (Auricularia) gilt als Blutverdünner. Man kennt den Speisepilz auch unter dem Namen "chinesische Morchel".
Nachgewiesen ist eine Immunstabilisierende Wirkung, sowie die Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes. Auricularia besitzt
Schleimhautstärkende Eigenschaften. Der Pilz reguliert den Milchsäurehaushalt und hilft, nach körperlicher Anstrengung einen Muskelkater zu
verhindern.
Der Schopftintling (Coprinus comatus) findet Verwendung bei Diabetes mellitus. Er senkt die Blutzuckerwerte ohne den Körper zu
belasten. Der Pilz enthält viele Biovitalstoffe, die das Arteriosklerose-Risiko mindern. Er findet Verwendung bei Hämorrhoiden und zur
Verdauungsförderung. Auch eine Hemmung des bösartigen Geschwulstwachstums im Binde- und Stützgewebe wurde beobachtet.
Der Cordyceps-Pilz, der die Nierenfunktion unterstützt gilt als Energielieferant für Körper und Geist. Er beschleunigt die
Regeneration, stimmuliert das Immunsystem und wirkt sexuell anregend wie ein natürliches Aphrodisiakum. Auch die sportliche Leistungsfähigkeit
vor dem Sport wird durch ihn gefördert, während er nach dem Sport regenerierend wirkt. Cordyceps Pilze werden erfolgreich gegen Depressionen
eingesetzt.
Der Schmetterlingsporling (Coriolus) stärkt das Immunsystem und hemmt die Tumorbildung. Er wirkt antiviral und gilt als
natürlicher Schutz gegen Grippeviren. Vorbeugend eingenommen kann er vor den Influenzaerregern schützen. Er aktiviert die zelluläre Abwehr und
regt die Antikörper-Produktion an. Die antiviralen Eigenschaften wurden auch gegenüber Herpes, Zytomegalie und HIV beobachtet. Daneben wirkt
Coriolus auch antibakteriell und antifungal und hat Blutdruck- und Blutzuckersenkende Eigenschaften.
Der Igelstachelbart (Hericium) ist ein wohlschmeckender Speisepilz. Der Stimmungsaufhellend wirkende Pilz verhindert Unruhe und
Schlafstörungen. Er findet seinen Einsatz bei Magen- und Darmprobleme. Des Weiteren findet Hericium Verwendung in der
Krebstherapie. Der Pilz wirkt Methastasenhemmend und stärkt das Immunsystem. Hericium enthält Substanzen, die den Nervenwachstumsfaktor
stimulieren. Bakterielle Entzündungen werden durch Hericium gehemmt, Neurodermitis und andere Hauterkrankungen können positiv beeinflusst
werden.
Der Klapperschwamm (Maitake) wird bei Tumorerkrankungen wirkungsvoll eingesetzt. Außerdem beeinflusst er den Fettstoffwechsel
und Bluthochdruck im positiven Sinne. Man setzt ihn sowohl zur Gewichtsreduzierung als auch begleitend zur Chemotherapie ein und als Prophylaxe,
um gesunde Körperzellen vor dem Einfluss von Umweltgiften zu schützen. Maitake reduziert die Einlagerungen von Fett in der Leber. Durch seinen
hohen Gehalt an Ergosterol wird die Kalziumaufnahme gefördert und Rachitis und Osteoporose vorgebeugt.
Der Eichhase (Polyporus) wirkt Harntreibend, stärkt das lymphatische System, verhindert Wassereinlagerungen und kann Ödeme
auflösen. Der Pilz hat eine krebshemmende Wirkung, wirkt herzstärkend und sorgt für eine bessere Durchblutung. Er findet seinen Einsatz in der
Vor- und Nachsorge von Erkrankungen, bei denen die Lymphdrüsen entfernt wurden. Positiv wirkt er auch bei Hauterkrankungen, die mit der
Überlastung des lymphatischen Systems im Zusammenhang stehen.
Der Glänzende Lackporling (Reishi) sorgt für eine höhere Sauerstoffaufnahme im Blut mit positiven Auswirkungen auf den
Herzmuskel. Der Pilz stärkt die Leber und unterstützt ihre Entgiftungsfunktion. Er wirkt ausgleichend auf das Immunsystem und kommt bei
Allergien, Entzündungen und Immunschwäche zum Einsatz. Schmerzen und Hauterscheinungen bei Herpes-Symptomen werden reduziert, Allergien kann
durch die rechtzeitige Einnahme vorgebeugt werden. Auch bei akuter und chronischer Hepatitis kann der Reishi eingesetzt werden, zudem werden
Krankheitssymptome, deren Ursachen im Nikotingenuss liegen reduziert.
Der Shiitake-Pilz sorgt für festes Bindegewebe, verhindert Gefäßschäden und ein damit
verbundenes Arteriosklerose-Risiko. Medizinisch dient er als Immunstabilisator und zur Behandlung von Durchblutungsstörungen. In Japan wird
Magenkrebs mit dem Pilz therapiert. Shiitake senkt den Cholesterinspiegel und verhindert arterielle Ablagerungen. Erfolgreich eingesetzt wird der
Pilz zur Behandlung von Tinnitus und Migräne. Auch gegen Grippeviren wurde seine Wirksamkeit bewiesen.
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