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Weichteilrheumatismus - Das Rheuma der "Weichteile"...

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Der Weichteilrheumatismus wird auch als extraartikuläres Rheuma (= Rheuma außerhalb der Gelenke) bezeichnet, d.h. mit diesem Begriff werden rheumatische Erkrankungen zusammengefasst, die nicht an den Gelenkknorpeln, den Wirbelkörpern oder anderen knöchernen Strukturen des Körpers ablaufen.

Es handelt sich um degenerative rheumatische Erkrankungen des Binde- und Fettgewebes, der Muskeln, der Sehnen und der Bänder.

Auch die Fibromyalgie gehört zum Weichteilrheumatismus. Hierbei treten neben typischen Schmerzpunkten am Körper auch Herzrhythmusstörungen, Verdauungsprobleme oder Schlafstörungen auf.

Es gibt nicht-entzündliche Erkrankungen des Fettgewebes (=Pannikulosen), der Sehnen (=Tendinosen) oder der Muskeln (=Myopathien). Entsprechend dazu kommen für jede dieser Körperstrukturen auch entzündliche Erkrankungen vor (=Pannikulitis, Tendinitis, Myositis).

Weichteilrheumatische Syndrome werden häufig von entzündlichen oder degenerativen (=verschleißenden) Gelenkerkrankungen begleitet und können in jedem Lebensalter vorkommen.

Bei Tendinosen treten Schmerzen an der betroffenen Sehne ohne oder mit nur minimal begleitender Entzündungsreaktion auf. Es kann zu Verkalkungen der Sehnen mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen kommen.

Häufig betroffen sind die Sehnen der Armmuskeln, die das Schultergelenk umschließen (=Rotatorenmanschette), die Sehnen im Ellbogenbereich (=Epikondylopathien; z.B. Tennisarm oder Golferellbogen, hierbei oft entzündliche Tendinitis durch Überlastung), die Sehnen um das Hüftgelenk und die Muskeln und Sehnen im Bereich der Wirbelsäule, wobei dort häufig parallel Wirbelsäulenveränderungen (z.B. Spondylose, Spondylarthrose) auftreten. Auch die Beugesehnen besonders des vierten und fünften Fingers können sich verhärten und verkürzen (=Dupuytren-Kontraktur).

Pannikulosen treten vor allem im Unterhautfettgewebe (=Subkutis) auf. Hierbei ist die häufigste Erkrankung die Cellulitis (="Orangenhaut"), die eine nicht-entzündliche und ungefährliche Fettverteilungsstörung bei vor allem Frauen ist.

Myopathien können genetisch bedingt oder erworben sein. Die Hauptsymptome sind die Muskelschwäche und die Muskelatrophie (=Muskelverkümmerung oder -schwund).

Mit Muskelschmerzen gehen häufig nur die entzündlichen Myopathien (=Myositiden) einher.

Eine der häufigsten Myopathien ist die angeborene progressive Muskeldystrophie vom Typ Duchenne (1 von 3300 männlichen Neugeborenen). Dieser Muskelschwund beginnt zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr in den Muskeln des Beckengürtels, und der Oberschenkel und erfordert meist im zweiten Lebensjahrzehnt die Verwendung eines Rollstuhls.

Myositiden (=Muskelentzündungen) können durch Krankheitserreger ausgelöst werden (z.B. Viren, Bakterien) oder ohne erkennbare Ursache (wahrscheinlich autoimmun bedingt) auftreten.

Ebenso zum Weichteilrheumatismus zählen Schleimbeutelentzündung und Sehnenscheidenentzündung, die meist durch Verletzungen oder Überlastungen auftreten.

Das Karpaltunnelsyndrom ist ein Nervenkompressionssyndrom (Nervus medianus, ein handversorgender Nerv), das durch eine Einengung im Bereich des Handgelenks durch anatomische Gegebenheiten, Entzündungen oder Überlastungsreaktionen ausgelöst wird.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert