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Fasten nach Hildegard von Bingen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Hildegard von Bingen lebte von 1098 bis 1179 und gilt heute als Heilige und Mystikerin, die sich neben dem Fasten, vor allem mit Religion, Medizin, Kosmologie, Ethik und Musik auseinander gesetzt hat.

Vor diesem Hintergrund sind ihre medizinischen Ratschläge zu sehen, die zwar aus schulmedizinischer Sicht vor einigen Jahren noch keine „evidenzbasierte“ Medizin darstellten, aber wie viele „traditionelle“ Medizinsysteme auf einer Sammlung praxisrelevanter Erfahrungen beruhen.

In diesem Sinne wird auch das Fasten als eine umfassende Methode betrachtet, eine Basis für ein gesundes Leben zu schaffen. In Hildegards Fasten kommen die Prinzipien ihrer propagierten Lebensführung zum Ausdruck: Die Discretio (rechtes Maß), die Subtilitas (Beachtung der Wirkung von Lebensmitteln), Viriditas (Erweckung der Lebenskraft durch Sport) und Ratio (geistige Klarheit).

Dieser ganzheitliche Ansatz wird von der modernen Naturheilkunde und der psychosomatischen Medizin wieder aufgegriffen. Inzwischen ist die positive Wirkung des Fastens wissenschaftlich belegt. Die Nahrungs-Restriktion stärkt das Immunsystem und kann beispielsweise die Nebenwirkungen einer Chemotherapie verhindern oder zumindest deutlich zu lindern. Doch viele Schulmediziner tun sich nach wie vor schwer, die neuen Erkenntnisse über die alte Methode anzuerkennen.

 Abbildung Hildegard von Bingen auf einem Wandteppich

Abb1: Darstellung der Hildegard von Bingen auf einem Wandbehang aus der (ehemaligen) Kirche St. Hildegard in Frankfurt-Fechenheim. Hildegard von Bingen lebte 1098-1179 und verfasste zahlreiche medizinische Abhandlungen, die unter Naturheilkundigen auch heute noch Beachtung finden. Eine ausführlichere Biografie finden Sie u.a. auf der Webseite der Abtei St. Hildegard. 

 

Das Hildegard-Fasten

Das Hildegard-Fasten geht davon aus, dass mit dem Fasten nicht nur der Körper, sondern auch die Seele (Psyche, Geist) „entgiftet“ wird.

Es ist heute nicht selbstverständlich, wenn das Fasten als eine „Disziplin“ betrachtet wird, bei der man trotz Kalorienrestriktion leistungsfähig bleibt und keine Aktivitätseinbußen beklagen muss. Denn Fasten ist Erholung.

Den alltäglichen Verdauungsprozess kann man vergleichen mit einem Schwerarbeiter, der täglich zur Arbeit gehen muss. Irgendwann einmal muss der Schwerarbeiter sich erholen, sei es nach der Arbeit oder in einem Urlaub. Andernfalls werden die Dauerbelastungen diesen Arbeiter nachhaltig schädigen. Das ist eine allgemein anerkannte „Binsen“-Weisheit, weshalb es gesetzlich vorgeschriebenen Urlaub gibt und die Arbeitszeiten geregelt sind.

Aber, was für den Schwerarbeiter gilt, gilt auch für das Verdauungssystem. Feierabend und Urlaub für das Verdauungssystem sind das Fasten. Es handelt sich hier um eine vollkommen natürliche Methode, diesen Erholungsprozess für das Verdauungssystem und damit für den gesamten Organismus in Gang zu setzen.

Die Energien, die sonst für die Verdauung benötigt wurden, können jetzt anderweitig für die Regeneration benutzt und Energiereserven in Form von Fettdepots abgebaut werden, was das Körpergewicht verringert und positive Stoffwechselveränderungen bewirkt. Diese physiologischen Veränderungen bewirken letztlich ebenso eine positive Veränderung auf mental-geistiger Ebene: Der Fastende wird geistig reger und offener für seine Veränderungen. Unbewusste Konflikte kann er nun aufarbeiten, weil die Fähigkeit zur Selbst-Reflexion verbessert wird. Das zeigt sich auch an den intensiven Träumen, die während der Kur einsetzen.

Wer fastet, der rastet, ohne zu rosten

Fasten oder wie es die Wissenschaftler benennen, Kalorienrestriktion, ist heute nachweislich die einzig wissenschaftlich belegte Methode der Lebensverlängerung. Aber es macht keinen Sinn, sich nun blindlings in eine lebensverlängernde Aktivität zu werfen, sprich zu fasten, ohne dabei ein sinnvolles Konzept anzuwenden. Ein solches Konzept stellt das Hildegard-Fasten dar.

Diese Form des Fastens sollte am besten in einer Gruppe unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Es empfiehlt sich ein auf diese Fastenform spezialisiertes Hildegard Haus. Fastenzeiten in Eigenregie kann der Betroffene dann nach Absolvierung eines Fastenkurses später zu Hause wiederholen.

Wie sieht so ein Hildegard-Fasten aus?

Wie bei jeder modifizierten Fastenkur besteht das Fasten nicht nur aus „nichts mehr essen“. Daher sollte die Art der Kur gut gewählt werden. Dazu empfiehlt sich eine Beratung durch einen Heilpraktiker oder Arzt.

Es beginnt mit den Entlastungstagen. Der Verzehr eiweißreicher Kost soll der Fastende ganz einstellen. Das heißt also: kein Fleisch, Wurst, Käse usw.

Das Gleiche gilt auch für Genussmittel, wie Kaffee, Alkohol, Zigaretten und andere "Verführer". Sinnvoll ist demnach auch ein Absetzen von Medikamenten. Allerdings sollte ein Arzt zuvor beurteilen, ob der Fastenwillige auf seine Medikamente zumindest für einen definierten Zeitraum verzichten kann. Bei fortgeschrittenen Grunderkrankungen sind oft Medikamente unentbehrlich und ein Absetzen wäre bedenklich.

Während der kurzen Periode der Entlastungstage ernährt sich der Fastende hauptsächlich von Obst und Gemüse. Das Hildegard-Fasten empfiehlt Äpfel als besonders wertvoll. Ernährungsgrundlage und Sättigungsmittel gleichzeitig ist für Hildegard der Dinkel. Die alte Getreidesorte ist sehr reich an Vitaminen, Mineralien und Eiweiß. Aus Dinkel lassen sich Brot, Nudeln, Suppe, Brei, Müsli und Röstkaffee zubereiten. Das Getreide ist in all diesen Variationen bei drei der vier Fastenarten nach Hildegard erlaubt. Auf diese Weise entsteht beim Fasten Abwechslung, die Hildegard ausdrücklich empfiehlt.

Danach geht es weiter mit einer der vier Fasten-Diäten, die Hildegard entworfen hat:

I: Die Dinkel-Obst-Gemüse-Diät

Diese Form des Fastens kann dauerhaft durchgeführt werden und ist am einfachsten einzuhalten und somit für Jeden geeignet.

Das Frühstück besteht aus Dinkelmüsli, das aus gekochten Dinkelflocken (3 Esslöffel) und Dinkelgries (2 Esslöffel) zubereitet wird. Ein zerkleinerter oder geriebener Apfel wird beim Kochen (150 ml Wasser) zugefügt wie auch Zimt und das Kraut vom Galgant und dem vitalisierenden Bertram. Das Gericht wird auch als „Habermus“ bezeichnet. Statt dessen kann auch eine Scheibe Dinkelbrot mit Frucht-Gelee von Quitten oder Johannisbeeren gegessen werden.

Zum Mittag gibt es Dinkel-Risotto mit Galgant, Thymian, Bertram und Bockshornklee (auch “Griechenklee“). Zur Abwechslung sind auch Dinkel-Bratlinge, Salat mit gekochten Dinkelkörnern oder Dinkel-Nudeln erlaubt.

Das Abendmahl besteht aus einer Dinkelgriessuppe, die aus dem fettfrei geröstetem Gries (1 bis 2 Esslöffel), Salz, Galgant, Bertram und Thymian (weitere Kräuter nach Geschmack) gekocht wird (10 Minuten mit ½ Liter Wasser). Abwechslung kann hier an den Fastentagen Kürbissuppe verschaffen oder auch Dinkelbrot mit (sehr wenig) Olivenöl und einem Belag aus rohem Gemüse oder Früchten (z. B. Tomaten). Immer sollen tierische Lebensmittel weggelassen werden, die Gewürze Galgant, Thymian und Bertram aber niemals fehlen! Zusätzlich können andere Würzen nach persönlicher Neigung verwendet werden. Muskat kann die Stimmung heben und Beifuß die Verdauung optimieren.

II: Die Dinkel-Reduktions-Diät

Diese Diät kann ein halbes Jahr durchgeführt werden, weil sie weniger streng ist und sich daher auch für Fasten-Anfänger eignet. Angezeigt ist dieser Kur bei Stoffwechselstörungen, Hypertonie und Übergewicht, also beim metabolischen Syndrom im weitesten Sinne.

Zum Einstieg beginnt der Fastende mit einem Entlastungstag. Dann folgt ein Tag mit der eigentlichen Diät, die aus Dinkel in verschiedenen Zubereitungen besteht. Am einfachsten ist zunächst der Verzehr von Dinkelbrot bis zur Sättigung zu allen drei Hauptmahlzeiten. Erlaubt sind auch Variationen mit Dinkelsuppe, Dinkelmus oder gekochtem Dinkel mit etwas Gemüse. Auch gedünstetes Obst kann als Ergänzung verzehrt werden. Zum Mittagessen kann sich der Fastende auch einen Salat mit gegarten Dinkelkörnern zubereiten. Dabei kann in Maßen auch Pflanzenöl verwendet werden.

Als Getränk empfiehlt Hildegard Kräutertee wie Fenchelaufguss oder Röstkaffee vom Dinkel. Die leichte Süßung mit Honig ist nicht verboten, allerdings sollen Zucker und Alkohol strikt gemieden werden.

Nach jedem Fastentag wird ein Entlastungstag eingelegt und so wird im stetigen Wechsel fortgefahren. Der Verzicht auf Fleisch, Fisch und (weitgehend) Fett führt sehr schnell zu einem Abbau der Fett-Reserven.

III: Die Dinkel-Brot-Diät

Diese Form des Fastens ist für Fortgeschrittene geeignet und soll nur einige Wochen eingehalten werden. Zu Beginn werden zwei Entlastungstage eingelegt. Dann folgt das Fasten mit Fastenbrot zu allen drei Mahlzeiten. Gegessen werden darf bis zur Sättigung, dazu ist reichlich Kräutertee Pflicht.

IV: Die Hildegard-Saft-Diät

Diese Diät ist die strengste Form des Fastens nach Hildegard, denn sie erfordert den vollständigen Verzicht auf feste Nahrung. Deswegen darf die Kur auch nur bis zu höchstens 10 Tagen durchgeführt werden.

Der Einstieg mit zwei Entlastungstagen leitet die Kur ein. Dann folgt das Fasten mit Fencheltee zum Frühstück und leichter Brühe oder Gemüse-Püree zum Mittag. Zum Abend gibt es eine Mischung aus Fencheltee und Fruchtsaft (von Trauben, Äpfeln oder Johannisbeeren)

Zum Abschluss folgen zwei Ausklangtage. Am ersten gibt es zum Frühstück gedünstetes Obst (Apfel, Quitte), mittags Dinkel-Suppe mit etwas Gemüse und zum Abend Dinkelgriessuppe und Fencheltee. Am zweiten Ausklangtag besteht das Frühstück aus Habermus, das Mittagessen aus gedünstetem Gemüse und das Abendessen aus einer Scheibe Dinkelbrot mit Frischkäse. Ab dem dritten Tag kann wieder schrittweise mit der gewohnten Ernährung begonnen werden. 

Weitere Fasten-Regeln

Der Zeitpunkt und die Dauer des Fastens sollten gut gewählt werden. Am besten beginnt der Fastende in einer Situation, in der keine oder wenige private oder beruflichen Probleme die nötige Ruhe stören. Es ist auch empfehlenswert, ein Protokoll über die Empfindungen und Wahrnehmungen während der Kur zu fertigen. Darüber kann man sich in einer Fastengruppe mit anderen austauschen oder dies mit einem Therapeuten besprechen. Das hilft auch dann, wenn das Fasten so schwierig wird, dass ein Abbruch der Kur droht.

Jeder Einstieg in die Fasten-Diät soll schon vor Beginn der Entlastungstage mit einer gemäßigten Ernährung beginnen. Auch nach dem Abschluss der Ausklantage dürfen die sonst üblichen Mahlzeiten nur schrittweise wieder aufgenommen werden.

Beim Hildegard-Fasten gibt es einen definierten Tagesablauf, der morgens mit einer Morgengymnastik beginnt oder einem Spaziergang. In einem Hildegard Haus werden vormittags „psychotherapeutische“ Sitzungen nach Hildegard von Bingen durchgeführt. Nach dem Mittagessen hält der Fastende einen kurzen Mittagsschlaf mit feuchtwarmen Leberpackungen, gefolgt von Fastenwanderungen, Spaziergängen oder sonstigen körperlichen Aktivitäten.

Nach dem Abendessen erfolgen dann weitere Beschäftigungen mit der Hildegard´schen Lehre über Kosmologie, Medizin und Ernährungstherapie.

Unterstützend wirken Bäder, Kneippsche Wechselduschen und Anwendungen zur Hautreinigung wie Schlammpackungen oder Peelings. Damit wird die erste Maßnahme zur Entschlackung ergriffen.

Ausleitungen, Darmreinigungen und Entgiften nach Hildegard

Eine Entgiftung benötigt immer eine gewisse Mobilisierung von Schlacken und Giften im Gewebe des Organismus. Auf die Begriffe der Entgiftung und Entschlackung bin ich in anderen Beiträgen bereits ausführlicher eingegangen, da sich einige "Experten" auch darüber immer mal wieder meinen "lustig" machen zu müssen.

Eine bei allen vier Fasten-Kuren angewandtes Mittel zur Entgiftung ist der Bärwurz-Birnen-Honig. Davon nimmt der Fastende nach dem Aufstehen und vor dem Zähneputzen und dem Frühstück einen oder zwei Esslöffel. Desgleichen gehört dies vor dem Schlafengehen zum Pflicht-Programm. Die Zubereitung gibt dem Körper ein Signal für eine optimierte Verdauung und weiterer Maßnahmen zur Entgiftung.

Bärwurz-Birnen-Honig kann der Fastende selber herstellen. Auf 1 kg gekochter Birnen kommen 6 Esslöffel Honig, 30 g gemahlenes Pulver von Bärwurz, 10 g vom Bohnenkraut, 15 g vom Süßholz und 20 g vom Galgant. Die Mischung wird anschließend püriert. Der Fachhandel hält auch fertigen Bärwurz-Birnen-Honig vor.  

Laut Hildegard-Fasten wird die "Entgiftung" auch verbessert durch Ingwer-Granulat. Ingwer Granulat soll dabei bewirken, dass „nur die schlechten Säfte den Körper verlassen und die guten erhalten bleiben.“ Das klingt eher hypothetisch und esoterisch. Versucht man aber die Wirksamkeit von Ingwer auf den Organismus aus wissenschaftlicher Sicht zu erhellen, dann erscheint diese esoterische Hypothese in einem ganz anderen Licht.

Es gibt inzwischen eine Unzahl an wissenschaftlichen Arbeiten über Ingwer mit verschiedenen Fragestellungen.

So hat Ingwer zeigen können, dass es in klinischen Versuchen in der Lage war, Schmerzzustände zu verbessern (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22054010). Diese Wirkung war besonders bei Osteoarthritis ausgeprägt. Osteoarthritis wird oft in Verbindung gebracht mit der Ablagerung von Schlackenstoffen in den Gelenken. Eine Schmerzreduzierung hier ist ein möglicher Hinweis auf genau diesen Abbau der verursachenden Abfallstoffe durch den Ingwer.

Eine ähnlich kompetente schmerzlindernde Wirkung unter Ingwer wurde auch bei Migräne beobachtet (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21631494). Ob dies auf eine Ausleitung bzw. Mobilisierung von Giften und Schlacken beruht, lässt sich nicht feststellen. Aber auch hier gibt es den Hinweis auf eine positive Beeinflussung von Schmerzzuständen.

Eine andere Studie nimmt Bezug auf die verdauungsfördernden Eigenschaften des Ingwers (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22010973). Zusammen mit einer anti-entzündlichen Wirksamkeit kann man hier vermuten, dass Ingwer in der Lage ist, über eine Optimierung der Verdauung auch die Aufnahme von unerwünschten Stoffen zu minimieren.

Als letztes Beispiel möchte ich eine neuere Arbeit anführen, die die Effektivität von Ingwer und einigen anderen Kräutern bei akuter und chronischer Niereninsuffizienz untersucht hat (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22017619). Da die Niere als ein wichtiges Entgiftungsorgan angesehen werden kann, fällt hier der Bezug zur Entgiftung mit Hilfe von Ingwer etwas leichter. Denn die Studie fand heraus, dass besonders Ingwer bei akuter und chronischer Niereninsuffizienz die Leistungsfähigkeit der Nieren unterstützt und den chronischen Krankheitsverlauf signifikant verlangsamt. Das heißt für den Betroffenen, dass ein wichtiger Entgiftungsweg erhalten bleibt. Für Gesunde ließe sich die Konsequenz ableiten, dass die gesunden Nieren in ihren Leistungskapazitäten unterstützt und vielleicht sogar noch erhöht werden, was einer schnelleren und gründlicheren Entgiftung Vorschub leistet.

Das Hildegard-Fasten sieht darüber hinaus auch eine Art Colon-Hydro-Therapie vor. Alle 2 Tage sollte ein Einlauf mit warmen Wasser oder Fencheltee durchgeführt werden, um eine einfache Darmentleerung zu gewährleisten. Dies soll die Auswirkungen von Fastenkrisen abfedern, wie Hungergefühle, Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen, Hautausschläge etc. Andererseits werden Schlackenstoffe (sofern sie im Dickdarm angekommen sind), schneller aus dem Organismus entfernt, was einer rascheren Entgiftung dienlich ist.

Neben der unterstützenden Wirkung von Ingwer auf die Nieren, kann die Ausleitung über dieses Organ noch durch Nierenmassagen optimiert werden. Empfohlen wird der Einsatz von Weinrautensalbe bei einer Massage unter einer Sonnenlampe als Wärmequelle. Hierbei wird die Nierengegend für die Dauer von ca. 10 Minuten massiert.
Aber auch die Haut ist ein kompetentes Ausleitungsorgan für Gifte und Schlackenstoffe. Das Hildegard-Fasten empfiehlt hier Saunaanwendungen.

Die einfachste aus einem Repertoire von 10 Anwendungen ist der Aufguss aus Edelkastanienextrakt, der das Ausschwitzen von "Rheumagiften" und Schlackenstoffen induziert.

Wie schon weiter oben erwähnt sind Leberpackungen bzw. Leberwickel mit im Programm. Die Leber ist neben der Niere das wichtigste Entgiftungsorgan und Ausleitungsorgan.

Nach dem Fasten kommt das Fastenbrechen, eine bedeutsame Umstellung vom Fasten hin zu einer normalen Ernährung und die Zeit danach. Nach einer Woche Fasten erfolgt das Fastenbrechen durch den Genuss eines Bratapfels mit Honig, Zimt oder Mandeln.

Wichtigste Voraussetzung zu diesem Zeitpunkt ist das gründliche Kauen der Nahrung. Jeder Bissen sollte bis zu 50 Mal gekaut werden. Gründliches Kauen fördert dabei auch ein ergiebigeres Sättigungsgefühl. Der Übergang zur normalen Ernährung sollte über den Verzehr von leichter Kost, wie Obst, Gemüse usw., vollzogen werden.

In der ersten Woche sind die „harten Sachen“, wie Fleisch, Käse etc., noch verboten, da sie für das Verdauungssystem eine Belastung darstellen würden. Sollte sich der Stuhlgang innerhalb der ersten Woche noch nicht eingestellt haben, kann man mit Flohsamen oder Flohsamenschalen (1 bis 3 Teelöffel beim Essen), unterstützend eingreifen.

Hildegard, und wem sie das Fasten erlaubt

Nicht jeder sollte fasten. Es wird zwar immer wieder speziell von schulmedizinischer Seite behauptet, das Fasten potentiell gefährlich sei, was ich aber für ein Gerücht halte. Zumindest produziert kontrolliertes und verantwortungsbewusstes Fasten keine Todeszahlen wie die der Schulmedizin mit über 80.000 Toten jedes Jahr durch medikamentöse Nebenwirkungen, Kunstfehler, falsche Therapien und nosokomiale Infektionen. Aber verantwortungsbewusstes Fasten heißt, dass nicht jeder für das Fasten geeignet ist.

Wer fasten kann / darf, habe ich unter https://www.gesund-heilfasten.de/ und https://www.gesund-heilfasten.de/wer_darf_nicht_fasten.html beschrieben.

Aber auch Hildegard wusste schon seinerzeit, dass nicht jeder für das Fasten geeignet war. Laut ihrer Theorie gibt es 35 Problemkreise, von denen 28 durch ein Fasten positiv beeinflusst werden. Bei den übrigen 7 hilft, laut Hildegard, nur noch Gebet, Ruhe, Einsamkeit und körperliche Reinigung in Sauna, Bad und Bürstenmassagen.

Sollten Sie sich in einem dieser 7 Problemkreise wiederfinden, dann gibt es nur noch diesen Ausweg...

Hier die 7 "Fastenbremsen" nach Hildegard von Bingen:

  • Nr.1 Gier nach materiellem Reichtum
  • Nr.13 Unglückseligkeit
  • Nr. 14 Maßlosigkeit
  • Nr.15 Seelenkälte
  • Nr.16 Hochmut
  • Nr. 32 Unbeständigkeit
  • Nr. 35 Weltschmerz


Fazit

Schon alleine der Problemkreis „Gier nach materiellem Reichtum“ lässt schätzungsweise 90 Prozent der Weltbevölkerung für ein Fasten ungeeignet erscheinen.

Wenn man dann noch die anderen 6 dazu nimmt, dann kann fast niemand mehr fasten. Ist das vielleicht der Grund, warum so wenig gefastet wird? Nein, ich denke, dass die Gier nach Reichtum keinen Raum für andere Gedanken zulässt, auch nicht den für das Fasten.

Denn Fasten ist zu trivial, zu primitiv, als dass der moderne Mensch in seiner Unglückseligkeit aufgrund seiner Gier, seiner Maßlosigkeit, Seelenkälte, Hochmut und Unbeständigkeit dieser Form der Gesundheitspflege auch nur ein Gramm Vertrauen schenken würde. Gesundheit ist für die gierigen Unglückseligen dreimal täglich eine Pille Chemie.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 07.03.2018 aktualisiert