Unsere Ernährung der Zukunft kann auf pupsende Kühe verzichten

Der Erfolg im Kampf gegen den Klimawandel hängt eher vom Inhalt unserer Einkaufswagen als vom Verzicht aufs Fliegen ab. Jeder Normalbürger in Deutschland produziert ungefähr zehn Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Jahr und ein beachtlicher Anteil davon, nämlich 1,7 Tonnen, ist unserer Ernährungsweise geschuldet.

Unser Fleischkonsum befeuert die Entstehung klimaschädlicher Gase

Damit sich ein Kilogramm Bio-Rindfleisch bilden kann, gelangen 22 kg CO2 in die Atmosphäre, und für ein Kilogramm Butter müssen wir die neunfache Menge an CO2 in Kauf nehmen. Für ein Kilogramm Käse werden immerhin noch 6,5 kg CO2 in die Luft gepustet.

Ein Kilogramm Äpfel oder Tomaten aus regionaler Produktion, also ohne globale Vertriebswege, verursacht dagegen nur 0,3 kg CO2.

Nahezu zwei Drittel der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland werden zur Futterproduktion für Nutztiere verwendet. Dort wächst dann Futtergetreide oder Silomais für die Fleischproduktion.

Doch die Anzahl der Menschen, die man mit diesem Fleisch satt machen kann, ist deutlich kleiner als jene Anzahl von Menschen, die satt werden würden, hätte man dieselben Flächen zur Produktion pflanzlicher Nahrung verwendet.

Befragt man dazu das Öko-Institut, erfährt man, dass für Produktion von Milch und Fleisch die bis zu siebenfache Fläche erforderlich ist als für die Herstellung einer adäquaten Menge pflanzlicher Lebensmittel. Das hat Konsequenzen für unser Klima, denn die allgegenwärtige Überdüngung produziert Lachgas, von dem bekannt ist, dass es circa 300 Mal klimaschädlicher ist Kohlenstoffdioxid.

Um nun endlich zu den pupsenden Kühen zu kommen, sei hier angeführt, dass bei allen Wiederkäuern der Verdauungsprozess mit der Produktion großer Mengen von Methan verbunden ist. Dieses Gas ist in etwa 25 Mal klimaschädlicher als CO2.

Und Rinder sind bekanntlich besonders massive Wiederkäuer. Bei den Milchprodukten lässt sich konstatieren, dass der schlechte Einfluss aufs Klima umso größer ist, je mehr fett diese Erzeugnisse enthalten.

Achim Spiller ist Professor für Agrar- und Lebensmittelmarketing der Uni Göttingen. Er weist darauf hin, dass das sogenannte CO2-Äquivalent als Maß für die Klimabelastung eines Lebensmittels in der Bevölkerung leider noch nicht angekommen ist. Da sei noch einiges zu tun.

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Das CO2-Äquivalent kurz erläutert

Wie wir wissen, gibt es mehrere Treibhausgase, die die Erderwärmung in sehr unterschiedlicher Weise befördern. Um zwischen ihnen eine direkte Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden zum Beispiel dem bereits oben erwähnten Lachgas oder dem Methan Einheiten des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid zugeordnet. So kommen auch solche Formulierungen zustande wie „Methan wirkt 25 Mal stärker auf unser Klima als CO2“.

Spiller ist davon überzeugt, dass uns alle ein einfaches, farblich codiertes Klimalabel ähnlich der Nährwert-Ampel „Nutri-Score“ mit Angabe des CO2-Äquivalents gut weiterhelfen würde. Dies würde dann zum Beispiel so aussehen:

  • Grün: Haferflocken aus Niedersachsen
  • Gelb: Hühnerbrust aus Dänemark
  • Orange: Avocados aus der Türkei
  • (Dunkel)Rot: Rindfleisch aus Argentinien

Die Industrie bemüht sich ja schon

Die versprochene heile Welt besteht darin, dass die Konzerne die CO2-Emissionen, die im Zuge der Produktion anfallen, auf jeden Fall an anderen Stellen, natürlich überkompensierend, einsparen. Da gibt es zum Beispiel Airlines, die ihre massiven Emissionen durch Baumpflanzinitiativen rechtfertigen. Am Ende stehen wir alle vor einem total verwirrenden „Labelwildwuchs“.

Der Vorstandsvorsitzende von Nestlé Deutschland Marc Boersch meint dazu, dass die EU-Kommission in der Pflicht steht, endlich ein einheitliches, verständliches Gütesiegel im Sinne eines europaweiten Klimazertifikats auf den Weg zu bringen.

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Dieser Beitrag wurde am 31.07.2021 erstellt.

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