Heilfasten vegan: Geht das überhaupt?

René Gräber mit Gemüsebrühe, Tee und frischen Zutaten zum veganen Heilfasten.

Eine Interessentin fragte mich: Kann man Heilfasten auch vegan machen?

Ich musste erst einmal überlegen: Wieso denn nicht?

Antwort: Ja, Heilfasten ist grundsätzlich auch vegan möglich.

Während der eigentlichen Fastentage spielen klassische Mahlzeiten ohnehin keine Rolle. Im Mittelpunkt stehen Wasser, Tee, Gemüsebrühe, Ruhe, Bewegung, Darmunterstützung und ein sinnvoller Tagesrhythmus. Wer vegan lebt, muss also nicht befürchten, dass er beim Fastenprogramm plötzlich aus seinem Ernährungsansatz herausfällt.

Entscheidend sind eher die Tage davor und danach.

Die Entlastungstage lassen sich sehr gut vegan gestalten. Ideal sind einfache, gut verträgliche Lebensmittel: gedünstetes Gemüse, Kartoffeln, Reis,  milde Suppen, wenig Fett und keine „schweren“ Kombinationen. Es geht nicht darum, noch einmal „vegan zu schlemmen“, sondern den Körper auf das Fasten vorzubereiten.

Wichtig ist dabei: Vegan ist nicht automatisch gesund. Wer seine Entlastungstage mit veganer Pizza, Ersatzwurst, Sojafertigprodukten, Süßigkeiten und Industrie Snacks bestreitet, hat den Sinn der Sache eher sportlich verfehlt. Der Körper braucht vor dem Fasten Einfachheit, keine Zutatenliste mit 27 Positionen.

Auch der Kostaufbau nach dem Fasten (Aufbautage) kann selbstverständlich vegan erfolgen. Nach dem Fasten ist der Verdauungstrakt empfindlicher. Deshalb beginnt man mit kleinen Portionen, milden Lebensmitteln und guter Verträglichkeit. Gedünstetes Gemüse, Kartoffeln, Reis, klare Gemüsesuppen, etwas Apfel oder Birne und später Hülsenfrüchte in kleinen Mengen können sinnvoll sein. Der Darm sollte nicht gleich wieder mit Rohkostbergen, Nüssen, schweren Proteinprodukten oder stark gewürzten Speisen überfallen werden.

Bei längerer veganer Ernährung lohnt sich außerdem ein Blick auf die üblichen kritischen Nährstoffe: Vitamin B12, Vitamin D, Omega 3, Eisen, Zink, Jod, Selen und Eiweißversorgung. Das betrifft weniger das Fasten selbst, sondern die Grundversorgung im Alltag. Wer hier ohnehin schon knapp unterwegs ist, sollte das nicht ignorieren.

Mein Fazit: Vegan fasten ist möglich und oft sogar gut passend, wenn es einfach, naturbelassen und gut vorbereitet geschieht.

Ob jemand danach vegan, vegetarisch oder anders weiterisst, ist zweitrangig. Entscheidend ist, ob der Körper wirklich entlastet wird.

 

Rene Gräber:

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