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Darmreinigung: Den Darm entgiften und entschlacken?

Darmpolyp

Im Bild sehen Sie eine grafische Darstellung eines Polyps. Diese Polypen stellen in gewisser Weise eine Art Vorstufe für Darmkrebs dar. Ich rate dazu sich rechtzeitig um den Darm zu "kümmern", wozu ich Ihnen hier im Beitrag zahlreiche Anregungen liefern möchte.

Erfahrungen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Einen behaupten "Der Tod sitzt im Darm" und das alleine sei schon Grund genug für eine Darmreinigung.

Andere behaupten: Das mit der Darmreinigung sei völliger Unsinn. Im Beitrag: Was sagt die Wissenschaft zur Darmreiniung? habe ich ein paar Studien über die Darmeinigung zusammengestellt.


Kann ich auch zu Hause eine Darmreinigung durchführen?

Schauen wir einmal auf die grundlegenden Arten der Darmeinigung, die zur Gesunderhaltung gedacht ist.

Da stellt sich die Frage, ob das Verfahren zu Hause oder in der Praxis des Heilpraktikers durchgeführt werden soll.

Wenn Sie sich für die Colon-Hydro-Therapie (CHT) entscheiden, ist die Antwort klar: für diese Darmreinigung müssen Sie in die Praxis, daheim haben Sie dafür gar nicht die technischen Möglichkeiten.

Der Therapeut leitet insgesamt bis zu 12 Liter einer Spüllösung (meist Wasser) in den Dickdarm und lässt sie im nächsten Arbeitsschritt durch den Schlauch wieder hinauslaufen. Der Vorgang wird einige Male wiederholt.

Als Spüllösung eignen sich verschiedene, mit Sauerstoff angereicherte Mischungen, denen noch Essig oder sogar Kaffee zugesetzt werden kann, um die Darmperistaltik anzuregen. Wobei ich Anmerkung muss, dass die Sache mit dem Kaffee-Einlauf noch ganz andere Wirkungen hat, die ich u.a. in meinem Buch: Die wundersame Wirkung des Kaffee-Einlaufs beschreibe.

Die CHT ist für Therapeut und Patient angenehm, weil die Spüllösung apparativ aufgefangen wird. Vorteilhaft sind hierbei sanfte Darmmassagen, die eine gründliche Reinigung unterstützen. Der Nachteil ist freilich, dass nur der Dickdarm gereinigt wird.

Einen Einlauf können Sie daheim selbst durchführen, allerdings erreichen Sie damit auch nicht alle Darmabschnitte, sondern nur den Mastdarm und den Dickdarm. Sie brauchen ein Instrument, um die angewärmte Spüllösung (31° bis 41° C) in den Darm zu spritzen. Geeignet dazu sind Klistier-Spritzen oder Klistier-Bälle. Die Klyso-Pumpe ist allerdings effektiver. Diese Anwendung können Sie nur im Liegen durchführen. Die Reinigungslösung besteht aus Wasser, Kochsalz, Natron und Kamillen-Extrakt. Sehr wohltuend sind auch die Kaffee-Zusätze beim Kaffee-Einlauf.    

Es geht auch ohne den „beliebten“ Einlauf

Möchten Sie Ihren gesamten Gastrointestinal-Trakt reinigen, trinken Sie 8 bis 12 Wochen täglich eine spezielle Reinigungslösung mit 2 Hauptbestandteilen: zum einen fein pulverisierte Flohsamenschalen (Wegerich, Plantago psyllium); die Ballaststoffe des Pulvers lösen "Schlacken" und helfen bei der Regeneration der Darmschleimhäute.

Die zweite Zutat ist eine mineralische Heilerde, entweder Bentonit oder Zeolith. Diese Pulver absorbieren dann die vom Flohsamenschalenpulver aufgenommen Verunreinigungen, die in der gebundenen Form ausgeschieden werden können.
Für die Darmreinigungslösungen gibt es Fertigpulver zu kaufen.

Doch nicht alle diese Produkte sind aus meiner Sicht von "optimaler" Qualität. Teils enthalten die Präparate sogar Zusatzstoffe, die nicht sinnvoll sind, wie beispielsweise Magnesiumstearat. Überflüssig sind in diesen Produkten auch die Aminosäure Lysin sowie Magnesiumoxid oder Calcium.

Daneben können sich die Hersteller auch das Cranberry oder Enzian-Pulver sparen. Solche Zutaten haben vielleicht wohlklingende Namen, sollen aber wohl nur als Preistreiber dienen.

Besser ist es allerdings, die Basis-Lösung selber herzustellen. Dazu mischen Sie 1 bis 2 Teelöffel Flohsamenschalen und 1 bis 2 Teelöffel Heilerde in etwa einem halben Glas Wasser. Die Zubereitung erfolgt direkt vor der Einnahme. Trinken Sie Ihre "Darmreinigungslösung" auf nüchternen Magen, also unmittelbar vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit.

Zur Basis-Lösung können noch andere Wirkstoffe oder wirkstoffhaltige Mittel gemischt werden. Das Trockenpulver der Algen Chlorella und Spirulina ist in einer Dosis von 4 bis 5 Gramm täglich einzunehmen, um eine Wirkung zu erzielen. Die in Fertig-Kapseln enthaltene Menge von rund 300 Milligramm ist viel zu gering. Genauso verhält es sich mit dem Ballaststoff Konjak-Glucomannan, der erst ab 3 Gramm pro Tag wirksam ist. Die Menge von 50 Milligramm in Darmreinigungs-Kapseln ist demgegenüber geradezu lächerlich. Auch Kürbiskern-Pulver ist zwar sinnvoll, aber in den Präparaten ebenfalls hoffnungslos unterdosiert.

Empfehlenswert sind Heilpflanzen-Extrakte, die darmberuhigend wirken, wie zum Beispiel Koriander, Kamille, Anis, Pfefferminze, Oregano, Olivenblätter und Papaya-Kerne. Pflanzen-Präparate mit Bitterstoffen helfen dabei, unerwünschte Keime aus der Darmflora zu beseitigen. Besorgen Sie sich Zubereitungen aus Löwenzahn, Artischocke oder Brennnessel.

Ein anderes Rezept ist eine Mischung aus Äpfeln und Honig. Beides wird mit etwas Wasser im Mixer püriert. Dann hebe man noch Chiasamen und Leinsamen unter die Zubereitung, die nach einer viertel Stunde fertig sind. Dann sind die Körner genügend aufgequollen. Ihre Darmreinigungsmischung sollten Sie mindestens 3 Wochen lang täglich trinken. Nach jeder Anwendung nehmen Sie noch ein Glas Wasser zu sich.

Die Darmreinigung bereitet die Darmsanierung vor

Eine Darmreinigung ist auch ein guter Zeitpunkt für eine komplette Darmsanierung. Dazu  können Sie u.a. Probiotika einnehmen, die optimal mehrere Stämme enthalten (z.B. Lactobacillus casei, Lactobacillus acidophilus, Bifidobacterium bifidum).

Daneben ist das Präbiotikum Inulin ein interessantes Mittel, um positive Keimbesiedlung zu unterstützen. Denken Sie auch daran, Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente nicht zusammen mit der Darmreinigungslösung einzunehmen, um eine Absorption und Ausscheidung der Wirkstoffe zu vermeiden! 

Barium Einllauf

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Sind Darmeinigungen gegen Krankheiten wirksam?

Ob eine Darmreinigung per Einlauf eine effektive Antwort auf alle Krankheiten ist, sollte man aus wissenschaftlicher Sicht noch klar nicht beantworten. Auf einige Studien dazu ist anfangs schon hingewiesen worden.

Was wir heute aber schon beantworten können, ist, dass diese Behandlungsform eine positive Antwort geben kann auf einige ernste und weniger ernste gesundheitliche Probleme.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Beobachtung der japanischen Wissenschaftler (siehe Studien oben), dass die Darmreinigung einen positiven Einfluss auf das Immungeschehen zu haben scheint.

Wenn diese Beobachtung bestätigt werden kann, dann ergibt sich ein Behandlungsfeld für die Darmreinigung, wie es selbst die stärksten Befürworter dieser Methode nicht vermutet hätten.

Ohne unsere Darmflora hätten wir eine sehr eingeschränkte Abwehrfunktion gegen Krankheitserreger.

Woran liegt das?

Im Darm gibt es eine "Mikroflora" - die sogenannte Darmflora. Eine optimale Darmflora macht bei einem gesunden Menschen einen Großteil der körperlichen Abwehr aus. Der Darm ist ein Mikrokosmos ganz besonderer Art.

Er ist die Heimat von rund 500 verschiedenen Arten von Mikroben: Escherichia und Clostridiurn, Bacteroides und Pseudomonas, Bifidobacterium, Klebsiella, um nur einige zu nennen.

Die meisten dieser Mikroben verrichten sehr nützliche Aufgaben bei der Verdauung oder halten andere, schädliche Mikroben in Schach. Die Mikroben dürfen die Darmwand aber keinesfalls durchdringen und ins Innere des Körpers gelangen.

Wie kompliziert das Wechselspiel mit den bakteriellen Bewohnern ist, sieht man bei Säuglingen, bei denen sich die Darmflora erst mühsam - und oft unter Schmerzen aufbauen muss.

Später ist die Zusammensetzung der Darmbakterien zwar relativ stabil, ändert sich aber in gewissem Maß durch Veränderungen bei der Nahrung, Entzündungen oder andere Belastungen des Immunsystems.

Die Mikroben existieren besonders zahlreich im Dickdarm, in der unvorstellbaren Menge von bis zu 100 Milliarden und das in nur einem Gramm Darminhalt. Deshalb besteht der Stuhl auch zu mehr als einem Drittel aus abgestorbenen Bakterien.

Bestandteil einer vernünftigen Darmreinigung muss dementsprechend auch eine "Wiederaufforstung" sein.

Benötigt werden dazu mikrobiologische Präparate (sog. Probiotika) und auch eine Umstellung der Ernährungsweise.

Mehr über die Zusammenhänge zwischen dem Darm und Ihrem Immunsystem lesen Sie in meinem Artikel: Immunstärkung durch das Darm-Immunsystem.

In der Schulmedizin bereitet die Darmreinigung die Darmspiegelung vor

Die gängige Ansicht der Schulmediziner hält sie nicht davon ab, selbst Darmreinigungen durchzuführen. Natürlich dient hier eine Darmreinigung nicht einer Prophylaxe gegen mögliche Erkrankungen, sondern als Vorbereitung für eine Darmspiegelung oder eine Darmoperation.

Dazu werden Abführmittel und Einläufe eingesetzt, die nicht mit reinem Wasser durchgeführt werden, sondern mit Natriumphosphaten oder PEG (Polyethylenglykol, auch als Macragole bekannt). Die oral verabreichten Natriumphosphate wurden dann jedoch mit Nierenproblemen in Verbindung gebracht (1), sodass es heute eine Empfehlung gibt, diese Substanzklasse nicht mehr zu verwenden.

PEG (Polyethylenglykol) dagegen als orale Form der Darmreinigung durch Abführen ist bei den betroffenen Patienten nicht sehr beliebt, da der Geschmack der Substanz durchaus eine "Herausforderung" ist. Dazu kommt, dass PEG deutlich mehr Übelkeit verursacht als eine Natriumphosphat-Lösung (2).

Um bei einem PEG-Einlauf Elektrolytveränderungen zu begegnen, werden dem Einlauf Elektrolyte hinzugegeben. Elektrolytverschiebungen sind für das Natriumphosphat bekannt, wurden aber auch in erheblichem Maße bei Behandlungen mit PEG beobachtet (3).

Aber es gibt auch innerhalb der Schulmedizin kritische Stimmen, die selbst vor einer Darmoperation keinen Grund für eine Darmreinigung sehen. Aus Finnland kommt eine Arbeit, die eine rigorose Darmentleerung mittels Einläufen und/oder Abführmitteln ablehnt und statt dessen auf entsprechend sterile und präzise Operationstechniken als Lösung des Problems hinweist (4).

Weitere Themen zum Weiterlesen: Darmsanierung - Entgiften und Entschlacken - Symbioselenkung - Die Verdauung des Menschen und die Darmflora - Darmpilz Candida Albicans - Mikrobiologische Therapie - Hawaiianische Darmreinigung - Wissenschaftliche Studien

(1) siehe: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19675530
(2) siehe: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18396744
(3) siehe: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19895448
(4) siehe: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20402036
(5) gebräuchlicher ist der Cleveland Clinic Incontinence Score

Wenn Sie mehr zum Thema Darmreinigung erfahren möchten, können Sie hier unten kostenlos mehr Informationen anfordern. Tragen Sie dazu einfach Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse in die Box ein:

Im Folgenden noch eine Erfahrung eines Teilnehmers, der zur Gruppe der wenigen Personen gehört, die nicht fasten sollten, bzw. dies vorher abklären sollten. Herr Kerschgens hat aber die Maßnahmen zur Darmreinigung durchgeführt. Lesen Sie selbst:

BERICHT ZUR HEILFASTENANLEITUNG VON I. KERSCHGENS


" (...) konnte ich trotzdem Ihre Informationen für die Darmreinigung nutzen, die ich als sehr angenehm empfand und dies mit einem eintägigen Safttag verbinden..."

ich habe gerne und mit vollem Interesse Ihre Einführungen zum Heilfasten studiert. Da ich noch keine Ahnung mit Fasten und vor allem den Vorbereitungen dazu hatte, konnte ich viele für mich wichtige Informationen daraus ziehen.

Da ich dann aus Ihren Seiten erfahren habe, dass ich zu der Gruppe gehöre, die eher nicht fasten sollte, konnte ich trotzdem Ihre Informationen für die Darmreinigung nutzen, die ich als sehr angenehm empfand und dies mit einem eintägigen Safttag verbinden.

Jedenfalls danke ich Ihnen, dass sie sich diese große Mühe machen, um allen die Möglichkeit zum Fasten zu geben.

Mit freundlichen Grüßen

I.Kerschgens

Newsletter 5 Wundermittel von René Gräber

Bild1: fotolia.com - Sebastian Kaulitzki;

Bild 2: fotolia.com - Tonpor-Kasa

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 03.07.2020 aktualisiert.