Bio Siegel und Öko Siegel – Was ist was?

Bio Siegel oder Öko Siegel oder was ist eigentlich was?

„Bio“ und „Öko“ sind Bezeichnungen für Produkte nach Richtlinien der EU-Öko-Verordnung. Das bedeutet, dass weder Gentechnik noch chemische und synthetische Pflanzendünger verwendet werden dürfen. Die Tiere müssen artgerecht aufgezogen werden und dürfen nicht mit Hormonen und Antibiotika behandelt werden. Kranke Tiere dürfen natürlich Medizin erhalten. Bei Lebensmitteln mit der Bezeichnung „Bio“ und „Öko“ dürfen weder synthetische Farb- oder Konservierungsstoffe noch Geschmacksstärker, Süßstoffe, künstliche Stabilisatoren oder künstliche Aromen verwendet werden.

Lebensmittel, die nach den entsprechenden Richtlinien hergestellt sind, dürfen als „Bio-“ oder „Öko-Lebensmittel“ bezeichnet werden. Insofern stehen die beiden Begriffe „Bio“ und „Öko“ im Gegensatz zu den vielen anderen Bezeichnungen wie „ungespritzt“, „alternative Haltung“, „staatlich anerkannte Bauernhöfe“, „kontrollierter Anbau“ unter dem Qualitätssiegel der EU-Ökoverordnung.

Zu erkennen sind diese Qualitätsprodukte an dem sechseckigen Biosiegel „Bio nach EG-Öko-Verordnung“. Qualitativ noch besser sind die Produkte in Deutschland, die mit dem Siegel anerkannter Anbauverbände versehen sind, da sie nach strengeren Kriterien als die der EU-Ökoverordnung hergestellt wurden:

Bioland,

Biokreis,

Biopark,

Naturland,

Demeter,

Ecovin,

Gäa.

IFOAM steht für Bioprodukte aus Ländern außerhalb der EU. Bioland-Produkte gibt es bereits seit 1971. Demeterprodukte sind biologisch-dynamische Produkte unter strengsten Vorschriften. Biokreisprodukte gibt es seit 1979 und stammen traditionell aus Bayern.

Naturlandprodukte gibt es seit 1982 und Naturland leistet viel Unterstützung in kleinen Entwicklungsprojekten im Ausland. Ökosiegelprodukte kommen aus Norddeutschland. Ecovin umschließt die ökologisch verarbeitenden Winzer. Biopark ist ein relativ junges Unternehmen mit Stammsitz in Mecklenburg-Vorpommern.

Gäaprodukte kommen vorzugsweise aus den neuen Bundesländern und haben ihren Ursprung in der Umweltbewegung der ehemaligen DDR.

Auch Discountereigene Produkte wie Alnatura-, BioBio-, Naturkind- und Füllhorn-Produkte und die mit dem grünen Blatt und der Aufschrift „Bio“ versehenen Lebensmittel der Reformhäuser sind wirklich Bioprodukte.

In Deutschland müssen echte Bioprodukte auch eine Nummer der Öko-Kontrollstelle tragen, der ein DE für Deutschland vorangestellt ist. Dieses bedeutet eine mindestens einmal vorgenommene Prüfung pro Jahr der Bio-Betriebe. Aus den Anbauverbände stammende Biolebensmittel unterliegen noch strengeren Prüfungen und gewährleisten somit optimale Qualität.

Datum: Samstag, 9. Februar 2008
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4 Kommentare

  1. 1

    […] mit dem Bio Siegel werden längst nicht mehr nur von einer ökologisch engagierten Minderheit gekauft. Auch […]

  2. 2

    […] nicht die Bioprodukte (mit Bio-Siegel) umweltfreundlich und nicht in Plastik […]

  3. 3

    Bei Ihrer Aufzählung „strengere Kriterien fehlt meiner Meinung nach für den Bio-weinanbau und seine Produkte der Name „Delinat“

  4. 4

    Grundsätzlich ist es sehr zu begrüßen, dass wir uns um unsere Gesundheit und die Auswirkungen einer intensiven Landwirtschaft auf die Umwelt Gedanken machen.

    Der biologische Anbau stößt allerdings bei zahlreichen Produkten an seine Grenzen. Während beispielsweise Zitrusfrüchte noch verhältnismäßig einfach biologisch angebaut werden können, benötigt man bei BIO Steinobst (Pfirsiche, Kirschen etc.) unglaublich viel Energie und Wasser. Wer schon einmal einen biologischen Rucola Anbaubetrieb besucht hat, möchte in seinem Leben nie wieder BIO Rucola essen. Unfassbar, wie hoch hier der Verbrauch von Wasser, Gas, Benzin und Elektrizität sind! Das hat (bis auf die nicht vorhandenen Pestizidrückstände im Endprodukt, die aber auch bei konventioneller Ware im Bereich von 0,01mg/100g liegen) rein gar nichts mit BIO zu tun! Tomatengewächshäuser, die statt mit Atomenergie mit Pflanzenöl beheizt werden, klingen in der Theorie zwar schön, wenn es sich dabei dann aber um Palmöl aus Plantagen in ehemaligen Regenwaldgebieten handelt?!

    Bioprodukte, vor allem frisches Obst und Gemüse enthalten nachgewiesenermaßen mehr gesundheitsschädliche Schimmelpilze und Bakterien, sind weniger lange haltbar.

    Zu behaupten „Aus den Anbauverbände stammende Biolebensmittel unterliegen noch strengeren Prüfungen und gewährleisten somit optimale Qualität.“ halte ich für sehr gewagt. Es gibt konventionelle Betriebe, die mit einem dermaßen niedrigen Einsatz an Pflanzenschutzmitteln (PSM) wirtschaften, dass in ihren Produkten keine Rücktände zu finden sind. Viele BIO Betriebe wenden einen Cocktail aus für den biologischen Landbau zugelassenen PSM an, der zwar hinterher im Nahrungsmittel nicht mehr nachzuweisen ist, den Boden aber nachhaltig schädigen kann.

    Bei der Tierhaltung unterschreiben ich BIO ohne wenn und aber, allerdings geht es mir hierbei vor allem um Tierschutz, der bei industrieller Produktion auf der Strecke bleibt und weniger um die Silage und das Kratfutter, das mg an PSM enthalten könnte, oder nicht.

    Die großen LEH haben sehr strenge Kontrollen für PSM Rückstandsmengen, sowohl für konventionell, als auch für biologisch erzeugte Nahrungsmittel. Erzeuger müssen u.a. zertifiziert sein, ein funktionierendes Rückverfolgbarkeitssystem nachweisen können und die Ware schon vor der Ernte beproben. Ein Marktstand in der Fußgängerzone, der oft als „ursprünglich“ oder „natürlicher“ empfunden wird, bezieht seine Ware in den meisten Fällen von x-beliebigen Verkäufern auf Großmärtken. Für diese Ware liegen keine oder nur unzureichend durchgeführte Analysen vor.

    Es ist nachvollziehbar, dass der Konsument mit der Vielzahl an Informationen, die er erhält und der Komplexität der Thematiken, mit denen er nicht vertraut ist, überfordert ist. Bitte einfach beim Thema BIO und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln entspannt bleiben und den gesunden Menschenverstand benutzen.

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