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Das Leaky-Gut-Syndrom - Löcher im Darm?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Ein gesunder Darm dient durch seinen Aufbau und seine Fähigkeiten dem Schutz des gesamten Organismus.

Besonders die körpereigenen Darmbakterien und auch die Abwehrzellen der Submucosa dienen als Barrieren (schützen vor eindringenden Krankheitserregern) und unterstützen das Immunsystem.

Eine Störung der physiologischen Darmprozesse zeigt sich immer durch eingeschränkte Funktionen und Erkrankungen, auch außerhalb des Darms.

Was ist das Leaky-Gut-Syndrom?

Das Leaky-Gut-Syndrom LGS (auf Deutsch: „leckender Darm“) beschreibt ein Phänomen, bei dem sich die Schleimhaut des Dünndarms derart verändert, dass Fremdstoffe (etwa Bakterien, unverdaute Nahrungsbestandteile und Stoffwechselendprodukte) in den Blutkreislauf gelangen können und dort verschiedene Beschwerden auslösen können.

Ursache ist ein durch Giftstoffe und Mikroben (Darmpilze, besonders Candida bei zu starkem Auftreten, Viren, Salmonellen), bestimmte Reize, Erkrankungen (z.B. Schwellung, Nekrose), Strahlentherapie, Chemotherapie oder psychischen Stress ausgelöster Abbau der schützenden Schleimhaut, wodurch der Darm eben „löchrig“ wird.

Eine der wichtigsten Ursachen ist eine falsche Ernährung. Zucker und weißes Mehl in Brot, Nudeln oder auch geschälter Reis sind gerade dann ungünstig, wenn der Anteil der Ballaststoffe im Ernährungsplan zu gering ist. Gluten und Kasein sind besonders bei den Menschen kritisch, die unter einer entsprechenden Unverträglichkeit leiden. Tierische Fette im Übermaß und auch die industriellen Trans-Fette sind ebenfalls Faktoren, die ein LGS mit auslösen können.

Ein Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spuren-Elementen wirkt sich sofort negativ auf die Darmschleimhaut aus. Insbesondere Vitamin A und Zink sind für die Erhaltung und Regeneration des Epithels erforderlich. Das Mucosa-Gewebe hat neben der Haut die größte Zellteilungsrate im Körper. Die Vitalstoffversorgung muss bei Patienten mit Kryptopyrrolurie besonders berücksichtigt werden. Die Stoffwechselstörung ist mit einer vermehrten Ausscheidung von Pyrrolen mit dem Urin verbunden. Die Abbauprodukte des Hämoglobins binden Vitamin B6, Mangan und Zink und transportieren die Vitalstoffe verstärkt aus dem Körper heraus. Eine Supplemtierung ist sinnvoll, auch um das LGS zu vermeiden.

Viele Medikamente schädigen den Darm und fördern den Leaky Gut. Allen voran sind es die Antibiotika, die die gesunde Darmflora dezimieren und den Risiko-Keimen wie Candida mehr Raum zur Vermehrung verschaffen. Der Pilz sezerniert Toxine, die bei normaler Konzentration kaum schaden, in größeren Mengen allerdings die Darm-Mucosa schwächen. Mitverursacher des LGS sind auch die Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Aspirin und Diclofenac. Daneben ist Cortison ein möglicher Auslöser.

Was passiert dabei?

Eine durch ständige Entzündung (auch durch Allergene!) gestresste Darmschleimhaut setzt verschiedene Boten - und Abwehrstoffe frei, die eigentlich gegen die Entzündung helfen sollen. . Eine wichtige Rolle spielt hierbei das sekretorische Immunglobulin A (sIgA). Der Antikörper wird vom Dünndarmepithel sezerniert und bekämpft Krankheitserreger direkt im Darm-Lumen. Ist der Dünndarm jedoch geschädigt, kann er sIgA nicht mehr ausreichend produzieren. Neben der geschwächten Immun-Abwehr führt das zudem zu einer gesteigerten Produktion des Tumornekrosefaktors Alpha (TNF-α).

Der Botenstoff löst heftige Entzündungs-Reaktionen aus, die unter diesen Bedingungen chronifizieren. Das Abwehr-System schüttet im Verlauf des Prozesses weitere immunologische Hormone aus wie Interleukin-4 (IL-4). IL-4 ruft z. B. die IgE-Antikörper gegen Fremdstoffe herbei. Eine ständige IL-4-Ausschüttung führt aber zu einer übermäßigen IgE-Produktion: Die erste Weiche für das Entstehen einer Allergie vom Soforttyp (Typ I) ist gestellt.

Das beeinträchtigte Immun-System des Darmes führt zur Vermehrung unerwünschter Keimen. Die gesunde Darmflora wird verdrängt, wodurch der Schleimaufbau zusätzlich behindert wird und das Problem noch verschärft.

Folgende Zeichnung soll die Schädigungen nachvollziehbar machen:

Leaky Gut Syndrom - In der Übersicht

Interleukin-4 (IL-4) ruft z. B. die IgE-Antikörper gegen Fremdstoffe herbei. Eine ständige IL-4-Ausschüttung führt aber zu einer übermäßigen IgE-Produktion: Die erste Weiche für das Entstehen einer Allergie vom Soforttyp (Typ I) ist gestellt.

Durch die Schwellung kann die Schleimhaut aber nicht mehr genug ihres eigenen Antikörpers sIgA (=sekretorisches IgA) produzieren. Dieser ist für die Bindung von Schadstoffen aus der Nahrung zuständig und hält außerdem den Tumornekrosefaktor in Schach. Wenn das Schleimhaut-IgA fehlt, wird ungebremst TNF-a produziert – die Entzündung kann nicht abklingen.

Durch die Dünndarmentzündung kommt es außerdem zu einer Schwellung der Schleimhautzellen, die auseinander gedrückt werden. Nun können Zwischenzellverbindungen durchlässiger werden. Diese „Tight Junctions“ sorgen im funktionsfähigen Zustand dafür, dass die Mucosa-Zellen dicht aneinander liegen und eine Art „Zellzaun“ bilden. Der Stoffaustausch erfolgt dann überwiegend über die Zell-Membranen, also durch die Zellen hindurch und eine Kontrolle der eingeschleusten Stoffe ist gewährleistet.

Die „gerissenen“ Tight Junctions ermöglichen nun die Leckage zwischen den Interzellular-Räumen hindurch. Jetzt ist der Darm durchlässiger für Krankheitserreger und Fremdstoffe, die die Darm-Barriere überschreiten. Auf diese Moleküle reagiert das Immun-System mit der Bildung spezifischer Antikörper, die auch Zellen angreifen, wenn die eingedrungenen Antigene körpereigenen Verbindungen sehr ähnlich sind. So führt das LGS zu einer ganzen Reihe von Autoimmun-Krankheiten. Im Folgenden sind diese Krankheiten aufgelistet, die zwar nicht ausschließlich aber möglicherweise vom LGS verursacht werden. Es kann auch sein, dass das LGS in dem Krankheitsgeschehen eine „Nebenrolle“ spielt. Eine Darmsanierung kann bei diesen Indikationen zumindest eine Besserung erzielen:

Darm-Symptome bei Leaky-Gut

Ein einmaliger Angriff kann durch Regeneration schnell ausgeglichen werden. Ständige Reizung führt aber zum Abbau der Schleimhaut, die durch fehlende Ruhephasen keine Möglichkeit mehr hat, sich wieder zu erholen.

Ein derart gestörtes Darmmilieu und angegriffene Darmschleimhaut kann zu akuten oder chronischen Darmentzündungen führen. Daher erstaunt es nicht, dass das Leaky-Gut-Syndrom oft mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie in Verbindung steht.

Die Betroffenen leiden unter Verdauungsstörungen mit Blähungen, Völlegefühl, Koliken, Übelkeit und wechselnden Phasen der Defäkation (Durchfall und Verstopfung).

Infektanfälligkeit, Müdigkeit, Leistungsabfall

Der Körper wird schneller infektanfällig, es zeigen sich Leistungsabfall, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Kraftverlust. Das chronische Erschöpfungs-Syndrom (CES, CFS) kann durch verschiedene Stuhl- und Blutmarker ursächlich auf das Leaky-Gut-Syndrom zurückgeführt werden. Mit dem spezifischen Nachweis können die Ärzte andere Faktoren für die chronische Erschöpfung ausschließen (http://microbiomejournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40168-016-0171-4).

Allergien

Das Leaky-Gut-Syndrom kann eine Allergie auslösen und bis dahin gewohnte Nahrungsmittel unverträglich machen (durch Bildung von Antikörpern). Grund dafür ist offensichtlich, dass unverdaute Nahrungsbestandteile die Darmwand durchdringen, wodurch allergische Reaktionen gefördert werden.

Die verstärkte Bildung von Antikörpern führt im Zuge einer Allergie auch zu Kreuzrektionen, die Autoimmun-Prozesse auslösen. Daraufhin reagieren die Gelenke mit Entzündungszeichen (Schmerz, Schwellung, Rötung, Erwärmung) und auch Haut und Schleimhäute können betroffen sein. Die Epidermis verliert an Widerstandskraft, wahrscheinlich weil sie weniger Abwehr-Peptide produziert. Daher sollte bei Akne immer auch das Leaky-Gut-Syndrom als Ursache in Betracht gezogen werden.

Kopfschmerzen und Migräne

Schließlich treten auch Kopfschmerzen bis hin zu Migräne-Anfällen. Eine US-amerikanische Studie zeigt, dass Patienten mit Leaky-Gut-Syndrom fast dreimal häufiger an Migräne leiden als Menschen aus Kontrollgruppen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23126519/). Gerade bei der Migräne gibt es für mich vier Ursachen, die ich in meinem Beitrag: Migräne - Ursachen, Symptome und Behandlungen, beschreibe. Und eine Variante davon ist die darmassoziierte Migräne, die mit dem Leaky-Gut-Syndrom einhergehen kann.

Depressive Verstimmungen

Und dann ist auch klar: Der insgesamt geschwächte Körper wirkt sich zusätzlich auf die Psyche aus, viele Betroffene zeigen depressive Verstimmungen. In einer thailändischen Studie konnten Wissenschaftler nachweisen, dass 35 % der Teilnehmer mit Depressionen auch Symptome des Leaky-Gut-Syndroms zeigten (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1600-0447.2012.01908.x/abstract). Auch das wissen wir bereits seit Jahrunderten in der Naturheilkunde: Viele Probleme haben ihren Ursprung im Darm.

Die fehlerhafte Nahrungsverwertung hat auch zur Folge, dass bestimmte, lebensnotwendige Substanzen nicht mehr ordnungsgemäß resorbiert werden können und Mangelerscheinungen drohen. Bei der Laboruntersuchung fallen oft erhöhte Leberwerte auf. Die Leber versucht, die schädigenden Substanzen abzubauen und führt sie im Anschluss über die Gallenflüssigkeit dem Darm wieder zu. Die Toxine überreizen auch das Immun-System und die Körperabwehr kann sich weniger auf die Bekämpfung von Erregern konzentrieren. Klar, kann und sollte dann die Leber mit "unterstützt" werden. Aber der Fokus ist (wieder einmal): der Darm.

Bei Magengeschwüren kann der Erreger Helicobacter pylori über den durchlässigen Dünndarm das Gehirn erreichen und hier zu Demenz-Erkrankungen führen. Daher ist auch bei leichter Verwirrtheit Vorsicht geboten (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4058571/).

Dies fördert eine weitere Reizung und führt zu einem Kreislauf, der nur durch Hilfe von außen unterbrochen werden kann... Hierbei stößt der naturheilkundlich interessierte Patient unweigerlich auf den Begriff der Darmsanierung.

Diagnose des Leaky-Gut-Syndroms

Erste Hinweise auf LGS liefern Lebensmittelunverträglichkeiten. Entsprechende Tests auf Intoleranz gegen Gluten, Fruktose, Laktose und Histamin können hier Klarheit verschaffen und münden direkt in diätetische Maßnahmen. Mit Stuhl-Proben kann die Konzentration des sIgA bestimmt werden. Zu geringe Werte können auf einen Leaky Gut hindeuten, wobei auch andere Erkrankungen wie Störungen des Immun-Systems in Frage kommen.
Mit Urin-Proben führt der Arzt den Lactulose-Mannitol-Test durch. Lactulose ist ein Zweifachzucker, den der Dünndarm kaum resorbiert, weil der Körper das Disaccharid auch gar nicht verarbeiten kann. Beim LGS hingegen wird das Kohlenhydrat jedoch in größeren Mengen aufgenommen und über den Urin ausgeschieden. Der Einfachzucker Mannitol, der ebenfalls nicht metabolisiert oder in biogene Strukturen eingebaut wird, resorbiert der gesunde Dünndarm hingegen immer. Auch dieses Monosaccharid unterliegt der vollständigen renalen Exkretion. Am Verhältnis von Lactulose und Mannitol im Urin erkennt der Mediziner das Vorliegen eines Leaky Gut.    

Mit Blut-Analysen prüft der Arzt den Zonulin-Siegel. Das Signal-Protein triggert die Tight-Junctions zur Erhöhung ihrer Permeabilitäts-Eigenschaften. Zonulin führt also dazu, dass der Dünndarm mehr Stoffe aus dem Nahrungsbrei aufnimmt. Das Peptid ist an dem Entstehungs-Prozess des LGS beteiligt und daher ein hervorragender Blut-Marker für den Leaky Gut. Insbesondere eine glutenreiche Ernährung bei Gluten-Intoleranz bewirkt eine Erhöhung des Zonulin-Levels. Weitere Serum-Marker für das LGS sind die Proteine Elastase, ß-Defensin und Alpha-1-Antitrypsin.
 

Die Therapie bei LGS?

Nach meiner Erfahrung geht es nicht ohne eine Umstellung der Ernährung. Schließlich müssen die Faktoren beseitigt werden, die zum Leaky-Gut-Syndrom geführt haben.

Es braucht Jahre um die Darmschleimhaut derart zu ruinieren. Erwarten Sie deshalb bitte nicht, dass diese sich innerhalb weniger Tage regeneriert.

Ein richtig durchgeführtes und unterstütztes Heilfasten beruhigt den gesamten Verdauungstrakt und gibt der Darmschleimhaut die Gelegenheit zur Erholung. Eine von mir entwickelte "allgemeine" Fastenanleitung finden Sie hier, wenn Sie hier klicken.

Ein weitere Therapie kann mittels verschiedener Probiotika fermentierter Lebensmittel (u.a. Brottrunk) erfolgen. Denn die gesunden Mikroorgansimen helfen unter anderem bei der Verdauung der Nahrungsbestandteile, so dass diese von unserem Körper besser genutzt werden können.

Unterstützend wirken auch Präbiotika, die das Wachstum des Mikrobioms anregen. Dieser Darmsanierung kann eine Darmreinigung wie die Colon-Hydro-Therapie vorausgehen. Schwere Infektionen mit Candida albicans müssen vorher gezielt behandelt werden. Pflanzliche Mittel, besonders ätherische Öle sind in diesem Falle angezeigt: Trockenauszüge aus Olivenblättern und Grapefruits, Lapochetee sowie das Öl aus Oregano und der Kokosnuss.

Effektiv ist aber auch die Einnahme von Flohsamen und Leinsamen, die im Dünndarm zu einer besseren Aufquellung des Epithel-Schleims führen. Dieselbe Wirkung haben mineralische Präparate mit Zeolith und Bentonit sowie Heilerde. Schleimfördernd sind auch Tees aus den Wurzeln von Eibisch und Süßholz.

Hilfreich sind auch alle Mittel, die die Verdauung anregen und verbessern. Bitterstoffe aus Heilpflanzen induzieren die Sekretion der Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse und der Emulgatoren aus der Galle. Hier eignen sich Schafgarbe, Löwenzahn, Basilikum, Enzian, Curcuma und Chicorée. Bewährt hat sich auch Bitter-Basen-Pulver. Kann die Bauchspeicheldrüse aufgrund einer Schwäche nicht mehr genügend Enzyme produzieren, können die Proteine auch mit pharmazeutischen Präparaten zugeführt werden.
Säfte aus grünen, ballaststoffreichen Pflanzen stärken und schützen die Schleimhaut. Der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll ist hier ebenfalls ein wirksames Agens. Empfehlenswert sind Auspressungen aus Gerstenblättern, die auch als Pulver erhältlich sind. Doch auch alle grünen Früchte wie Avocado eignen sich zur Therapie der gestressten Darmschleimhaut.
Zu beachten ist auch eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Besonders wichtig für das Darm-Epithel sind Zink, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin A. Selbstverständlich spielen auch alle weiteren Spurenelemente und Vitamine eine Rolle für den Schleimhautschutz. Eine grundsätzliche Supplementierung mit Kombinations-Präparaten ist allerdings nicht sinnvoll. Eine vielseitige Kost  mit genügend Obst und Gemüse liefert in der Regel ausreichend Vitalstoffe. Nur bei ärztlich festgestellten Mangelzuständen muss spezifisch mit ergänzenden Pharmazeutika aufgestockt werden.

Viele Vitamine wirken auch als Antioxidantien, die aggressive, freie Radikale unschädlich machen. Einige Früchte enthalten besonders viel Antioxidantien wie Blaubeeren, Moringa und Goji-Beeren. Verbindungen aus dem Sekundärstoffwechsel der Pflanzen sind ebenfalls effektive Radikal-Fänger. Zu diesen Wirk-Substanzen zählen Astaxanthin und Lycopin, Anthocyane sowie Quercetin. Viele Antioxidantien sind auch in Extrakten aus Grünem Tee und Hanf enthalten. Das Tripeptid Glutathion eignet sich zur Behandlung bei LGS ebenfalls.    

Die Aminosäure L-Glutamin ist einer der Hauptnährstoffe für den Dünndarm. Daher dient der Eiweißbestandteil zur Aufrechterhaltung der Organ-Funktion und gerade auch der Darm-Barriere. In Studien ist belegt, dass eine Unterversorgung mit L-Glutamin einen Leaky Gut verursacht. Andersherum ist die Aminosäure auch ein Therapeutikum bei LGS.    

Eine koreanische Studie zeigt, dass sich Akne deutlich verbessert, wenn die Probanden mit Lactoferrin angereicherte, fermentierte Milch erhielten. Offensichtlich hatte die Supplementierung den geschwächten Darm unterstützt und die entzündlichen Erscheinungen gemildert (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20692602).

Falls Sie bereits schlechte Leberwerte haben, empfehle ich Ihnen zunächst meine Informationen für eine biologische Lebertherapie.

Übermäßiger Zuckerkonsum führt zu einem vermehrten Wachstum schädlicher Bakterien im Darm. Da diese die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut negativ beeinflussen können, ist eine zuckerarme Kost empfehlenswert. auch zu diesem "Zuckerproblem" habe ich eine Schrift verfasst, die Sie sich ansehen sollten, da dass Zuckerproblem allgegenwärtig ist.

Mehrere Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass im Getreide enthaltene Substanzen zu dem Leaky-Gut-Syndrom führen können. So befinden sich in den modernen Hochleistungszüchtungen beispielsweise Proteine, die die Pflanzen vor Schädlingen schützen, bei manchen Menschen aber vielfältige Beschwerden auslösen. Es ist daher ratsam, auf Getreideprodukte zu verzichten. Viele Ernährungswissenschaftler empfehlen bei einem bestehenden Leaky-Gut die sogenannte Paleo-Diät (auch Paläo-Diät), bei der sich die Essgewohnheiten an denen orientieren, die vermutlich in der Steinzeit vorherrschten.

Getreide enthält Anti-Nährstoffe

Während Brot, Nudeln und andere Getreideprodukte oftmals als wichtige Lebensmittel einer ausgewogenen Ernährung gelten, zeigen neue Forschungen, dass sie viele krankmachende Substanzen enthalten. Die gilt vor allem für die oftmals so hochgeschätzten Vollkornprodukte, die aber eben nicht nur aus gesunden Ballaststoffen und Spurenelementen bestehen.

Dies bestätigt unter anderem der Professor der Colorado State University, Dr. Loren Cordain, der davon überzeugt ist, dass wir nicht dazu geschaffen sind, Getreide zu essen.

„Getreide ist, im Vergleich zu Gemüse, Früchten, Fisch und Fleisch nicht sehr reich an Vitaminen und Mineralien“, so der Experte für Paleo-Ernährung.

Doch noch alarmierender sieht er die Menge der so genannten Anti-Nährstoffe, die die Getreidekörner vor dem Verzehr durch Mensch und Tier schützen sollen. „Getreide sind die Samen der Gräser. Und keine Pflanze gibt freiwillig ihr reproduktives Material preis, da sie sonst aussterben würde“, betont der Wissenschaftler. Deshalb haben die Pflanzen Giftstoffe entwickelt, um ihre Samen zu schützen.

Ebenso wie viele Hülsenfrüchte, enthält Getreide folgende Anti-Nährstoffe, die die Durchlässigkeit der Darmwand erhöhen:

Gliadin

Alle in Alkohol löslichen Reserveproteine des Weizens werden als Gliadin bezeichnet.Gliadin war der erste Bestandteil des Glutens (Klebereiweiß), das als immunotoxisch beschrieben wurde. Denn bei einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) bildet unser Organismus Antikörper gegen das Gliadin, nachdem dieses in den Blutkreislauf aufgenommen und dort durch ein bestimmtes Enzym verändert wurde. Dies löst eine lokale Immunreaktion aus, wobei die T-Zellen des Darmes aktiviert werden.

Untersuchungen zeigen, dass Gliadin die Bildung des Darmproteins Zonulin anregen kann. Dieses wiederum reguliert die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut und sorgt über verschiedene Signalwege dafür, dass sich die Barriere der Zellzwischenräume öffnet.

Während die Immunreaktionen nur bei Menschen mit einer starken Glutenunverträglichkeit als Verdauungsstörungen und Übelkeit bemerkt werden, tritt die erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut nach Getreideverzehr auch bei anderen Personen auf. Forschungen gehen davon aus, dass jeder Mensch hiervon betroffen ist, wobei die Stärke der Symptome individuell variiert (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16635908).

Lektine

Die Proteine und Glykoproteine der Pflanzen, die als Lektine bezeichnet werden, fallen durch ihre komplexe Struktur auf. Pflanzen nutzen die Lektine, die vornehmlich in Samen vorkommen, unter anderem, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Wenn Tiere und Menschen nämlich die Lektine verzehren, kann es bei ihnen zu typischen Verdauungsbeschwerden kommen. Es zeigt sich allerdings, dass beispielsweise Vögel und Nager, die bereits lange darauf spezialisiert sind, Samen zu fressen, eher wenige Probleme mit den Lektinen haben. Da auf dem Speiseplan der Menschen hingegen erst seit etwa 500 Generationen ungekeimte Getreidesamen und Bohnen stehen, haben wir bisher keine Mechanismen entwickelt, uns gegen die Giftstoffe zu wehren.

Besonders negativ scheinen sich die Lektine des Weizens auf unsere Gesundheit auszuwirken. Gut untersucht ist dabei das aggressive Weizenkeimagglutinin (WGA), das für viele Beschwerden verantwortlich gemacht wird. Es kommt nicht nur in den Samen, sondern auch in Weizenkeimen vor und lässt sich weder durch Fermentieren noch durch Kochen zerstören, da es sehr pH- und hitzestabil ist. Dies liegt an den sehr starken Disulfid-Brücken, die beispielsweise auch unseren Haaren und Gummi ihre Festigkeit und Elastizität verleihen.

Weizenkeimagglutinin (WGA) wirkt entzündungsfördernd

Das Weizenkeimagglutinin aktiviert die Entstehung von Zytokinen in den Darm- und Immunzellen. Diese Proteine spielen eine wichtige Rolle beim Informationsaustausch zwischen Zellen. Die vom WGA stimulierten Zytokine sind vornehmlich solche, die Entzündungsprozesse anregen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19332085).

Bei Ratten können hohe Konzentrationen von WGA zu einem Thymusschwund führen, so dass dieses Organ die T-Lymphozyten nur noch ungenügend herstellt. Im menschlichen Blut kommt es durch Anti-WGA-Antikörper häufig zu Kreuzreaktionen mit anderen Proteinen, wodurch Autoimmunerkrankungen entstehen können. So scheint WGA auch bei der Zöliakie eine entscheidende Rolle zu spielen, die völlig unabhängig von der eigentlichen Glutenunverträglichkeit ist. Dies lässt sich bei den Patienten unter anderem durch die vermehrt auftretenden Antikörper gegen WGA feststellen (vgl. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7581728).

Weizenkeimagglutinin (WGA) ist neurotoxisch

WGA kann die Blut-Hirn-Schranke überwindet und sich dort an Nervenzellen anhaften. Es ist in der Lage den Nerven-Wachstumsfaktor zu hemmen, der für das Wachstum, die Entwicklung und das Überleben verschiedener Neuronen nötig ist (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2720800).

Weizenkeimagglutinin (WGA) kann einen Selbstzerstörungsmechanismus der Nervenzellen auslösen

Weizen, Milchprodukte und Soja enthalten verhältnismäßig große Mengen der Aminosäuren Glutaminsäure und Asparaginsäure. Diese können die Rezeptoren der Nervenzellen überreizen, so dass es zu einer Kalzium-induzierten Schädigung der Neuronen und des Gehirns kommt. Daher werden die beiden Aminosäuren auch mit Alzheimer, Chorea Huntington, Epilepsie, Migräne und dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) in Verbindung gebracht.

Weizenkeimagglutinin (WGA) kann Gewebezellen zerstören

Versuche an menschlichen Zelllinien zeigen, dass WGA zytotoxisch wirkt, indem es unter anderem den Zellzyklus unterbricht oder den programmierten Zelltod (Apoptose) herbeiführt. Dies konnte sowohl an gesunden menschlichen Zellen als auch an Krebszellen nachgewiesen werden (vgl. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15048871).

Weizenkeimagglutinin (WGA) stört die hormonellen Funktionen

WGA spielt möglicherweise bei der Insulin- und Leptinresistenz und einer damit verbundenen Gewichtszunahme eine Rolle, da es die Leptin-Rezeptoren im Gehirn blockiert. Es bindet unter anderem an gut- und bösartige Schilddrüsenknötchen und stört die Ausschüttung der Bauchspeichelhormone (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2916907).

Weizenkeimagglutinin (WGA) führt zu Schäden an der Darmschleimhaut

Das Weizenkeimagglutinin kann die Oberfläche der Darmschleimhaut schädigen, im Darm zu einem Zellverlust und zu einer Minimierung der für die Aufnahme der Nährstoffe wichtigen Ausstülpungen führen. Es verändert das Zytoskelett der Darmzellen, kann zum frühzeitigen Absterben und zu einem erhöhten Zellumsatz führen, aber auch die Menge der gebildeten Hitzeschockproteine minimieren. Hierdurch werden die Zellen empfindlicher gegenüber Schädigungen (vgl. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10764712)

Zu guter Letzt noch ein Hinweis, dass man schon überall reinsehen, bzw. draufschauen muss, was sich in den entsprechenden Fertigerzeugnissen befindet:

Das Problem "Frühstücksflocken"

Wir nehmen Getreide nicht nur in Form von Brot und Nudeln, sondern in zunehmendem Maße auch als „gesunde“ Cerealien auf. Allerdings sind die Frühstücksflocken nicht nur aufgrund der oben beschriebenen Anti-Nährstoffe, sondern ebenso wegen des übermäßigen Zuckers bedenklich. Vor allem die bei Kindern beliebten Marken enthalten teilweise mehr Zucker als dies bei Kuchen und Keksen der Fall ist. So macht Zucker beispielsweise 56 Prozent des Gewichts von Kellog's Smacks aus.

Neben vielen weiteren gesundheitsschädlichen Wirkungen, führt ein übermäßiger Zuckerkonsum dazu, dass sich gefährliche Mikroorganismen im Verdauungstrakt stärker vermehren können. Diese können die Darmschleimhaut angreifen und das Leaky-Gut-Syndrom auslösen beziehungsweise verstärken. Und die Sache mit dem Zucker hatte ich ja bereits weiter oben erwähnt...

Fazit

Das Problem Leaky-Gut wird von den meisten Medizinern noch überhaupt nicht wahrgenommen. Von diesen Medizern können Sie letztlich auch kaum eine Therapie diesbezüglich erwarten.

Ich denke, dass ich in diesem Beitrag einige Lösungsansätze aufzeigen konnte, die Ihnen bei diesem Problem helfen können...

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 10.04.2017 aktualisiert


   
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