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Was ist mein Idealgewicht? Broca Index und Body Mass Index als Richtgröße?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Mit dem Idealgewicht ist das so eine Sache: Als Idealgewicht bezeichnet man das Körpergewicht, das für einen komplett gesunden Menschen wünschenswert ist.

Der Broca Index

Bis vor einigen Jahren gab es zur Errechnung des Idealgewichtes eine sehr einfache Formel, den sogenannten "Broca-Index".

Bei diesem Index benutzt man die Körpergröße der Person zur Berechnung des perfekten Gewichtes. Man zieht jeweils 100 Einheiten von der Körpergröße in Zentimetern ab und erhält so sein persönliches Idealgewicht:

Idealgewicht = Körpergröße in cm minus 100

Liegt der Betroffene bis zu 10 Prozent über oder unter dem Gewicht, so gilt dies auch noch als akzeptabel. Befindet sich die Person allerdings 20 Prozent oder mehr über dem nach dem "Broca-Index" errechneten Idealgewicht, so hat diese langfristig mit negativen körperlichen Auswirkungen zu kämpfen.

Später wurde der "Broca-Index" von diversen Wissenschaftlern leicht verändert und angepasst. In der veränderten Form muss das zuvor berechnete Idealgewicht bei Männern mit dem Faktor 0,9 und bei Frauen mit dem Faktor 0,85 multipliziert werden.

Dadurch wurde das Idealgewicht bei Männern um etwa 10 Prozent verringert, bei Frauen sogar um 15 Prozent. Nach dem alten "Broca-Index" gab es keine Unterscheidung zwischen männlichen sowie weiblichen Personen.

Genauer und immer noch in Verwendung: Der Body Mass Index

Für eine genauere und differenzierte Betrachtung des Idealgewichtes wird mittlerweile immer der "Body Mass Index" (BMI) eingesetzt. Der vom Belgier Adolphe Quetelet eingeführte Index berechnet sich, indem man das Körpergewicht (in Kilogramm) durch die Körpergröße (in Metern) zum Quadrat teilt.

BMI=Körpergewicht/(Körpergröße)2

Will man anhand des BMI sein Idealgewicht berechnen, so multipliziert man den BMI-Wert mit der quadrierten Körpergröße.

Idealgewicht=BMI x (Körpergröße)2

Der BMI wird häufig von Ärzten hinzugezogen, um ein Übergewicht festzustellen. So werden zahlreiche Beamtenanwärter nicht zugelassen, da ihr Body Mass Index zu hoch ist. Die Begründung: Das Risiko, dass ein Beamter frühzeitig dienstunfähig wird, wird durch den erhöhten BMI-Wert verstärkt. Doch wenn die Betroffenen in Berufung gehen, so geben ihnen immer mehr Richter recht. Denn die Juristen sind der Meinung, dass der BMI allein keine Aussage über ein Krankheitsrisiko zulasse.

Kritiker des Body Mass Index sagen außerdem, dass der BMI bei älteren Menschen zu schnell ein angeblich gefährliches Übergewicht angibt.

Hintergrund der Kritik: Die Berechnungstabellen des Body Mass Index stammen eigentlich von Lebensversicherungen, die die Sterbewahrscheinlichkeit der Versicherten möglichst genau berechnen wollen.

Aber in den Statistiken tauchen ältere Personen überhaupt nicht auf. Um deshalb realistischere Werte zu erhalten, wird daher vorgeschlagen, ab dem dritten Lebensjahrzehnt die Grenze des Übergewichts nicht mehr strikt bei einem BMI von 25 anzusiedeln.

Folgende Tabelle zeigt die "altersgerechten" BMI Werte:

  • bis 30 Jahre BMI 25
  • bis 40 Jahre BMI 26
  • bis 50 Jahre BMI 27
  • bis 60 Jahre BMI 28
  • über 70 Jahre BMI 29

Insgesamt bedeutend ein ungewohnt hoher "Broca-Index" beziehungsweise ein hoher BMI nicht zwangsläufig ein Risiko für die Gesundheit.

Mittlerweile bestehen zahlreiche wissenschaftliche Studien, die besagen, dass ausreichende Bewegung das ausschlaggebende Kriterium für die Bewertung der Gesundheit ist.

So wird mittlerweile für das gesundheitliche Risiko eher das Bauchfett angesehen als der sog. "Hüftspeck".

Doch auch hier gibt es neuere Untersuchungen, die diese Regel nicht mehr zwangsläufig gelten lassen. So hat die Arbeitsgruppe um den Tübinger Professor Dr. Hans-Ulrich Haering eine aufsehenerregende Studie veröffentlicht (Tübinger Lebensstil Interventions-Programm TULIP) (http://www.tulip-studie.de/):

Untersucht wurden rund 2.000 Personen über viele Jahre, die beispielsweise durch eine genetische Veranlagung ein erhöhtes Risiko hatten, an Diabetes zu erkranken oder Herz- und Gefäßerkrankungen zu entwickeln. Etwa 400 der Probanden nahmen an einem umfassenden Programm zur Lebensstiländerung teil. So bewegten sie sich mehr und ernährten sich fettärmer sowie ballaststoffreicher.

Immerhin 30 Prozent der Teilnehmer konnten anschließend als „happy obese“-Patienten, also als glückliche Dicke klassifiziert werden. Denn trotz ihres Übergewichts wiesen sie kein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und Co auf.

Bei 25 Prozent der Probanden brachten hingegen auch die Änderung des Lebensstils keine Erfolge: Diese so genannten „Lifestyle-Nonresponder“ hatten trotz ihrer Diät einen gestörten Stoffwechsel.

Ihr Gesundheitszustand konnte auch durch sportliche Aktivität nicht verbessert werden. Es liegt also keineswegs am fehlenden Willen, obwohl dies den Betroffenen oft unterstellt wird.

Viel wichtiger als der BMI scheint demnach die Beschaffenheit der Leber zu sein. Denn eine Fettleber, die nicht nur bei Übergewichtigen vorkommen kann, wirkt sich äußerst ungünstig auf den gesamten Stoffwechsel aus. Laut Tübinger Wissenschaftler spielt das Bauchfett hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

Besonders der Leber-Botenstoff Fetuin A gilt als Schlüsselprotein für zahlreiche „gewichtsbedingte“ Erkrankungen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19029462).

Denn das Eiweiß, das in einer Fettleber vermehrt gebildet wird, hemmt unter anderem die Signalübertragung durch Insulin. Die Tübinger Wissenschaftler empfehlen nach jahrelanger Forschung, die Programme individuell anzupassen. Denn auch die „Lifestyle-Nonresponder“ können mit gezielten Maßnahmen ihren Stoffwechsel in geordnete Bahnen bringen. Sie müssen dafür nur wesentlich mehr Aufwand betreiben als andere.

Auf der anderen Seite zeigt die Studie aber auch, dass nicht alle Übergewichtigen ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen. Der BMI wird demnach immer mehr in Frage gestellt, wenn es um die Gesundheit geht.

Weitere interessante Aspekte finden Sie im Diät Blog im Beitrag: Dicke sind krank und Schlanke sind gesund.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert



   
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