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Lutein: Augen-Nahrung bei Makula-Degeneration?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Lutein ist ein orangegelbes Carotinoid, das für das menschliche Auge eine herausragende Bedeutung beim Sehen hat.

Gemeinsam mit Zeaxanthin ist es das einzige Carotinoid, das in der Makula (gelber Fleck) der Netzhaut des Auges vorhanden ist. Das starke Antioxidans wirkt hier vermutlich zum einen als UV-Schutz, indem es die energiereichen Wellen im blauen Spektralbereich absorbiert, zum anderen fängt es gefährliche freie Radikale ab (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1450592).

Lutein kann durch den Körper selber nicht gebildet werden, muss also von außen zugeführt werden.

Natürlicherweise kommt Lutein in Verbindung mit Zeaxanthin in relativ hoher Konzentration in Grünkohl und Spinat, bei tierischen Produkten als gelber Farbstoff im Eidotter vor.

Das in Tagestesblütenblättern in sehr großen Mengen enthaltene Lutein wird zur Herstellung für Nahrungsergänzungsmittel und Arzneistoffe genutzt. Lutein wird darüber hinaus in der Lebensmittelindustrie als Farbstoff E161b eingesetzt und als Futtermittel für Hühner genutzt, damit das Eigelb eine kräftige Färbung erhält. Auch dieses Lutein wird aus Tagetesblüten gewonnen. Die Pflanzen hierfür stammen vornehmlich aus Asien, Lateinamerika und Afrika.

Es gibt einige Tagetesarten mit essbaren Blüten, beispielsweise Tagetes filifolia, Tagetes minuta und Tagetes tenuifolia. Die meisten anderen „Studentenblumen“ sind allerdings ungenießbar und schmecken äußerst bitter, so dass sie nicht zum Verzehr geeignet sind.

Insbesondere im Zusammenhang mit der im Alter häufig auftretenden altersbedingten Makula-Degeneration (AMD), die bis zur Erblindung führen kann, wird in verschiedenen Studien ein positiver Effekt bei der Einnahme von Lutein auf den Krankheitsverlauf und als vorbeugende Maßnahme hingewiesen.
Eine groß angelegte Studie ergab zum Beispiel, dass eine luteinreiche Ernährung sogar im fortgeschrittenen Alter der Makuladegeneration entgegenwirken kann (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17846363 und http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22840421).

Eine weitere Untersuchung mit 1.800 Teilnehmerinnen belegte 2010, dass die Gabe von Lutein und Vitamin C das Risiko, an Grauem Star zu erkranken, signifikant senkt (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20547952).

Gerade bei der AMD konnten Wissenschaftler nachweisen, dass die Konzentration von Lutein in der Makula, also dem gelben Fleck des Auges, bei den Betroffenen auffällig niedrig war. Durch gezielte Lutein-Zufuhr konnte bereits nach wenigen Tagen eine deutliche Verdichtung von Lutein in der Makula festgestellt werden.
Um einen vorbeugenden Effekt zu erreichen, empfehlen Experten, eine tägliche Einnahme von drei bis vier Milligramm Lutein und Zeaxanthin pro Tag. Dies rein über die Ernährung zu erreichen, wird nur sehr schwer möglich sein.

Verschiedene Hersteller aus dem Nahrungsmittelergänzungs-Sektor haben seit einiger Zeit Präparate im Angebot, die Lutein und Zeaxanthin in Form von Kapseln und Tabletten enthalten, oftmals in Kombination mit den ebenfalls bei AMD positiv wirkenden Vitaminen C und E sowie Beta-Carotin, Zink und Kupfer.

Auf der anderen Seite konnte eine Nahrungsmittel-Studie mit insgesamt 77.000 Risikopatienten für Lungenkrebs feststellen, dass die Krebsrate bei Probandinnen, weiter anstieg, wenn diese über mehrere Jahre luteinhaltige Nahrungsergänzungsmittel einnahmen (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19208726).

Da hierzu bisher keine weiterführenden Studien gemacht wurden, raten Fachleute Rauchern, Lutein nicht in hohen Dosierungen über einen längeren Zeitraum einzunehmen.

Auch für Kinder, Schwangere und stillende Mütter gibt es bisher keine Forschung zur Luteineinnahme, so dass sie von Nahrungsergänzungsmitteln mit Lutein absehen sollten.


Insgesamt gehen Studien aber von einer guten Verträglichkeit der Mittel aus, wobei es in seltenen Fällen zu Überempfindlichkeitsreaktionen oder zu einer Verfärbung der Haut kommen kann. Da die Forschungen zum Lutein allerdings noch am Anfang stehen, sind die Mittel dennoch mit Bedacht einzusetzen (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11880585).

Bei dauerhafter Anwendung sollten Sie sich vorher von Ihrem Arzt oder Heilpraktiker beraten lassen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 11.12.2012 aktualisiert