Nahrungsergänzungsmittel
S-Adenosylmethionin: Was ist es? Was bringt es?
Was ist SAM-e?
S-Adenosylmethionin (SAM oder SAMe abgekürzt) ist die stoffwechselaktive Form der schwefelhaltigen
Aminosäure Methionin.
Diese gehört zu den neun essenziellen Aminosäuren, die der Mensch nicht selbst herstellen kann. Sie muss mit der
Nahrung aufgenommen werden. Die aktive Form das SAMe fungiert in zahlreichen, biochemischen Prozessen als
Methylgruppenüberträger und stellt die Methylgruppen für mehr als 100 Methylierungsreaktionen zur Verfügung.
von: René Gräber
Welche Rolle hat SAM-e für unseren Stoffwechsel?
Was dem Laien zunächst nur ein kurzes Schulterzucken mit dem Gedanken „Na und?“ entlockt, ist für den
Physiologen und Biochemiker hochinteressant.
Die Übertragung von Methylgruppen spielt nämlich eine herausragende Rolle bei der Entgiftung körperfremder
Stoffe (Xenobiotika) einerseits und bei der Umwandlung vom Körper benötigter Stoffe andererseits: dazu gehört der
Adrenalinstoffwechsel, der Histaminstoffwechsel und auch der Serotoninstoffwechsel.
S-Adenosylmethionin wird, da es für die enzymatischen Reaktionen unseres Körpers benötigt wird, auch als
Co-Enzym bezeichnet. Die Biosynthese von Lipiden und Neurotransmittern kann ohne SAM-e nicht ablaufen.
Wo kommt SAMe vor und wie groß ist der Bedarf des Menschen?
Methionin kommt in der menschlichen Nahrung vor. Brokkoli, Rosenkohl, Spinat, grüne Erbsen und Sojasprossen sind
gute vegetarische Methionin-Lieferanten. Die Aminosäure findet sich zudem in Eigelb, Fisch, Geflügel, Leber,
Fleisch, Käse und Joghurt.
Über den genauen Bedarf existieren unterschiedliche Angaben. Er liegt jedoch in einer Größenordnung von 13mg pro
Kilogramm Körpergewicht pro Tag.

Therapeutische Anwendungsgebiete von S-Adenosylmethionin
Die therapeutischen Anwendungen sind durchaus vielfältig. Die wichtigsten seien im Folgenden genannt.
Allergie: Die
Aminosäure Histamin spielt eine große Rolle bei Erkrankungen aus dem allergischen Formenkreis und wird daher in der
Regel auch mit Antihistaminika behandelt. SAMe kann durch Methylierung dieser Aminosäure dazu beitragen den
Histaminspiegel gering zu halten.
Depressionen: ein verringerter SAMe Spiegel wurde bei depressiven Patienten festgestellt. Das
legt den Umkehrschluss nahe, dass eine Gabe von S-Adenosyl-Methionin antidepressiv wirken kann. Dies wurde
auch bei Parkinson-Patienten getestet. Die Krankheit Morbus Parkinson wird mit DOPA (Levodopa) behandelt. Für den
Dopaminstoffwechsel benötigt der Körper S-Adenosylmethionin. Die orale Einnahme von SAMe führte hier zu einer
Besserung bestehender Depressionen.
Alzheimer: auch bei Patienten mit Morbus Alzheimer wurde ein verringerter SAMe Spiegel
gemessen. Verantwortlich hierfür ist möglicherweise ein verringerter ATP-Spiegel. Dieses ATP wird aber
benötigt, um aus der Aminosäure Methionin, die aktive Form des SAMe herzustellen. Hier muss also zwingend die
aktive Form zugeführt werden.
Arthrose und Gelenkschmerzen: SAMe scheint einen gelenkschützenden Effekt zu
haben. Möglicherweise erhöht es die Anzahl der Chondrozyten (Knorpelzellen) und verringert den Knochenverlust
durch die Synthese von Proteoglykanen.
Rheumatische
Arthritis geht einher mit erhöhten Zytokin-TNF-Werten in der Gelenkflüssigkeit. Dieses Zytokin
zerstört den Gelenkknorpel. S-Adenosylmethionin kann diese schädlichen Einflüsse teilweise rückgängig machen kann.
80 % der Patienten einer italienischen Studie verspürten eine Besserung der Symptome, 70 % der Patienten erreichten
eine signifikante Linderung ihrer Kniebeschwerden.
SAMe ist als Nahrungsergänzungsmittel u. a. in Tablettenform auf dem Markt.
Eine Kombination von SAMe mit Vitamin B-Komplex und Folsäure scheint empfehlenswert, da dadurch die Bildung
des toxischen Stoffwechselproduktes Homocystein vermieden wird.
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert
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