Scheinbar frische und süße Äpfel – Vitamin C Gehalt: NULL

Äpfel im Supermarkt

Der Apfel ist immer noch eine der beliebtesten Obstsorten – vor allem im Winter. Denn Äpfel können (richtig gelagert) lange überwintern.

Dabei stellen sich im Wesentlichen zwei Fragen:

  • Bleiben die Vitamine während der langen Lagerzeiten erhalten?
  • Schmecken die abgelagerten Äpfel überhaupt noch?

Und um es gleich vorweg zu nehmen: pestizidbelastet und vitaminlos, dennoch süß im Geschmack, so lässt sich die Situation um unsere heutigen Äpfel vielleicht zusammenfassen. Und es kommt noch ein Aspekt hinzu… Doch eins nach dem anderen…

Äpfel aus Südtirol, zum Beispiel die Sorte Gala, überschwemmen unsere Supermärkte. Alle Äpfel sind gleich groß, sehen gleich aus, sind äußerlich völlig makellos. Immerhin jeder 10. Apfel, der in der EU produziert wird, kommt aus dem sonnigen südlichen Tirol. Jedes Jahr scheint dort bei Brixen am Südhang der Alpen 300 Tage lang die Sonne. Dennoch bleiben zuweilen in kalten Nächten in den höheren Lagen Frostschäden nicht aus.

Durch gezielte Beregnung, die dann auf den Blüten zu Eispanzern gefriert, wird beim Übergang in den festen Aggregatzustand latente Wärme frei, so machen es auch schon lange die Weinbauern oder Rosenzüchter. Gegen Hagel werden die Pflanzen und Früchte mit Netzen geschützt. Durch starkes Zurückschneiden der kleinen Bäume wird die Ernte erleichtert und zugleich bekommen alle Pflanzen noch mehr Sonne ab.

Nun, das ist erst einmal nicht bedenklich, sondern gehört zum Handwerkszeug eines jeden guten (Apfel-) Bauern.

Geprüft, gescannt, aussortiert!

Bereits im Sommer erfolgen regelmäßig Qualitätskontrollen hinsichtlich Größe und Form der Äpfel, das heißt, alles, was nicht der „Norm“ entspricht, wird sogleich eliminiert. Beim Ernten mit der Hand wird darauf geachtet, dass der Stängel am Apfel verbleibt – klar. Im Zuge von Verpackung und Versand werden die Äpfel heute hinsichtlich ihrer Größe per Laser gescannt und entsprechend automatisch aussortiert.

Giftige Pflanzenschutzmittel belasten nicht nur die Äpfel

Selbstverständlich werden die Äpfel zur Abwendung von Parasiten und Pilzen gespritzt. Diese Prozedur erfolgt dann auch gleich bis zu 30 Mal pro Jahr. Laut Hersteller bauen sich die Pflanzenschutzmittel im Laufe der Zeit aber ab. Ach?

Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz prüft die Äpfel hinsichtlich ihrer verbliebenen Pestizidbelastung jedes Jahr erneut. Im Jahre 2018 wurden zum Beispiel 91 europäische Äpfel untersucht. Nur 8 Äpfel waren unbelastet, wobei 7 davon Bioprodukte waren. Zwar lagen die meisten Messungen unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgrenzen, doch so mancher Stoff, der dabei entdeckt wurde, ist hochgradig giftig und daher (unterschiedlich) verboten, wie zum Beispiel das Chlorpyrifos (siehe mein Beitrag „Gift fürs Gehirn“).

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“ dazu an:

Beim Besprühen der Bäumchen mit Giften (die man putzigerweise Pflanzenschutzmittel nennt) sorgt der Wind oft für deren weiten Transport in die Umwelt. Das Umweltinstitut München hat sich mit dieser Thematik im Vinschgau näher beschäftigt mit dem Ergebnis, dass giftige Stoffe in der Zeit von März bis September bis zu 3 Kilometer überall in die Umgebung getragen werden. Ich möchte dort lieber nicht wohnen…

Nächste Frage: Vitamingehalt.

Süß, aber vitaminarm

Nach der Ernte werden die Äpfel zunächst in großen Hallen bis zu 12 Monate lang eingelagert. Zur besseren Haltbarkeit wird dem Lagerraum der Sauerstoff entzogen und eine Temperatur nur knapp über dem Gefrierpunkt eingestellt, was die Zucker bildende Nachreifung stark verlangsamt.

Aber was passiert bei so langen Lagerfristen mit den Vitaminen?

In einem ZDF Beitrag mit dem Sternekoch Nelson Müller wurde getestet: Der Vergleich eines frisch geernteten Gala-Apfels mit einem 12 Monate gelagerten Apfel ergab bei Ersterem einen Vitamin C Gehalt von 2,7 Milligramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch, bei dem gelagerten Apfel fiel der Wert unter die Nachweisgrenze von 1 Milligramm.

Dieses Problem mit dem Vitamingehalt in unseren Lebensmitteln bin ich schon lange auf der Spur und komme nur zu diesem Ergebnis, welches ich im Report: Vitalstoffverlust in Obst und Gemüse veröffentlicht habe.

Natürlich wurde auch nach dem Geschmacksunterschied zwischen frischen und lange gelagerten Äpfeln gefragt. Die Tester bestätigten dem frischen Apfel zwar Süße und Säure, einige beschrieben den Geschmack aber auch als fade und neutral. Der gelagerte Apfel begeisterte dagegen die Testteilnehmer vor allem durch seine Süße. Von den 30 Testern votierten tatsächlich 21 für den alten und nur 9 Teilnehmer für den frischen Apfel.

Ja… so kann man sich täuschen. Der Industrie sei dank.

Fazit

Die meisten Äpfel, die heute in Supermärkten verkauft werden, sind intensiv mit Pestiziden behandelt und sehr lange gelagert worden. Dabei verlieren sie den allergrößten Teil ihrer Vitamine, ihr Geschmack leidet darunter aber nicht.

Gegen die Pestizide kann man etwas machen, wie ich im folgenden Beitrag beschreibe: Chemie & Pestizide im Gemüse und Obst? Kein Problem dank dieses Hausmittels.

Letztlich bin ich der Überzeugung, dass wir um Bio-Landbau nicht herum kommen, wenn wir uns nicht noch mehr vergiften wollen. Und auch dazu habe ich für Sie einen Beitrag: Bio-Obst und Bio-Gemüse ist nicht nur gesünder, sondern auch grüner.

Wenn Sie solche Themen interessieren dann werden Sie meinen Newsletter mit den 5 Wundermitteln sicher lieben (naja… vielleicht nicht lieben, aber sicher interessant finden):

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René Gräber

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9 Kommentare Kommentar hinzufügen

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    Guter Artikel zum Thema „tote und vergiftete“ Äpfel. Ich habe eigene Spiral Apfelbäume ohne Spritzmittel und anorganischen Dünger.

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    Obst lagere ich in einem Styropor Behälter mit Luftloch( zu kaufen bei Landwirtschaftl. Genossenschaften etc) auf meinem Balkon. Zugedeckt und regensicher. Kontollieren und angefaulte Früchte entfernen.

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    Deine Apfel Analyse ist klar. Dasselbe gilt ebenfalls für andere Früchte aus der Gegend wo ich wohne (Morges, am Genfersee) und alle importierten Früchte. im Umkreis von etwa 15 km finde ich 3 Bio Bauern welche ebenfalls Äpfel verkaufen. Ich kaufe jedoch nicht die schönen sauberen, zum Preis von CHF 5.50 sondern die 2e Wahl für 2.85 mit teilweise wurmigen, schorfigen und anderen Schönheitsfehlern. Damit ist auch der wahrscheinliche Beweis erbracht, dass ich tatsächsich einen Bio Apfel in mein Müesli rasple.

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    Zum Thema Äpfel: ich konnte jahrelang keine Äpfel essen, bin Allergikerin auf Frühjahrsblüher. Ich komme vom Land, bin mit viel Dreck und sehr viel draußen groß geworden, Ernährung mit Gemüse vorwiegend aus dem eigenen Garten.

    Tatsächlich hatte schon meine Urgroßmutter eine Hausstaubmilbenallergie, zwar nicht so benannt, aber sie musste jeden Morgen zig Mal nießen. Spritzmittel können meiner Erfahrung nach eine Ursache sein, aber in erster Linie ist es sortenabhängig.
    Auch die als „alt“ gepriesenen Sorten meiner Großeltern und Eltern kann ich nicht essen (Boskoop, James Grieve, Cox Orange), die Sorten müssen noch älter sein.

    Mein absoluter Favorit: Altländer Pfannkuchenapfel, ein Lagerapfel, den ich bis zum nächsten Mai lagere.

    Daneben gibt es Äpfel, die ich etwas vertrage, bei denen nach einem Apfel erstmal Schluss sein muss.

    Leider bekomme ich nicht einmal im Bioladen Sorten, die ich gut vertrage. Laut einer Bekannten, die Ökotrophologin ist, sind die verschiedenen Proteine schuld an der Allergie, sobald die Äpfel auf jährlich großen Ertrag gezüchtet wurden, änderte sich die Zusammensetzung zum negativen für empfindliche Menschen (Kreuzallergiker).

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    Ich bin sehr froh, das dort wo ich wohne das Obst (Äpfel,Birnen, Pflaumen und verschiedene Beeren) auf der Strasse liegen…… keiner hebt sie auf oder interessiert sich dafür. Ich fahre gerne Fahrrad und hebe `Fallobst´ gerne auf und koche/friere es ein oder esse es zur Saison auch frisch.
    Nur sehr wenige Menschen interessieren ich dafür, dabei kostet es doch nichts. Viele haben sogar Körbe mit Obst vor dem Tor stehen mit dem Hinweis: zu verschenken, warum also nicht mitnehmen und im Keller lagern?

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    Welche Apfel Sorte hat den am meisten Vitamine?

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    Ich denke es ist besser, sich generell regional und saisonal zu ernähren.
    Im Winter viel Wintergemüse, wie z. Bsp. Grünkohl.
    Wenn Obst, dann biologisch angebautes. Lieber weniger, dafür aber gesünder und der Natur zu Liebe.
    Außerdem unterstütze ich gerne die Bio-Betriebe/Landwirte, die mit Ihrer Bio-Zertifizierung richtig herausgefordert werden und es sie richtig Geld kostet.

    Die Riesen-Landwirte, die großflächig Glyphosat etc. ausbringen, diese bekommen vom Staat noch das Geld großzügig In den Hintern gesteckt….

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    Bio, regional und saisonal, nicht lange gelagert – so soll man sich ernähren. Wie man das allerdings umsetzten soll, wenn 8 Monate eigentlich nichts frisch geerntet werden kann, konnte mir bis dato niemand erklären. Ach ja, nicht in Kunststoff verpackt, habe ich noch vergessen.

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    Aber welches Obst soll man denn dann im Winter essen, wenn nicht gelagertes? Die Info fehlt mir hier im Artikel schmerzlich.

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