„Öko-Test“ und die giftigen Erdbeeren

Ökotest hat mal das gemacht, wofür ich diese Gesellschaft schätze: Lebensmittel und andere Produkte auf Gifte, Zusatzstoffe usw. zu untersuchen. Laut Angaben verschiedener Quellen hat „Öko-Test“ „Früherdbeeren“ von 10 Supermärkten und Discountern im Labor untersuchen lassen. Insgesamt wurden 30 Proben auf mehr als 500 verschiedene Pestizide untersucht. Und die Ergebnisse sind alles andere als ermutigend!

Nur drei der 30 Proben waren komplett frei von Pestiziden. In den 27 anderen Proben ließen sich bis zu sechs verschiedene Pestizide nachweisen. Mit von der Partie waren auch Pestizide, die in Deutschland bereits verboten sind. Eins davon ist Bupirimat, dass über den Import aus Spanien und/oder Marokko dann doch wieder auf dem deutschen Markt und deutschen Tellern landet.

Interessant ist auch, dass Bupirimat in Deutschland zwar verboten, in Spanien aber erlaubt ist, obwohl beide Länder sich in der EU befinden.

Frage: Wozu eine EU, wenn jeder machen darf, was er will? Das ist zwar ein anderes, politisches Thema. Aber in diesem Zusammenhang hat es unmittelbare Konsequenzen auf die Gesundheit der Konsumenten, die Erdbeeren und keine Pestizide zu sich nehmen wollen.

Warum ist Bupirimat so bedenklich? Es gibt überzeugende Hinweise/Beweise, dass das Pestizid antagonistische Effekte bei Androgenrezeptoren und damit unphysiologische Einflüsse auf das Reproduktionssystem von Mensch und Tier ausübt (Anti-androgenic activities of environmental pesticides in the MDA-kb2 reporter cell line. – PubMed – NCBI). Die anderen Pestizide werden namentlich nicht genannt. Aber in allen Beiträgen geht man davon aus, dass eine Reihe dieser Pestizide krebserzeugende Wirkungen mit sich bringen.

Spitzenreiter in der Liste der vergifteten Erdbeeren (bei Schneewittchen war es ein vergifteter Apfel) waren die von Rewe, die fünf verschiedene Pestizide in einer Konzentration von vier Milligramm pro Kilogramm aufwiesen. Solche Mengen bringt keine böse Stiefmutter sondern nur die Nahrungsmittelindustrie zustande.

Neben Rewe wurden auch Erdbeeren von Aldi, Kaufland, Lidl, Netto, Norma, Penny, Real und Edeka getestet. Aber auch hier gab es keine Probe, die über die „Note 4“ hinauskam. Über Geschmack und Inhaltsstoffe der ausländischen Erdbeeren gibt es keine Angaben, weder vom Test, noch von den zitierten Beiträgen. Man darf aber davon ausgehen, dass bei längerer Lagerung und/oder Lieferzeit, was bei Spanien und Marokko mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Fall ist, die Nährstoffe in den Früchten degenerieren, ganz oder teilweise. Damit hätten wir pseudo-gesunde Erdbeeren mit reduzierten Nährstoffinhalten, dafür aber erhöhte Konzentrationen mit krankmachender Chemie.

Nahrungsmittelindustrie und die kaputte Ökologie

Die Nahrungsmittelindustrie bringt es nicht nur fertig, nährstofffreie Nahrungsmittel zu produzieren und den Mangel an Nährstoffen mit krankmachender Chemie zu kompensieren. Vielmehr bringt sie es auch fertig, die Ökologie, in deren Rahmen diese Nahrungsmittel produziert werden, ebenso zu ruinieren wie die Gesundheit ihrer Opfer. Dieses „Erdbeeren-Beispiel“ aus Spanien und Marokko ist dafür keine Ausnahme.

Die chemischen Erdbeeren aus Spanien werden bezeichnenderweise in einer Region produziert, die als die niederschlagsärmste Region Spaniens bezeichnet wird. Wassermangel ist hier die Regel. Jährlich sinkt der Grundwasserspiegel um rund zehn Meter. Grund hierfür sind nicht nur die geringen Niederschläge, sondern in erster Linie die extensive künstliche Bewässerung der Erdbeerfelder (und anderer Monokulturen). Ihre Felder mit Wasser zu versorgen, haben viele der Farmer eigene, aber illegale Brunnen gebohrt/gebaut, die bis zu einigen 100 Metern in die Tiefe gehen. Man schätzt, dass es rund 500.000 solcher illegalen Brunnen gibt. Heute schon trocknen aufgrund des Wassermangels Flüsse aus und die gesamte Region in Südspanien droht auf absehbare Zeit zu „verwüsten“.

Man muss sich dieses Szenario einmal bildlich vor Augen halten: Wir verwüsten die Ökologie eines ganzen Landstrichs, damit wir nährstofffreie Lebensmittel erhalten, die so voller Chemie sind, dass sie auch uns, den Konsumenten, gleich mit verwüsten.

Und das Ganze wird auch noch, laut „Epoch Times“, von der EU mit Zuschüssen bedacht. Kein Wunder also, wenn hier Pestizide zum Einsatz kommen, die in Ländern wie Deutschland aufgrund gesundheitlicher Erwägungen verboten sind. Wir erfahren aus dem Beitrag der „Epoch Times“ auch, dass sage und schreibe 40 Prozent der gesamten Fläche Spaniens von der Wüstenbildung betroffen sind. Da soll noch jemand sagen, dass die Nahrungsmittelindustrie keine ganze Arbeit leistet!

Eine patriotische Empfehlung von „Öko-Test“

Die Experten von „Öko-Test“ geben den Rat, die spanischen und marokkanischen Erdbeeren zu vermeiden und auf deutsche Erdbeeren zu warten, die jetzt im Mai oder kommenden Juni erntereif werden. Angeblich sind diese Erdbeeren „aus deutschen Landen frisch auf den Tisch“ weniger mit Pestiziden belastet und schmecken besser.

Mein Fazit hier ist, dass es schön wäre, wenn dem so wäre! Woher die Tester die Gewissheit nehmen, dass deutsche Erdbeeren besser schmecken, obwohl aus gegebenen Gründen noch keine in den Testlabors von „Öko-Test“ aufgetaucht ist, ist mir nicht ganz verständlich. Es kann natürlich sein, dass die spanischen Erdbeeren so abgrundtief schlecht schmecken, dass eine Steigerung an Geschmackslosigkeit nicht mehr möglich ist. Auch die Vermutung, dass weniger Pestizide über die deutschen Erdbeeren geschüttet werden, müsste durch einen entsprechenden Produktetest verifiziert werden. Ich bin gespannt, ob „Öko-Test“ deutsche Erdbeeren, wenn sie reif und auf dem Markt sind, ebenfalls einmal diesbezüglich testen wird.

In einem Aspekt jedenfalls gehe ich konform mit der Empfehlung, heimische Produkte vor ausländischen zu bevorzugen. Wie schon angedeutet, lange Transportwege und Lagerungszeiten zerstören wertvolle Nährstoffe in Obst und Gemüse. Heimische Produkte benötigen keine langen Transportwege und Lagerungszeiten, was den Nährstoffverlust deutlich reduziert.

Zu diesem Thema hatte ich einige Beiträge veröffentlicht, die auf diese Problematik näher eingehen:

Wenn dann noch sichergestellt ist, dass der Nährstoffgehalt von Gemüse und Obst aus heimischer Produktion höher ausfällt als bei Produkten aus dem Ausland, dann würde ich so etwas wie einen Silberstreifen am Horizont sehen wollen. Nährstoffverluste in Obst und Gemüse und deren Grundlage, dem Nährstoffverlust in den Böden, habe ich in diesem Report näher analysiert: Vitalstoffverlust in Obst und Gemüse – die Achterbahnfahrt der Ernährungswissenschaft

Fazit

Erdbeeren aus dem Ausland schmecken schlecht und sehen gut aus, haben zu wenig Nährstoffe, dafür aber eine Menge an Chemie zu bieten und: sind zudem jetzt schon in den Regalen von Supermärkten und Discountern. Auf die deutschen Erdbeeren müssen wir noch ein bisschen warten. Und ich muss noch ein wenig auf die Testberichte von „Öko-Test“ über diese deutschen Erdbeeren warten.

Datum: Donnerstag, 3. Mai 2018
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7 Kommentare

  1. 1

    Hallo Herr Gräber,

    habe eben diesen Bericht über Erdbeeren an einen mir bekannten Importeur von Obst und Gemüse gesendet. Mal sehen, ob er antwortet.

    Beste Grüße aus Kehl

  2. Dorothee Wespaletz
    Sonntag, 6. Mai 2018 7:54
    2

    Hallo René
    Danke für diesen tollen Bericht. Ich kaufen schon lange kein Obst/Gemüse aus Spanien/Marokko. Wenn nichts anderes angeboten wird (was leider viel zu oft vorkommt) wird das Rezept umgestellt oder etwas anderes gekocht!
    Lg Doro aus Oberbayern 🙂

  3. 3

    Hallo Herr Gräber,
    „gratuliere“zu Ihrer Entscheidung sich vom FID Verlag vereinnahmen zu lassen.
    Seit mehr als 10 Jahren beobachte ich das Treiben dieser Leute mit wundervollen Versprechen zur Heilung deren Druckwerke zu kaufen. Der Trick: die versprochenen Informationen bekommt man erst in den abbonierten Druckwerken.
    Bisher habe ich die Gräbersche Hilfe kostenlos aus Ihren Newsletter erfahren.

    Antwort René Gräber:
    Hm… vereinnahmen würde ich nicht sagen. Ich habe da auch länger überlegt ob ich das „mitmachen“ soll. Mein Entschluss: Ich empfinde es als stimmig, dass die Informationen eine weitere Verbreitung finden. Insofern bin ich dem FID Verlag dankbar, dort weitere Möglichkeiten gefunden zu haben. Was aber noch wichtiger ist: Ich habe mich mit den Verantwortlichen dort länger unterhalten und bin zu der Überzeugung gekommen, dass „die“ zu den „Guten“ gehören. Was natürlich dick aufgetragen ist, sind deren Werbeschriften… Aber Abwicklung und Kundenservice stimmen für mich. Und: auf die Newsletter (hier von mir) hat das keinen Einfluß.

  4. 4

    Hallo Herr Graeber. 3 der getesteten 30 wären komplett ohne Pestizidrückstände, wenn ich richtig gelesen habe. Welche sind das? Sie schreiben hier NUR von den negativen, soweit ich sehen kann. Danke für ein „Aufdatum“. Herzliche Grüße
    T.Essiger

  5. 5

    Danke für diesen Beitrag. Schon lange kaufe ich, auch beeinflusst und gestärkt durch ihre Berichte, heimische Produkte,wenn möglich vom hiesigen Bauern, auch wenn es nicht immer bio ist. Zum Einkauf nehme ich einen Korb oder stofftasche mit. Ich trage meine Kleidung lange ,geht sicher leichter, da ich nicht mehr 20 bin, und kaufe auch des öfteren second Hand, ich hoffe es ist ein kleiner Beitrag. Danke für Ihre immer wieder spannenden recherchen!

  6. friederikaKoeck
    Samstag, 19. Mai 2018 16:54
    6

    ja leider werden unsere felder mit unmengen von Gülle versorgt – was soll da nahrhafrtes wachsen -wen im Stall kühe stehn die mit Antipiose vollgestopft werden- der boden überdüngt damit man ihn noch mehr ausbeuten kann und keiner der Minister wagt es der industrie zu wiedersprechen.Auf unseren felder wächst keine blume mehr woh bleiben unsere Maikäfer -Schmetterlinge-usw.

    das ist unsere Regierung .
    Danke -für diese regierung-die sich die taschenvollstopfen und ihre zeit absitzen als minister.

  7. 7

    zu komm. 6

    hände in schoß legen und kopfschütteln, machts nicht besser !!

    neue parteien, deren focus in umwelt und natur liegen, verstärkt wählen.

    eigenverantwortung für sich, seiner familie und unserer erde, falsches schubladendenken und politisch gewollte armut…sind es geschuldet

    DAS WIR BEI UNS ENDLICH ANFANGEN

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