Warum ich keine kernlosen Trauben esse

Trauben

Bestimmt haben Sie schon mal auf so einen kleinen, harten Weintraubenkern gebissen und den Mund ordentlich verzogen, nachdem dieser seinen bittersauren Gerbsäureanteil in ihren Mund entladen hat. Die Ernährungsindustrie machte sich den Wunsch der Konsumenten nach kernlosen Trauben sofort zum Befehl und züchtete Weintrauben ohne jene lästigen Kerne. Dafür sollten wir doch dankbar sein, oder nicht?

Doch gibt es wie immer eine Kehrseite der Medaille, denn wertvolle Inhaltsstoffe sind den Trauben damit weggezüchtet worden. Dazu gehören zum Beispiel die Polyphenole mit ihren gesundheitsfördernden Spezifika. Eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen der Traubenkerne haben entzündungshemmende Eigenschaften, wirken antioxidativ und stellen sich damit der Bildung von Krebszellen entgegen.

Aus diesem Grunde werden beispielsweise mit voller Berechtigung Nahrungsergänzungsmittel mit Traubenkernextrakten (OPC = Oligomere Proanthocyanidine) angeboten.

Deshalb kaufe und esse ich Trauben mit Kernen

Aber Hand aufs Herz: Schädlich sind kernlose Trauben ausnahmsweise mal nicht. Die oligomeren Proanthocyanidine (OPC), die es in diesen Trauben nun nicht mehr gibt, gehören der Gruppe der Flavonoide an, die für ihren Schutz der Gefäßwände bekannt sind und vielfach als Blutdrucksenker eingesetzt werden. Darüber hinaus enthalten Traubenkerne sogenannte Radikalen-Fänger, wofür es übrigens ein Maß gibt, die „Oxygen Radical Absorption Capacity“ (ORAC).

Freunde der Antioxidantien sollten daher die Traubenkerne ganz gezielt gut zerkauen. Einfach nur angewidert herunterschlucken hilft nicht, da sie im Ganzen praktisch nicht verdaut werden. An die äußerst gesunden Bitterstoffe kann man sich gewöhnen beziehungsweise man sollte es unbedingt tun.

Trauben müssen vor dem Verzehr immer gut gewaschen werden

Die chemische Industrie liebt es, Pestizide, Herbizide und weitere Umweltgifte in Massen zu produzieren. Die Folge davon ist, dass Obst, Gemüse und Salate heute zu lebensbedrohlichen chemischen Keulen geworden sind. Nicht zu vergessen bei dem ganzen Gift-Cocktail sind die Konservierungsmittel oder Weichmacher wie Phthalaten (DBP) und Bisphenol A (BPA), die überdies in den Verpackungen und Folien stecken und ihre toxische Fracht über viele Tage in die Lebensmittel entladen.

Wichtiger Hinweis: Ein Gift allein kann unser Körper oftmals noch einigermaßen bekämpfen. Doch bei undefinierten Mixturen toxischer Stoffe potenziert sich die schädliche Wirkung jedes einzelnen Stoffs darin um ein Vielfaches.

Leider lassen sich mit Wasser allein nicht alle gesundheitsgefährdenden Rückstände auf den Oberflächen von Früchten beseitigen, da solche Gifte nur teilweise wasserlöslich sind. Schälen mag eine Option sein, die allerdings viele Vitamine in den Mülleimer befördert, und haben Sie mal versucht, eine Weintraube zu schälen?

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Wie lässt sich Obst und Gemüse effektiv säubern?

Schon im Altertum war den Menschen bekannt, was Essig so alles leisten kann. Ich empfehle zur Säuberung von Obst und Gemüse destillierten weißen (biologischen) Essig, den Sie mit neun Teilen Wasser verdünnen, also ein Liter „Reinigungsmittel“ enthält dann 100 Milliliter von diesem Essig. Bevor Sie Ihre Äpfel, Tomaten oder ein paar Trauben essen, „baden“ Sie sie erst einmal in dieser Lösung, um sie danach ordentlich mit sauberem Wasser abspülen.

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Rezepten für die eigene Herstellung von Reinigungsmitteln. Neben Bio-Essig enthalten diese oft Zitronensaft oder Extrakt aus Grapefruit-Kernen sowie Backpulver, also Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3). Der gesamte Themenkomplex treibt mich schon lange um, in diesem Zusammenhang habe ich bereits vor längerer Zeit den Artikel „Chemie & Pestizide im Gemüse und Obst? Kein Problem dank dieses Hausmittels“ geschrieben:

Wer von Anfang an beim Einkaufen konsequent auf Bio-Ware setzt, kann sich den Zirkus um Essigreiniger für Obst und Gemüse aber weitgehend sparen.

OPC geht auch ohne Weintraubenkerne

Ich bin ja kein Unmensch und habe durchaus Verständnis für die vielen lieben Menschen, die keine Weintraubenkerne zerkauen möchten. Die gute Nachricht ist: Es gibt zum Beispiel Kapseln, die viel OPC enthalten. Doch auf deren Qualität kommt es an und auch darauf, wie viel OPC darin tatsächlich enthalten ist beziehungsweise wie viel davon vom Körper aufgenommen werden kann.

Ich selbst bin mittlerweile zu dem moderneren MPC (Monomere Proanthocyanidine) übergegangen, da es 30 Mal mehr Bioverfügbarkeit garantiert als OPC. MPC ist tatsächlich eines der stärksten Antioxidantien überhaupt.
Außerdem kann ich in diesem Kontext Traubenkernmehl und kalt gepresstes Traubenkernöl empfehlen.

Letzteres eignet sich sehr gut für Salate, während Traubenkernmehl als Zusatz im Müsli gute Dienste leistet. Beide enthalten aber mit Abstand nicht so hoch dosiertes OPC beziehungsweise MPC wie Kapseln.

Übrigens: Falls Sie gern Papaya essen, probieren Sie auch deren Kerne!

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Beitragsbild: 123rf.com – karandaev

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