Parmesan im Ökotest – Ergebnis: Mineralöl im Käse und leidende Kühe

Parmesan Käse in Rollen im Lager

Ökotest hat wieder einen neuen Test[1] veröffentlicht. Diesmal geht es um Parmesan-Käse. Getestet wurden 16 verschiedene Parmesan-Sorten.

Was genau wurde getestet?

Antwort: Eine etwas seltsame Kombination von drei verschiedenen Kriterien, nämlich:

  • Mineralölrückstände,
  • Geschmack und
  • Tierhaltung.

Ich kann verstehen, dass Ökotest den Geschmack testet, da Käse ein Lebensmittel ist, das auch schmecken soll.

Die Tierhaltung kann ich auch noch verstehen, da Käse etwas mit der Milch von Kühen zu tun hat.

Und mittlerweile ist es ja bekannter, dass die Massentierhaltung sehr häufig die Basis für eine Reihe von Produkten ist.

Und Massentierhaltung ist keine Form die besonders „gesunde“ Nahrungsmittel produziert – zumindest nicht, wenn man sich mal die Gegebenheiten betrachtet, die ich in folgenden Beiträgen beschrieben hatte:

Der 3. Punkt im Ökotest (die Verunreinigung mit Mineralöl), scheint vordergründig erst einmal aus der Luft gegriffen zu sein.

Aber es soll sich herausstellen, dass der Schuss ins Blaue ein Treffer ins Schwarze sein wird.

Daher beginne ich mit dem Letzten als Erstes …

Die Ergebnisse

1. Mineralöl-Test

Ökotest kommt zu dem Schluss, dass die „Belastung mit Mineralölbestandteilen erheblich ist“. In 1. Linie handelt es sich hier um gesättigte Kohlenwasserstoffe, genannt MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons oder Gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe). Diese Kohlenwasserstoffe reichern sich in Fettzellen, Milz, Leber etc. an. Die Ausscheidung scheint nur sehr langsam vonstatten zu gehen.

Es gibt Tierversuche, die gezeigt haben, dass diese spezifischen Kohlenwasserstoffe Entzündungsprozesse in der Leber und am Herzen verursachen und zu tumorartigen Veränderungen/Läsionen in den Lymphknoten führen können.

Ökotest fand in allen 16 getesteten Proben diese Mineralölrückstände. Es erhebt sich natürlich die Frage, wie kommt das Öl in den Käse?. Ökotest vermutet hier eine Verunreinigung durch Schmieröle während des Produktionsprozesses. Ebenso denkbar sind Verunreinigungen aus der Umwelt oder beim Verpackungsprozess.

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2. Tierhaltung

Es gibt ja Schokolade von glücklichen Kühen. Schön wäre es auch, wenn es Milch/Käse von ebenso glücklichen Kühen gäbe. Dies scheint nicht wirklich der Fall zu sein. Denn eine Tierschutzorganisation (die Compassion in World Farming, kurz CIWF), bemüht sich seit rund 2 Jahren um einen Tierschutz im Bereich der Parmesan-Produktion.

Es scheint Filmmaterial dieser Tierschutzorganisation zu geben, die aus 9 verschiedenen Milchkuh-Betrieben stammen und hier, laut Ökotest, recht „unglückliche“ Kühe zeigen – um es mal dezent auszudrücken.

Die Tiere sollen (angeblich) in ihren eigenen Exkrementen stehen, völlig ausgemergelt sein und zudem teilweise einige Verletzungen aufweisen. Die meisten Kühe haben Zeit ihres Lebens nie eine Weide zu Gesicht bekommen.

Um gegenseitige Verletzungen in der Enge der Ställe zu vermeiden, werden sie enthornt, und das zumeist ohne Betäubung. Denn die Gabe von Betäubungsmitteln kostet wieder mal Zeit und Geld.

Aus meinen bisherigen Beiträgen zur Massentierhaltung (siehe oben) ist ersichtlich, dass diese von Ökotest aufgestellten Behauptungen für mich durchaus sehr wahrscheinlich sind.

Die CIWF hat eine eigene YouTube-Seite[2], auf der ich nach entsprechenden Videos leider vergeblich gesucht habe. Dafür gab es dort andere Berichte über sehr vergleichbare Tatbestände, zum Beispiel aus den USA, die die Behauptungen von Ökotest indirekt bestätigen.

Das heißt unter dem Strich, dass wir Parmesan-Käse nicht nur mit Mineralölrückständen genießen, sondern dass praktisch alle Parmesan-Sorten (oder zu mindestens die 16 getesteten Sorten) auf dem Leid von Tausenden von Milchkühen beruhen. (Vielleicht haben die Kühe das Mineralöl in den Käse getan, um das von uns an ihnen zugefügte Leid zu rächen?)

Laut Ökotest gibt es inzwischen Kampagnen und Petitionen gegen diese Zustände. Einen kleinen Vorteil kann diese Kampagne für sich in Anspruch nehmen: Parmesan wird nicht weltweit produziert, sondern nur und ausschließlich in bestimmten italienischen Regionen (Provinzen Parma, Reggio Emilia, Modena, Bologna westlich des Reno sowie Mantua östlich des Po).

Oder mit anderen Worten: Parmesan, der nicht aus einer dieser Regionen kommt, darf nicht als Parmesan bezeichnet werden. Demzufolge gibt es in Italien eine Dachorganisation für die Produzenten von Parmesan, die als Adressat für die Petitionen und andere Aktivitäten in Sachen Tierschutz angesprochen werden kann.

3. Geschmack

Bis auf 2 Ausnahmen scheint es keine Beanstandungen beim mineralölhaltigen Parmesan von traurigen Kühen zu geben. Bei 2 der 16 Proben gab es einen „bitteren oder muffigen“ Geschmack. Es wird nicht berichtet, ob der bittere Geschmack vom Mineralöl oder von den traurigen Kühen ausgeht.

Fazit

Parmesan schmeckt in der Regel wie Parmesan schmecken sollte. In Ausnahmefällen kann er auch mal muffig oder bitter schmecken. Woher diese geschmackliche Veränderung herrührt, wird nicht erklärt oder gar diskutiert. Was mehr als bedenklich ist, das ist die Tatsache, dass in allen untersuchten Proben Mineralölrückstände nachzuweisen waren.

Ob dies mögliche geschmackliche Konsequenzen hat, lässt sich nur vermuten. Gesundheitliche Konsequenzen dürften diese Rückstände bei einem ausreichend langen und hohem Genuss dieses Käses mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit sich bringen.

Neben dem daraus entstehenden menschlichen Leid, den Erkrankungen, gibt es zuvor das tierische Leid, welches heute die Grundlage für die Produktion von Parmesan-Käse zu sein scheint.

Fazit vom Fazit: Gesundheitsschädigende Mineralölrückstände und Tierquälerei für den Käse – so schlimm wird es schon nicht sein, oder? Geschmack muffig? Hier hört aber der Spaß auf. Denn muffiger Käse bedroht das Geschäft. Und darauf kommt’s ja letztendlich an.

[1]     Parmesan im Test: Die meisten Käse sind mit Mineralöl belastet – ÖKO-TEST

[2]     Compassion in World Farming – YouTube

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René Gräber

René Gräber

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8 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Hallo an alle Gesundheitsbewusste! Nach langem Leid und viel Eigenrecherche hatte ich nach 10 Jahren endlich herausgefunden was ich hatte: Histaminintoleranz und letztlich diagnostiziert MCAS = Mastzellaktivitätsstörung. Dabei spielt die Ernährung eine ganz große Rolle, weil fast alle verarbeitetetn Lebensmittel letztendlich hohe Histamindosen enthalten. Eine liebe Frau aus unserer Gruppe hat nun herausgefunden, dass sie Quark von konventieller Produktion nicht verträgt, weil die Kühe mit Maissilage gefüttert werden, was sich damit auch in der Milch niederschlägt!
    Da fängt meiner Meinung nach ja schon das Tierleid an! Maissillage ist kein natürliches Kuhfutter und Soja ebenso nicht! Beides verändert Milch und Fleisch!
    Und wir wundern uns dann, dass unser Verdauungssystem rebelliert!!!
    Liebe Grüße, danke für die stetige Aufklärung!

  2. Avatar

    Hallo Alle,
    wenn ich ein Politiker wäre würde ich jetzt vorschlagen eine Mineralölsteuer auf Lebensmittel zu erheben. So löst man doch solche Probleme hierzulande, oder ? (satirisch gemeint) .
    Und danke für die Aufklärung. Es wäre womöglich sinnvoll Listen zu erstellen mit den Sachen die noch ohne Gefahr essbar sind. Was allerdings für Leaky Gut‘ er dann auch wieder nutzlos wäre. Es bleibt dann ja nicht mehr viel übrig. Aber ich werde den Artikel wenigstens teilen, damit ich das Gefühl habe nicht ganz wehrlos zu sein.

  3. Avatar

    eine sauerrei….was uns die lebensmittelindustrie, tagtäglich in die produkte pantscht !!!
    (und politiker uns wissentlich zumuten)

    und unerträglich….was weltweit, sämtlichen nutztieren, tagtäglich angetan wird !!!
    (tier-kz vom feinsten)

    empathielos….wieviele millionen menschen, tagtäglich in die wurst.- und fleischtheke greifen, von gequälten und leidenen tieren !!!
    (und das ist nur ein beispiel)

    wären die aufklärungen über tierleid, das hinter jedem tierischem produkt (vom essen bis zum autoleder) steht „jeden tag allgegenwärtig“…dann käme auch ein umdenken !!!
    (und angefangen schon im kindergarten)

    wie hieß es z.bsp. mal so treffend…..
    hätte ein schlachthaus glaswände, die meisten würden kein fleisch mehr essen !!!

  4. Avatar

    Hallo liebe Gesundheitsbewusste,
    Danke Herr Gräber für die unermüdliche Aufklärung in Sachen Tierwohl, Umwelt und Gesundheit.
    Ich muss zugeben ich bin eine ahnungslose Mitverantwortliche in Sachen Tierquälerei indem ich unbedacht konsumiert habe. Was leben wir in einer perversen Welt in der es anscheinend nur mit Quälerei, Abzoken und Ausbeutung zu tun hat. Da muss ich muss echt fremdschähmen was Menschen anderen Menschen, Tier und Umwelt zumuten und bewusst antun.
    Ich verfolge seit einiger Zeit besonders alles über Gesundheit das ja anderes mit einschließt und bin dadurch vermehrt in der Lage zu beurteilen ob mir oder meiner Familie die Dinge gut tun können oder nicht. Das macht mich reich an Wissen und Erfahrung.
    Zur Zeit machen mein Mann und ich eine Leberreinigung die ich nur weiterempfehlen kann, denn ich merke richtig in allen Bereichen meines Körpers wie gut das tut.
    Wir verzichten in dieser Zeit auf Milchprodukte, Eier, Getreide, Schweinefleisch, große Fische, Rabs, Mais, Zusatzstoffe usw. Also fast nur Obst, Gemüse, Kräuter und Wasser. Fett nur 1x abends aber reduziert.
    Einmal in der Woche gibt es ein Fleischgericht, weil wir keine Vegetarier sind und ich muss sagen, dass ich mir sehr gut vorstellen kann in der Zukunft viel weniger tierische Produkte zu essen und wenn dann vom BioBauern. Das geht alles man muss nur anfangen zu verzichten! Viele Grüße von der Nordseeküste von Sabine

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    Da den Kühen ihr Futter mittels Diesel betriebener Aggregate aufgetischt wird ist es kein Wunder, dass davon Rußanteile in der Milch landen. Und das ist bestimmt keine nur italienische Seuche, daher auch bei allen Milchbetrieben in Europa bzw. Welt weit zu finden. Einen Tipp an Ökotest: Wer suchet der findet!

  6. Avatar
    Jürgen Müller

    8. September 2019 um 13:50

    Nett soll ich sein? Gegen wen soll ich denn nett sein?
    Wenn ich so über die Jahre sehe, wie Politiker mit der Agrarindustrie mauscheln, am Ende wird dann oft auch noch der Verbraucher als der Schuldige dargestellt.
    Nein, wir Verbraucher sind sehr oft nicht so unschuldig wie wir tun. Aus Unwissenheit, aus alten Gewohnheiten usw.
    Aber die Agrarindustrie weiß was sie den Tieren insgesamt, in diesem Fall den Kühen antut. Und dann bekommen sie auch noch von der Landwirtschaftsministerin den freiwilligen Heiligenschein aufgesetzt.
    Aber vielleicht kommt ja auch mal auf dem Gebiet des Tierwohls eine „Greta Thunberg“.
    Was ich selber tue? Neben kritischen Meinungsäußerungen? Ich bin kein Vegetarier, habe aber mein Fleischkonsum sehr stark reduziert. Und gerne würde ich auch Bio-Fleisch kaufen. Keine Chance im ländlichen Gebiet hier 50 km östlich von Schwerin.

  7. Avatar

    Werter Herr Gräber!
    Bein Lesen Ihres Berichts dachte ich sofort an eine Ausweitung auf viele Lebensmittel mit Mineralölrückständen. Unter anderem sind Diese auch auf recyceltem Papier in der Verpackung zurückzuführen.Auf drei Seiten fand ich eine ausführlichere Abhandlung des Themas z. B. auch M.-Rückstände im Olivenöl.
    lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ mineraloelrueckstaende-in-lebensmitteln-mosh-und-moah
    moproweb.de/news/home/mineraloelrueckstaende-in-lebensmitteln-441017227/
    evoo.expert/post/oliven%C3%B6lkrise-wegen-mineral%C3%B6l-warum-die-medien-das-problem-sind#!

    Mit freundlichen Grüßen
    Rheinländer

  8. Avatar

    Herr Gräber ist für mich ein Held! Er klärt uns unermüdlich auf – im Kampf gegen Pharma, Massentierhaltung und vergiftetes Essen, gegen Impfen und Schulmedizin. Danke danke danke

    Antwort René Gräber:
    Herzlichen Dank! Aber ich würde meinen: heldenhaft ist das nicht… Die wahren Helden sind das draussen im „Einsatz“: Feuerwehr, Polizei, THW um mal einige zu nennen — die bei Einsätzen auch ihr Leben riskieren. Und bei aller „Aufklärung“: bitte immer kritisch bleiben und alles prüfen 😉

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