Verdorben und ohne Aroma: Jede dritte Apfelschorle ist mangelhaft

Apfelschorle wird eingegossen

Kaum ein anderes Erfrischungsgetränk ist bei uns so beliebt wie die Apfelschorle. Der Durstlöscher schmeckt toll und genießt den Ruf, die gesunde Alternative unter den süßen Getränken zu sein.

Das macht die Apfelschorle natürlich auch zur ersten Wahl für die Eltern durstiger Kinder. Der große Stiftung Warentest Apfelschorlentest macht jetzt eins deutlich: Genießen Sie Ihre Apfelschorle, aber mixen Sie sie selbst!

Die Stiftung Warentest hat insgesamt 24 Fertigschorlen getestet und jede dritte mit der Note „mangelhaft“ bewerten müssen. Ebenso ernüchternd: Keine Schorle im Test erhielt die Bestnote „sehr gut“.

Fertigschorlen sind solche Apfelsaftschorlen, die bereits fertig gemixt und abgefüllt zu kaufen sind.

Ob Marktführer wie Lift, Gerolsteiner oder die Bio-Variante „Proviant Schorle Apfel Naturtrüb“, keine Fertigschorle könnte die Warentester in Geschmack, Geruch, Mundgefühl, Aroma, Zusammensetzung, und Verpackung restlos überzeugen. Lift, die Fertigschorle, die uns an fast jeder Supermarktkasse zum Kauf verlockt, ist sogar mit „mangelhaft“ durchgefallen.

Wie lassen sich diese katastrophalen Ergebnisse erklären? Apfelschorlen zu mixen ist schließlich keine Hexerei: 50 % Apfelsaft mit 50 % Mineralwasser mixen, weder Zucker noch andere Zusatzstoffe zusetzen, fertig!

Bei den Schorlen im Test hielt dieses einfache Rezept am vorbildlichsten die kostengünstige Apfelschorle von Wiesgart (Aldi Nord) ein.

Der Testsieger schnitt mit der Note „gut“ ab. Größtes Manko bei den schlecht bewerteten Schorlen war laut Stiftung Warentest die Qualität der verwendeten Apfelsäfte.

Bei insgesamt sechs Fertigschorlen ergab die Analyse der Inhaltsstoffe, dass die Apfelsäfte Hefen, Methanol und andere Stoffwechselprodukte von Bakterien enthielten. Diese entstehen entweder in verdorbenen Äpfeln oder durch unsaubere Verarbeitungsprozesse während der Saftherstellung.

Viele der getesteten Fertigschorlen wurden zudem aus Apfelsaftkonzentrat hergestellt. Das ist zwar kein unmittelbares Qualitätskriterium, kann aber aufgrund der deutlich geringeren Konzentration von natürlichem Apfelaroma zu einem schalen Geschmack führen.

Apfelschorlen aus Direktsaft schmecken besser, sind in der Herstellung natürlicher und, wie der Testsieger von Aldi Nord beweist, nicht teurer als die Alternative aus Apfelsaftkonzentrat.

Lift ist die einzige Schorle im Test, die nicht nur natürliches Apfelaroma (in einer zu geringen Menge für einen guten Geschmack) zusetzt, sondern künstliche Konservierungsstoffe verwendet.

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Das Ranking der Stiftung Warentest in fünf Punkten zusammengefasst:

  • Gesamturteil „gut“: Die Wiesgart Apfelschorle von Aldi Nord ist der Testsieger der Stiftung Warentest.
  • Als insgesamt „befriedigend“ hat die Stiftung Warentest 9 Fertigschorlen bewertet, darunter die Hausmarken von Edeka, Lidl und Aldi Süd.
  • Sieben Fertigschorlen sind nur insgesamt „ausreichend“, darunter auch Markengrößen wie die Apfelschorle von Apollinaris und die Hausmarke von dm.
  • Die sieben mit „mangelhaft“ bewerteten Apfelschorlen fallen sowohl geschmacklich als auch aufgrund ihrer Inhaltsstoffe durch. Betroffen sind neben Lift auch Dennree, Ostmost, Penny, Rhön Sprudel, Real Tip und Rewe Ja.
  • Ernüchternd: Auch die Bio-Apfelsaftschorlen im Test sind nur „befriedigend“ bis „mangelhaft“ bewertet worden. Testsiegerin im Bio-Segment ist die „Proviant Schorle Apfel Naturtrüb“ (Gesamturteil 2,7).

Fazit

Bei aller Kritik sei zum Schluss noch ein erfreuliches Ergebnis des großen Apfelschorlentests genannt: Keine Schorle war durch gesundheitsgefährliche Keime belastet und es fanden sich auch sonst keine kritischen Inhaltsstoffe, nicht einmal zusätzlicher Zucker.

Klar ist aber: Wer bei Geschmack und Zutaten keine Abstriche machen möchte, der mixt seine Apfelschorle zukünftig lieber selbst.


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René Gräber

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