Langzeitkalorienrestriktion zeigt sich als äußerst effektiv bei der Risikoreduzierung von Atherosklerose beim Menschen

Es gibt einige Argumente, dass ein Kalorienrestriktion positive Langzeiteffekte bei der Entwicklung von Atherosklerose haben kann. Allerdings sind die Daten und Untersuchungen zu diesem Sachverhalt noch zu dürftig, um zu einem schlüssigen Bild zu gelangen.

Diese Studie untersuchte 18 Probanden, die im Durchschnitt seit 6 Jahren sich einer Kalorienrestriktion (KR) unterzogen haben. Als Vergleichsgruppe wurden ein Kollektiv (AD) von 18 gesunden Probanden genommen, die sich nach typisch amerikanischer Weise ernährten.

Gemessen wurden Serumlipide und Lipoproteine, Nüchternblutzucker und Insulin, Blutdruck, C-reaktives Protein, Platelet Derived Growth Factor (PDGF), Körperbau und die Dicke der Intima-Media der Halsschlagader sowie das Cholesterin.

Die Kalorienrestriktionsgruppe war schlanker als die Vergleichsgruppe. Der BMI betrug im Durchschnitt 19,6 (KR) versus 25,9 (AD). Körperfett war in der KR-Gruppe 8,7 Prozent gegenüber 24 Prozent in der AD-Gruppe.

Und es hat sich eine Menge verändert: Gesamtserumcholesterin, LDL-Cholesterin, das Verhältnis von Gesamtserumcholesterin zu HDL-Cholesterin, Triglyzeride, Nüchternblutzucker, Nüchterninsulinspiegel, C-reaktives Protein, PDGF sowie systolischer und diastolischer Blutdruck waren in der KR-Gruppe deutlich niedriger als in der Vergleichsgruppe, während HDL-Cholesterin deutlich höher ausfiel. Aus der Krankengeschichte der CR-Gruppe ging hervor, dass diese Serumlipoproteinwerte und Blutdruckwerte hatte, die der der AD-Gruppe glichen, bevor sie mit der Kalorienrestriktion begannen.

Die Dicke der Intima-Media der Halsschlagader war in der KR-Gruppe 40 Prozent geringer als in der AD-Gruppe. Die Forscher folgerten aus ihren Beobachtungen, dass Kalorienrestriktion einen äußerst effektiven Schutz gegen Atherosklerose darstellt. Besonders die Beobachtung der Intima-Media Dicke der Halsschlagader unterstützt die Befunde.

Diese Studie ist eine weitere von inzwischen etlichen Studien, die der Frage nachgehen, welche physiologischen Effekte eine eingeschränkte Zufuhr von Kalorien hat. Die Wissenschaft weiß inzwischen seit etwa 70 Jahren, dass eine Kalorienrestriktion einhergeht mit einer Vielzahl an physiologisch nützlichen Effekten. Dazu gehören nicht zuletzt ein signifikant eingeschränktes Aufkommen von Krebserkrankungen und eine lebensverlängernden Wirksamkeit.

Diese Studie zeigt eindrucksvoll, dass Gefäßerkrankungen wie Atherosklerose ein direktes Resultat ungesunder Ernährung sind, bzw. nicht nur ein qualitatives, sondern auch ein quantitatives Problem darstellen. Ein zu hohes Maß an Kalorienaufnahme, gleichgültig aus welchen Quellen sie stammen, scheint die unvorteilhaften Entwicklungen voranzutreiben.

Studie: Long-term calorie restriction is highly effective in reducing the risk for atherosclerosis in humans. Fontana et al. Department of Internal Medicine, Washington University School of Medicine, St. Louis, MO 63110, USA.

René Gräber

René Gräber

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