Giftige Bananen? Von Natur aus sind Bananen gar nicht giftig

Bananen im Supermarkt

Die Banane gehört zu den wichtigsten Nutzpflanzen und Früchten für die menschliche Ernährung. Nach Reis, Weizen und Milch stellt die Banane weltweit das viertgrößte landwirtschaftliche Handelsprodukt überhaupt dar.

Zwar wächst die Banane in den Tropen und Subtropen, dennoch hat sie sich zu einem ganz normalen Bestandteil der Ernährung in unseren Breiten gemausert. Im Durchschnitt verzehrt heute jeder Mensch in Deutschland circa 12 Kilogramm Bananen pro Jahr, dies entspricht in etwa 100 mittelgroßen Früchten.

Zumindest damit führen die Deutschen die EU an.

Aber Vorsicht: Was im Folgenden über Bananen gesagt wird, könnte dazu führen, dass dem Leser der Appetit auf diese Früchte nach Strich und Faden vergeht.

Der lange Weg nach Europa

Ein Drittel des gesamten Bananen-Imports nach Europa findet sein Ziel in Deutschland. Der überwiegende Teil wird aus den lateinamerikanischen Ländern Ecuador, Kolumbien und Peru eingeführt. In diesen tropischen Ländern werden die Früchte rund ums Jahr geerntet.

Allerdings geschieht dies in noch völlig unreifem, grünem Zustand. So werden sie dann auch in Kühlfächern verschifft. Erst mehrere Wochen später erreichen die Früchte ihren Bestimmungsort. In den Auslegeregalen der Supermärkte sollen sie aber appetitlich gelb leuchten.

Wie geht das?

Sie werden dazu mit Ethylen begast, wenngleich ihr Fruchtfleisch noch immer jenes einer sonnenlosen, grünen Banane geblieben ist.

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Die dunkle Seite der Banane

Fahren wir nun ein großes Stück zurück ins Anbauland Ecuador. Schädlinge lieben die Bananenpflanzen und das ist ganz schlecht fürs Geschäft. In der Konsequenz werden massiv Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt, also nach dem Motto „viel hilft viel“ weit über das „notwendige“ Maß hinaus mit allen bekannten und noch unbekannten Folgen für die Umwelt sowie für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf den Plantagen.

Besonders krass ist die Situation im Süden Ecuadors rund um die Hafenstadt Machala im Verwaltungsbezirk „El Oro“. Von dort aus werden täglich Unmengen an Südfrüchten auf ihre große Weltreise verschifft. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet in dieser Bananenregion nahezu doppelt so viele Kinder schwere Geburtsfehler aufweisen wie in den anderen Regionen Ecuadors.

Leise rieselt das Gift

Die giftigsten Orte Ecuadors sind faktisch die drei Bananenprovinzen Guayas, Los Ros und El Oro, denn ständig hängt ein todbringender Sprühnebel aus Pestiziden und Fungiziden in der Luft, der aus wöchentlich kreisenden Kleinflugzeugen unangemeldet über den Bananenplantagen abgelassen wird.

Die paar Dörfer dazwischen mit den Schulen, spielende Kinder, aber auch die Plantagenarbeiter, das alles wird dort als selbstverständlicher Kollateralschaden angenommen. „Acción Ecológica“ ist eine prominente Umweltorganisation in Ecuador. Sie weiß zu berichten, dass dort im Jahre 2017 mehr als 25 Chemikalien zum Einsatz kamen, sieben davon sind in der EU nicht umsonst verboten.

Als akut toxisch werden Cadusafos, Terbufos und Paraquat eingestuft. Letztere Substanz wurde in der EU bereits 2007 verboten. Laut einer US-Studie der Umweltschutzbehörde „Environmental Protection Agency“ (EPA) aus dem Jahr 2016 besteht durch Paraquat ein akutes Risiko, an chronischer Bronchitis, Stoffwechselstörungen und Parkinson zu erkranken.

Die Pestizide werden übrigens unter anderem von dem deutschen Chemie-Riesen BASF verkauft. In deren Rückständen stößt man immer wieder auf die Wirkstoffe Terbufos und Fipronil, die zu allem Übel gerade in Säuglingsnahrung nachgewiesen werden. Die anderen etwas weniger toxischen Substanzen stehen zumindest im Verdacht, krebserregend zu sein und die Fortpflanzung zu beeinträchtigen, also den in Entwicklung befindlichen Fötus zu schädigen.

Mit Geltungsdatum 30.09.2013 wurde die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Flusilazol durch das „Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ wegen des Verdachts auf eine endokrine Wirkung widerrufen. In Tierversuchen wurde die Entstehung von Blasen- und Hodentumoren (bei Ratten) und Lebertumoren (bei Mäusen) nachgewiesen.

Überzüchtete Klone

Zwar wurden noch keine Bananen gentechnisch verändert, aber die üblichen kommerziellen Bananen darf man als genetisch identische Klone auffassen. Sie wurden und werden in Monokulturen gezüchtet und sind extrem anfällig für Krankheiten.

„Gros Michel“ hieß einst die am meisten verbreitete kommerzielle Bananensorte, das war noch vor 1960. Dann grassierte die Panamakrankheit, die zum totalen Verschwinden dieser Sorte geführt hatte. Flugs musste eine neue Sorte her, was mit der Cavendish-Banane auch gelungen war. Allerdings wurde ihr Design züchterisch darauf getrimmt, dass sie gut haltbar für den langen Versand geeignet ist, ihr Geschmack oder gar ihr Vitamingehalt waren völlig zweitrangig. Bananen müssen in erster Linie billig sein, um als Massenprodukt zu taugen. Ihre Robustheit und Gesundheit sind nur etwas für „reiche Spinner“.

Wie in deutschen Krankenhäusern werden auch die Erreger auf den Bananenplantagen immer resistenter gegen die gegen sie eingesetzten Mittelchen. Selbstverständlich begegnet man dem Problem erst einmal damit, immer mehr Pflanzenschutzmittel zu versprühen, was in der Sache völlig kontraproduktiv ist. Das bedeutet zugleich: Je giftiger die Banane, desto teurer ist sie.

In der Tat werden circa zwei Drittel des Kaufpreises einer Banane für ihre Düngung und für Pestizide aufgewendet. Die Transportkosten kommen dann noch oben drauf. Ein so konzipiertes Geschäftsmodell kann nur in Massenproduktion profitabel funktionieren. Doch es soll noch schlimmer kommen: Ausgehend von Südostasien verbreitet sich gerade ein vernichtender Schimmelpilz über die Bananenplantagen dieser Welt. Nichts und niemand kann dem Pilz etwas entgegen stellen. Der Pilz strotzt vor Kraft auf seinem unaufhaltsamen Siegeszug gegen die Cavendish-Banane.

Nachdenkliches

Es gibt so viele gute, gesunde Bananensorten, die aber massenweise vernichtet werden, weil sie nicht der EU-Norm entsprechen, und das in einer Welt, in der viele Millionen ausgebeuteter Menschen Hunger leiden. Nach simplem europäischem Dafürhalten dürfen Bananen nicht zu sehr gekrümmt sein, sie dürfen aber auch nicht zu geradlinig wirken, zu lang dürfen sie auf keinen Fall sein und zu kurz geht ja nun gar nicht. Dick sollen sie ebenfalls nicht sein und wer will schon eine dünne Banane essen? Ein gutes Beispiel für besonders wohlschmeckende, aber von der EU ausgestoßene Früchte sind jene Bananen, die unweit auf den Kanarischen Inseln wachsen.

Es ist doch wunderschön, wenn Menschen nur noch solche Wohlstandsprobleme haben, damit haben wir das höchste Maß der gesellschaftlichen Entwicklung erreicht, oder etwa nicht?

Die Produktionskosten und die Anforderungen an die Bananen steigen, zugleich sollen die Produzenten immer weniger Geld bekommen. Das faule System kann am Ende nur der Verbraucher durchkreuzen, indem er für sich selbst einen radikalen „Bananen-Boykott“ beschließt. Erst dann, wenn kein Geld mehr fließt, tut’s richtig weh. Vielleicht werden dar einst auch mal die Verbraucher gefragt, was sie eigentlich wollen?

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Dieser Beitrag wurde am 10.4.2022 erstellt.

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2 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Ja leider ist das zusammengefasst die traurige Wahrheit, die wir hier – so weit weg von Bananenplantagen – nicht wahrhaben wollen. Wir kaufen zwar seit Jahren nur Biobananen, aber können wir uns sicher sein, dass diese besser sind? Erstens gibt es sie inzwischen massenweise in allen Supermärkten: gibt es wirklich so viel Bioanbaufläche oder werden wir hier doch wieder nur hinters Licht geführt? Ich traue auch staatlichen Kontrollbehörden schon lange nicht mehr über den Weg. Auf Bananen verzichten erscheint hier als der sicherste Weg… Vielen Dank für die Fakten im Bericht oben, Gruß Iduna

  2. Avatar

    egal was du anfasst, entweder vergiftet oder in Massenhaltung bestenfalls mit Kinderarbeit hergestellt..

    mein Wort für 2022
    FURCHTBAR

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