Giftiges Mineralöl im Essen

Giftiges Mineralöl im Essen?

Dieser Frage ist die Verbraucherorganisation Foodwatch nachgegangen und fand Mineralöle zum Beispiel in Brühwürfeln oder Nuss-Nugat-Cremes. Dass es auch reichlich im Käse und in unserer Schokolade vorhanden ist, darüber hatte ich ja schon 2019 und 2016 berichtet.

Daraus resultiert jedenfalls zu Recht die Forderung nach verbindlichen EU-weiten Grenzwerten.

Im Rahmen der relativ aktuellen Untersuchung wurden insgesamt 152 Produkte aus den Ländern Frankreich, Belgien, Niederlande, Deutschland und Österreich durch zwei Labore untersucht. Im Ergebnis enthielten 12,5 Prozent, nämlich 19 Produkte, Rückstände von Mineralöl. In Deutschland sind davon betroffen:

  • Nutella von Ferrero
  • Nusspli Nuss-Nougat-Creme von Zentis
  • Brühwürfel von Knorr
  • Bratensauce ebenfalls von Knorr

Foodwatch fordert den sofortigen Rückruf dieser Produkte. In einem belgischen Bio-Nuss-Nougat-Aufstrich wurde eine eher noch geringe Kontamination von 0,63 mg/kg gemessen, der deutsche Bratensaft von Knorr konnte dafür gleich mit 82 mg/kg aufwarten. Auch die Knorr-Bouillonwürfel von Unilever stachen mit einer starken MOAH-Kontamination hervor.

Mit MOSH und MOAH werden zwei Gruppen von Verbindungen bezeichnet, die in Mineralöl enthalten sind. Dabei stehen MOSH für „Mineral Oil Saturated Hydrocarbons“, was als gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe übersetzt werden kann, und MOAH für „Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons“, also aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe.

Krebserregend und/oder erbgutschädigend

Die aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) sind sehr wahrscheinlich krebserregend. Darüber hinaus können sie auch noch das Erbgut schädigen. Grund genug dafür, dass sie in Lebensmitteln nichts zu suchen haben, meine ich jedenfalls. Als Ursache für diese Verunreinigungen kommen die Erntemaschinen, die Art und Weise der Verarbeitung, aber auch die Verpackung infrage. Bei Verpackungen aus Altpapier sind es zum Beispiel die Reste von Druckfarben, die in die Lebensmittel diffundieren.

Dass es noch immer keine verbindlichen Grenzwerte bei solchen Stoffen gibt, ist klar als Politikversagen zu werten. Bleibt zu hoffen, dass der neue Bundesernährungsminister Cem Özdemir diesem Problem die gebührende Beachtung schenkt. Das war nun schon das dritte Mal, dass Foodwatch auf der Grundlage von Labortests MOAH-belastete Produkte in unseren Supermärkten nachgewiesen hat.

Auf eine entsprechende Anfrage von ntv.de nahm Unilever wie folgt Stellung:

Wir nehmen die Ergebnisse sehr ernst und prüfen diese intern (…) Die gesamte Verpackungs- und Lebensmittelindustrie arbeitet in engem Kontakt mit Wissenschaft und Behörden intensiv an einer Lösung. Als Unternehmen überprüfen wir unsere gesamte Lieferkette auf mögliche Eintrittswege und arbeiten an Lösungsmöglichkeiten, um eventuelle Übergänge in Lebensmittel zu minimieren. Dies kann beispielsweise durch Veränderungen in der Logistik oder spezielle Sperrschichten in der Verpackung geschehen.

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Beitragsbild: 123rf.com – Alexander Raths

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