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Kukimi und die Diät-Pleite

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Kukimi ist in aller Munde. Der Grund dafür ist ein Doppelter. Der erste Grund ist das Diätkonzept von Kukimi. Der zweite Grund ist das finanzielle Aus der Firma nach nur zwei Jahren Laufzeit.

Als Erstes gleich das Zweite

Im letzten Jahr noch gab es einen Newsartikel auf „Gruenderszene.de“ (1), der sich mit dem Unternehmen und seinen Zielen auseinandersetzte. Hier werden die drei Gründer, die Geschäftsidee und die Investoren vorgestellt. Einer der drei Gründer verließ im Januar 2015 das Unternehmen. Gründe für das Ausscheiden werden aber nicht genannt.

Auf der Webseite „Insolvenz-Portal.de“ (2) können wir erfahren, dass es einen Insolvenzantrag gibt, der vom 15.12.2016 stammt. Die Eröffnung erfolgte am 1. Januar 2017 - Prost Neujahr. Man fragt sich natürlich sofort, warum das Unternehmen nach nur zwei Jahren die Insolvenz anmelden muss. Unter „NGIN-Food“ (3) und „Gruenderszene.de“ (gruenderszene.de/allgemein/kukimi-insolvenz) wurde ein Beitrag veröffentlicht, der am gleichen Tag des Insolvenzantrags verfasst wurde.

Die Autorin hatte sich anscheinend um eine Stellungnahme seitens Kukimi bemüht, allerdings ohne Erfolg (Die Autorin hatte auch den oben erwähnten, in „Gruenderszene.de“ veröffentlichten Beitrag verfasst).

Unter „Deutsche-Startups.de“ (4) erfahren wir ein wenig mehr. Angeblich startete Kukimi als reines Diätprogramm. Im Laufe der Zeit erweiterten die Betreiber das Angebot, um auch mögliche Kunden zu erfassen, die nicht unbedingt abnehmen, sondern sich nur bewusst ernähren wollten. Nähere Einzelheiten zur Insolvenz konnte der Verfasser dieses Beitrags ebenfalls nicht erhalten.

Fast im Nebensatz erfahren wir, dass es weitere Startups von Mitbewerbern von Kukimi gibt, die ebenfalls insolvent geworden sind. Als Begründung schreibt der Autor: „Das Segment ist einfach schwierig…“

Ein Link, der auf einen weiteren Beitrag verweist (deutsche-startups.de/2016/06/15/food-start-ups-maria-ihm-schmeckts-nicht/), präsentiert und diskutiert weitere Liefer-Startups aus diesem Bereich und deren Pleiten unter der Überschrift „Food-Start-ups - Maria, ihm schmeckt's nicht!“

Die Liste an Kukimi-Konkurrenten, die aus dem Rennen geworfen wurde, ist imponierend lang. Wenn nach den Gründen gefragt wurde, dann kam entweder keine Antwort oder es wurde gesagt, dass die Zeit für dieses Konzept noch nicht reif sei. Der Artikelschreiber jedoch vermutet, dass es nicht nur am Reifemangel liegt, sondern dass die Kosten für dieses Konzept, inklusive Logistik und Lieferung, zu teuer sind.

Kukimi und das Konzept

Bei dem Wort „Abnehm-Diät“ taucht bei mir die Assoziation von „Gähnen“ auf. Gähnen deshalb, weil bei neuen Konzepten in der Regel das Versagen der alten Abnehm-Diäten zum Anlass genommen wird, das Gleiche in grün unter einem neuen Etikett auf den Markt zu werfen. Und das Marketing bestätigt dem potentiellen Kunden, dass das neue Produkt dann auch „wirklich“ wirkt. Warum Abnehm-Diäten so wenig erfolgreich sind beziehungsweise sein können, das habe ich unter Nie wieder Diät - Wie Sie dauerhaft und gesund abnehmen…

Kukimi sah sich hier zu Beginn vollkommen anders aufgestellt. Die Erklärung auf der Webseite der Firma ist in diesem Zusammenhang interessant (kukimi.de/diaet/). Sie erklären das Versagen der meisten Abnehm-Diäten folgendermaßen: Sie kritisieren im Prinzip das Kalorienzählen der anderen Diäten, die einfach nur die zugeführte Kalorienmenge reduzieren. Dieser Kalorienmangel bewirkt, dass der Organismus mit „Sparmaßnahmen“ reagiert und die Fettverbrennung reduziert. Unter solchen Voraussetzungen kommt es dann zu dem berühmten Jojo-Effekt, wenn der Betroffene die zugeführte Kalorienmenge erhöht.

Das Ernährungsprogramm von Kukimi sieht dagegen eine Ernährung vor, die zwar weniger Kalorien (ca. 1500 Kilokalorien) pro Tag bereitstellt, aber auch den qualitativen Aspekt der Ernährung mit berücksichtigt. Nach eigenen Aussagen ist diese Ernährung arm an Kohlenhydraten.

Dieses Konzept erinnert mich ein wenig an die ketogene Diät. Die Erfolgschancen für einen Gewichtsverlust sind potentiell größer, da aufgrund mangelnder Kohlehydrate der Organismus seinen Energiebedarf aus Fett abdecken muss. Das Umschalten auf die Fettverbrennung benötigt Zeit, was den Abnehmeffekt verzögert. Ob das Angebot von Kukimi einem abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährungsangebot entspricht, das bliebe noch zu prüfen.

Der erste Eindruck deutet darauf hin, dass dies der Fall sein könnte. Ich vermute aber, dass eine „echte“ balancierte Diät eine größere Auswahl erfordert als das, was die Firma zurzeit im Sortiment hat(te).

Ein weiteres Argument der Firma, warum ihre Gerichte nicht nur schmackhaft, sondern auch nährstoffreich sind, ist die Zubereitungsform. Und die hat einen Namen, die der hype Kenner „Sous-vide“ nennt. Dieses französische Wort heißt nichts anderes als „Vakuumgaren“. Bei dieser Methode werden Lebensmittel in Kunststoffbeuteln bei Temperaturen von deutlich unter 100 Grad Celsius gegart. Das Ganze erfolgt in einem Wasserbad oder unter Dampf. Die Speisen werden dafür in Kunststoffbeuteln vakuumverpackt. Dies ermöglicht eine Zubereitung bei Temperaturen von zwischen 50 und 85 Grad Celsius.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Die zugeschweißten Beutel verhindern das Entweichen von Aromastoffen und Flüssigkeiten. Und die deutlich geringere Temperatur bei der Zubereitung schont die Nährstoffe und verhindert die Maillard-Reaktion, die bei hohen Temperaturen einsetzt und Aminosäuren, Peptide und Proteine zu neuen Verbindungen umwandelt. Eine dieser Verbindungen kann Acrylamid sein, welches eine starke genotoxische Wirkung hat.

Das Vakuum verhindert auch weitestgehend die Oxidation von Nahrungsmittelbestandteilen bei der Zubereitung.

Plastikbeutel:

Hier fallen mir gleich zwei Dinge ein, die mir nicht unbedingt gefallen. Das Erste ist die Möglichkeit von Weichmachern, die in den Plastikbeutel enthalten sein können. Darüber hatte ich auch berichtet: Weichmacher – Eine Belastung die man vermeiden kann. Aber laut Wikipedia gibt es eine Fertigungstechnik, die die Beutel aus mehreren Schichten von Polyamiden und Polyethylen fertigt, was angeblich die Extraktion der Weichmacher aus der Folie verhindert.

Hier stellt sich natürlich die Frage, zu welchen Preisen diese speziellen Beutel zu haben sind im Vergleich zum Preis eines normalen Plastikbeutels. Oder mit anderen Worten: Wie viel Geld werfe ich nach dem Verzehr der Mahlzeit in den Mülleimer?

Der andere Punkt betrifft die ökologische Seite. Statt selber kochen, wo kein oder kaum Plastik als Abfall anfällt, wird hier mit jeder Mahlzeit ein Berg von Plastikabfall produziert, der als alles andere als umweltfreundlich eingestuft werden kann.

Fazit

Kukimi und ihr Konzept aus Sicht der Ernährung sind bzw. waren eine interessante Variante bei den Abnehm-Diäten. Grund hierfür war das Konzept einer abwechslungsreichen und kohlenhydratarmen Diät, anstelle von stupidem Kalorienzählen. Der Aufwand, der für die Realisierung des Konzepts notwendig ist, schien das Budget der Firma zu sprengen.

Nicht nur Plastikbeutel ohne Weichmacher werden ihren Preis haben. Vielmehr haben qualitativ hochwertige Nahrungsmittel ihren Preis, der nur schwer über den Verkaufspreis amortisiert werden kann. Denn Deutschland ist ein Land von Sparschweinen, die lieber billig und schnell versorgt werden wollen. Gesunde Nahrung ja, aber billig muss es sein. Da kann man auch versuchen, sich ganz ohne Wasser zu duschen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 21.03.2018 aktualisiert

Quellen:
(1) gruenderszene.de/allgemein/millionen-diaet-startup-kukimi?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=rss&utm_
source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=millionen-diaet-startup-kukimi

(2) insolvenz-portal.de/Insolvenzverfahren/kukimi-gmbh/2451568

(3) ngin-food.com/artikel/kukimi-insolvenz/

(4) deutsche-startups.de/2016/12/20/kukimi-
noch-ein-food-startup-schlittert-die-inolvenz/

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