Heilfasten zu Hause: alleine fasten oder besser mit Begleitung?

Heilfasten zu Hause mit Fastenplan, Tee, Gemüsebrühe und Blutdruckkontrolle – wann Fasten allein sinnvoll ist und wann Begleitung wichtig wird.

Kann man eine Heilfastenkur einfach zu Hause durchführen?

Grundsätzlich: ja. Aber diese Antwort ist mir inzwischen zu pauschal.

Denn es macht einen erheblichen Unterschied, ob ein gesunder 40-Jähriger zum fünften Mal eine Woche fastet oder ob jemand mit Bluthochdruck, Diabetes, mehreren Medikamenten und Kreislaufproblemen erstmals auf eigene Faust sieben Tage nichts essen möchte.

Ebenso wichtig ist eine Unterscheidung, die häufig übersehen wird:

Zu Hause fasten bedeutet nicht automatisch, alleine zu fasten.

Sie können zu Hause fasten und trotzdem durch eine Fastengruppe, einen erfahrenen Fastenleiter, einen Arzt oder Heilpraktiker begleitet werden. Genau diese Variante halte ich für viele Menschen für ausgesprochen sinnvoll.

Ich selbst faste seit 1997 regelmäßig und habe im Laufe der Jahre zahlreiche Fastende begleitet. Meine Erfahrung ist ziemlich eindeutig: Die meisten Probleme entstehen nicht dadurch, dass jemand zu Hause fastet. Sie entstehen dadurch, dass ohne ausreichende Vorbereitung, mit ungeeigneten Voraussetzungen oder nach irgendeiner Internet-Anleitung einfach aufgehört wird zu essen.

Vier völlig verschiedene Situationen

Wenn jemand mich fragt: „Kann ich zu Hause fasten?“, möchte ich deshalb zunächst wissen, von welchem Fasten wir überhaupt sprechen.

Situation Meine Einschätzung
Gesunder, fastenerfahrener Erwachsener Eine kurze Heilfastenkur zu Hause ist meist gut möglich.
Gesunder Erstfaster Zu Hause möglich, aber eine gute Anleitung oder Fastengruppe halte ich für sinnvoll.
Chronische Erkrankung oder regelmäßige Medikamente Nicht einfach auf eigene Faust fasten. Vorher individuell prüfen lassen.
Therapeutisches Fasten bei einer Erkrankung Gehört in fachkundige Begleitung; abhängig vom Befund ambulant oder stationär.

Damit ist bereits ein wesentlicher Unterschied beschrieben:

Fasten für Gesunde ist etwas anderes als eine Fastentherapie.

Eine Fastenkur kann für einen gesunden Menschen eine bewusste Unterbrechung der normalen Ernährung sein. Sobald Fasten jedoch gezielt wegen einer Erkrankung eingesetzt wird, verändern sich die Anforderungen an Diagnostik, Kontrolle und Begleitung.

Wenn Sie zunächst wissen möchten, wie eine klassische Fastenkur grundsätzlich aufgebaut ist, lesen Sie dazu meine ausführliche Heilfasten-Anleitung – Schritt für Schritt.

Wann kann ich zu Hause fasten?

Ein gesunder Erwachsener mit stabilem Allgemeinzustand kann eine zeitlich begrenzte Heilfastenkur häufig zu Hause durchführen. Dabei sollten allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein.

A) Sie sollten keine ungeklärten Beschwerden haben, nicht deutlich untergewichtig oder mangelernährt sein und keine Erkrankung haben, bei der Stoffwechsel, Kreislauf oder Medikamente während des Fastens engmaschig kontrolliert werden müssen.

B) Auch Ihre Lebenssituation spielt eine Rolle.

Eine Fastenwoche zwischen Nachtschichten, Geschäftsreise, Familienfeier und Renovierung würde ich niemandem empfehlen. Fasten benötigt zwar keine sieben Tage Klosteraufenthalt, aber Sie sollten zumindest die Möglichkeit haben, Belastungen zu reduzieren.

Vor allem die ersten zwei oder drei Fastentage können mit Müdigkeit, Kopfschmerzen, Frösteln, verändertem Kreislauf oder einem stärkeren Ruhebedürfnis verbunden sein.

Deshalb lohnt es sich, die Fastenzeit nicht nur körperlich, sondern auch organisatorisch vorzubereiten. Wie ich das mache, beschreibe ich ausführlicher im Beitrag über die Entlastungstage beim Fasten.

Erstes Heilfasten: Alleine würde ich es nicht unbedingt machen

Beim ersten Fasten weiß man noch nicht, wie der eigene Körper reagiert. Man kennt weder seinen Kreislauf während der ersten Tage noch weiß man, wie Hunger, Schlaf, Darm, Blutdruck oder Leistungsfähigkeit reagieren.

Deshalb finde ich gerade beim ersten Fasten eine Begleitung sinnvoll. Das muss keineswegs eine stationäre Klinik sein. Eine gut organisierte Fastengruppe oder eine qualifizierte Begleitung kann bereits sehr hilfreich sein. Vor allem lernen Erstfaster dadurch, normale Anpassungserscheinungen von Problemen zu unterscheiden.

Das ist wichtiger, als es zunächst klingt. Denn im Internet wird fast jedes Symptom beim Fasten gerne zur „Entgiftungskrise“ erklärt. Schwindel kann aber schlicht mit einem niedrigen Blutdruck zusammenhängen.

Kopfschmerzen können durch den abrupten Verzicht auf Kaffee entstehen. Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen sollte man nicht automatisch als Zeichen einer besonders intensiven „Reinigung“ interpretieren.

Und eine von Tag zu Tag zunehmende Schwäche ist kein Qualitätsmerkmal einer gelungenen Fastenkur.

Genau deshalb habe ich meinen Heilfasten-Plan inzwischen sehr ausführlich aufgebaut. Dort finden Sie den Ablauf von der Vorbereitung über die eigentlichen Fastentage bis zum Fastenbrechen.

Wenn Sie sich mit dem Heilfasten beschäftigen, lohnt es sich aus meiner Sicht, nicht nur für die eigentliche Fastenwoche gut vorbereitet zu sein. Viele Fragen tauchen erst während des Fastens auf: Was ist noch normal? Was mache ich bei Kreislaufproblemen? Wie geht es nach dem Fasten weiter? Genau solche Themen behandle ich regelmäßig in meinem Heilfasten-Newsletter:

 

 

Fasten zu Hause trotz Krankheit?

Hier beginnt der Bereich, bei dem allgemeine Ratschläge schwierig werden. Gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen können vom therapeutischen Fasten profitieren. Das bedeutet aber keineswegs, dass sie deshalb besonders unbekümmert zu Hause fasten sollten.

Eher das Gegenteil ist der Fall. Je stärker das Fasten therapeutisch eingesetzt werden soll, desto wichtiger wird die individuelle Begleitung.

Das betrifft beispielsweise Menschen mit Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenproblemen, erheblichem Untergewicht oder einer größeren Zahl regelmäßig einzunehmender Medikamente.

Auch bei einer Krebserkrankung ist die Antwort nicht schlicht „Fasten verboten“ oder „Fasten besonders gut“. Hier kommt es unter anderem auf Erkrankung, Therapie, Ernährungszustand, Körpergewicht und Zeitpunkt an.

Eine ausführlichere Entscheidungshilfe finden Sie deshalb in meinem Beitrag Wer darf nicht fasten?

Medikamente sind beim Fasten ein besonders wichtiger Punkt

Dieser Punkt wird nach meiner Erfahrung massiv unterschätzt. Während des Fastens können sich Blutdruck, Blutzucker, Flüssigkeitshaushalt und Stoffwechsel teilweise relativ schnell verändern.

Damit kann sich auch die Wirkung oder die notwendige Dosierung bestimmter Medikamente verändern. Besondere Aufmerksamkeit verdienen beispielsweise blutzuckersenkende Medikamente, Blutdruckmittel und entwässernde Medikamente.

Das bedeutet nicht, dass Menschen mit solchen Medikamenten grundsätzlich nicht fasten dürfen. Es bedeutet vielmehr, dass man nicht einfach die gewohnte Medikation weiternehmen und gleichzeitig den Stoffwechsel erheblich verändern sollte, ohne darüber nachzudenken.

Medikamente werden beim Fasten nicht eigenmächtig abgesetzt, reduziert oder verändert.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte deshalb vor Beginn klären, ob Kontrollen oder Anpassungen notwendig werden.

Braucht jeder vor dem Fasten ein großes Blutbild und ein EKG?

Nein.

Ich halte auch wenig von starren Altersgrenzen nach dem Motto: Ab einem bestimmten Geburtstag benötigt jeder vor einer Fastenwoche ein komplettes medizinisches Untersuchungsprogramm. Entscheidend sind vielmehr (eigentlich wie immer) Ausgangslage, Beschwerden, Medikamente, Vorerkrankungen, Ernährungszustand und die geplante Fastendauer.

Bei einem gesunden, beschwerdefreien Menschen, der bereits mehrfach problemlos gefastet hat, sieht die Situation anders aus als bei jemandem mit mehreren Diagnosen oder einer längeren geplanten Fastenperiode.

Je nach Ausgangssituation können beispielsweise Blutdruck, Blutzucker, Nierenfunktion und Elektrolyte von Interesse sein. Bei längeren Fastenzeiten oder entsprechenden Vorerkrankungen werden Laborkontrollen zunehmend wichtiger. Welche Laborwerte dabei überhaupt sinnvoll sein können, beschreibe ich im Beitrag Welche Blutwerte beim Fasten wichtig sind.

Kann man während des Fastens arbeiten?

Ja – viele können das. Ich selbst arbeite während meiner Fastenzeiten ebenfalls. Aber auch hier gilt: Büroarbeit ist etwas anderes als körperliche Schwerarbeit.

Wer bereits Erfahrung mit dem Fasten hat und sich stabil fühlt, kommt mit einem normalen Arbeitstag oftmals erstaunlich gut zurecht.

Bei einer ersten Fastenkur würde ich zumindest die ersten Tage etwas freier planen. Schichtarbeit, schwere körperliche Arbeit, große sportliche Belastungen oder Tätigkeiten, bei denen ein plötzlicher Kreislaufabfall gefährlich werden könnte, verdienen besondere Vorsicht.

Fasten ist keine Prüfung dafür, wie viele Belastungen man gleichzeitig ertragen kann.

Fastengruppe: Für viele der beste Mittelweg

Eine Fastengruppe hat einen erheblichen Vorteil:

Sie fasten weiterhin zu Hause und bleiben in Ihrem normalen Umfeld, sind aber nicht auf sich allein gestellt.

Fragen lassen sich besprechen, Erfahrungen austauschen und Probleme früher erkennen.

Hinzu kommt etwas, das häufig unterschätzt wird: die Verbindlichkeit.

Wenn andere Menschen gleichzeitig fasten, fällt es erheblich leichter, am zweiten Abend nicht plötzlich festzustellen, dass die angebrochene Tafel Schokolade im Küchenschrank leider dringend „weg muss“.

Gerade für Erstfaster halte ich diese Form deshalb für interessant.

Wann ist eine Fastenklinik sinnvoll?

Eine Fastenklinik hat eine andere Aufgabe als eine normale Fastengruppe.

Hier steht häufig das therapeutische Fasten bei Erkrankungen im Vordergrund.

Der entscheidende Vorteil ist die medizinische Überwachung. Blutdruck, Laborwerte, Medikamente und gesundheitliche Veränderungen können kontrolliert werden.

Eine stationäre Fastentherapie kann deshalb besonders bei komplexeren gesundheitlichen Situationen sinnvoll sein.

Wer vollkommen gesund ist und lediglich fünf bis sieben Tage Heilfasten ausprobieren möchte, benötigt dafür normalerweise keine Klinik.

Wer dagegen ernsthaft erkrankt ist, zahlreiche Medikamente einnimmt oder über längere Zeit therapeutisch fasten möchte, sollte über eine entsprechend qualifizierte Begleitung nachdenken.

Was brauche ich für das Heilfasten zu Hause?

Die praktische Vorbereitung muss nicht kompliziert sein. Aber ein paar Dinge sollten vor Beginn vorhanden sein, damit Sie während der Fastentage nicht jeden zweiten Tag einkaufen müssen.

Je nach Fastenmethode gehören dazu beispielsweise:

  • Wasser und geeignete Kräutertees,
  • Zutaten für eine klare Gemüsebrühe,
  • gegebenenfalls Gemüse- oder Obstsäfte,
  • eine Wärmflasche oder ein Heizkissen,
  • Material für Leberwickel,
  • gegebenenfalls ein Blutdruckmessgerät,
  • das individuell gewählte Verfahren zur Darmentleerung,
  • Lebensmittel für das Fastenbrechen und die anschließenden Aufbautage.

Sie brauchen dagegen nicht zwingend eine Sammlung aus Detox-Pulvern, Spezialtees, Nahrungsergänzungsmitteln und exotischen „Fastenprodukten“.

Heilfasten sollte nicht zuerst zu einem Einkaufsprogramm werden.

Die Darmentleerung beim Fasten zu Hause

Beim klassischen Heilfasten gehört die Darmentleerung für viele Menschen zum Beginn der eigentlichen Fastenphase.

Hier kursieren allerdings ausgesprochen pauschale Empfehlungen.

Besonders Glauber- und Bittersalz werden häufig nach starren Dosierungen empfohlen, als wären Körpergewicht, Darmempfindlichkeit, Kreislauf, Nierenfunktion und Medikamente bei jedem Menschen gleich.

Das halte ich für keine gute Idee.

Abführsalze wirken über den Flüssigkeitshaushalt des Darms und können damit auch Kreislauf und Elektrolythaushalt beeinflussen.

Zu den verschiedenen Möglichkeiten habe ich deshalb einen eigenen Beitrag verfasst: Darmentleerung beim Fasten.

Wer speziell Glaubersalz einsetzen möchte, sollte sich vorher auch über Anwendung und Grenzen informieren: Glaubersalz zum Abführen – Dosierung, Anwendung und Risiken.

Was kann während der ersten Fastentage auftreten?

Die ersten beiden bis drei Tage sind für viele Menschen die unruhigste Phase.

Der Körper stellt seine Energieversorgung um, die gewohnte Nahrungszufuhr entfällt und gleichzeitig fehlen oft Kaffee, Zucker, Alkohol oder andere tägliche Gewohnheiten.

Möglich sind unter anderem:

  • vorübergehende Müdigkeit,
  • Frösteln,
  • Kopfschmerzen,
  • leichter Schwindel beim schnellen Aufstehen,
  • veränderter Schlaf,
  • vorübergehender Hunger oder Appetit,
  • veränderte Darmtätigkeit.

Solche Erscheinungen können vorkommen. Sie dürfen aber nicht dazu führen, jedes gesundheitliche Problem als „Fastenkrise“ abzutun.

Wann würde ich das selbständige Fasten abbrechen?

Leichte Beschwerden können gerade zu Beginn auftreten. Es gibt aber Grenzen.

Das selbständige Fasten sollte beendet beziehungsweise medizinische Hilfe gesucht werden bei:

  • Bewusstlosigkeit oder wiederholten Beinahe-Ohnmachten,
  • starken oder zunehmenden Bauchschmerzen,
  • Brustschmerzen,
  • ausgeprägter Atemnot,
  • neu auftretenden deutlichen Herzrhythmusstörungen,
  • anhaltendem Erbrechen oder starkem Durchfall,
  • Verwirrtheit oder auffälligen neurologischen Symptomen,
  • ausgeprägter Unterzuckerung,
  • kaum oder fehlender Urinausscheidung trotz ausreichender Flüssigkeitszufuhr,
  • einer deutlichen Verschlechterung einer bestehenden Erkrankung.

Auch eine immer stärker werdende Erschöpfung über mehrere Tage sollte nicht als besonders erfolgreicher Reinigungsvorgang gefeiert werden.

Wie lange sollte man zu Hause fasten?

Für gesunde Anfänger halte ich eine überschaubare Fastendauer für vernünftig.

Fünf bis sieben eigentliche Fastentage sind für viele Menschen ein praktikabler Einstieg. Hinzu kommen die Entlastungs- und Aufbautage.

Eine „Fastenwoche“ besteht deshalb streng genommen nicht nur aus sieben Tagen.

Wenn Sie beispielsweise zwei Entlastungstage, sieben Fastentage und drei Aufbautage einplanen, beschäftigen Sie sich insgesamt bereits zwölf Tage mit der Fastenkur.

Den konkreten Ablauf finden Sie in meinem Heilfasten-Plan: Schritt für Schritt durch die Fastenkur.

Längeres Fasten kann therapeutisch sinnvoll sein. Aber daraus folgt nicht, dass man nach einer problemlos verlaufenen Woche spontan beschließen sollte: „Dann mache ich eben noch drei Wochen weiter.“

Mit zunehmender Dauer verändern sich auch die Anforderungen an Versorgung, Kontrollen und Betreuung.

Ein häufiger Fehler: Nur die Fastentage werden geplant

Viele beschäftigen sich vor dem Fasten ausführlich mit Glaubersalz, Einlauf, Gemüsebrühe und Fastentee.

Über die Aufbautage denken sie fünf Minuten nach.

Dabei beginnt ein entscheidender Teil der Fastenkur erst nach dem letzten Fastentag.

Der Verdauungstrakt muss wieder an Nahrung gewöhnt werden. Portionsgröße, Lebensmittelauswahl und langsames Essen spielen jetzt eine große Rolle.

Nach einer klassischen Fastenwoche plane ich mehrere Aufbautage ein.

Wie diese aussehen können, lesen Sie in meinem Beitrag Fastenbrechen und Aufbautage nach dem Heilfasten.

Auch die Ernährung nach der Fastenkur ist entscheidend. Denn wenn Sie nach einer Woche Fasten exakt zu den Gewohnheiten zurückkehren, die Sie vorher hatten, verschenken Sie einen großen Teil dessen, was eine Fastenkur bewirken kann. Mehr dazu finden Sie unter Ernährung beim Heilfasten: davor, während und danach.

Fasten zu Hause: Meine Entscheidungshilfe

Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, würde ich es folgendermaßen zusammenfassen:

Gesund, keine problematischen Medikamente und bereits Fastenerfahrung:
Eine kurze Heilfastenkur zu Hause ist in vielen Fällen gut möglich.

Gesund, aber erstes Heilfasten:
Zu Hause ja – möglichst mit einer guten Anleitung oder einer begleiteten Fastengruppe.

Chronische Erkrankung oder regelmäßige Medikamente:
Nicht einfach alleine anfangen. Vorher klären, welche Form der Begleitung und welche Kontrollen notwendig sind.

Therapeutisches Fasten wegen einer Erkrankung:
Fachkundige Begleitung. Je nach gesundheitlicher Situation ambulant oder stationär.

Komplexe Erkrankung, deutliche Schwäche, erhebliche Stoffwechselprobleme oder längeres Fasten:
Hier kann eine Fastenklinik oder eine entsprechend erfahrene medizinische Einrichtung die sinnvollere Wahl sein.

Zu Hause fasten heißt nicht: irgendwie nichts essen

Genau darin liegt für mich der entscheidende Punkt.

Heilfasten besteht aus Vorbereitung, Entlastung, Darmentleerung, den eigentlichen Fastentagen und einer sorgfältigen Aufbauphase.

Dazu kommen Bewegung, Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und der vernünftige Umgang mit Beschwerden.

Wer diese Punkte berücksichtigt, kann eine Fastenkur sehr gut in den eigenen Alltag integrieren.

Wer dagegen am Sonntagabend noch Pizza und Rotwein konsumiert und am Montag beschließt, sieben Tage nur Wasser zu trinken, macht zwar einen radikalen Nahrungsentzug.

Mit einer gut geführten Heilfastenkur hat das wenig zu tun.

Häufige Fragen zum Heilfasten zu Hause

Kann ich alleine zu Hause fasten?

Wenn Sie gesund sind, bereits Fastenerfahrung haben und nur für einen überschaubaren Zeitraum fasten möchten, ist das häufig möglich. Beim ersten Fasten halte ich eine Begleitung jedoch für sinnvoll.

Muss ich für das Heilfasten Urlaub nehmen?

Nicht zwangsläufig. Viele erfahrene Faster arbeiten während ihrer Fastenkur weiter. Für Erstfaster ist es allerdings günstig, insbesondere die ersten zwei bis drei Fastentage nicht mit Terminen und Belastungen vollzupacken.

Wie viele Tage sollte ich beim ersten Mal fasten?

Für viele gesunde Anfänger sind fünf bis sieben eigentliche Fastentage ein überschaubarer Rahmen. Entlastungs- und Aufbautage kommen hinzu.

Kann ich bei Bluthochdruck oder Diabetes zu Hause fasten?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Gerade weil Blutdruck und Blutzucker während des Fastens deutlich reagieren können, müssen Medikamente und Kontrollen berücksichtigt werden. Ein solches Fasten sollte nicht einfach auf eigene Faust begonnen werden.

Brauche ich zum Heilfasten Glaubersalz?

Nein. Glaubersalz ist eine Möglichkeit zur Darmentleerung, aber keineswegs für jeden Menschen die einzig richtige Methode. Welche Form geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab.

Was ist wichtiger: die Fastentage oder die Aufbautage?

Beides gehört zusammen. Wer die Aufbautage vernachlässigt, macht einen der häufigsten Fehler beim Heilfasten. Das Fasten endet nicht mit dem ersten Apfel.

Mein Fazit: Heilfasten zu Hause kann sehr gut funktionieren

Heilfasten zu Hause kann eine ausgezeichnete Möglichkeit sein, eine Fastenkur durchzuführen.

Entscheidend ist allerdings nicht der Ort.

Entscheidend sind Ihr gesundheitlicher Ausgangszustand, Ihre Fastenerfahrung, die geplante Dauer, mögliche Medikamente und die Qualität der Begleitung.

Für einen gesunden und erfahrenen Faster kann das eigene Zuhause völlig ausreichen.

Für einen gesunden Erstfaster kann eine Fastengruppe sehr hilfreich sein.

Und sobald Erkrankungen, Medikamente oder längere Fastenzeiten ins Spiel kommen, sollte aus dem „Ich probiere das einfach mal“ ein individuell geplantes Fasten werden.

Das ist für mich der wesentliche Unterschied zwischen irgendwie nichts essen und Heilfasten.

Wenn Sie Ihre Fastenkur konkret vorbereiten möchten, empfehle ich Ihnen als Nächstes diese beiden Beiträge:

Und wenn Sie beim Thema Heilfasten bleiben möchten: In meinem kostenlosen Heilfasten-Newsletter schreibe ich regelmäßig über die praktische Durchführung, typische Fehler, Fastenbeschwerden, Ernährung und naturheilkundliche Begleitmaßnahmen. Wenn Sie fasten möchten, ist das vermutlich der einfachste Weg, meine neuen Beiträge und Praxishinweise nicht zu verpassen:

 

 

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