Heilfasten richtig gemacht – komplette Anleitung mit allen Schritten, erklärt von Fastenleiter René Gräber, Naturheilpraxis seit 1998.

Heilfasten-Anleitung: Richtig fasten Schritt für Schritt

Eine gute Heilfasten-Anleitung erklärt nicht nur, was Sie während der Fastentage weglassen. Sie zeigt Ihnen, wie Sie sich vorbereiten, den Darm entleeren, durch Fastenkrisen kommen und anschließend wieder richtig zu essen beginnen.

Genau daran scheitern viele Fastenversuche. Am Sonntag wird noch einmal ordentlich gegessen, am Montag gibt es nur Wasser und Tee – und am Dienstag wundert man sich über Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Hunger und schlechte Laune.

Das ist kein Heilfasten. Das ist ein abrupter Nahrungsentzug ohne vernünftige Vorbereitung.

Eine klassische Fastenkur besteht aus drei zusammengehörenden Phasen:

  1. Entlastung und Vorbereitung,
  2. eigentliche Fastentage,
  3. Fastenbrechen und Aufbaukost.

In dieser Anleitung zeige ich Ihnen den praktischen Ablauf. Ich arbeite seit 1998 in eigener Naturheilpraxis und begleite seit vielen Jahren Menschen beim Fasten. Dabei habe ich vor allem eines gelernt: Nicht das Weglassen der Nahrung ist die große Kunst. Entscheidend ist, wie der Organismus während der Umstellung begleitet wird.

Wer darf selbständig fasten?

Ein gesunder Erwachsener kann eine kurze Fastenkur meist selbständig durchführen. Sobald Erkrankungen, regelmäßig einzunehmende Medikamente oder eine erhebliche körperliche Schwäche hinzukommen, gehört das Fasten jedoch in fachkundige Begleitung.

Besonders Medikamente gegen Diabetes und Bluthochdruck sowie entwässernde Mittel können während des Fastens anders wirken als unter normaler Ernährung. Wer einfach weiter dieselbe Dosis einnimmt, obwohl Blutzucker, Blutdruck und Flüssigkeitshaushalt sich verändern, riskiert Unterzuckerung, Blutdruckabfall oder Störungen des Elektrolythaushalts.

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Setzen Sie verordnete Medikamente niemals eigenmächtig ab. Klären Sie vor Beginn, welche Präparate weitergenommen, kontrolliert oder gegebenenfalls angepasst werden müssen.

Nicht für ein selbständiges Heilfasten geeignet sind insbesondere:

  • Schwangere und stillende Frauen,
  • Kinder und Jugendliche,
  • Menschen mit Untergewicht, erheblicher Mangelernährung oder Kachexie,
  • Menschen mit Anorexie, Bulimie oder anderen Essstörungen,
  • Patienten mit fortgeschrittener Leber- oder Niereninsuffizienz,
  • Menschen mit instabilen Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • Patienten mit entgleistem Diabetes,
  • Menschen mit akuten schweren Infektionen oder hohem Fieber,
  • Patienten während bestimmter Krebsbehandlungen, sofern keine ausdrückliche medizinische Begleitung besteht,
  • Menschen mit fortgeschrittener Demenz oder fehlender Fähigkeit zur Selbstbeobachtung.

Auch ein hohes Lebensalter ist nicht automatisch eine Gegenanzeige. Entscheidend sind Allgemeinzustand, Muskelmasse, Organleistung, Medikamente und Reserven. Der sportliche 72-Jährige kann besser für eine Fastenkur geeignet sein als der erschöpfte 45-Jährige mit fünf Medikamenten und instabilem Kreislauf.

Ausführlicher Beitrag: Wer sollte nicht fasten? Gegenanzeigen und Risiken

Vorbereitung auf das Heilfasten

Planen Sie die Fastenkur nicht in eine Woche voller Dienstreisen, Familienfeiern, Nachtschichten und wichtiger Verhandlungen. Fasten braucht keinen völligen Rückzug aus dem Leben. Etwas Ruhe und zeitliche Beweglichkeit sind aber ausgesprochen hilfreich.

Für Anfänger ist eine Woche mit fünf bis sieben eigentlichen Fastentagen meist überschaubar. Dazu kommen ein bis zwei Entlastungstage und mindestens drei Aufbautage. Eine „Fastenwoche“ beansprucht deshalb in Wirklichkeit ungefähr zehn bis zwölf Tage.

Vor dem Beginn sollten Sie folgende Fragen klären:

  • Bin ich gesundheitlich für das Fasten geeignet?
  • Nehme ich Medikamente, deren Wirkung sich verändern könnte?
  • Kann ich in den ersten zwei bis drei Fastentagen beruflich etwas kürzertreten?
  • Habe ich Lebensmittel und Hilfsmittel bereits im Haus?
  • Wer weiß Bescheid, falls es mir unerwartet schlecht geht?
  • Was möchte ich nach dem Fasten dauerhaft verändern?

Der letzte Punkt wird gern übergangen. Dabei liegt hier ein wesentlicher Sinn der Fastenkur. Wer nur Gewicht verlieren will und danach exakt zu denselben Gewohnheiten zurückkehrt, benutzt das Fasten als kurzfristige Reparaturmaßnahme. Das ist ungefähr so nachhaltig wie Trockenwischen bei laufendem Wasserhahn.

Den vollständigen zeitlichen Ablauf finden Sie im Heilfasten-Plan für Entlastungstage, Fastentage und Aufbaukost.

Was Sie für die Fastenkur benötigen

Besorgen Sie alles vor dem ersten Fastentag. Mit leerem Magen durch den Supermarkt zu laufen, während ringsum Brot gebacken und Grillhähnchen gedreht werden, ist keine therapeutische Herausforderung, die man unbedingt bestehen muss.

Für eine klassische Fastenkur können sinnvoll sein:

  • stilles Wasser oder ein geeignetes Mineralwasser,
  • verschiedene ungesüßte Kräutertees,
  • Gemüse und Kräuter für eine klare Fastenbrühe,
  • gegebenenfalls naturreine Gemüse- oder Obstsäfte,
  • Wärmflasche oder Heizkissen,
  • Material für Leberwickel,
  • Blutdruckmessgerät bei bekannten Kreislaufproblemen,
  • Körperwaage, sofern das Wiegen Sie nicht nervös macht,
  • Einlaufgerät oder ein individuell geeignetes Mittel zur Darmentleerung,
  • Lebensmittel für das Fastenbrechen und die ersten Aufbautage.

Eine Saftpresse, drei Sorten Detox-Pulver und ein Schrank voller Nahrungsergänzungsmittel sind dagegen keine Voraussetzung. Heilfasten sollte nicht zum Einkaufsprogramm werden.

Schritt 1: Die Entlastungstage

Die Entlastungstage bereiten Verdauung, Stoffwechsel und Kreislauf auf die Nahrungspause vor. Je abrupter der Übergang, desto häufiger treten zu Beginn Kopfschmerzen, Übelkeit, starker Hunger und Kreislaufbeschwerden auf.

Ein bis drei Tage vor dem Vollfasten reduzieren Sie deshalb schrittweise:

  • Alkohol,
  • Süßigkeiten und Zucker,
  • Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke,
  • Fleisch und Wurstwaren,
  • große Fettmengen,
  • Fertigprodukte,
  • sehr salzige und üppige Mahlzeiten.

Stattdessen essen Sie kleine, einfache Mahlzeiten aus Gemüse, Obst, Kartoffeln, Reis oder anderen gut verträglichen Lebensmitteln. Trinken Sie ausreichend und essen Sie langsam.

Kaffee sollte möglichst nicht erst am ersten Fastentag abrupt entfallen. Wer mehrere Tassen täglich trinkt, kann mit ausgeprägten Entzugskopfschmerzen reagieren. Eine schrittweise Reduktion während der Vorbereitung ist meist angenehmer.

Weiterlesen: Entlastungstage beim Heilfasten richtig planen

Schritt 2: Darmentleerung zu Beginn des Fastens

Beim klassischen Heilfasten wird der Darm zu Beginn entleert. Viele Fastende berichten danach über weniger Hunger, weniger Völlegefühl und einen deutlich klareren Übergang in die Fastenphase.

Verwendet werden unter anderem:

  • Glaubersalz,
  • Bittersalz,
  • andere osmotische Abführmittel,
  • Einläufe,
  • in bestimmten Fällen eine professionelle Darmspülung.

Welche Methode geeignet ist, lässt sich nicht für jeden Menschen gleich beantworten. Glaubersalz ist beispielsweise nicht einfach nur ein harmloses „Fastensalz“. Es entzieht dem Körper Flüssigkeit, kann den Kreislauf belasten und den Elektrolythaushalt beeinflussen. Bei Nierenproblemen, Herzschwäche, niedrigem Blutdruck oder bestimmten Medikamenten ist besondere Vorsicht erforderlich.

Ich halte deshalb wenig von pauschalen Internetanweisungen nach dem Muster: „Nehmen Sie einfach soundsoviel Gramm, das passt schon.“ Körpergewicht, Darmempfindlichkeit, Erkrankungen und Flüssigkeitshaushalt passen eben nicht in eine einzige Dosierungszeile.

Ein Einlauf wirkt im Wesentlichen im Enddarm und ist für viele Menschen besser steuerbar. Er ersetzt aber nicht in jeder Situation eine vollständige initiale Darmentleerung. Umgekehrt muss auch nicht jeder Fastende möglichst drastisch abführen. Ziel ist eine verträgliche Entleerung – kein Wettbewerb um die eindrucksvollste Darmreaktion.

Ausführliche Hinweise:

Schritt 3: Die eigentlichen Fastentage

Während des klassischen Buchinger-Heilfastens wird keine feste Nahrung gegessen. Zugeführt werden Wasser, Kräutertee, klare Gemüsebrühe und je nach Methode kleine Mengen Saft. Der Körper wechselt dabei schrittweise von der äußeren Ernährung auf seine gespeicherten Energiereserven.

In den ersten 24 Stunden wird vor allem auf gespeicherte Kohlenhydrate zurückgegriffen. Mit zunehmender Fastendauer steigt die Bereitstellung von Energie aus Fett; gleichzeitig entstehen Ketonkörper. Dieser Stoffwechselwechsel geschieht nicht auf Knopfdruck. Gerade die ersten zwei bis drei Tage können deshalb etwas holprig verlaufen.

Ein sinnvoller Tagesrhythmus kann so aussehen:

  • Morgens: langsam aufstehen, Wasser oder Kräutertee trinken, kurze Bewegung und gegebenenfalls Kreislaufkontrolle.
  • Vormittags: Spaziergang, leichte Arbeit oder Ruhe – je nach Befinden.
  • Mittags: klare Gemüsebrühe oder der für die Fastenmethode vorgesehene Saftanteil.
  • Nachmittags: Ruhephase, Leberwickel oder ein weiterer Spaziergang.
  • Abends: Kräutertee, warme Brühe, Körperpflege und früher Schlaf.

Diese Struktur ist kein Gesetz. Sie soll verhindern, dass der Tag nur noch aus der Frage besteht, wann endlich wieder gegessen werden darf.

Rezept: Gemüsebrühe zum Heilfasten selbst zubereiten

Was und wie viel sollte man beim Fasten trinken?

Während des Fastens muss ausreichend getrunken werden. „Je mehr, desto besser“ ist jedoch auch hier keine vernünftige Regel. Wer literweise Wasser gegen jedes Hungergefühl in sich hineinschüttet, kann Mineralstoffe unnötig verdünnen und den Kreislauf zusätzlich belasten.

Als Getränke eignen sich vor allem:

  • Wasser,
  • stilles oder geeignetes mineralstoffhaltiges Mineralwasser,
  • ungesüßte Kräutertees,
  • klare Gemüsebrühe,
  • je nach Fastenmethode kleine Mengen verdünnter Saft.

Der Flüssigkeitsbedarf hängt von Körpergröße, Wetter, Bewegung, Nierenleistung, Medikamenten und der aufgenommenen Brühe ab. Viele Erwachsene kommen mit ungefähr zwei bis drei Litern Gesamtflüssigkeit pro Tag gut zurecht. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen können jedoch ganz andere Vorgaben gelten.

Orientieren Sie sich nicht allein an einer starren Literzahl. Achten Sie auch auf Durst, Urinmenge, Urinfarbe, Kreislauf und Schwellungen. Sehr dunkler Urin und geringe Ausscheidung können auf Flüssigkeitsmangel hinweisen. Große Mengen völlig klaren Urins bei ständigem Trinken sind dagegen kein Beweis für besonders erfolgreiche „Entgiftung“.

Alkohol, Energydrinks, Softdrinks und kalorienreiche Milchgetränke gehören nicht in eine Fastenkur. Auch Honig im Tee sollte nicht löffelweise zur Dauerlösung werden. Eine kleine Menge kann bei einer Kreislaufschwäche gezielt eingesetzt werden; ständiges Süßen hält jedoch häufig Hunger und Appetit am Leben.

Bewegung, Ruhe, Wärme und Leberwickel

Fasten bedeutet nicht Bettruhe. Leichte bis mäßige Bewegung unterstützt Kreislauf, Stimmung und Muskelerhalt. Geeignet sind Spaziergänge, lockeres Radfahren, Gymnastik, Mobilisation und ruhige Kraftübungen.

Hochintensives Training, lange Wettkämpfe und persönliche Rekordversuche gehören zumindest bei Fastenanfängern nicht in diese Zeit. Die Leistungsfähigkeit kann von Tag zu Tag schwanken. Trainieren Sie nach Befinden und nicht nach dem Plan, den Sie in normal ernährtem Zustand geschrieben haben.

Ebenso wichtig sind Ruhe und Schlaf. Viele Menschen merken erst beim Fasten, wie erschöpft sie tatsächlich sind. Wer jeden freien Moment sofort mit Aktivität füllt, übergeht genau dieses Signal wieder.

Typisch ist ein stärkeres Kältegefühl. Warme Kleidung, Fußbäder, Wärmflasche, Tee und warme Brühe helfen meist besser als heldenhaftes Frieren. Ein Leberwickel am frühen Nachmittag kann Wärme, Ruhe und eine bewusste Pause miteinander verbinden.

Auch Trockenbürsten, Wechselduschen, Atemübungen und Saunagänge werden als Begleitmaßnahmen genutzt. Sauna ist aber nur bei stabilem Kreislauf sinnvoll. Wer bereits beim Aufstehen Sternchen sieht, muss seinen Kreislauf nicht zusätzlich in der heißesten Saunakabine prüfen.

Hunger, Kopfschmerzen und Fastenkrisen

Vorübergehende Beschwerden kommen besonders in den ersten Fastentagen vor. Dazu gehören:

  • Hunger oder Appetit,
  • Kopfschmerzen,
  • Müdigkeit,
  • Frösteln,
  • leichter Schwindel beim Aufstehen,
  • Mundgeruch und belegte Zunge,
  • veränderte Schlafqualität,
  • vorübergehende Reizbarkeit,
  • leichte Muskel- oder Gliederschmerzen.

Diese Erscheinungen können mit der Stoffwechselumstellung, dem Koffeinentzug, niedrigem Blutdruck, Flüssigkeitsmangel oder einer unzureichenden Darmentleerung zusammenhängen. Man sollte sie ernst nehmen, aber nicht jede Befindlichkeitsstörung gleich zur geheimnisvollen „Entgiftungskrise“ erklären.

Was bei leichtem Schwindel helfen kann

  • Langsam aufstehen und kurz an der Bettkante sitzen bleiben.
  • Ausreichend, aber nicht zwanghaft trinken.
  • Eine warme Gemüsebrühe zu sich nehmen.
  • Die Beine bewegen oder kurz hochlagern.
  • Blutdruck und gegebenenfalls Blutzucker kontrollieren.
  • Die körperliche Belastung reduzieren.

Was bei Kopfschmerzen zu prüfen ist

  • Wurde Kaffee zu abrupt abgesetzt?
  • Wurde genügend getrunken?
  • Ist der Blutdruck ungewöhnlich niedrig oder hoch?
  • War die Nachtruhe ausreichend?
  • Bestehen Nackenverspannungen?
  • Wurde ein gewohnheitsmäßig eingenommenes Schmerzmittel plötzlich abgesetzt?

Fasten ist kein Anlass, sämtliche Beschwerden stoisch auszuhalten. Schmerzen haben eine Funktion: Sie sollen auf etwas aufmerksam machen. Eine Fastenkrise kann eine vorübergehende Anpassungsreaktion sein – sie kann aber auch anzeigen, dass die gewählte Durchführung für diesen Menschen nicht passt.

Weitere Hilfen: Häufige Fragen und Probleme beim Heilfasten

Wann sollte man das Fasten abbrechen?

Bei leichten Anfangsbeschwerden muss eine Fastenkur nicht sofort beendet werden. Bestimmte Symptome gehören jedoch nicht in die Kategorie „Augen zu und durch“.

Beenden Sie das selbständige Fasten und suchen Sie medizinische Hilfe bei:

  • Bewusstlosigkeit oder wiederholten Beinahe-Ohnmachten,
  • anhaltendem Erbrechen oder starkem Durchfall,
  • Verwirrtheit oder auffälligen neurologischen Symptomen,
  • Brustschmerzen, ausgeprägter Atemnot oder neuen Herzrhythmusstörungen,
  • starken oder zunehmenden Bauchschmerzen,
  • sehr niedrigem Blutdruck mit anhaltenden Beschwerden,
  • Unterzuckerung, die sich nicht rasch beheben lässt,
  • fehlender Urinausscheidung trotz Flüssigkeitszufuhr,
  • Blut im Stuhl, schwarzem Teerstuhl oder Bluterbrechen,
  • einer deutlichen Verschlechterung einer bestehenden Erkrankung.

Auch eine zunehmende Schwäche über mehrere Tage ist kein besonderer Fastenerfolg. Richtig durchgeführtes Fasten soll nicht in einen Zustand führen, in dem der Betroffene kaum noch aufstehen kann.

Schritt 4: Fastenbrechen und Aufbautage

Das Fastenbrechen ist kein einzelnes Essen, sondern der Beginn einer kontrollierten Rückkehr zur Ernährung. Der Verdauungstrakt hat seine Tätigkeit während des Fastens reduziert. Große Portionen, Alkohol, Fleisch, Kuchen oder ein üppiges Restaurantessen können ihn deshalb erheblich überfordern.

Traditionell wird das Fasten mit einem reifen Apfel beendet. Wer rohe Äpfel schlecht verträgt, kann einen gedünsteten Apfel oder eine andere leichte Alternative wählen. Entscheidend ist nicht das Ritual, sondern die kleine Portion und das gründliche Kauen.

Für die ersten Aufbautage eignen sich beispielsweise:

  • gedünstetes Gemüse,
  • leichte Gemüsesuppen,
  • Kartoffeln,
  • kleine Mengen Reis oder Getreide,
  • etwas Obst,
  • eingeweichtes Trockenobst,
  • später kleine Mengen hochwertiger Fette und Eiweiß.

Essen Sie langsam und beenden Sie die Mahlzeit bei den ersten Sättigungszeichen. Nach dem Fasten ist der Geschmackssinn häufig empfindlicher. Das ist eine hervorragende Gelegenheit, wieder zu merken, wie süß eine Karotte und wie salzig ein industriell hergestelltes Fertiggericht tatsächlich schmeckt.

Nach längerem Fasten, bei starkem Untergewicht oder vorbestehender Mangelernährung kann eine zu schnelle Nahrungszufuhr gefährliche Elektrolytverschiebungen auslösen. Dieses sogenannte Refeeding-Syndrom betrifft nicht den üblichen gesunden Teilnehmer nach wenigen Fastentagen, muss bei Risikopersonen aber medizinisch berücksichtigt werden.

Vollständige Anleitung: Fastenbrechen und Aufbautage richtig gestalten

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Die zehn häufigsten Fehler beim Heilfasten

  1. Ohne Entlastung beginnen: Der Wechsel in den Fastenstoffwechsel wird unnötig erschwert.
  2. Medikamente ungeprüft weiternehmen oder absetzen: Beides kann gefährlich werden.
  3. Zu wenig oder zwanghaft zu viel trinken: Beide Extreme belasten den Organismus.
  4. Ständig Kalorien zuführen: Honig, Milchkaffee und große Saftmengen halten Appetit und Verdauung aktiv.
  5. Jede Beschwerde als Entgiftung feiern: Manchmal ist Schwindel schlicht Schwindel – und verlangt eine vernünftige Reaktion.
  6. Nur liegen: Völlige Inaktivität fördert Kreislaufschwäche und Muskelabbau.
  7. Zu hart trainieren: Fasten ist nicht die Woche für sportliche Heldentaten.
  8. Keinen zeitlichen Freiraum einplanen: Stress und Termindruck erschweren die Selbstbeobachtung.
  9. Die Aufbautage verkürzen: Eine große Mahlzeit kann die Arbeit einer ganzen Fastenwoche ruinieren.
  10. Fasten nur als schnelle Diät betrachten: Das verlorene Wasser kommt zurück; entscheidend ist die Ernährung danach.

Wie lange sollte man fasten?

Für gesunde Anfänger sind fünf bis sieben Vollfastentage ein verbreiteter und überschaubarer Rahmen. Kürzere Fastenzeiten können einen Einstieg bieten; längere Fastenkuren sollten mit wachsender Dauer zunehmend fachkundig begleitet werden.

Die richtige Dauer hängt nicht nur vom Kalender ab. Körpergewicht, Muskelmasse, Gesundheitszustand, Erfahrung, Medikamente und Verlauf spielen eine Rolle. Wer sich nach fünf Tagen zunehmend schlecht fühlt, sollte nicht aus Ehrgeiz unbedingt zehn Tage erreichen. Umgekehrt besteht kein Grund, eine gut verlaufende, begleitete Fastenkur nur deshalb hastig abzubrechen, weil irgendein Internetplan Tag sieben zum Naturgesetz erklärt.

Weiterlesen: Wie lange sollte Heilfasten dauern?

Kann man während des Heilfastens arbeiten?

Viele Menschen können während einer kurzen Fastenkur arbeiten. Ideal ist jedoch eine etwas ruhigere Woche, insbesondere beim ersten Fasten. Körperlich schwere Arbeit, Nachtschichten, lange Autofahrten und Tätigkeiten mit hoher Unfallgefahr verlangen besondere Vorsicht.

Die ersten zwei bis drei Tage sind häufig die unruhigsten. Danach berichten viele Fastende über einen klareren Kopf und ein gleichmäßigeres Befinden. Darauf gibt es allerdings keine Garantie. Heilfasten ist keine Methode, mit der sich der Körper zuverlässig an einen bereits überfüllten Terminkalender anpassen lässt.

Heilfasten ist mehr als nichts essen

Eine richtig durchgeführte Fastenkur unterbricht Gewohnheiten. Sie zeigt, wie häufig wir nicht aus körperlichem Hunger essen, sondern aus Langeweile, Stress, Uhrzeit oder weil etwas vor uns steht.

Fasten kann außerdem messbare Stoffwechselveränderungen hervorrufen. Blutdruck, Blutzucker und bestimmte Blutfette können sinken. Genau deshalb ist bei Medikamenten Vorsicht erforderlich: Eine erwünschte Veränderung des Stoffwechsels kann zusammen mit der unveränderten Medikamentendosis plötzlich zum Problem werden.

Fasten ist weder eine Wunderkur noch bloß ein überlieferter Aberglaube. Es ist ein kräftiger physiologischer Reiz. Und kräftige Reize verdienen eine vernünftige Anwendung.

Nahrung wegzulassen ist einfach. Erfolgreiches Heilfasten bedeutet, Vorbereitung, Stoffwechselumstellung, Bewegung, Ruhe, Ausscheidung und Aufbaukost zu einem sinnvollen Ganzen zu verbinden.

Mein Fazit zur Heilfasten-Anleitung

Wer gesund ist und einige Grundregeln beachtet, kann eine kurze Fastenkur häufig selbständig durchführen. Wer krank ist, Medikamente nimmt oder länger fasten möchte, sollte sich begleiten lassen.

Die wichtigsten Regeln lauten:

  • Bereiten Sie die Fastenkur vor.
  • Beginnen Sie nicht aus einer üppigen Ernährung heraus.
  • Klären Sie Erkrankungen und Medikamente vorher ab.
  • Trinken Sie ausreichend, aber nicht maßlos.
  • Bleiben Sie in angemessener Bewegung.
  • Nehmen Sie Warnzeichen ernst.
  • Planen Sie die Aufbautage genauso sorgfältig wie die Fastentage.

Dann kann aus einer Woche ohne feste Nahrung tatsächlich mehr entstehen: ein klarerer Blick auf die eigenen Gewohnheiten, ein sinnvoller Stoffwechselreiz und ein Ausgangspunkt für Veränderungen, die länger halten als der Gewichtsverlust auf der Waage.

Hier geht es zum vollständigen Tagesablauf: Heilfasten-Plan: Schritt für Schritt durch die Fastenkur

Meine ausführliche Heilfasten-Anleitung

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Die Anleitung entstand aus meiner eigenen Fastenerfahrung, meiner Tätigkeit als Fastenleiter und meiner Arbeit in der Naturheilpraxis seit 1998. Sie ist für Menschen gedacht, die nicht einfach irgendwie nichts essen, sondern ihre Fastenkur nachvollziehbar und systematisch durchführen möchten. Wenn Sie das interessiert klicken Sie einfach hier: Vitalität pur durch Heilfasten! – René Gräber Bücher

 

 

 

 

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