Säure-Basen-HaushaltWarum der Basenhaushalt und das Säuren-Basen-Gleichgewicht
so wichtig für Ihre Gesundheit sind.
von: René
Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Was hat Ihre Gesundheit mit dem Säure-Basen-Haushalt (bzw. dem
Säuren-Basen-Gleichgewicht) auf sich?
Sie erinnern sich bestimmt noch an die ph-Werte Tests in der Schule mit dem Lackmuspapier: sauer - rot, blau
basisch.
Sicher wissen Sie auch, dass Seife basisch ist und die Haut-Oberfläche eher sauer, weswegen es ja
haut-ph-neutrale Seifen gibt.
Den meisten Menschen ist aber gar nicht bewusst, dass ALLE Zellen in Ihrem Körper auch so einen ph-Wert
aufweisen. Dieser ph-Wert ist extrem wichtig für Ihre Gesundheit. Das ganze hat übrigens mit dem Thema Übersäuerung (falls Sie schon einmal davon gehört haben) zu tun.
Im folgenden Artikel möchte ich Ihnen beantworten, welche Rolle der ph-Wert und der Basenhaushalt im Körper
spielt und wie sie diesen beeinflussen können. Das gesamte wird Ihnen am Ende des Artikels völlig
selbstverständlich erscheinen.
Definitionen zum Thema Säure-Basen-Haushalt
Zuerst einige Begriffe und Definitionen. Der Vollständigkeit halber will ich diese
hier erwähnen: Mit klinischen Parametern wie Blut-pH-Wert, CO2-Partialdruck
(PCO2), BE – base excess (Basenüberschuss) und Standard-Bikarbonat werden eine respiratorische oder
metabolische Azidosen bzw. Alkalosen diagnostiziert.
In der klassischen Medizin unterscheidet man zwischen einer manifesten und
kompensierten Azidose bzw. Alkalose. Je nach Schweregrad ist es "nur" zu einer verminderten Pufferkapazität im
Blut gekommen, oder es liegt bereits eine pH-Wert-Entgleisung auf unter pH 7,2 vor. Der Normbereich für den
Blut-pH-Wert beträgt 7,38–7,42. Die Ursache für solche Entgleisungen kann "metabolischer" Natur, wie z.B. bei
einem schlecht eingestellten Diabetes mellitus sein (und eine daraus resultierende Keto-Azidose) oder auch
"respiratorischer" Natur, wie z.B. bei der Hyperventilations-Alkalose sein.
Um diese außerordentlichen Stoffwechselentgleisungen geht es in diesem Artikel jedoch
nicht. Es geht hier um die sogenannte latente (eine unterschwellig vorhandene) Azidose oder auch chronische
Übersäuerung, von der Sie vielleicht schon einmal etwas gehört haben. Ausführlich lesen Sie darüber im
Artikel: Ursachen einer Übersäuerung.
Säuren und Basen fallen in jeder Sekunde in Ihrem Körper an
Fast alle biochemischen Funktionen, die in ihrem Körper ablaufen (z.B. Verdauung, Leber, Niere,
Herz usw.) müssen in einem bestimmten pH-Wert-Bereich stattfinden.
Zusätzlich fallen im Stoffwechsel ständig Säuren an. Diese Säuren müssen neutralisiert werden oder diese müssen
ausgeschieden werden. Im Normalfall ist der Organismus in der Lage, diese auch als "Stoffwechselschlacken"
bezeichneten Säuren auszuscheiden.
Kohlensäure bzw. Kohlendioxid und Wasser entstehen beim aeroben Abbau der Nährstoffe
(Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße) zum Zweck der Energiegewinnung. Beim Abbau von schwefelhaltigen Aminosäuren
entsteht Schwefelsäure.
Beim Abbau von Nukleinsäuren wird Phosphorsäure frei, und Harnsäure entsteht
beim Abbau der Purine. Ammoniumionen bzw. Ammoniak entstehen beim Abbau anderer
Stickstoff(N)-haltiger Stoffe (Pyrimidine, Aminosäuren) und muß in der Leber zu Harnstoff entgiftet werden.
Eine weitere Quelle für eine chronische Übersäuerung, die häufig übersehen
wird...
Eine weitere Quelle von sauren Stoffwechselprodukten stellt der gesamte Magen-Darm-Trakt dar. Vielleicht denken
Sie jetzt an die Magensäure - aber weit gefehlt!
Es geht um die Billionen von Mikroorganismen im Darm, mit denen wir meistens in Symbiose leben und die
einen wichtigen Anteil der sog. intestinalen Barriere ausmachen.
Während manche Endprodukte dieser Mikroorganismen (wie z.B. kurzkettige Fettsäuren), im Darmlumen
verbleiben und hier zur Stabilisierung eines physiologisch leicht sauren Stuhl-pH-Wertes (6–7) beitragen, werden
andere Endprodukte in den Organismus aufgenommen und können hier eine Belastung, insbesondere für
die Leber, darstellen.
Hier spielen vor allem die mikrobiellen Abbauprodukte der sogenannten "Fäulnisflora" eine Rolle. Es entstehen
neben den biogenen Aminen auch Ammoniak beim Eiweißabbau oder z.B. Indol, Skatol oder Kresol aus zyklischen
Aminosäuren. Leider beschäftigen sich viel zu wenige Mediziner und Biologen mit diesen Tatsachen und deren
Auswirkung und Zusammenhang mit Erkrankungen.
Säuren werden doch vom Körper ausgeschieden?
Normalerweise sind in einem gesunden Organismus die Säuren und Basen im Gleichgewicht:
im sogenannten Säure-Basen-Gleichgewicht.
Und "normalerweise" werden saure Stoffwechselendprodukte durch das Interstitium
(Bindegewebe), die Lymphe und das Blut zu den
Ausscheidungsorganen transportiert.
Die Lunge scheidet hauptsächlich die flüchtigen Säuren aus, die
Nieren die "festen" Säuren, während die Leber als Entgiftungsorgan
hauptsächlich ihre Rolle in der Ammoniakentgiftung findet. Dabei werden eine Menge Bikarbonat-Moleküle
verbraucht. Und genau das kann auf Dauer den Basenhaushalt stören.
Mehr zu diesen Vorgängen lesen Sie ausführlich im Artikel: Übersäuerung
Die Rolle der Ernährung für den Säure-Basen-Haushalt
Ein große Rolle spielt dabei die Ernährung. Ich liebe
Beispiele und besonders das Beispiel Auto. Also: was beim Auto das Benzin ist, ist für unseren Körper die
Ernährung. Jedem ist klar, dass wir etwas essen müssen:
1. um den Hunger zu stillen und
2. um Stoffe aufzunehmen, die wichtige Funktionen im Stoffwechsel regeln und den Körper regenerieren.
Säureproduzierende Nahrungs- und Genussmittel enthalten ursprünglich keine Säure, sie produzieren aber im
Verlauf des Verdauungsprozesses und bei ihrer Aufnahme in die Zellen saure Substanzen.
Eine gewisse Säureproduktion ist also ein natürlicher und unvermeidlicher Stoffwechselprozess, der in jedem
Körper abläuft.
Mehr Informationen zum Thema Übersäuerung und Ernährung lesen Sie im Artikel: Basische Ernährung
Wie man eine Übersäuerung regulieren kann und so den Säure-Basen-Haushalt ausgleicht, erfahren Sie
in der Heilfasten Anleitung nach Heilpraktiker Gräber. Klicken
Sie HIER für mehr Informationen.
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