Hyposensibilisierung: Durchführung, Erfolg und
Nebenwirkungen
Die Hyposensibilisierung (auch spezifische Immunabwehr, Desensibilisierung oder "Allergieimpfung"
genannt) gilt in der schulmedizinischen Allergie
Therapie als "ursächliche" (kausale) Therapie.
Sie gilt einzige Methode, die am Auslöser für allergische Reaktionen (dem Allergen) ansetzt. Ziel der
Hyposensibilisierung ist es, einen Gewöhnungseffekt hervorzurufen, damit der Körper bei Kontakt mit dem Allergen
keine Überempfindlichkeit und somit keine Abwehrreaktion mehr ausbildet.
Bei der Hyposensibilisierung wird die allergene Substanz in langsam gesteigerten Dosen verabreicht, um so das
Immunsystem zu aktivieren. Dabei können die Allergene unter die Haut injiziert (= subkutane Therapie) oder in
Tropfenform unter die Zunge (= sublinguale Therapie) gegeben werden. Relativ neu ist eine dritte
Therapiemöglichkeit, bei der das Allergen in Tablettenform verabreicht wird.
Durch die über einen bestimmten Zeitraum verabreichten Dosen kann der Organismus sich langsam an den auslösenden
Stoff gewöhnen und so eine Desensibilisierung erzielen. Bis ein endgültiges Ergebnis erreicht wird können bis zu
drei Jahre vergehen, dabei zeigen gut 80 Prozent der behandelten Allergiker eine Besserung der Symptome, u.U. kann
es zu einer völligen Beschwerdefreiheit kommen. Der Wirkmechanismus der Hyposensibilisierung ist noch nicht
vollständig erforscht. Zum einen werden durch Th1-Zellen (hauptverantwortlich für zelluläre Immunität) die
entzündungsfördernden Botenstoffe abgeschwächt. Es kommt zu einer vollständigen Hemmung der TH2-Zellen, die
verantwortlich für die Produktion von IgE (Immunglobulin E) sind. Auch ein gesteigertes Vorkommen von IgG
(Immunglobulin G), welches den Kontakt des Allergens mit IgE verhindert, wird als Wirkmechanismus diskutiert.
Nicht alle Allergien lassen sich mit einer Hyposensibilisierung therapieren. Brauchbare Ergebnisse werden
bei:
erzielt.
Daneben kann es auch zu einer Linderung bei Tierhaarallergien kommen. Die
Ergebnisse variieren aber stark und bergen auch vermehrte Risiken, so dass die spezifische Immuntherapie hierbei
nur selten angewandt wird.
Je jünger der zu behandelnde Allergiker (< 50 Jahre) ist und je kürzer die Allergie (< fünf Jahre) bisher
in Erscheinung getreten ist, umso bessere Erfolge werden durch die Behandlung erzielt. Besonders von Heuschnupfen oder allergischem Asthma geplagten Menschen kann so geholfen werden.
Die Hyposensibilisierung ist kontraindiziert (darf nicht angewendet werden) bei schwerwiegenden
Erkrankungen, wie z.B. malignen Tumoren, Autoimmunerkrankungen, Tuberkulose, Osteomyelitis (Knochenentzündung),
koronarer Herzkrankheit oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn).
Eine Behandlung mit der für die Allergie verantwortlichen Substanz ist nicht ganz ungefährlich und sollte unter
ständiger Beobachtung geschehen.
Meist kommt es nach Applikation des Allergens zu Rötungen und vermehrtem Juckreiz der Haut, daneben zeigen sich
auch weitere typische Symptome wie brennende und tränende Augen, vermehrte Sekretion aus der Nase,
Schleimhautschwellungen, Husten und Kreislaufabfall.
Sehr selten kann es auch zu einem anaphylaktischen Schock kommen (vollständiges Kreislaufversagen,
lebensbedrohlich).
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