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Nahrungsmittelunverträglichkeit - Was tun?

Informationen aus der Naturheilpraxis von Heilpraktiker René Gräber

Die Nahrungsmittelunverträglichkeit (Intoleranz) wird häufig in Verbindung gebracht mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Bei der Unverträglichkeit handelt es sich um eine nicht-immunologische Reaktion auf Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe. Die bekanntesten Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind Laktose- und Fruktoseintoleranz sowie die Unverträglichkeit von Gluten.

Es lassen sich vier Formen unterschieden:
Die spezifischen Nahrungsmittelintoleranzen entstehen durch einen Enzymmangel (z.B. Laktase) oder einen Enzymdefekt (z.B. bei der Zöliakie die Unverträglichkeit von Gluten-haltigen Produkten). Hierdurch können Nahrungsbestandteile nicht ausreichend resorbiert werden, es drohen Mangelerscheinungen.

Neuere Forschungen beweisen, dass nicht das Gluten für die Unverträglichkeit verschiedener Getreide verantwortlich zu sein scheint. Vielmehr bilden die Getreidesorten bestimmte Substanzen, die die Pflanzen resistenter gegenüber Schädlingen und Parasiten machen. Diese Stoffklasse löst bei zahlreichen Menschen vielschichtige Reaktionen aus. Interessant ist dabei, dass vor allem die modernen Getreidesorten diese Proteine enthalten, da sie – aufgrund der daraus resultierenden Ertragssteigerung – gezielt gezüchtet wurden. Dies erklärt, warum die Anzahl der Personen mit so genannter Gluten-Unverträglichkeit seit Jahren stetig ansteigt.

Unspezifische Nahrungsmittelunverträglichkeiten zeigen sich im Rahmen des Malabsorptions-Syndroms (z.B. bei Gallensteinen) in Form von Störungen der Fettverdauung. Die vom Organismus benötigten Nahrungsbestandteile können nicht oder nur teilweise vom Dünndarm resorbiert werden und führen zu der typischen Symptomatik mit Steatorrhoe (Fettstuhl), gestörter Kohlenhydratverdauung mit wässriger Diarrhoe (Durchfall), Flatulenzen (Blähungen) und Meteorismus (vermehrte Gasansammlung, z.B. im Darm).

Auf der Basis von pseudoallergischen Reaktionen kann es zu einer massiven Ausschüttung von Histamin (Neurotransmitter), ähnlich einer Ig E-vermittelten Allergie, kommen. Auslöser sind Histamin-freisetzende Wirkstoffe (Histamin-Liberatoren), die sich besonders in Tomaten und Erdbeeren finden, gefäßerweiternde Substanzen (z.B. in Walnüssen), histaminhaltige Lebensmittel (z.B. Käse, Wein, Schokolade) und Zusätze wie Glutamat und Süßstoff. Der Körper reagiert mit allergischen Reaktionen wie z.B. Rötung, Juckreiz, Quaddeln (juckende Erhabenheiten), Pusteln (mit Eiter oder Flüssigkeit gefüllte Bläschen), Übelkeit, Erbrechen (Emesis) und Diarrhoe.

Die nicht-definierten oder auch funktionellen Nahrungsmittelunverträglichkeiten stellen die größte Gruppe der Intoleranzen dar. Ausgelöst durch eine funktionelle Störung des Organismus kommt es zu einer Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel. So kann eine gestörte Darmperistaltik (Bewegung des Darms zum Abtransport verdauter Speisen) zu einer Unverträglichkeit von Fetten und Kohlenhydraten führen. Dies zeigt sich in typischen Symptomen wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.

Die Klinik zeigt sich sehr vielfältig. Neben einem Juckreiz (Pruritus) kann es zu Erythemen (entzündungsbedingte Rötungen durch vermehrte Durchblutung), Angio-Ödem (Anschwellen der Schleimhaut), Urtikaria (Nesselsucht), asthmatischen Anfällen, kolikartigen Bauschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen, Erkältungsanzeichen (z.B. laufende Nase) bis hin zum anaphylaktischen Schock (Herz-Kreislauf-Reaktion mit abfallendem Blutdruck und Schock) kommen.

Durch Vermeidung der auslösenden Faktoren kann die Störung des Organismus und die dadurch entstehende Symptomatik in den meisten Fällen gut in den Griff bekommen werden. Bei Vorliegen von organbedingten Erkrankungen müssen diese zuerst therapiert werden, um die Symptomatik einer Nahrungsmittelunverträglichkeit behandeln zu können.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert