Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Nahrungsmittelunverträglichkeit - Was
tun?
Die Nahrungsmittelunverträglichkeit (Intoleranz) wird häufig in Verbindung gebracht mit Erkrankungen des
Magen-Darm-Traktes. Bei der Unverträglichkeit handelt es sich um eine nicht-immunologische Reaktion auf
Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe. Die bekanntesten Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind Laktose- und
Fruktoseintoleranz sowie die Unverträglichkeit von Gluten.
Es lassen sich vier Formen unterschieden:
Die spezifischen Nahrungsmittelintoleranzen entstehen durch einen Enzymmangel (z.B. Laktase) oder einen Enzymdefekt
(z.B. bei der Zöliakie die Unverträglichkeit von Gluten-haltigen Produkten). Hierdurch können Nahrungsbestandteile
nicht ausreichend resorbiert werden, es drohen Mangelerscheinungen.
Unspezifische Nahrungsmittelunverträglichkeiten zeigen sich im Rahmen des Malabsorptions-Syndroms (z.B. bei
Gallensteinen) in Form von Störungen der Fettverdauung. Die vom Organismus benötigten Nahrungsbestandteile können
nicht oder nur teilweise vom Dünndarm resorbiert werden und führen zu der typischen Symptomatik mit Steatorrhoe
(Fettstuhl), gestörter Kohlenhydratverdauung mit wässriger Diarrhoe (Durchfall), Flatulenzen (Blähungen) und
Meteorismus (vermehrte Gasansammlung, z.B. im Darm).
Auf der Basis von pseudoallergischen Reaktionen kann es zu einer massiven Ausschüttung von Histamin
(Neurotransmitter), ähnlich einer Ig E-vermittelten Allergie, kommen. Auslöser sind Histamin-freisetzende
Wirkstoffe (Histamin-Liberatoren), die sich besonders in Tomaten und Erdbeeren finden, gefäßerweiternde Substanzen
(z.B. in Walnüssen), histaminhaltige Lebensmittel (z.B. Käse, Wein, Schokolade) und Zusätze wie Glutamat und
Süßstoff. Der Körper reagiert mit allergischen Reaktionen wie z.B. Rötung, Juckreiz, Quaddeln (juckende
Erhabenheiten), Pusteln (mit Eiter oder Flüssigkeit gefüllte Bläschen), Übelkeit, Erbrechen (Emesis) und
Diarrhoe.
Die nicht-definierten oder auch funktionellen Nahrungsmittelunverträglichkeiten stellen die größte Gruppe der
Intoleranzen dar. Ausgelöst durch eine funktionelle Störung des Organismus kommt es zu einer Reaktion auf bestimmte
Nahrungsmittel. So kann eine gestörte Darmperistaltik (Bewegung des Darms zum Abtransport verdauter Speisen) zu
einer Unverträglichkeit von Fetten und Kohlenhydraten führen. Dies zeigt sich in typischen Symptomen wie Übelkeit,
Durchfall und Erbrechen.
Die Klinik zeigt sich sehr vielfältig. Neben einem Juckreiz (Pruritus) kann es zu Erythemen (entzündungsbedingte
Rötungen durch vermehrte Durchblutung), Angio-Ödem (Anschwellen der Schleimhaut), Urtikaria (Nesselsucht),
asthmatischen Anfällen, kolikartigen Bauschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen, Erkältungsanzeichen (z.B.
laufende Nase) bis hin zum anaphylaktischen Schock (Herz-Kreislauf-Reaktion mit abfallendem Blutdruck und Schock)
kommen.
Durch Vermeidung der auslösenden Faktoren kann die Störung des Organismus und die dadurch entstehende
Symptomatik in den meisten Fällen gut in den Griff bekommen werden. Bei Vorliegen von organbedingten Erkrankungen
müssen diese zuerst therapiert werden, um die Symptomatik einer Nahrungsmittelunverträglichkeit behandeln zu
können.
|