Bittersalz - Dosierung, Anwendung und Nutzen
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge (SKA)
Bittersalz (Magnesiumsulfat) wird immer noch sehr häufig und gerne als "drastisches" Abführmittel eingesetzt. Am
häufigsten wird es jedoch bei Fasten eingesetzt und zum Beispiel auch bei der sog.
Leberreinigung.
Innerhalb der verschiedenen Salz-Gruppen wird in der Naturheilkunde das Bittersalz eher bei Störungen des Darmes
zur Anwendung gebracht. Bei Störungen der Leber- und Galle kommt hingegen eher das Glaubersalz als Abführmittel in Frage.
Bittersalz erhalten Sie in jeder Apotheke. Die Apotheke wiegt ihnen gerne eine bestimmte Menge.
Wenn Sie tatsächlich Bittersalz zu sich nehmen wollen, reichen 100g Bittersalz völlig aus. Dafür müssen Sie nur
ungefähr 1.-€ zahlen.

Zubereitung von Bittersalz zum Abführen
Geben Sie ein bis drei gehäufte Teelöffel Bittersalz in ein Gals lauwarmes Wasser (ca. 200 - 300ml). Rühren Sie
gut um und achten Sie ob sich die Kristalle gut auflösen. Beschleunigen Sie die gesamte Mischung mit dem Löffel
etwas und trinken Sie am besten alles in einem Zug aus.
Achtung: Bittersalz ist nicht gerade Genuss. Am besten Sie halten ein weiteres Glas Wasser bereit, um den doch
etwas "strengen" Geschmack wegzuspülen.
Das Bittersalz beginnt je nach Dosierung, nach ca. 1 - 3 Stunden zu wirken. Die Lösung bindet im Darm durch
Osmose Wasser, wodurch sich der Flüssigkeitsanteil im Darm stark erhöht. Durch diese Volumenerhöhung wird der
Stuhldrang (Defäkationsreiz) ausgelöst. Je nachdem wie stark Sie dosiert haben, werden Sie einen mehr oder
weniger starken Stuhldrang verspüren.
Oft wird generell das wesentlich besser schmeckende F.X.
Passagesalz der Firma Wörwag empfohlen. Bittersalz ist auch der Hauptbestandteil des F.X.
Passagesalzes. Das Passagesalz hat eine sehr gute Anleitung beiliegen, die die Einnhame genau erklärt.
Während des Fastens störten mich allerdings immer wieder die Zusatzstoffe im Passagesalz, sodass ich wieder zum
"Original" zurückgekehrt bin. Mittlerweile habe ich ein wohlschmeckenderes Rezept entwickelt, dass Sie unter
dem Stichwort Glaubersalz Rezept finden. Dort können Sie auch Ihre Erfahrungen hinterlassen, die ich
gerne hören würde.
"Verfeinerte" Einnahmestrategien für Bittersalz und F.X. Passagesalz
erhalten Sie in meiner Heilfasten Anleitung Klicken Sie hier für mehr
Informationen. Hier erfahren Sie auch, warum die alleinige Einnahme von Bittersalz (ohne die richtige
Vorbereitung) keine darmreinigende Wirkung hat.
Verwenden Sie Bittersalz bitte nicht als regelmäßiges Abführmittel, denn dafür
ist es nicht geeignet.Wenn Sie unter Verstopfung leiden,
sollten Sie andere Strategien anwenden.
Kontraindikationen
Verwenden Sie Glaubersalz nicht als regelmäßiges Abführmittel, denn dafür
ist es nicht geeignet.Wenn Sie unter Verstopfung leiden, sollten Sie andere Strategien anwenden.
Glaubersalz sollten Sie NICHT bei Kindern und bei Erwachsenen mit eingeschränkter Nierenfunktion verwenden,
sowie bei: Darmverschluss,
Darmstenosen, unklaren Bauchschmerzen, sowie bei Elektrolytstörungen und einer Hypermagnesiämie.
Bittersalz wird nach bisherigen Auffassungen in geringem Maß vom Darm aufgenommen.
Weitere Anwendungen von Bittersalz
Magnesium ist ein essentielles Spurenelement für den menschlichen Organismus, da es über 300 verschiedene
enzymatische Prozesse reguliert und beeinflusst. Von daher hat Bittersalz neben dem Einsatz als Abführmittel eine
Reihe weiterer medizinischer Anwendungen:
Bittersalz wird als Mittel der Wahl für eine Magnesiumsubstitution
bei Magnesiummangel betrachtet. Für eine Dauersubstitution sind allerdings organische Magnesiumverbindungen
wie zum Beispiel Magnesiumaspartat oder Magnesiumcitrat besser geeignet, da die Resorptionsraten besser sind
als bei einer anorganischen Verbindung.
Bei Torsade-Arrhythmien ist Magnesiumsulfat Mittel der ersten Wahl in der Behandlung dieser potentiell
Kammerflimmern auslösenden Arrhythmie. Die Applikation erfolgt allerdings über eine Infusion.
Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19351630
Magnesiumsulfat wird auch als Bronchodilatator bei schwerem Asthma eingesetzt, wenn Beta-Agonisten und
Anticholinergika keinen ausreichenden Effekt zeitigen. Allerdings erfolgt die Applikation intravenös oder seit
neuestem auch über Inhalationsgeräte.
Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16002955
Bittersalz kommt auch in der Volksmedizin für lokale Anwendungen in Betracht. Es ist in der Lage, auf Abszesse,
Karbunkel, Furunkel, Pickel etc. aufgetragen, diese auszutrocknen und zu reduzieren. Magnesiumsulfat als Lösung ist
wirksam gegen Akne und Hautverunreinigungen wie Mitesser etc., wenn es auf die betroffenen Stellen aufgetragen
wird. Zur Herstellung der Lösung oder einer „Creme“ versetzt man das Pulver mit mehr oder weniger viel Wasser.
Eine weitere überlieferte Anwendung aus der Volksmedizin: Ein warmes Bad in Bittersalz hilft Herpes-Symptome zu
erleichtern.
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