Biologika in der Rheumatherapie – Was ist das?

Diese Woche hatte ich wieder einen Patienten, der mich nach sog. Biologika in der Rheumatherapie fragte. Nun, ich bin zwar kein Pharmakologe, möchte aber dennoch Missverständnisse beseitigen. Einige denken, dass diese “Biologika” etwas “gesundes” seien: biologisch eben…

Der Name “Biologika” hört sich ja erst einmal nach etwas biologischem an. Und damit verbinden viele Patienten auch “harmlos”. Doch über die langfristigen Wirkungen ist noch wenig bekannt, da diese Mittel meines Wissens nach erst seit 2008 im Einsatz sind.

Die Biologika die ich kenne, müssen intravenös verabreicht werden. Eines dieser Mittel ist Infliximab. Im Handel wird es unter dem Namen Remicade geführt. Innerhalb eines Zeitraums von bis zu zwei Stunden bekommen die Patienten mittels Infusion drei bis fünf Milligramm.

Durch den im Blutkreislauf vorhandenen Wirkstoffes werden dann für etwa acht Wochen die körpereigenen Fehlreaktionen des Immunsystems unterdrückt, sprich es werden keine Botenstoffe produziert, die Entzündungen auslösen.

Deshalb wird im Zusammenhang mit den Biologika auch von Immunsuppressiva gesprochen. Über den gesamten Behandlungszeitraum sind Kontrollen des Blutbildes notwendig, denn eine mögliche Nebenwirkung sind Blutbildveränderungen.

Mit Nebenwirkungen wie Fieber, Ausschlägen, Atemnot, Brustschmerzen, Juckreiz und Schüttelfrost muss ebenfalls gerechnet werden.

Wann greifen Rheumatologen zu Biologika wie Infliximab?

Da eine einzelne Infusion über 1000 Euro kostet greifen Rheumatologen nur dann zu Biologika, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten weitgehend “ausgeschöpft” sind – wie es so schön heißt.

Auch bei Patienten, die beispielsweise an Morbus Crohn, Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis oder auch rheumatoider Arthritis erkrankt sind, konntenebenfalls gute Behandlungserfolge erzielt werden.

Neben Infliximab gibt es noch zwei weitere Biologika. Zum einen ist dies Adalimumab, im Handel unter dem Namen Humira erhältlich, und Etanercept, gehandelt unter Enbrel.

Diese beiden Biologika müssen in wesentlich kürzeren Zeitabständen verabreicht werden, zirka alle vierzehn Tage. Darüber hinaus ist der Einsatz von Etanercept dadurch beeinträchtigt, dass es zahlreiche Nebenwirkungen hat. Deshalb kommt es nur bei schwer Erkrankten zum Tragen.

Fazit: Wenn man sich schulmedizinisch behandeln lassen möchte, sind die Biologika sicher eine “angenehme” Option. Aber: über langfristige Nebenwirkungen ist noch wenig bekannt.

Die alternative Rheumatherapie verlangt von Patienten mehr als nur Tabletten und Infusionen: ohne eine Ernährungsumstellung ist nach meiner Erfahrung keine Heilung zu erreichen. Weitere zusätzlich geeignete Therapien sind: Wärmetherapie, Bäder, Bewegung, Homöopathie, Heilpflanzen und Akupunktur.

Mehr zum Thema Rheuma in meinem Beitrag:

Datum: Donnerstag, 17. Dezember 2009 22:14
Themengebiet: Beschwerden und Krankheiten Trackback: Trackback-URL
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2 Kommentare

  1. 1

    [...] Biologika als neue Therapie für Rheumatiker waren bis vor kurzem mit ihren Erfolgen in aller Munde. Die Pharmahersteller waren begeistert über ihre Profite. Rheumaexperten waren froh, dass es für die schwer therapierbaren Fälle endlich eine weitere Alternative zur Behandlung gibt. Denn nach vielen Jahren sprechen viele Rheumatiker schon nicht mehr auf die gängigen Basismedikamente an. Nun hat sich die erste Euphorie gelegt, weil die starken Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen sind. Dabei handelt es sich vor allem um die Schwächung des Immunsystems, die den Patienten Probleme bereitet. [...]

  2. 2

    Ja, leider gibt es bislang keine Rheumamedikamente, die nicht auch Nebenwirkungen hätten. Und sie heilen auch nicht, sondern verzögern den Krankheitsverlauf höchstens. Dabei ist eine Erkrankung, die der eigene Körper selbst gegen sich richtet, durchaus auch mit seinen ihm zur Verfügung stehenden Eigenmitteln wieder heilbar!

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