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Blähungen - Was nun?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Fast jeder Mensch hat schon einmal unter Blähungen (Flatulenzen) leiden müssen. Ich kenne nur wenige Patienten, die noch niemals Blähungen hatte. Die "abgehenden Winde" werden aber nicht als eigenständige Krankheit gesehen, sondern höchstens als lästiges Symptom.

Auch unter physiologischen Bedingungen entstehen im Darm durch die dort vorherrschenden Bakterien Gase, die über den Darmausgang (After) entweichen, nicht immer gut riechen und auch nicht immer lautlos sind. Diese Blähungen können als störend empfunden werden. Sie haben aber keinen Ursprung in einer Erkrankung, treten selten auf und gehen so schnell, wie sie entstanden sind.

Normalerweise wird ein großer Teil der Gase über das Blut an die Lunge abgegeben und von dort ausgeatmet. Nur ein kleiner Teil geht als Winde ab.

Von pathologischen Blähungen spricht man bei abgehenden Winden von mehr als fünf Mal pro Tag. Häufig werden diese Blähungen von Krämpfen, Schmerzen, Aufstoßen, Blähgeräuschen im Bauchraum (Meteorismus), einem geschwollenen oder gespannten Bauch (Peritonismus), Völlegefühl und einer später in Durchfall (Diarrhoe) wechselnden Verstopfung (Obstipation) begleitet. Das Roemheld-Syndrom beschreibt einen eher seltenen Zustand, bei dem die entstehenden Gase eine Aufblähung im Bauchraum bewirken, der das Zwerchfell hochdrückt, wodurch Herzbeklemmungen entstehen können.

Weitere Begleitsymptome sind Appetitmangel, Mundgeruch, trockener Mund, belegte Zunge, Schweißausbrüche, Hitzewallungen oder Schlafstörung.

Ursachen für Blähungen können falsche Essgewohnheiten (zu hastiges Essen und Trinken) sowie Fehlernährung sein. Hier kommt es besonders durch den Genuss blähender Speisen (unter anderem Kohl, Bohnen, Linsen, Zwiebeln) und kohlensäurehaltiger Getränke zu einer vermehrten Gasbildung. Auch psychischer oder physischer Stress führen zu einer gesteigerten Aktivität im Magen-Darm-Bereich, wobei Einflüsse durch das Nervensystem eine zentrale Rolle spielen.

Die vermehrte Luft im Darm entwickelt sich entweder aus zu viel verschluckter Luft (Aerophagie) oder durch Hyperaktivität der Darmbakterien. Diese lassen bei der Zersetzung von Nahrungsbestandteilen Wasserstoff, Methan und Kohlendioxid entstehen, welches als Gemisch aus dem Darm entweicht und den teilweise schwefeligen Geruch bildet.

Neben Blähungen durch falsche Lebensgewohnheiten kommen auch andere Ursachen für die Entstehung in frage. Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts zum Beispiel können die Entstehung von Darmgasen fördern. Dazu zählen im Besonderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und – allergien, wie z.B. Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) oder Laktose-Intoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit). Störungen der Bauchspeicheldrüse, Reizdarm und Reizmagen zeigen ebenfalls häufig das Symptom von abgehenden Winden, ebenso die Therapie mit Antibiotika oder auch eine Verengung des Darmlumens, z.B. bei einer Verstopfung oder einer Schwellung.

Eine Therapie der Blähungen sollte natürlich immer bei den Ursachen ansetzen. Wichtig sind die Reduzierung oder Vermeidung blähender Speisen und eine „gute Essdisziplin“, bei der langsam gegessen und gut gekaut wird, so wie ich es u.a. auch in meinem Interview zur „gesunden Ernährung “ beschreibe.

Bei Allergien und Unverträglichkeiten ist die Vermeidung der betreffenden Speisen erst einmal das Mittel der Wahl. Danach kann / sollte man sich über eine entsprechende Therapie Gedanken machen. Und ja, Heilfasten halte ich für eine sehr gute Option.

Auch Bewegung spielt eine wichtige Rolle: die meisten Menschen mit trägem Darm, Blähungen und so weiter bewegen sich generell zu wenig. In solchen Fällen verordne ich ausgedehnte Spaziergänge und / oder auch eine „Bewegungstherapie“ auf dem Mini-Trampolin.
Und dann natürlich das Gebiet der „Darmsanierung “, dass notwendig und sehr hilfreich sein kann, vor allem wenn wir es mit hohen Belastungen an Schimmelpilzen oder Hefepilzen (Candida Albicans) haben. Dabei geht es im Wesentlichen um die „Darmflora “. Dazu geben zahlreiche Therapeuten zum Beispiel gerne Mittel wie Probiotika, Brottrunk und andere Mittel.

Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen oder wenn starke Schmerzen oder sich ständig veränderndes Stuhlverhalten auftreten, sollte auf jeden Fall ein Therapeut eingeschaltet werden, der schwerere Erkrankungen an Darm, Leber, Galle oder Bauchspeicheldrüse ausschließen oder gegebenenfalls behandeln kann.

Lesen Sie dazu den Artikel hier: Stuhlgang

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 03.12.2013 aktualisiert


   
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