Blut im Stuhl
Blut im Stuhl - Wann Sie sich Sorgen machen
müssen...
Die meisten Menschen erschrecken erst einmal, wenn Sie sehen, dass Blut im Stuhl oder am Toilettenpapier
ist.
Spätestens wenn Blut dabei ist, weiß "man" ja schließlich: Das ist nicht normal.
Tja - jetzt bleibt nur noch die Frage:
Warum habe ich Blut im Stuhl?
Nun: Blut im Stuhl kann in drei unterschiedlichen Formen vorkommen:
- als sichtbare hellrote Blutauflagerung (peranaler Blutabgang =Hämatochezie),
- als nicht mit dem Auge sichtbare (okkulte) Blutbeimengung und als
- Teerstuhl (Melaena), der schwarz-rötlich, klebrig, glänzend und übel riechend
ist.
Harmlos ist eine Stuhlfärbung durch bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Heidelbeeren) und
Nahrungsergänzungspräparate (z.B. Eisentabletten, Kohlepräparate).
Zu einem peranalen Blutabgang (Blut im Stuhl), kann es bei unterschiedlichen
Krankheitsbildern kommen
Am häufigsten sind dabei symptomatische Hämorrhoiden. Diese Venengeflechte können
bei starkem oder langem Pressen (z.B. bei Verstopfung oder hartem
Stuhlgang) einreißen und zu hellroten Blutauflagerungen auf dem Stuhl und am Toilettenpapier führen. Daneben kann
es zu Schmerzen, Nässen und After-Juckreiz kommen.
Bei der Analfissur (=feiner Riss in der Schleimhaut des Afters) kommt es zu
Schmerzen während der Defäkation (Stuhlgangs) und es können ebenso Hämatochezien (frisches Blut im
Stuhl) auftreten.
Auch bei einer Dickdarmentzündung kann es zu
Blutauflagerungen kommen. Die Dickdarmentzündung kann dabei aufgrund einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung
(z.B. Colitis ulcerosa), nach einer Antibiotikatherapie
(=pseudomembranöse Kolitis), bei Infektionserkrankungen (z.B. durch
Viren = infektiöse Kolitis), bei einer Verengung der darmversorgenden
Blutgefäße (=ischämische Kolitis) oder nach einer Strahlentherapie
(=Strahlenkolitis) auftreten.
Seltener kann es bei Gefäßmissbildungen (z.B. Hämangiome) oder im Rahmen einer Endometriose bei Frauen
(zyklusabhängige Bauchschmerzen und Blutabgänge) zu Hämatochezien kommen.
Bei gutartigen oder grenzwertig gutartigen Darmschleimhautwucherungen (Darmpolypen) oder bösartigen Tumoren (z.B. kololrektales Karzinom = Darmkrebs) kann es zu sichtbaren Blutauflagerungen oder zu okkulten Blutbeimengungen kommen,
die man nur mit speziellen Testverfahren diagnostizieren kann.
Zu Teerstuhl (Melaena) kommt es durch Blutungsquellen im oberen Magen-Darm-Trakt und der damit verbundenen
Einwirkung von Salzsäure (des Magens) auf das Hämoglobin des Blutes. Neben dem typischen Teerstuhl kommt es dabei
häufig auch zu Bluterbrechen (=Hämatemesis). Eine häufige Ursache für den Teerstuhl sind Magen- und
Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulcera).
Außerdem kann es bei Magenschleimhautentzündungen (Gastritis), Verletzungen der Speiseröhre (z.B.
Mallory-Weiss-Syndrom), Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) oder Tumoren zu Blutungen im oberen
Magen-Darm-Trakt kommen, die wiederum auch einen Teerstuhl zur Folge haben können.
Wie dem auch sei: Sie sehen, dass es die unterschiedlichsten Ursachen für das Blut im Stuhl geben kann.
Mein Tipp: suchen Sie Ihren Arzt auf und teilen Sie diesem Ihre Beschwerden mit. Viele
Patienten haben immer noch eine gewisse Scheu darüber zu sprechen - aber glauben Sie mir: Ihr Arzt hat das schon
mal gehört und gesehen. Wichtig ist erst einmal, dass Sie eine Diagnose haben, damit Sie wissen woran Sie sind.
Leider erfolgt die schulmedizinische Therapie viel zu oft nur symptomatisch mit Medikamenten oder einer
Operation.
Meiner Meinung nach wird den meisten Patienten nicht klar genug gemacht, dass der größte Teil der oben genannten
Ursachen "selbst gemacht" sind: durch zu viel Stress und falsche Ernährung.
Und gerade bei Darmkrankheiten könnten Sie als Patient sehr viel durch eine Ernährungs-
und Verhaltensumstellung erreichen. Übrigens kann das Fasten dazu ein
wichtiger Beitrag sein.
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert
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