Pseudomembranöse
Kolitis
Pseudomembranöse Kolitis - Darmentzündung durch
Antibiotika
Die pseudomembranöse Kolitis (auch antibiotikaassoziierte
Kolitis) ist eine Darmentzündung. Sie zeigt sich bei
Menschen mit häufiger und / oder hoher
Antibiotika-Therapie.
Die Antibiotika schädigen die Darmflora und fördern so
das Wachstum und die Vermehrung des Bakteriums Clostridium
difficile.
Dieses anaerobe Stäbchenbakterium findet sich auch im Darm
des Gesunden, ist hier ohne Funktion und verursacht auch keinen
Schaden, solange es sich nicht ungehindert ausbreitet.
Immunschwache und chronisch erkrankte Menschen können
aber in besonderem Maße reagieren. Dabei kann der Zeitpunkt der
ausgelösten Symptome direkt nach Gabe des Antibiotikums liegen,
es kann aber auch erst Wochen danach zu einer
pseudomembranösen Kolitis kommen.
Durch den mehrfachen Einsatz von Antibiotika kann die
Darmflora geschädigt werden, wobei die physiologischen (die
guten) Darmbakterien
vernichtet werden und Platz entsteht für andere Eindringlinge,
wie "böse" Bakterien und auch Hefepilze (
Darmpilze).
Vor allem das Bakterium Clostridium difficile kann sich hier
ungehindert vermehren und dabei giftige Substanzen bilden, die
zu starken Durchfällen führen. Eine "Ansteckung" erfolgt oral
(durch den Mund) und gilt meist ein Zeichen
mangelnder Hygiene (Fäkalbakterien).
Durch die produzierten Gifte (Enterotoxin A, Zytotoxin A +
B) des Bakteriums kommt es zu einer Zellzerstörung an den
Darmwänden.
Die physiologischen Prozesse werden gestört, das
lebensnotwendige Natriumchlorid (NaCl) kann nicht ausreichend
resorbiert werden.
Folgen sind eine vermehrte Wasserausscheidung, welche den
Stuhl flüssig macht (Durchfall),
sowie eine allgemeine Dehydratation (Flüssigkeitsmangel des
Körpers).
Begleitet werden die Durchfälle von kolikartigen Bauchschmerzen, Übelkeit,
Erbrechen, hohem Fieber sowie einer Zunahme der Leukozyten
(Leukozytose = gesichertes Entzündungszeichen).
Die Darmwände verdicken sich, es kommt zu einer Ausbildung
von sog. Pseudomembranen - daher auch der Name pseudomembranöse
Kolitis.
Durch weitere Reizung zeigen sich in seltenen Fällen
auch Blut im
Stuhl oder Schleimbeimengungen des Stuhls.
Unbehandelt kann es zu lebensbedrohlichen Erkrankungen
kommen, z.B. durch Perforation des Darms, Peritonitis
(Bauchfellentzündung), akutes Nierenversagen oder auch das
toxische Megakolon (ausgeprägte
Dickdarmerweiterung mit der Symptomatik eines akuten
Abdomens).
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