Die große Stoffwechselkur nach Dr. Braun
von: René Gräber -
Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Der 1984 verstorbene Arzt Dr. med. Alfred Braun beklagte, dass die Bekämpfung chronischer Krankheiten und
Krebserkrankungen sich auch in der Naturheilkunde in den letzten einhundert Jahren nicht wesentlich verbessert
habe.
Als Ursache stellte er fest, dass die Rolle der Mikroorganismen nicht erforscht sei. Mikroorganismen oder
Mikroben sind kleinste tierische oder pflanzliche Lebewesen, die man nur unter dem Mikroskop erkennt. Als weiteren
Grund für die Hilflosigkeit bei der Bekämpfung schwerer Krankheiten nannte er Diätfehler, speziell die Zufuhr von
zuviel Eiweiß, das die Zerstörung des Stoffwechsels zur Folge habe.
Der Abbau der Nahrungselemente unter Energiegewinnung im Körper erfolgt über den Zweiphasenmechanismus der
Gärung und der Atmung. Die Zellen nehmen auf dem Blutweg den Sauerstoff auf und oxydieren mit Hilfe von Enzymen zu
organischen Verbindungen. Die Energiegewinnung kann durch Anfügen von Sauerstoff vor sich gehen und findet in den
Mitochondrien statt. Mitochondrien sind die energetischen Zentren des Zellhaushaltes, in denen Traubenzucker, Fette
und Aminosäuren durch Sauerstoff oxidiert werden. Die Gewebszelle bekommt dadurch viel Energie.
Bei der Gärung geht der Oxidationsvorgang ohne Sauerstoff durch Abgabe von Wasserstoff vor sich. Es werden
Baustoffe für die Vermehrung der Zellen gebildet.
Durch falsche Ernährung wird der Atmungsstoffwechsel zum Gärungsstoffwechsel. Der Körper kann in 24 Stunden im
Durchschnitt 10 bis 20 Gramm Eiweiß abbauen, ein schwer arbeitender Mann kann 40 Gramm Eiweiß verarbeiten. Nimmt
man zuviel Eiweiß auf, gärt die Zelle, vermehrt sich und es können Krebsgeschwüre entstehen. Der
Gärungsstoffwechsel, der ein Bestandteil der menschlichen Entwicklungsgeschichte ist, wird aktiviert.
Die Heilkur von Dr. med. Braun hat zum Ziel, den Gärungsstoffwechsel des erkrankten Menschen in den
Atmungsstoffwechsel zu überführen. Dazu ist erforderlich, die entarteten Mikroorganismen zu ersetzen und während
einer drei- bis sechswöchigen Kur strikt auf Nahrungseiweiß zu verzichten, um die falsch zusammen gesetzten
Proteine wieder zu erneuern.
Eine Schwierigkeit dieser Kur sieht Dr. Braun in der Mentalität der Patienten, die bei der Beratung nicht
richtig zuhören oder unreflektierte Einwände vorbringen, wie zum Beispiel, man würde durch Hungern nur noch
schwächer, oder ohne Eiweiß sei ein Überleben gar nicht möglich. Dr. Braun spricht von einer Krebsmentalität, die,
auch durch Medien gefördert, sich Heilung durch Bestrahlungen und Chemotherapie erhofft.
Weitere Probleme sieht Dr. Braun in der unangenehmen Wirkung seiner Behandlung in den ersten acht Tagen. Er
spricht hier von „Herdreaktionen“. Manche Patienten bekommen bei seiner Therapie Kopfschmerzen, Magenleiden,
Zittrigkeit oder Schwindel, die mit Hafersuppe, Brühe, Tee oder Kaffee positiv zu beeinflussen seien.
Bei der Diät kann auch der Calciumspiegel sinken, der durch Einnahme von Frubiase Calcium wieder ins
Gleichgewicht gebracht werden könne.
Der Sinn der Kur ist eine gründliche Entschlackung und damit Entgiftung des Körpers. Dazu gehört auch, zweimal
pro Woche einen Reinigungseinlauf vorzunehmen und die Einnahme von Mitteln, die die Nierenausscheidungen
fördern.
Die Schlacken müssen allerdings auch durch die Haut ausgeschwemmt werden.
Dr. Braun empfiehlt hier die Schmierseifenkur, die man zuhause vornehmen kann und sechs Tage dauert. Arme und
Beine werden im Uhrzeigersinn mit Schmierseife, Distelöl und Essig abwechselnd eingerieben.
Am ersten Tag wird der rechte Arm mit Schmierseife eingecremt und zwei Stunden oder über Nacht mit einem Tuch
abgedeckt und danach abgewaschen.
Am zweiten Tag wird der linke Arm auf die gleiche Art mit Schmierseife behandelt. Gleichzeitig wird der rechte
Arm mit Essigwasser eingerieben, um die Haut anzusäuern.
Am dritten Tag wird das linke Bein mit Schmierseife eingerieben und der linke Arm mit Essig abgerieben.
Am vierten Tag kommt das rechte Bein mit Schmierseife dran, und das linke Bein wird mit Essig angesäuert. Neu dazu
kommt, dass nun der linke Arm mit Distelöl eingerieben wird.
Am fünften Tag lässt man die Schmierseife weg und reibt das rechte Bein mit Essigwasser und das linke Bein mit
Distelöl ein.
Am letzten Tag wird nur das rechte Bein mit Distelöl eingerieben.
Diese Kur wiederholt man nach einer oder nach vier Wochen.
Lebensmittel, die den Krebs hemmen oder vor ihm schützen sind Nahrungsmittel, die den oxidativen
Stoffwechselprozess im Darm anregen. Dazu gehören Gemüse, und ballaststoffreiche Kost, Nahrungsmittel, die den Darm
schnell passieren, so dass auch ungesunde Stoffe erst gar nicht lange im Darm verweilen.
Der Gärungsstoffwechsel soll vermieden werden und körperfremdes Eiweiß muss schnell verbrannt werden. Das
funktioniert aber nur, wenn das Nahrungseiweiß für eine bestimmte Zeit völlig entzogen wird. Die Eiweißmoleküle
können nur verbrennen, wenn ein sogenanntes Kohlenhydratfeuer aufrechterhalten wird. Deswegen wird während der Diät
öfter Brühe gereicht.
Man kann auch über den Tag verteilt einen Liter Gemüsesaft trinken, der mit pasteurisierter Molke angereichert
ist. Zusätzlich trinkt man zwei Liter Wasser. Wer mit Müdigkeit zu kämpfen hat, darf etwas Weißwein trinken, der
sofort verbrennt und neue Energie liefert.
Nach einigen Tagen der Kur erhöht sich der Harnsäurespiegel um das Doppelte und ist nach etwa fünf Wochen wieder
normal. Am Ende der Kur ist der Körper entschlackt, und man darf 20 Gramm Eiweiß pro Tag zu sich nehmen, weil kein
abbaupflichtiges Eiweiß mehr im Körper Schaden anrichten kann. Notwendige Operationen sollten erst nach dieser
Heilkur vorgenommen werden.
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