Medizinisches Fasten
Medizinisches Fasten in der römischen Medizin
Im Verlauf des Aufbaus eines römischen Reiches übernahmen die Römer aus den besetzten Gebieten, was ihnen selbst
fehlte. Insbesondere interessierten sie sich für alle Bereiche der Wissenschaften und der Philosophie. Deshalb ist
es nicht verwunderlich, das die bekanntesten Mediziner der römischen Geschichte Cornelius Celsus und Claudius
Galenos aus anderen Kulturkreisen entstammten.
Besonders die Werke von Cornelius Celsus (53 v. Chr. bis 7. n. Chr.) war für die Medizin von großer Bedeutung.
Celsus war vermutlich patrizischer Abstammung. Er führte die Fettsucht auf eine zu schlaffe Haut zurück und
verordnete deshalb ein häufiges Fasten sowie Fieberkuren. Seiner Meinung werden viele Krankheiten durch Ruhe Fasten
geheilt. Celsus ist unter anderem Verfasser der Enzyklopädie "De re medica". In sechs von acht Bänden erläuterte er
verschiedene Krankheiten und nannte Therapiemöglichkeiten in Form von Fasten und Medizin. Zwei weitere Bände
handelten von chirurgischen Eingriffen. Vor Operationen ließ Celsus die Patienten drei Tage lang fasten. Diese
durften nur wenig Speisen und Wasser zu sich nehmen.
Zu den bedeutendsten Ärzten der Antike gehörte auch Claudius Galenos (130-205). Galenos wurde in Pergamon
geboren und lebte später in Rom. Berühmt wurde er durch seine eigene "Vier-Säfte-Lehre", eine Erweiterung der
hippokratischen Medizin. Er kam darin zu der Erkenntnis, dass die gesamte Lebensführung des Menschen
entscheidend ist bei Diagnose und Heilung. Sehr bekannt ist auch seine Lehre der vier Temperamente Phlegmatiker,
Choleriker, Sanguiniker und Melancholiker. Für eine Fettsucht machte er das Phlegma verantwortlich. Er machte
immer wieder aufmerksam auf die negativen Folgen einer Maßlosigkeit bei Speis und Trank. Auch die Vernachlässigung
von körperlicher Betätigung wurde von Galenos angeprangert. Er kam zum dem Schluss, dass die Seele durch zu viel
Blut und Fett erstickt werde und dann nicht mehr in der Lage sei, göttliche und himmlische Dinge zu erkennen
und zu beurteilen.
Caelius Aurelianus übersetzte im 5. Jahrhundert die Werke von Soranos von Ephesos ins Lateinische. Unter den
Büchern befanden sich drei Werke über akute und fünf Bücher über chronische Krankheiten. In seinen Schriften
ging es auch um die Behandlung einer chronischen Fettsucht. In der Beschreibung der Adipositas wies er darauf
hin, dass die Fettsucht zu eingeschränkter Beweglichkeit und schon nach kurzer körperlicher Betätigung zu Atemnot
und Schweißausbrüchen führe. Desweiteren führte er eine gute Körperverfassung auf ein angemessenes Gewicht zurück,
das unbedingt gewahrt werden sollte.
|