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Hohe Leberwerte? Was tun, wenn erhöhte Leberwerte festgestellt werden?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bei jeglichen Untersuchungen, bei denen Blut entnommen wird, sei es die "Routineüberprüfung" oder die Untersuchung einer bestimmten Beschwerde, werden bei der Analyse des Blutes unter anderem auch die Leberwerte geprüft.

In den meisten Fällen werden erhöhte Leberwerte bei Blutuntersuchungen, die routinemäßig durchgeführt werden, festgestellt. Im Rahmen dieser Blutuntersuchung wird die Bilirubinkonzentration und die Konzentration verschiedener Leberenzyme ( GPT, GOT und GGT) im Labor ermittelt. Diese leberspezifischen Enzyme sind bei normaler Körperfunktion nur in der Leber nachweisbar. Durch die Ermittlung der Leberwerte werden mögliche Überlastungen, Schädigungen und Erkrankungen der Leber erhoben.

Bei der Messung von Leberwerten wird die Eigenschaft absterbender Leberzellen genutzt, welche ins Blut übergehen und dort bestimmte Enzyme freisetzen. Kann über den Bluttest nachgewiesen werden, dass sich eine erhöhte Konzentration von Leberenzymen und Leberzellen im Blut befindet, kann davon ausgegangen werden, dass vor kurzer Zeit Leberzellen abgestorben sind. Bei den meisten Formen der Schädigung der Leber (beispielsweise durch Entzündungen, Krebs, Alkoholmissbrauch oder Vergiftungen) sind die Blutwerte der Leberenzyme in bestimmter Weise erhöht.

Ursachen für erhöhte Leberwerte

Übermäßiger Alkoholkonsum ist wohl die allgemein bekannteste Ursache für erhöhte Leberwerte. Mehr dazu in meinem Beitrag: Die Leber und der Alkohol.

Zusätzlich kommen natürlich weitere Faktoren als Auslöser der "Normalwertüberschreitung" der Leberwerte in Betracht. So können neben Alkohol-, Drogen- und Medikamentenkonsum auch Infektionen mit Parasiten, Bakterien oder Viren oder eine stark fetthaltige oder zuckerhaltige Ernährung oder die Verengungen der Gallenwege zu einer solchen Überschreitung führen.

Werden bei der Blutuntersuchung erhöhte Leberwerte erkannt, sollten diese auf jeden Fall weiter kontrolliert werden, da gegebenenfalls auch eine Leberzirrhose oder (in sehr seltenen Fällen) Leberkrebs für eine Überschreitung der Normwerte verantwortlich sein könnte. Die untersuchte Blutprobe liefert leider keine Aufschlüsse über die Ursache für erhöhte Leberwerte.

Erste Maßnahme: Ursachen beseitigen!

Die allgemeine Vorgangsweise bei veränderten Leberwerten besteht darin, dass der Arzt mit dem Patienten mögliche Ursachen bespricht bzw. ausschließt: Dazu zählen der Alkoholkonsum, die Verwendung von Medikamenten, Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern (um ein Hepatitis-B-Risiko auszuschließen) und Erkrankungen in der Familie. Es kann also etwas dauern, bis die häufigsten Risikofaktoren ausgeschlossen sind.

Leberschäden durch Medikamente

Medikamente als Ursache sollten immer ausgeschlossen werden. Dabei sind nicht nur die "normalen" Geschütze der Pharmaindustrie verdächtigt, sondern auch zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang noch an Berichte wie diesen: Leberschäden durch Herbalife-Produkte. Erwähnen Sie deshalb beim Arzt alle Präparate, die Sie regelmäßig einnehmen oder in der Zeit vor der Blutanalyse eingenommen haben.

Leberschäden durch Gifte

Giftstoffe jeglicher Art spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Entwicklung fast aller Lebererkrankungen. Da zur Funktion der Leber der Abbau von Giftstoffen (Abfallprodukte des Stoffwechsels) gehört, kann eine übermäßige Zufuhr von Giften die Leberfunktion stark beeinflussen. Viele Giftstoffe verhindern auch ganz massiv die Heilung bereits bestehender Leber-Schädigungen! Und die Quellen von Giftstoffen sind leider vielfältig: Sie können in der Nahrung, in der Atemluft, im Trinkwasser, in der Bausubstanz des Wohnhauses oder Arbeitsplatzes, in Möbeln und Wandfarben, in Kleidung und in vielen anderen alltäglichen Dingen stecken. Auch Alkohol, Nikotin und Drogen gehören natürlich zu den Giftstoffen, die die Leber belasten.

In Kapitel 5 meines Buches "Die biologische Lebertherapie" erfahren Sie die Ursachen für Lebererkrankungen und welche Gifte Sie unbedingt meiden sollten. Hierzu gebe ich Ihnen in meinem Buch ganz konkrete und auch leicht umsetzbare Tipps!

Leberschäden durch Infektionen

Verschiedenste Infektionen mit Viren, Bakterien, Pilzen oder Parasiten können eine Leberschädigung und damit verbunden erhöhte Leberwerte verursachen. Virale Infektionen, die zu einer Leberentzündung führen können, sind zum Beispiel Mumps, Röteln (Rubellavirus) oder Gelbfieber. Herpes-Viren (beispielsweise das Varizella-Zoster-Virus, verantwortlich für Windpocken und Gürtelrose) und alle Hepatitis-Viren (Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D, Hepatitis E) sind ebenfalls mögliche Auslöser einer Entzündung der Leber. Während die Entzündungen der Leber bei den meisten viralen Infektionskrankheiten als akute Begleiterscheinung auftreten, gehen Infektionen durch Hepatitis-Viren oftmals umgehend in das chronische Stadium über.

Bakterielle Infektionen der Leber, aufgrund derer erhöhte Leberwerte auftreten können, werden zum Beispiel durch Tuberkulose-Erreger (Mycobacterium tuberculosis), Syphilis-Erreger (Treponema pallidum) (Syphilis), einige Enterobakterien (Salmonellen, Shigellen) und Borrelien (Auslöser der Borreliose) bedingt.

Oft sind dabei bereits vor dem Nachweis der erhöhten Leberwerte typische Anzeichen der bakteriellen Erkrankungen zu diagnostizieren. Eine Salmonellen-Infektion ist häufig von Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Die Erkrankung an Tuberkulose zeigt zumeist eher unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber und Husten, eine Syphiliserkrankung zeigt  sich vor allem durch die Bildung von Geschwüren im Genitalbereich und grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.

Auch Pilzinfektionen können manchmal Leberentzündungen zur Folge haben. Hier ist besonders das Vermehren von Hefe-Pilzen (Candida) beispielhaft. Parasiten, die eine Entzündung der Leber auslösen können, sind unter anderem der sogenannte Leberegel und andere Saugwurmarten, Plasmodien (einzellige Parasiten, Erreger der Malaria), Amöben, Spulwürmer, Bandwürmer und Leishmanien (intrazelluläre Parasiten). Bei Verdacht sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden, da sonst Lebensgefahr drohen kann.

Leberschäden durch ungesunde Ernährung

Stark fetthaltiges Essen belastet bekanntermaßen die Leber und kann bei dauerhaftem Genuss zu einer Leberverfettung führen. Hierbei sind vor allem die Werte GOT und GGT erhöht. Ohne eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomografie lässt sich jedoch eine Fettleber kaum diagnostizieren. Eine durch fetthaltige Ernährung bedingte Leberveränderung ist meist reversibel, lässt sich also durch eine Ernährungsumstellung heilen. Daher wird sie auch nicht als eine schwerwiegende Erkrankung eingestuft. Eine Fettleber kann jedoch in ein entzündliches Stadium übergehen, welches sich durch eine erhöhte Druckempfindlichkeit des Organs, Appetitlosigkeit, Übelkeit, einen signifikanten Gewichtsverlust (Untergewicht) und Fieber zeigt. Bei einem schweren Verlauf entwickelt sich aus der entzündlichen Fettleber eine Leberzirrhose, und diese kann für die Patienten lebensgefährlich sein.

Leberschäden durch Erkrankungen der Gallenwege

Beeinträchtigungen des Abflusses der Gallenflüssigkeit durch Gallenwegsverengung oder andere Gallenblasenerkrankungen können auch eine Entzündung der Leber und erhöhten Leberwerten bedingen. Beispiele hierfür sind Gallensteine oder Gallengangentzündungen.

Erhöhte Leberwerte senken

Aufgrund der vielfältigen Ursachen für eine Erhöhung der Leberwerte sind auch die Therapieansätze relativ zahlreich. Liegt die Erhöhung der Leberwerte in der Ernährung begründet, ist erst einmal eine Ernährungsumstellung und eine schonende Gewichtsreduktion zu empfehlen.

Die viralen Hepatitis-Infektionen können mit antiviralen Medikamenten therapiert werden, sowohl mit Mitteln der Schulmedizin, als auch mit Mitteln der Alternativmedizin.

Bei bakteriell bedingten Leberentzündungen ist die Gabe von Antibiotika in der Regel angebracht, aber es gibt auch Ausnahmen.

Grundsätzlich sollten in jedem Fall weitere Belastungen der Leber so weit wie möglich vermieden werden. Als Spezialisten können bei Bedarf Hepatologen oder Gastroenterologen zurate gezogen werden.

Gehen die erhöhten Leberwerte auf Gallengangserkrankungen zurück, kann eine Operation sinnvoll sein. Bei Gallensteinen, die aus Cholesterin bestehen, ist jedoch normalerweise eine "Auflösung" durch Medikamente möglich - aber auch hier gäbe es die ein oder andere sinnvolle Alternative.

Wird die Entzündung der Leber durch Würmer hervorgerufen, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die jedoch manchmal die Leber zusätzlich belasten.
Alle Parasiten, die eine Entzündung der Leber verursachen, können in den meisten Fällen medikamentös therapiert werden. Die Therapie zielt in erster Linie auf eine Elimination (Abtötung) der Parasiten.

Darüber hinaus sind Kuren, die allgemein das Immunsystem stärken, Teil der Behandlung.

Die Untersuchung der Leber

Im Anschluss an die Suche nach den Ursachen für erhöhte Leberwerte folgt zumeist eine gründliche körperliche Untersuchung sowie die Beantwortung der Frage, wie weit die Leberschädigung fortgeschritten ist.

Bei der Untersuchung wird in der Regel eine Ultraschalluntersuchung durch einen Arzt durchgeführt, bei der die Leber darstellbar ist. Eine Leberzirrhose oder ein Leberkrebs könnte so gesehen werden. Zur weiteren Klärung der Umstände wird mit dem Einverständnis des Patienten eine Gewebeprobe entnommen, die durch eine Punktion oder Biopsie erfolgen kann.

Die Analyse der Gewebeprobe dient dazu, zwei Faktoren zu bestimmen: den Schädigungsgrades der Leber und mögliche Ursachen.

Die Punktion bzw. Biopsie muss allerdings nicht zwangsläufig erfolgen, denn auch die Einhaltung bzw. Veränderung einiger Lebensgewohnheiten können zur Absenkung erhöhter Leberwerte führen: Diese bestehen beispielsweise im zeitweisen Verzicht auf Alkohol, Abnehmen und einer gesunden Ernährung -dazu weiter unten auch etwas mehr.

In meinem Buch "Die biologische Lebertherapie" zeige ich Ihnen, wie Sie mit verschiedenen Verfahren aus der Naturheilkunde Ihre Leberwerte deutlich verbessern können.

Für mehr Informationen dazu klicken Sie bitte HIER.

Die biologische Lebertherapie - von René Gräber

Vorab ein paar Kurzhinweise auf einige Parameter, die in dem Buch "Biologische Lebertherapie" zur Sprache kommen. Diese Parameter können bei der Diagnose und Therapie hilfreich sein. Vielleicht kann ich mich sogar so weit „aus dem Fenster lehnen“ und behaupten, dass eine Normalisierung dieser Parameter weit mehr als die „halbe Miete“ bei der Therapie einer Lebererkrankung ausmacht ...

Ferritin

Ferritin ist ein Proteinkomplex, dessen Aufgabe es ist, Eisen zu speichern. Eisen ist eine für den Organismus schädliche Substanz, die einen sicheren „Lagerort“ benötigt, um keinen Schaden in den Körperzellen anzurichten. Und hier ist das Ferritin, das primär in der Leber, aber auch in der Milz und im Knochenmark vorkommt, die angemessene und sichere Speicherform.

Liegen die Ferritin-Werte unter dem Normalbereich, dann besteht der Verdacht auf eine Anämie. Allerdings werden die Bestimmungen nur im Blut durchgeführt und nicht an Leberzellen, wo das Ferritin eigentlich arbeitet. Man geht bei dieser Bewertung davon aus, dass die Ferritin-Konzentrationen in den Zellen mit den Konzentrationen im Blut korrespondieren, was aber nicht immer der Fall sein muss.

Bei Infektionen von Leber und Milz erhöhen sich die Serumwerte signifikant. Grund dafür ist die Schädigung von Leberzellen durch die Infektion und die damit oft verbundenen Entzündungen, sodass der Inhalt der zerstörten Leberzellen inklusive Ferritin freigesetzt und in die Blutbahnen abgegeben wird.

Da aber auch andere Erkrankungen zu einem erhöhten Ferritinspiegel führen können (zum Beispiel allgemeine Entzündungsprozesse, Hämochromatose, längere Hungerperioden, Autoimmunerkrankungen, Krebserkrankungen und so weiter), ist ein erhöhter Wert kein spezifischer Hinweis auf eine Lebererkrankung.

Man könnte hier an einen Aderlass denken, um zu hohe Ferritinspiegel zu senken, was aber eine rein symptomatische Behandlung darstellt und durch weitergehende Maßnahmen ergänzt werden müsste.

Triglyceride

Obwohl die Leber eine besondere Quelle von Triglyceriden ist, sind sehr hohe Triglyceridwerte in keinem ursächlichen Zusammenhang mit einer Lebererkrankung zu sehen. Die Leber synthetisiert Triglyceride zum Beispiel aus Kohlenhydraten, die dann im Fettgewebe deponiert werden. Erst ein kritisches Absinken der Triglycerid-Synthese gäbe Anlass zur Sorge, da hier ein fulminantes Versagen der Leberfunktion zu befürchten ist.

Cholesterin

Die Leber ist „die Mutter“ allen Cholesterins. Andere Zellen im Organismus sind zwar auch in der Lage, Cholesterin zu synthetisieren. Jedoch sind die erzeugten Mengen im Vergleich zur Lebersynthese zu vernachlässigen.

Wie auch bei den Triglyceriden sind hohe Serumspiegel an Cholesterin keine zuverlässigen Parameter für eine mögliche Lebererkrankung. Da die Synthese in der Leber stattfindet, wäre eher ein drastischer Abfall der Cholesterinkonzentrationen im Blut aber ein Hinweis auf einen Funktionsverlust der Leber.

Vitamin D

Es mag erstaunlich klingen, dass das Vitamin D etwas mit Leberproblemen zu tun haben könnte. Wenn ja, dann hieße das möglicherweise, dass man Leber-Patienten durch Sonnenbaden von ihrem Leiden befreien könnte? Aber Leberleiden und erhöhte Leberwerte gehen oft Hand in Hand mit Mangelerscheinungen von einigen Nährstoffen.

Im Wesentlichen sind hier drei Nährstoffe zu nennen – eine Fettsäure und zwei Vitamine. Und eins der beiden Vitamine ist das Vitamin D.

Dieses Vitamin hat eine „innige“ Beziehung zur Leber. Denn diese ist der größte Vitamin-D-Speicher des Organismus. Daher können Lebererkrankungen die Speicherkapazität für das Vitamin herabsetzen. Da Vitamin D ein fettlösliches (lipophiles) Vitamin ist, kann es bei einer Leberstörung zu Resorptionsdefiziten kommen. Für die Zeitgenossen, die keine Angst vor der Sonne haben und ihren Vitamin-D-Bedarf durch Sonnenstrahlen oder Sonnenstudios decken möchten, gilt die Einschränkung durch eine möglicherweise eingeschränkte Resorption nicht. Aber durch die vorübergehende oder permanente Einschränkung der Speichermöglichkeit des Vitamins ist es umso wichtiger, den „Nachschub“ an Vitamin D zu gewährleisten. Denn Vitamin D hat eine zentrale Bedeutung für den Organismus und das Immunsystem.

Vitamin B12

Auch dieses Vitamin wird in der Leber gespeichert. Und auch hier kommt es bei Leberfunktionsstörungen zu einer Einschränkung der Speicherkapazitäten und damit zu einem Vitamin-B12-Mangel.

Selen

Selen spielt bei Erkrankungen der Leber diagnostisch keine Rolle. Aber für die Prophylaxe und Therapie ergibt sich ein signifikanter Bezug. Denn Selen wird benötigt, um die Glutathionperoxidase aufzubauen. Die wiederum ist notwendig, um die von Glutathion abhängige Neutralisierung von Peroxiden zu katalysieren. Kurz gesagt: Hier handelt es sich um elementare anti-oxidative Prozesse, ohne die ein Leben nicht denkbar wäre. Da aber bei so gut wie allen Lebererkrankungen vermehrt freie Radikale auftreten, besonders bei den Entzündungen (Hepatitis), ist es umso wichtiger, einen oder mehrere Antioxidantien zu haben, die die Aktivitäten der freien Radikale unterbinden und zusätzliche Schäden verhindern.

Zink

Zink ist ein wichtiges Spurenelement für das Immunsystem. Ähnlich wie Selen ist Zink auch Bestandteil von einigen Enzymen, wie zum Beispiel der Glutathionperoxidase. Für das Immunsystem ist Zink eine Art Bremse, die verhindert, dass es zu überschießenden Immunreaktionen kommt. Von daher ist Zink besonders wichtig für Lebererkrankungen, die auf einem Autoimmungeschehen beruhen.

Zink kann vom Organismus nicht gespeichert werden. Leider kann die Durchschnittsernährung in Deutschland eine adäquate Versorgung mit Zink nicht gewährleisten, besonders die industriell gefertigten Fertiggerichte (und alles, was in Plastik eingepackt ist). Von daher sind Mangelerscheinungen hier keine Seltenheit. Vielleicht ist dieser Mangel auch mit verantwortlich für eine Zunahme von Autoimmunerkrankungen und Allergien.

Omega-3-Fettsäuren

Auch hier haben wir es mit einer spezifischen Wirksamkeit zu tun, die auf altbekannten Wirkmustern beruht: Omega-3-Fettsäuren wirken anti-entzündlich und immunregulierend. Bei Mäusen zeigte eine Studie, dass die Omega-3-Fettsäuren bei einer Dioxin-Vergiftung die Leberfunktionen der Mäuse aufrechterhalten konnte. Eine Meta-Analyse zeigte eine günstige Wirkung von Omega-3-Fettsäuren bei einer Fettleber. Grund für das positive Resultat war die Eindämmung von Entzündungsprozessen in der Leber, die bei einer Fettleber immer mit von der Partie sind.

Da die moderne Ernährung in Form von Fast Food und Fertiggerichten viel zu wenig Omega-3-Fettsäuren (wenn überhaupt) liefert, dafür aber potenziell viel zu viel Omega-6-Fettsäuren, die entzündungsfördernd sind, ist es bei einer leberfreundlichen Ernährung wichtig, darauf zu achten, dass das Verhältnis zwischen Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren stimmt. Ein optimales Verhältnis liegt bei 1 : 3,5.

Vitamin E

Auch das Vitamin E ist ein starkes und wichtiges Antioxidans. Was ich bereits zu den oben aufgeführten anti-oxidativen Substanzen ausgeführt habe, gilt auch für das Vitamin E in Bezug auf Lebererkrankungen. Ob hohe Konzentrationen von diesem Vitamin zu besseren Ergebnissen führen, das lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich denke, dass eine ausreichende, beziehungsweise auf keinen Fall zu niedrige Konzentration dieses Vitamins einen Beitrag zur Behandlung von hohen Leberwerten leisten kann - zumindest in einigen Fällen. Eine Therapie mit Vitamin E alleine wäre aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Scheitern verurteilt.

Ein Blick auf die Ernährung bei hohen Leberwerten

Wie wir gesehen haben, sollten wir einen großen Teil der günstigen Nährstoffe und Mineralstoffe über die Ernährung zu uns nehmen. Wir haben auch gesehen, dass das, was man uns als „Lebensmittel“ verkauft, bestenfalls den Titel „Überlebensmittel“ verdient, da hier fast alles, was für den Organismus wichtig ist, fehlt oder zu spärlich ausfällt. Von daher ist es an der Zeit, einmal auf Nahrungsmittel hinzuweisen, die „für die Leber“ gut sind:

Grüner Tee

Es gibt inzwischen eine Reihe von Studien mit grünem Tee. Eine Übersichtsarbeit zeigte, dass dieser Tee Lebererkrankungen günstig beeinflussen und das Risiko dafür herabsetzen kann. Darüber hinaus verbessert der Tee Fettstoffwechselstörungen und hat einen positiven Einfluss auf Leberenzyme.

Pflaumen

Pflaumen scheinen in der Lage zu sein, eine Reihe von Leberenzymen zu normalisieren. Dies würde symptomatisch auf eine Verbesserung des Krankheitsbildes schließen.

Haferflocken

Wichtig ist bei der Behandlung einer Lebererkrankung eine gleichzeitige Änderung der Ernährungsgewohnheiten. Ohne diese ist jede Therapie zum Scheitern verurteilt. Haferflocken oder Müsli auf Haferflockenbasis scheinen hier eine gute Alternative zu sein, denn in einer Studie zeigten Übergewichtige mit Fettleber eine Reduzierung von Körpergewicht und Transaminasen-Aktivitäten.

Artischocke

Es wird vermutet, dass Artischocken ebenfalls günstige Wirkungen auf die Leber haben. Studien dazu gibt es leider nur wenige.

Andere Nahrungsmittel mit günstigen Wirkungen auf die Leberwerte sind Folgende:

  • Granatapfel – Reduktion von oxidativem Stress, mehr dazu in meinem Beitrag zum Granatapfelsaft - Quell wahrer Gesundheit 
  • Curcumin – Reduktion von Transaminasen
  • Ingwer – Reduktion von Transaminasen
  • Lakritze – Reduktion von Transaminasen
  • Grünalgen – Reduktion von Transaminasen, siehe auch mein Beitrag: Heilkraft aus dem Meer: Chlorella und Spirulina 
  • Melatonin / Tryptophan – Reduktion von oxidativem Stress
  • L-Carnitin – Verbesserung der Leberenzyme
  • Probiotika – Verbesserung von Leberenzymen

Naturheilkunde bei erhöhten Leberwerten

Auch die Naturheilkunde bietet Verfahren, die begleitend zu den genannten Behandlungsansätzen, entsprechend den jeweiligen Grunderkrankungen angewandt werden sollten, um den Körper von Giftstoffen zu befreien und die Leber zu unterstützen. Hier bietet vor allem die Pflanzenheilkunde Möglichkeiten, die Leber mit Hilfe von Löwenzahn, Artischocken oder Mariendistel zu unterstützen oder zu schützen.

Jedoch sollten diese Verfahren nur unter fachkundlicher Anleitung angewandt werden, da, je nach Ursache der erhöhten Leberwerte, auch negative Nebeneffekte auftreten können. Neben Pflanzenheilkunde kann auch Heilfasten oder der gezielte Einsatz von Schüssler-Salzen eine Entlastung der Leber bedingen und so den Heilungsprozess beschleunigen.

FAZIT

Das Konzept einer auf Lebererkrankungen bzw. erhöhte Leberwerte abgestellten Ernährungsform ist die Bekämpfung von Entzündungen und Eindämmung von oxidativem Stress in der Leber.

Sind diese beiden Faktoren ausgeschaltet, dann bestehen keine Barrieren mehr für den Organismus, seine Selbstheilungskräfte voll zur Entfaltung zu bringen. Denn, (und das ist der wichtigste therapeutische Ansatz in diesem Zusammenhang), die aufgeführten Substanzen beziehungsweise Nahrungsmittel „heilen“ nicht die Leber aktiv.

Sie beanspruchen nicht, ein Medikament zu sein, welche aber in der Regel auch nicht mehr vermögen, als nur Symptome zu kaschieren. Vielmehr beseitigen diese Substanzen Störungen, die die Selbstheilungskräfte des Organismus behindern. Und das geschieht in der Regel auch noch nebenwirkungsfrei.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.05.2015 aktualisiert


   
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