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Hohe Leberwerte? Was tun, wenn erhöhte Leberwerte festgestellt werden?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bei jeglichen Untersuchungen bei denen Blut entnommen wird, sei es die "Routineüberprüfung" oder eine bestimmte Beschwerde, werden bei der Analyse des Blutes unter anderem auch die Leberwerte geprüft.

Falls diese erhöht sind bzw. schlecht ausfallen, können verschiedenste Ursachen vorliegen, auf keinen Fall sind diese immer auf einen erhöhten Alkoholkonsum zurückzuführen. Auch dem Arzt stellen sich etliche Fragen, denn die Gründe für hohe Leberwerte sind zahlreich und schwer herauszufinden. Die untersuchte Blutprobe liefert nämlich keine Aufschlüsse über die Ursache für erhöhte Leberwerte.

Bei der Messung von Leberwerten wird die Eigenschaft absterbender Leberzellen zunutze gemacht, welche ins Blut übergehen und dort bestimmte Enzyme freisetzen.

Erste Maßnahme: Ursachen beseitigen!

Die allgemeine Vorgangsweise bei veränderten Leberwerten besteht darin, dass der Arzt mit dem Patienten mögliche Ursachen bespricht bzw. ausschließt: dazu zählen der Alkoholkonsum, die Verwendung von Medikamenten, Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern (um ein Hepatitis B Risiko auszuschließen) und Erkrankungen in der Familie. Es kann also etwas dauern um die häufigsten Risikofaktoren auszuschließen.

Leberschäden durch Medikamente

Medikamente als Ursache sollten immer ausgeschlossen werden. Dabei sind nicht nur die "normalen" Geschütze der Pharmaindustrie verdächtigt sondern auch zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang noch an Berichte wie diesen: Leberschäden durch Herbalife-Produkte.

Leberschäden durch Gifte

Giftstoffe jeglicher Art spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Entwicklung fast aller Lebererkrankungen. Viele Giftstoffe verhindern auch ganz massiv die Heilung bereits bestehender Leber-Schädigungen!

In Kapitel 5 meines Buches "Die biologische Lebertherapie" erfahren Sie die Ursachen für Lebererkrankungen und welche Gifte Sie unbedingt meiden sollten. Hierzu gebe ich Ihnen in meinem Buch ganz konkrete und auch leicht umsetzbare Tipps!

Die Untersuchung der Leber

Im Anschluss an die Suche nach den Ursachen für erhöhte Leberwerte, folgt zumeist eine gründliche körperliche Untersuchung sowie die Beantwortung der Frage, wie weit die Leberschädigung fortgeschritten ist.

Bei der Untersuchung wird in der Regel eine Ultraschalluntersuchung durch einen Arzt durchgeführt, bei der die Leber darstellbar ist. Eine Leberzirrhose oder ein Leberkrebs könnte so gesehen werden. Zur weiteren Klärung der Umstände wird mit dem Einverständnis des Patienten eine Gewebeprobe entnommen, die durch eine Punktion oder Biopsie erfolgen kann.

Die Analyse der Gewebeprobe dient dazu zwei Faktoren zu bestimmen: diese bestehen aus der Feststellung des Schädigungsgrades der Leber und möglicher Ursachen.

Die Punktion bzw. Biopsie muss allerdings nicht zwangsläufig erfolgen, denn auch die Einhaltung bzw. Veränderung einiger Lebensgewohnheiten können zur Absenkung erhöhter Leberwerte führen: diese bestehen beispielsweise im zeitweisen Verzicht auf Alkohol, Abnehmen und einer gesunden Ernährung - dazu weiter unten auch etwas mehr.

In meinem Buch "Die biologische Lebertherapie" zeige ich Ihnen, wie Sie mit verschiedenen Verfahren aus der Naturheilkunde Ihre Leberwerte dramatisch verbessern können.

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Die biologische Lebertherapie - von René Gräber

Vorab einige Kurzhinweise auf einige Parameter, die in dem Buch zur Sprache kommen. Diese Parameter können bei der Diagnose und Therapie hilfreich sein. Vielleicht kann ich mich sogar so weit „aus dem Fenster lehnen“ und behaupten, dass eine Normalisierung dieser Parameter weit mehr als die „halbe Miete“ bei der Therapie einer Lebererkrankung ausmacht...

Ferritin

Ferritin ist ein Proteinkomplex, dessen Aufgabe es ist, Eisen zu speichern. Eisen ist eine für den Organismus schädliche Substanz, die einen sicheren „Lagerort“ benötigt, um keinen Schaden in den Körperzellen anzurichten. Und hier ist das Ferritin, das primär in der Leber, aber auch in der Milz und im Knochenmark vorkommt, die angemessene und sichere Speicherform.

Liegen die Ferritin-Werte unter dem Normalbereich, dann besteht der Verdacht auf eine Anämie. Allerdings werden die Bestimmungen nur im Blut durchgeführt und nicht an zum Beispiel Leberzellen. Man geht bei dieser Bewertung davon aus, dass die Ferritin-Konzentrationen in den Zellen mit den Konzentrationen im Blut korrespondieren, was aber nicht immer der Fall sein muss.

Bei Infektionen von Leber und Milz erhöhen sich die Serumwerte signifikant. Grund dafür ist die Schädigung von Leberzellen durch die Infektion und den damit oft verbundenen Entzündungen, so dass der Inhalt der zerstörten Leberzellen inklusive Ferritin freigesetzt und in die Blutbahnen abgegeben werden.

Da aber auch andere Erkrankungen zu einem erhöhten Ferritinspiegel führen können (zum Beispiel allgemeine Entzündungsprozesse, Hämochromatose, längere Hungerperioden, Autoimmunerkrankungen, Krebserkrankungen und so weiter), ist ein erhöhter Wert kein spezifischer Hinweis auf eine Lebererkrankung.

Man könnte hier an einen Aderlass denken, um zu hohe Ferritinspiegel zu senken, was aber eine rein symptomatische Behandlung darstellt und durch weitergehende Maßnahmen ergänzt werden müsste.

Triglyceride

Obwohl die Leber eine besondere Quelle von Triglyceriden ist, sind sehr hohe Triglyceridwerte in keinem ursächlichen Zusammenhang mit einer Lebererkrankung zu sehen. Die Leber synthetisiert Triglyceride aus zum Beispiel Kohlenhydraten, die dann im Fettgewebe deponiert werden. Erst ein kritisches Absinken der Triglycerid-Synthese gäbe Anlass zur Sorge, da hier ein fulminantes Versagen der Leberfunktion zu befürchten ist.

Cholesterin

Die Leber ist „die Mutter“ allen Cholesterins. Andere Zellen im Organismus sind zwar auch in der Lage, Cholesterin zu synthetisieren. Jedoch sind die erzeugten Mengen im Vergleich zur Lebersynthese zu vernachlässigen.

Wie auch bei den Triglyceriden sind hohe Serumspiegel an Cholesterin keine zuverlässigen Parameter für eine mögliche Lebererkrankung. Da die Synthese in der Leber stattfindet, wäre eher ein drastischer Abfall der Cholesterinkonzentrationen im Blut ein Hinweis auf einen Funktionsverlust der Leber.

Vitamin D

Es mag erstaunlich klingen, dass das Vitamin D etwas mit Leberproblemen zu tun haben könnte. Wenn ja, dann hieße das möglicherweise, dass man Leber-Patienten durch Sonnenbaden von ihre Leiden befreien könnte? Aber Leberleiden und erhöhte Leberwerte gehen oft Hand in Hand mit Mangelerscheinungen von einigen Nährstoffen.

Im Wesentlichen sind hier drei Nährstoffe zu nennen – eine Fettsäure und zwei Vitamine. Und eins der beiden Vitamine ist das Vitamin D.

Dieses Vitamin hat eine „innige“ Beziehung zur Leber. Denn diese ist der größte Vitamin-D-Speicher des Organismus. Daher können Lebererkrankungen die Speicherkapazität für das Vitamin herabsetzen. Da Vitamin D ein fettlösliches (lipophiles) Vitamin ist, kann es bei einer Leberstörung zu Resorptionsdefiziten kommen. Für die Zeitgenossen, die keine Angst vor der Sonne haben und ihren Vitamin-D-Bedarf durch Sonnenstrahlen oder Sonnenstudios decken möchten, gilt die Einschränkung durch eine möglicherweise eingeschränkte Resorption nicht. Aber durch die vorübergehende oder permanente Einschränkung der Speichermöglichkeit des Vitamins ist es umso wichtiger, den „Nachschub“ an Vitamin D zu gewährleisten. Denn Vitamin D hat eine zentrale Bedeutung für den Organismus und das Immunsystem.

Vitamin B12

Auch dieses Vitamin wird in der Leber gespeichert. Auch hier kommt es bei Leberfunktionsstörungen zu einer Einschränkung der Speicherkapazitäten und damit zu einem Vitamin-B12-Mangel.

Selen

Selen spielt bei Erkrankungen der Leber diagnostisch keine Rolle. Aber für die Prophylaxe und Therapie ergibt sich ein signifikanter Bezug. Denn Selen wird benötigt, um die Glutathionperoxidase aufzubauen. Die wiederum ist notwendig, um die von Glutathion abhängige Neutralisierung von Peroxiden zu katalysieren. Kurz gesagt: Hier handelt es sich um elementare anti-oxidative Prozesse, ohne die ein Leben nicht denkbar wäre. Da aber bei so gut wie allen Lebererkrankungen vermehrt freie Radikale auftreten, besonders bei den Entzündungen (Hepatitis), ist es umso wichtiger, einen oder mehrere Antioxidantien zu haben, die die Aktivitäten der freien Radikale unterbindet und zusätzliche Schäden verhindert.

Zink

Zink ist ein wichtiges Spurenelement für das Immunsystem. Ähnlich wie Selen ist Zink auch Bestandteil von einigen Enzymen, wie zum Beispiel der Glutathionperoxidase. Für das Immunsystem ist Zink eine Art Bremse, die verhindert, dass es zu überschießenden Immunreaktionen kommt. Von daher ist Zink besonders wichtig für Lebererkrankungen, die auf einem Autoimmungeschehen beruhen.

Zink kann vom Organismus nicht gespeichert werden. Leider kann die Durchschnittsernährung in Deutschland eine adäquate Versorgung mit Zink nicht gewährleisten, besonders die industriell gefertigten Fertiggerichte (und alles, was in Plastik eingepackt ist). Von daher sind Mangelerscheinungen hier keine Seltenheit. Vielleicht ist dieser Mangel auch mit verantwortlich an einer Zunahme von Autoimmunerkrankungen und Allergien.

Omega-3-Fettsäuren

Auch hier haben wir es mit einer spezifischen Wirksamkeit zu tun, die auf altbekannten Wirkmustern beruht: Omega-3-Fettsäuren wirken anti-entzündlich und immunregulierend. Bei Mäusen zeigte eine Studie, dass die Omega-3-Fettsäuren bei einer Dioxin-Vergiftung die Leberfunktionen der Mäuse aufrechterhalten konnte. Eine Meta-Analyse zeigte eine günstige Wirkung von Omega-3-Fettsäuren bei einer Fettleber. Grund für das positive Resultat war die Eindämmung von Entzündungsprozessen in der Leber, die bei einer Fettleber immer mit von der Partie sind.

Da die moderne Ernährungsform in Form von Fastfood und Fertiggerichten viel zu wenig Omega-3-Fettsäuren (wenn überhaupt) liefert, dafür aber potentiell viel zu viel Omega-6-Fettsäuren, die entzündungsfördernd sind, ist es bei einer leberfreundlichen Ernährung wichtig, darauf zu achten, dass das Verhältnis zwischen Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren stimmt. Ein optimales Verhältnis liegt bei 1 : 3,5.

Vitamin E

Auch das Vitamin E ist ein starkes und wichtiges Antioxidans. Was ich bereits zu den oben aufgeführten anti-oxidativen Substanzen ausgeführt habe, gilt auch für das Vitamin E in Bezug auf Lebererkrankungen. Ob hohe Konzentrationen von diesem Vitamin zu besseren Ergebnissen führen, das lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich denke, dass eine ausreichende, beziehungsweise auf keinen Fall zu niedrige Konzentration dieses Vitamins einen Beitrag zur Behandlung von hohen Leberwerten leisten kann - zumindest in einigen Fällen. Eine Therapie mit Vitamin E alleine wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Scheitern verurteilt.

Ein Blick auf die Ernährung bei hohen Leberwerten

Wie wir gesehen haben, sollten wir einen großen Teil der günstigen Nährstoffe und Mineralstoffe über die Ernährung zu uns nehmen. Wir haben auch gesehen, dass das, was man uns als „Lebensmittel“ verkauft, bestenfalls den Titel „Überlebensmittel“ verdient, da hier fast alles, was für den Organismus wichtig ist, fehlt oder zu spärlich ausfällt. Von daher ist es an der Zeit, einmal auf Nahrungsmittel hinzuweisen, die „für die Leber“ gut sind:

Grüner Tee

Es gibt inzwischen eine Reihe von Studien mit grünem Tee. Eine Übersichtsarbeit zeigte, dass dieser Tee Lebererkrankungen günstig beeinflussen und das Risiko dafür herabsetzen kann. Darüber hinaus verbessert der Tee Fettstoffwechselstörungen und hat einen positiven Einfluss auf Leberenzyme.

Pflaumen

Pflaumen scheinen in der Lage zu sein, eine Reihe von Leberenzymen zu normalisieren. Dies würde symptomatisch auf eine Verbesserung des Krankheitsbildes schließen.

Haferflocken

Wichtig ist bei der Behandlung einer Lebererkrankung eine gleichzeitige Änderung der Ernährungsgewohnheiten. Ohne die ist jede Therapie zum Scheitern verurteilt. Haferflocken oder Müsli auf Haferflockenbasis scheinen hier eine gute Alternative zu sein, denn in einer Studie zeigten Übergewichtige mit Fettleber eine Reduzierung von Körpergewicht und Transaminasen-Aktivitäten.

Artischocke

Es wird vermutet, dass Artischocken ebenfalls günstige Wirkungen auf die Leber hat. Studien dazu gibt es leider nur wenige.

Andere Nahrungsmittel mit günstigen Wirkungen auf die Leberwerte sind Folgende:

  • Granatapfel – Reduktion von oxidativem Stress, mehr dazu in meinem Beitrag zum Granatapfelsaft - Quell wahrer Gesundheit 
  • Curcumin – Reduktion von Transaminasen
  • Ingwer – Reduktion von Transaminasen
  • Lakritze – Reduktion von Transaminasen
  • Grünalgen – Reduktion von Transaminasen, siehe auch mein Beitrag: Heilkraft aus dem Meer: Chlorella und Spirulina 
  • Melatonin / Tryptophan – Reduktion von oxidativem Stress
  • L-Carnitin – Verbesserung der Leberenzyme
  • Probiotika – Verbesserung von Leberenzymen

FAZIT

Das Konzept einer auf Lebererkrankungen, bzw. erhöhte Leberwerte abgestellten Ernährungsform ist die Bekämpfung von Entzündungen und Eindämmung von oxidativem Stress in der Leber. Sind diese beiden Faktoren ausgeschaltet, dann bestehen keine Barrieren mehr für den Organismus, seine Selbstheilungskräfte voll zur Entfaltung zu bringen. Denn, (und das ist der wichtigste therapeutische Ansatz in diesem Zusammenhang), die aufgeführten Substanzen beziehungsweise Nahrungsmittel „heilen“ nicht die Leber aktiv. Sie beanspruchen nicht, ein Medikament zu sein, welche in der Regel auch nicht mehr vermögen, als nur Symptome zu kaschieren. Vielmehr beseitigen diese Substanzen Störungen, die die Selbstheilungskräfte des Organismus behindern. Und das geschieht in der Regel auch noch nebenwirkungsfrei.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert


   
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