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Gesund mit Löwenzahnsaft?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist einer der wenigen Pflanzen und Kräuter die fast alle Deutschen wirklich kennen. Für die meisten ist der Löwenzahn nur "Unkraut", das beseitigt werden muss. Die wenigsten wissen um dessen ausgezeichnete Heilwirkungen.

Löwenzahnsaft kann zum einen selber gewonnen werden. Hierzu werden vorzugsweise die "jungen" Blätter des Löwenzahns gewonnen und entsaftet. Bequemer und ganzjährig verfügbar ist er in Reformhäusern und Naturkostfachgeschäften zu erstehen.
Dem Löwenzahnsaft werden zahlreiche positive gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben.

Löwenzahn in verschiedenen Stadien
Abb1: Löwenzahn in der Blüte, im Übergangsstadium und als reife Löwenzahnpflanze (v.l.n.r.)

Seine Bitterstoffe, vor allem Taraxin und Cholin, wirken positiv auf Leber, Galle, Magen und Bauchspeicheldrüse.

Der Bitterstoff Taraxin gilt als harntreibend. Er reinigt den Körper auf diese Weise von Giftstoffen und unterstützt dabei die Niere. Daher ist der Saft des Löwenzahns ein beliebtes Mittel bei einer Entschlackungskur.

Cholin ist unter anderem für den Abtransport von Fettmolekülen aus der Leber wichtig. Es kann aber auch die Verwertung von Cholesterin verbessern und somit einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut ausgleichen.

Noch dazu wird Cholin in Acetylcholin, einen wichtigen Botenstoff des Gehirns, der Gefühle und Emotionen steuert, umgewandelt (zusammengefasst in http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19906248).

Da Löwenzahnsaft die Produktion von Galle fördert, soll dies direkte Vorteile für die Haut haben. Denn Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass Schadstoffe, die nicht mit der Galle ausgeschieden werden, für unreine Haut und Juckreiz verantwortlich sein können. Wird die Gallenproduktion angeregt, so können mehr dieser Schadstoffe eliminiert werden.

Die im Löwenzahnsaft enthaltenen Bitterstoffe sollen außerdem die Blutbildung fördern. Wissenschaftler konnten zeigen, dass Löwenzahn außerdem entzündungshemmend und schmerzlindern wirkt, noch dazu antioxidative Eigenschaften aufweist und die Entstehung von Krebszellen verhindern kann (zusammengefasst in www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16950583).

Als Mineralstoffe sind Kalium, Calcium, Natrium, Phosphor und Eisen enthalten. Der Vitamin C Gehalt ist recht hoch, sodass Löwenzahnsaft auch gegen Erkältungskrankheiten hilft. Zudem dient Löwenzahnsaft der "Blutreinigung".

Eine weitere Wirkung des Löwenzahnsaftes besteht darin, dass er bei äußerlicher Anwendung gegen Warzen helfen kann. Ebenfalls wird er zur Linderung bei Verbrennungen und Insektenstichen auf der Haut angewendet.

Der Saft der Löwenzahnwurzel gilt als besonders wirkungsvoll bei Arthritis. Denn er soll die schmerzhaften Entzündungen der Gelenke lindern.

Wie bei jeder Heilpflanze, so kann eine Überdosierung auch bei Löwenzahnsaft zu unerwünschten Wirkungen führen. Insbesondere Reizungen des Magen-Darm-Traktes und Kontaktekzeme der Haut sind in seltenen Fällen beobachtet worden.

Bei einer angemessenen Dosierung treten die Nebenwirkungen nicht auf. Eine häufige Dosierungsempfehlung lautet, den Löwenzahnsaft drei bis viermal täglich vor den Mahlzeiten einzunehmen und ihn dazu mit der sechsfachen Menge Wasser zu verdünnen. Erwachsene können hierbei einen Esslöffel, Kinder hingegen nur einen Teelöffel Pflanzensaft zu sich nehmen.

Der Geschmack des Löwenzahnsaftes ist auf angenehme Art leicht bitter.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 11.12.2012 aktualisiert