MSM – Methylsulfonylmethan: Wundermittel der Natur?

René Gräber vor MSM-Pulver, Kapseln und Kniegelenk – Methylsulfonylmethan: Wirkung, Anwendung und Dosierung

MSM gehört zu jenen Nahrungsergänzungsmitteln, deren Name zunächst nach Chemielabor klingt, während die Werbung daraus gern ein Naturwunder macht. Die schwefelhaltige Verbindung soll Gelenkschmerzen lindern, Entzündungen hemmen, Knorpel schützen, Muskeln regenerieren, Allergien bessern, die Haut straffen, den Darm abdichten und den Körper entgiften.

Je länger man im Internet sucht, desto länger wird die Liste. Irgendwann hilft MSM angeblich gegen beinahe alles. Stimmt das?

MSM ist weder wirkungslos noch das universelle Heilmittel, als das es gelegentlich verkauft wird. Die Substanz besitzt interessante biologische Eigenschaften. Für einige Einsatzgebiete liegen klinische Untersuchungen vor. Die wissenschaftliche Grundlage ist allerdings wesentlich schmaler, als die zahlreichen Heilversprechen vermuten lassen.

In diesem Beitrag zeige ich, was Methylsulfonylmethan ist, wie es wirken könnte, welche Anwendungen untersucht wurden, welche Dosierungen üblich sind und wo aus einer interessanten Substanz eine reichlich aufgeblasene Verkaufsgeschichte wird.

MSM: Das Wichtigste in Kürze

  • MSM steht für Methylsulfonylmethan und ist eine organische Schwefelverbindung.
  • Am häufigsten wird MSM bei Gelenkbeschwerden und insbesondere bei Kniearthrose eingesetzt.
  • Einige kleinere Studien zeigen eine leichte Verringerung von Schmerzen und funktionellen Beschwerden.
  • Die Studienlage ist begrenzt und teilweise widersprüchlich.
  • Ein Wiederaufbau zerstörten Gelenkknorpels wurde nicht nachgewiesen.
  • Für Muskelkater, allergischen Schnupfen und bestimmte Hautparameter gibt es erste Hinweise, aber keine überzeugende Beweislage.
  • Für Schwermetallausleitung, Leaky Gut, Diabetes, COPD, chronische Infektionen oder Krebs fehlen klinische Wirksamkeitsnachweise.
  • In klinischen Studien wurden meist Mengen zwischen einem und sechs Gramm täglich eingesetzt.
  • Eine allgemein anerkannte therapeutische Dosierung existiert nicht.
  • Langzeitdaten und verlässliche Untersuchungen zu Wechselwirkungen sind weiterhin dürftig.

Beginnen wir mit der Frage:

Was ist MSM?

MSM ist die Abkürzung für Methylsulfonylmethan. Die chemische Bezeichnung lautet Dimethylsulfon. Gelegentlich findet man auch die Schreibweise DMSO2.

Die Summenformel lautet:

C2H6O2S

MSM ist eine kleine, wasserlösliche und schwefelhaltige Verbindung. In reiner Form erscheint sie als weißes kristallines Pulver. Der Geschmack ist leicht bitter.

Das Molekül besteht zu ungefähr 34 Prozent aus Schwefel. Daraus entstand die populäre Bezeichnung „organischer Schwefel“. Chemisch ist diese Bezeichnung vertretbar. Medizinisch sagt sie zunächst wenig aus.

MSM kommt in geringen Mengen in Pflanzen, Lebensmitteln sowie im menschlichen und tierischen Organismus vor. Die Mengen, die wir über gewöhnliche Lebensmittel aufnehmen, liegen jedoch weit unter den Dosierungen handelsüblicher Nahrungsergänzungsmittel.

Ein Nahrungsergänzungsmittel mit zwei oder drei Gramm MSM ist daher nicht einfach eine konzentrierte Portion dessen, was ohnehin täglich auf dem Teller liegt. Es handelt sich um eine pharmakologisch wesentlich höhere Zufuhr.

Nach der Einnahme wird MSM aus dem Darm aufgenommen, im Organismus verteilt und schließlich zum großen Teil über die Nieren ausgeschieden. Einzelheiten des menschlichen MSM-Stoffwechsels sind noch nicht vollständig geklärt.

Ist MSM wirklich „organischer Schwefel“?

Schwefel ist ein lebenswichtiges Element. Er ist Bestandteil zahlreicher Eiweiße, Enzyme und Stoffwechselverbindungen. Ausführlicher beschreibe ich dies in meinem Beitrag über die Heilkraft und biologische Bedeutung des Schwefels.

Besonders wichtig ist Schwefel als Bestandteil der Aminosäuren Cystein und Methionin. Schwefelhaltige Bindungen tragen zur räumlichen Stabilität zahlreicher Eiweiße bei. Sie spielen unter anderem bei Keratin, Haut, Haaren, Nägeln und verschiedenen Strukturproteinen eine Rolle.

Auch das körpereigene Antioxidans Glutathion enthält Schwefel. Glutathion ist an Redoxreaktionen, am Zellschutz und an verschiedenen körpereigenen Entgiftungsprozessen beteiligt.

Aus dieser biologischen Bedeutung wird in der Werbung häufig folgende Geschichte gebaut:

Der Körper braucht Schwefel. MSM enthält Schwefel. Also braucht der Körper MSM.

Ganz so einfach ist es nicht ganz… Der Mensch nimmt den größten Teil seines Schwefels über schwefelhaltige Aminosäuren aus eiweißreichen Lebensmitteln auf. Für MSM selbst gibt es weder einen offiziell festgelegten Tagesbedarf noch ein anerkanntes Mangelbild.

Es existieren keine typischen Beschwerden, anhand derer ein Therapeut zuverlässig einen „MSM-Mangel“ feststellen könnte. Auch ein allgemein etablierter Bluttest steht dafür nicht zur Verfügung. MSM kann dem Organismus Schwefel liefern. Daraus folgt noch nicht, dass jeder Mensch zusätzliches MSM benötigt. Ebenso wenig lässt sich daraus ableiten, dass jede Erkrankung, an der schwefelhaltige Eiweiße beteiligt sind, durch MSM gebessert werden muss.

Die gelegentlich verbreitete Behauptung, ein Gramm MSM decke den gesamten täglichen Schwefelbedarf, ist wissenschaftlich nicht wirklich begründet. Der menschliche Schwefelstoffwechsel ist kein Tank, den man morgens mit einem Messlöffel MSM auffüllt.

Natürliche Schwefelquellen

Schwefel gelangt vor allem über eiweißhaltige Lebensmittel in den Körper. Dazu gehören Eier, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, Nüsse und verschiedene Getreidearten.

Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Kohl und andere Kreuzblütler enthalten ebenfalls interessante Schwefelverbindungen. Diese Pflanzenstoffe sind allerdings chemisch nicht mit einer hoch dosierten MSM-Einnahme gleichzusetzen.

„Enthält Schwefel“ ist keine einheitliche Wirkstoffbezeichnung. Knoblauch, Cystein, Sulfat, MSM und ein Schwefelbad haben trotz desselben Elements nicht automatisch dieselbe Wirkung.

MSM und DMSO: Was ist der Unterschied?

MSM ist chemisch mit Dimethylsulfoxid, kurz DMSO, verwandt. Die beiden Substanzen werden deshalb gelegentlich in einen Topf geworfen. Das führt zu erheblichen Missverständnissen. DMSO besitzt ausgeprägte Lösungs- und Transporteigenschaften. Es kann die Haut durchdringen und dabei andere gelöste Substanzen mittransportieren. Diese Eigenschaft macht DMSO interessant, verlangt aber zugleich einen sehr sorgfältigen Umgang.

MSM ist die stärker oxidierte und chemisch stabilere Verbindung. Es wird überwiegend als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. DMSO wird eher äußerlich und in bestimmten medizinischen Zusammenhängen verwendet.

Erfahrungen mit DMSO lassen sich nicht automatisch auf MSM übertragen. Dass der Körper einen Teil des DMSO in MSM umwandeln kann, macht beide Stoffe noch lange nicht zu demselben Präparat. Ausführliche Informationen zu Anwendung, Wirkungen und Risiken finden Sie in meinem Beitrag über DMSO und Dimethylsulfoxid.

Wie könnte MSM wirken?

Die meisten Erklärungsmodelle zur MSM-Wirkung stammen aus Zellkulturen, Tierexperimenten oder kleineren Humanstudien. Solche Untersuchungen sind wichtig. Sie können zeigen, welche Signalwege eine Substanz beeinflusst.

Ein Laborbefund ist allerdings noch keine erfolgreiche Behandlung.

Das ist einer der häufigsten Fehler in der Nahrungsergänzungsmittelwerbung: Eine Substanz verändert im Reagenzglas einen Entzündungsmarker. Wenige Sätze später soll sie Arthrose, Rheuma, Allergien, Darmprobleme und Krebs behandeln.

Einfluss auf Entzündungsprozesse

In experimentellen Untersuchungen beeinflusste MSM verschiedene Signalwege, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Dazu gehören der Transkriptionsfaktor NF-kB sowie bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe.

Diskutiert werden unter anderem Veränderungen bei:

  • Tumornekrosefaktor alpha,
  • Interleukin-6,
  • bestimmten Prostaglandinen,
  • oxidativen Stressreaktionen und
  • der Aktivierung entzündungsrelevanter Enzymsysteme.

Diese Beobachtungen machen eine mögliche entzündungshemmende Wirkung plausibel. Sie sagen noch nichts darüber aus, wie stark der Effekt beim Menschen ausfällt und ob er für eine konkrete Erkrankung klinisch bedeutsam ist.

Oxidativer Stress und Glutathion

Einige Untersuchungen fanden unter MSM Veränderungen bestimmter Marker des oxidativen Stresses. Außerdem wird diskutiert, ob die Substanz den Glutathionstoffwechsel beeinflussen könnte.

Glutathion gehört zu den wichtigsten körpereigenen antioxidativen Systemen. Es schützt Zellstrukturen und ist an verschiedenen Umwandlungs- und Ausscheidungsprozessen beteiligt.

Aus einem möglichen Einfluss auf Glutathion ergibt sich allerdings kein Nachweis für eine allgemeine „Entgiftung“. Erst recht beweist dies keine Ausleitung von Quecksilber, Blei oder anderen Schwermetallen.

Bindegewebe, Knorpel und Kollagen

Schwefelhaltige Strukturen spielen bei Haut, Haaren, Nägeln und bestimmten Eiweißen eine wichtige Rolle. Daraus entstand die Annahme, MSM könne den Aufbau von Knorpel und Kollagen fördern.

Die biochemische Überlegung klingt zunächst einleuchtend. Trotzdem wurde bisher nicht nachgewiesen, dass oral eingenommenes MSM zerstörten Gelenkknorpel wiederherstellt, gerissene Sehnen repariert oder altersbedingte Bindegewebsschäden rückgängig macht.

Für eine gesunde Kollagenbildung benötigt der Körper unter anderem ausreichendes Eiweiß, Prolin, Lysin, Kupfer, Zink und Vitamin C. MSM ist allenfalls ein möglicher Baustein innerhalb eines wesentlich größeren Stoffwechselgeschehens.

Zellmembranen und Durchlässigkeit

Im Internet wird häufig behauptet, MSM erhöhe die Durchlässigkeit der Zellmembranen. Dadurch könnten Nährstoffe leichter aufgenommen und Giftstoffe besser ausgeschieden werden.

Diese Erklärung wird oft wiederholt, ist beim Menschen jedoch nicht in einer Weise belegt, aus der sich eine umfassende therapeutische Wirkung ableiten ließe.

Eine allgemein erhöhte Membrandurchlässigkeit wäre zudem nicht automatisch günstig. Zellmembranen funktionieren gerade deshalb, weil sie Stoffe kontrolliert und selektiv transportieren.

Der Organismus ist keine Küche, deren Fenster man zur Entgiftung einfach weiter öffnen muss.

Was sagt die Studienlage?

Die klinische Forschung zu MSM ist überschaubar. Es gibt einige randomisierte Untersuchungen, kleinere Pilotstudien, offene Beobachtungsstudien und zahlreiche Labor- oder Tierexperimente.

Anwendungsgebiet Datenlage Praktische Bewertung
Kniearthrose Mehrere kleine klinische Studien Ein leichter symptomatischer Nutzen ist möglich. Die Ergebnisse sind nicht eindeutig.
Allgemeine Gelenkschmerzen Wenige, teilweise kombinierte Präparate Eine Wirkung von MSM allein lässt sich häufig nicht beurteilen.
Muskelkater und sportliche Belastung Kleine Kurzzeitstudien Erste Hinweise, aber kein verlässlicher Leistungs- oder Regenerationseffekt.
Allergischer Schnupfen Kleine offene und experimentelle Studien Interessant, aber für eine allgemeine Therapieempfehlung zu schwach.
Hautalterung Sehr kleine kosmetische Untersuchung Allenfalls vorläufige Hinweise.
Leaky Gut und Darmerkrankungen Keine überzeugenden klinischen Studien Keine belegte Behandlung.
Diabetes und Insulinresistenz Vor allem Labor- und Tierdaten Keine Grundlage für eine Therapieempfehlung.
Entgiftung und Schwermetalle Keine belastbaren Humanstudien Die verbreiteten Aussagen sind nicht belegt.
Krebs Zell- und Tierexperimente Keine nachgewiesene Krebstherapie beim Menschen.
COPD und Infektionen Keine geeigneten klinischen Belege Keine seriöse Behandlungsempfehlung möglich.

MSM bei Arthrose und Gelenkschmerzen

Arthrose ist das am häufigsten untersuchte Einsatzgebiet von MSM.

Bei einer Arthrose verändern sich nicht nur die Knorpelflächen. Betroffen sind je nach Stadium auch Gelenkkapsel, Knochen, Muskulatur, Sehnen, Bewegungsmuster und entzündliche Prozesse im Gelenk.

Die Erkrankung lässt sich daher nicht auf einen angeblichen Schwefelmangel reduzieren. Ausführlicher beschreibe ich die Ursachen und naturheilkundlichen Möglichkeiten in meinem Beitrag über Arthrose und Gelenkverschleiß.

Die häufig zitierte MSM-Studie von 2006

In einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Pilotstudie erhielten 50 Patienten mit Kniearthrose zwölf Wochen lang entweder MSM oder ein Placebo.

Die MSM-Gruppe nahm zweimal täglich drei Gramm ein, insgesamt also sechs Gramm pro Tag. Bei bestimmten Schmerz- und Funktionswerten zeigten sich Verbesserungen.

Die Autoren warnten allerdings selbst vor zu weitreichenden Schlussfolgerungen. Die Untersuchung war klein, dauerte nur zwölf Wochen und konnte weder eine langfristige Wirkung noch einen Schutz des Knorpels nachweisen.

Die Studie zeigte eine mögliche symptomatische Wirkung. Sie zeigte keinen Knorpelaufbau und keine Heilung der Arthrose.

Die Untersuchung mit 3,375 Gramm MSM

Eine weitere placebokontrollierte Studie untersuchte 3,375 Gramm MSM täglich über zwölf Wochen. Auch hier verbesserten sich einzelne Schmerz- und Funktionswerte.

Die Unterschiede waren jedoch klein. Die Autoren erklärten ausdrücklich, dass die klinische Bedeutung der Verbesserungen noch geklärt werden müsse.

Genau dieser Satz verschwindet in vielen Produktbeschreibungen. Übrig bleibt dann nur: „Studie beweist Wirkung bei Arthrose.“

Zwischen einem statistisch messbaren Unterschied und einer für den Patienten deutlich spürbaren Verbesserung liegt bisweilen eine beachtliche Strecke.

Neuere Untersuchung bei leichten Knieschmerzen

Eine 2023 veröffentlichte Studie untersuchte MSM bei gesunden Teilnehmern mit leichten Kniebeschwerden. Bestimmte Lebensqualitäts- und Beschwerdewerte verbesserten sich.

Auch diese Untersuchung war relativ klein. Außerdem handelte es sich nicht um Patienten mit schwerer oder fortgeschrittener Arthrose.

Die Ergebnisse sind interessant, rechtfertigen jedoch keine Aussage, MSM könne verschlissenen Knorpel wiederherstellen.

Was sagen Übersichtsarbeiten?

Eine systematische Auswertung der Studien zu MSM und DMSO kam zu dem Schluss, dass es positive Hinweise gibt, die Daten aber keine definitive Wirksamkeit belegen.

Eine weitere statistische Auswertung bewertete die durchschnittliche Schmerzlinderung als gering und klinisch nicht überzeugend.

Damit lässt sich die Lage recht vernünftig zusammenfassen:

MSM kann bei einem Teil der Patienten mit leichter bis mäßiger Kniearthrose Beschwerden etwas lindern. Wie groß der Effekt tatsächlich ist und welche Patienten profitieren, bleibt offen.

MSM baut keinen zerstörten Knorpel auf

Die Behauptung, MSM lasse Knorpel nachwachsen, findet sich auf zahlreichen Verkaufsseiten. Klinisch nachgewiesen wurde dies nicht.

Röntgenaufnahmen, Kernspintomografie oder andere bildgebende Verfahren zeigen bisher keinen überzeugenden Wiederaufbau verlorener Knorpelsubstanz durch MSM.

Eine symptomatische Besserung ist trotzdem möglich. Weniger Schmerzen bedeuten jedoch nicht automatisch, dass die Gelenkstruktur repariert wurde.

Was bei Arthrose wichtiger bleibt

Ein Nahrungsergänzungsmittel kann ein therapeutisches Konzept ergänzen. Es ersetzt kein Konzept.

Zu den entscheidenden Maßnahmen gehören:

  • gezielter Muskelaufbau,
  • Verbesserung der Beweglichkeit,
  • Korrektur von Fehlbelastungen,
  • ausreichende tägliche Bewegung,
  • Reduktion von Übergewicht und viszeralem Bauchfett,
  • Behandlung von Stoffwechselstörungen,
  • eine entzündungsarme Ernährung und
  • eine vernünftige Belastungssteuerung.

Bei übergewichtigen Patienten oder entzündlich geprägten Gelenkbeschwerden kann auch das Fasten interessant sein. In meinem Beitrag über das Buchinger-Fasten bei Arthritis und Gelenkbeschwerden bespreche ich dazu passende Untersuchungen.

Ein solcher Ansatz verlangt mehr Mitarbeit als die Einnahme einer Kapsel. Vielleicht wird er gerade deshalb erheblich seltener beworben.

MSM zusammen mit Glucosamin und anderen Gelenkstoffen

MSM wird häufig mit weiteren sogenannten Gelenknährstoffen kombiniert. Dazu gehören vor allem:

MSM und Glucosamin

Eine ältere randomisierte Studie verglich Glucosamin, MSM, die Kombination beider Substanzen und ein Placebo.

Die Kombination schnitt bei einigen Beschwerdewerten günstiger ab. Die Untersuchung war jedoch klein. Daraus lässt sich nicht sicher ableiten, dass MSM und Glucosamin grundsätzlich synergistisch wirken.

Bei Kombinationspräparaten entsteht ein weiteres Problem: Wenn es dem Patienten besser geht, ist unklar, welcher Bestandteil dafür verantwortlich war. Bleibt die Wirkung aus, lässt sich ebenso wenig beurteilen, welcher Stoff überflüssig war.

Manche Gelenkpräparate enthalten zehn oder fünfzehn Zutaten in kleinen Mengen. Das wirkt auf der Verpackung eindrucksvoll. Therapeutisch erhält man häufig einen bunten Eintopf, in dem kein Bestandteil sinnvoll beurteilt werden kann.

MSM und Chondroitin

Chondroitin ist ein natürlicher Bestandteil des Knorpelgewebes und wird häufig mit Glucosamin und MSM kombiniert. Die Studienlage zu Chondroitin ist umfangreicher als diejenige zu MSM, aber ebenfalls nicht einheitlich.

Bei einer Kombination sollte geprüft werden, ob die einzelnen Inhaltsstoffe überhaupt in Mengen enthalten sind, die in klinischen Untersuchungen eingesetzt wurden. Eine hübsche Zutatenliste mit homöopathisch anmutenden Mengen hilft dem Gelenk wenig.

MSM und Kollagen

MSM wird gern zusammen mit Kollagen angeboten. Die Begründung lautet, Schwefel und Kollagen ergänzten sich beim Aufbau des Bindegewebes.

Eine gewisse biochemische Plausibilität ist vorhanden. Ein überzeugender klinischer Nachweis, dass gerade die Kombination einem einzelnen hochwertigen Kollagenpräparat überlegen ist, fehlt.

Wer mehrere Mittel gleichzeitig beginnt, kann später kaum erkennen, welches davon tatsächlich geholfen hat. In der Praxis ist ein schrittweises Vorgehen oft wesentlich aufschlussreicher.

MSM bei Sport, Muskelkater und Regeneration

Sportler nehmen MSM vor allem aus drei Gründen:

  • zur Verringerung von Muskelkater,
  • zur Beschleunigung der Regeneration und
  • zum Schutz vor belastungsbedingten Muskelschäden.

Einige kleine Untersuchungen fanden nach intensiver körperlicher Belastung Veränderungen bei:

  • subjektiven Muskelbeschwerden,
  • bestimmten Markern des oxidativen Stresses,
  • Glutathionwerten,
  • Kreatinkinase und
  • einzelnen Entzündungsparametern.

Die Studien waren meist klein und von kurzer Dauer. Teilweise wurden untrainierte Teilnehmer untersucht, die eine ungewohnte Belastung absolvierten. Solche Versuchsmodelle lassen sich nur begrenzt auf regelmäßig trainierende Sportler übertragen.

Verhindert MSM Muskelverletzungen?

Ein verlässlicher Schutz vor Muskelfaserrissen, Sehnenverletzungen, Zerrungen oder Überlastungsschäden wurde nicht nachgewiesen.

MSM kann schlechte Trainingsplanung nicht ausgleichen. Es ersetzt weder ausreichende Regeneration noch Schlaf, Eiweißversorgung, Belastungssteuerung und eine vernünftige Technik.

Wer nach beinahe jeder Trainingseinheit ungewöhnlich starke Schmerzen entwickelt, sollte zunächst folgende Punkte prüfen:

  • Ist die Belastungssteigerung zu schnell?
  • Fehlen Regenerationstage?
  • Ist die Schlafqualität ausreichend?
  • Bestehen Eisen-, Vitamin-D-, Magnesium- oder Eiweißdefizite?
  • Liegt eine Verletzung oder chronische Überlastung vor?
  • Werden Schmerzmittel eingesetzt, um Warnsignale zu überdecken?

Der nächste Messlöffel Nahrungsergänzungsmittel ist nicht immer die Antwort. Manchmal ist das Trainingsprogramm schlicht Unsinn.

MSM vor oder nach dem Training?

Es gibt keine überzeugenden Daten, die einen bestimmten Einnahmezeitpunkt unmittelbar vor oder nach dem Sport verlangen.

In Studien wurde MSM meist täglich über mehrere Tage oder Wochen verwendet. Eine akute Einnahme unmittelbar vor dem Training ist daher kaum plausibler als die regelmäßige Zufuhr.

MSM bei Allergien und Heuschnupfen

Auch bei saisonalem Heuschnupfen wird MSM eingesetzt.

Eine offene Untersuchung aus dem Jahr 2002 verwendete 2,6 Gramm MSM täglich über 30 Tage. Die Teilnehmer berichteten über eine Besserung verschiedener Beschwerden.

Die Studie hatte jedoch keine überzeugende Placebokontrolle. Das ist bei Heuschnupfen ein erhebliches Problem. Die Beschwerden verändern sich abhängig von:

  • Pollenflug,
  • Wetter,
  • Aufenthaltsort,
  • Tageszeit,
  • gleichzeitig eingenommenen Mitteln und
  • Erwartungshaltung.

Eine spätere kleine Untersuchung setzte einen standardisierten Allergenkontakt ein und fand Verbesserungen einzelner nasaler Beschwerden und Messwerte. Auch diese Daten reichen noch nicht für eine allgemeine Therapieempfehlung.

Wie könnte MSM bei Allergien wirken?

Diskutiert werden eine entzündungshemmende Wirkung und ein Einfluss auf die Schleimhäute. Die häufige Behauptung, MSM lege einen schützenden Film über die Schleimhaut und halte dadurch Allergene fern, ist jedoch nicht überzeugend belegt.

Bei chronischen Allergien reicht es aus meiner Sicht ohnehin nicht, nur ein weiteres Mittel gegen Symptome einzunehmen. Eine gründliche Betrachtung schließt Darmflora, Schleimhäute, Ernährung, Histaminbelastung, Umweltfaktoren und Regulationsstörungen des Immunsystems ein.

Ausführlicher gehe ich darauf in meinem Beitrag über die naturheilkundliche Behandlung von Allergien ein.

Auch Heilfasten bei Allergien kann in ausgewählten Fällen interessant sein. Dies sollte jedoch nicht mitten in einer schweren akuten Reaktion auf eigene Faust begonnen werden.

Wann MSM bei einer Allergie nicht genügt

Bei Atemnot, Kreislaufproblemen, ausgeprägten Schwellungen oder asthmatischen Beschwerden ist eine sofortige medizinische Behandlung notwendig. MSM ist kein Ersatz für ein Notfallmedikament.

Eine Substanz kann in kleinen Studien interessant sein und im Notfall trotzdem völlig ungeeignet. Diesen Unterschied sollte man nicht erst während eines anaphylaktischen Geschehens entdecken.

MSM für Haut, Haare und Nägel

MSM wird gern als Schönheitsmineral oder „Beauty-Schwefel“ angeboten. Die Begründung klingt zunächst plausibel: Schwefelhaltige Verbindungen spielen für Keratin, Haut, Haare, Nägel und Bindegewebe eine Rolle.

Eine kleine klinische Untersuchung berichtete unter MSM über Verbesserungen bestimmter äußerlich sichtbarer Zeichen der Hautalterung. Untersucht wurden unter anderem Falten, Hautstruktur und Festigkeit.

Die Teilnehmerzahl war gering. Solche kosmetischen Bewertungen sind zudem anfällig für subjektive Einflüsse. Eine einzelne kleine Studie beweist keine zuverlässige Anti-Aging-Wirkung.

MSM bei Falten und schlaffer Haut

Eine leichte Verbesserung einzelner Hautparameter ist denkbar. Ob MSM einer ausgewogenen Eiweißversorgung, Vitamin C, Sonnenschutz, gutem Schlaf oder einem sinnvoll ausgewählten Kollagenpräparat überlegen ist, wurde nicht gezeigt.

Die Haut altert zudem nicht aufgrund eines isolierten MSM-Mangels. Entscheidende Faktoren sind unter anderem:

  • UV-Strahlung,
  • Rauchen,
  • Blutzuckerschwankungen,
  • Proteinversorgung,
  • oxidativer Stress,
  • Hormone,
  • Schlaf,
  • Durchblutung und
  • Mikronährstoffstatus.

MSM bei Haarausfall und brüchigen Nägeln

Für eine verlässliche Wirkung bei Haarausfall oder brüchigen Nägeln fehlen überzeugende klinische Studien.

Bei solchen Beschwerden sollten zunächst häufigere Ursachen geprüft werden:

  • Eisenmangel,
  • Schilddrüsenstörungen,
  • Zinkmangel,
  • Eiweißmangel,
  • hormonelle Veränderungen,
  • chronische Entzündungen,
  • Medikamente und
  • Belastungen durch Stress oder schwere Erkrankungen.

MSM einzunehmen, ohne diese Faktoren zu prüfen, ist bequem. Es ist nur nicht unbedingt zielführend.

MSM bei Rosazea und Hautentzündungen

Es gibt Untersuchungen zu äußerlich eingesetzten Kombinationen, die MSM enthalten. Häufig waren zusätzliche Wirkstoffe beteiligt. Daraus lässt sich keine sichere Wirkung von MSM allein ableiten.

Bei Rosazea, Akne, Ekzemen oder chronischem Juckreiz sollte die Ursache genauer betrachtet werden. Darm, Histamin, Hautbarriere, Hormone, Kosmetika und Medikamente können eine Rolle spielen.

MSM bei Leaky Gut und Darmbeschwerden

MSM wird in naturheilkundlichen Kreisen häufig beim Leaky-Gut-Syndrom empfohlen.

Dabei wird behauptet, MSM könne:

  • die Darmschleimhaut abdichten,
  • die Zellverbindungen stabilisieren,
  • Entzündungen reduzieren,
  • Candida bekämpfen,
  • Parasiten abtöten und
  • Giftstoffe aus dem Darm entfernen.

Für diese weitreichenden Aussagen fehlen überzeugende klinische Humanstudien.

Es gibt experimentelle Hinweise auf entzündungsmodulierende Eigenschaften. Daraus folgt keine nachgewiesene Reparatur einer gestörten Darmbarriere.

Was bei einer gestörten Darmbarriere wichtiger ist

Bei chronischen Darmbeschwerden sollte nach den tatsächlichen Ursachen gesucht werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
  • Zöliakie,
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen,
  • Infektionen,
  • Fehlbesiedlungen,
  • Medikamente,
  • Alkohol,
  • anhaltender Stress,
  • Störungen der Gallensäuren und
  • eine unzureichende Leistung der Bauchspeicheldrüse.

Auch die Zusammensetzung und Funktion der Darmflora spielt eine wichtige Rolle.

MSM kann im Einzelfall begleitend ausprobiert werden. Es ersetzt weder Diagnostik noch Ernährungsumstellung, Schleimhauttherapie oder eine gezielte Behandlung der Ursache.

MSM gegen Candida?

Die Behauptung, MSM beseitige Candida im menschlichen Darm, ist klinisch nicht belegt.

Eine Substanz kann in einer Zellkultur oder unter sehr speziellen Laborbedingungen das Wachstum eines Mikroorganismus beeinflussen. Im Darm herrschen völlig andere Konzentrationen und Bedingungen.

Wer jede Verschlechterung nach MSM als „Candida-Absterben“ deutet, macht es sich zu einfach. Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen können schlicht Nebenwirkungen sein.

Kann MSM den Körper entgiften?

Kaum ein Begriff wird bei Nahrungsergänzungsmitteln so großzügig verwendet wie „Entgiftung“.

MSM enthält Schwefel. Schwefelhaltige Verbindungen sind an verschiedenen körpereigenen Stoffwechsel- und Ausscheidungswegen beteiligt. Cystein ist beispielsweise ein Bestandteil des Glutathions.

Daraus wird häufig folgende Behauptung abgeleitet:

MSM öffnet die Zellmembranen, bindet Giftstoffe und leitet sogar Schwermetalle aus dem Gehirn aus.

Für eine solche Wirkung beim Menschen fehlen belastbare klinische Nachweise.

MSM und Schwermetalle

Es gibt keine überzeugenden Humanstudien, in denen nach einer MSM-Einnahme eine relevante und sichere Ausscheidung von Quecksilber, Blei, Cadmium oder anderen Schwermetallen dokumentiert wurde.

Eine fachgerechte Schwermetalldiagnostik und Ausleitung ist ein komplexes Thema. Dabei müssen Expositionsquelle, Nierenfunktion, Mineralstoffstatus, Bindungsform, Dosis und mögliche Rückverteilungen berücksichtigt werden.

Ein Messlöffel MSM ist kein universelles Chelatverfahren.

Sind Kopfschmerzen ein Zeichen der Entgiftung?

Besonders problematisch ist die Behauptung, Kopfschmerzen, Durchfall, Hautausschlag, Erschöpfung oder Schlafstörungen nach der Einnahme belegten eine erfolgreiche Entgiftung.

Mit dieser Logik wird jede Nebenwirkung zum Wirksamkeitsnachweis. Je schlechter es dem Patienten geht, desto besser soll das Mittel angeblich arbeiten.

Das ist keine Medizin. Das ist ein Verkaufssystem, das gegen jede Widerlegung immunisiert wurde.

Treten nach der Einnahme Beschwerden auf, sollte zunächst an folgende Möglichkeiten gedacht werden:

  • zu hohe Dosierung,
  • individuelle Unverträglichkeit,
  • Verunreinigungen des Präparates,
  • Wechselwirkungen,
  • eine andere Erkrankung oder
  • einen zufälligen zeitlichen Zusammenhang.

Die Einnahme sollte reduziert oder beendet werden. Anhaltende oder schwere Beschwerden gehören abgeklärt.

MSM bei Diabetes und Insulinresistenz

In Tierexperimenten und Laboruntersuchungen wurden mögliche Einflüsse von MSM auf Glukosestoffwechsel, Entzündungsprozesse und Insulinsignale beobachtet.

Daraus wird gelegentlich behauptet, MSM verbessere beim Menschen die Aufnahme von Glukose in die Zellen und beseitige eine Insulinresistenz.

Für eine Behandlung des Typ-2-Diabetes mit MSM fehlen überzeugende klinische Daten.

Eine Insulinresistenz entsteht nicht, weil die Zellmembran zu wenig MSM erhalten hat. Entscheidend sind meist:

  • viszerales Bauchfett,
  • Bewegungsmangel,
  • Verlust an Muskelmasse,
  • ständiges Essen,
  • Schlafmangel,
  • Fettleber,
  • chronischer Stress und
  • eine dauerhaft ungünstige Ernährung.

Wie früh sich solche Veränderungen zeigen können, erläutere ich in meinem Beitrag über Adiponektin, Fettgewebe und Insulinresistenz.

Auch das Fasten bei Typ-2-Diabetes ist wesentlich besser untersucht als MSM. Bei Patienten, die Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente einnehmen, gehört eine solche Maßnahme fachlich begleitet.

MSM darf niemals als Ersatz für notwendige Diabetesmedikamente oder eine Kontrolle des Blutzuckers verstanden werden.

MSM bei Krebs

In Zellkulturen wurden verschiedene Effekte von MSM auf Tumorzellen beobachtet. Je nach Versuchsmodell ging es unter anderem um Zellteilung, programmierten Zelltod, Stoffwechselsignale und die Beweglichkeit von Krebszellen.

Diese Forschung ist interessant. Sie ist keine Krebstherapie.

Eine Substanz kann Krebszellen in einer Petrischale beeinflussen und im menschlichen Körper trotzdem wirkungslos sein. Dafür gibt es zahlreiche Gründe:

  • Die im Labor verwendete Konzentration ist im Menschen möglicherweise nicht erreichbar.
  • Die Substanz wird im Körper verändert oder rasch ausgeschieden.
  • Tumorgewebe besitzt eine komplexe Blutversorgung und Mikroumgebung.
  • Krebszellen reagieren im Organismus anders als isolierte Zellen.
  • Leber, Nieren und Immunsystem beeinflussen Verteilung und Wirkung.

Was ist beim Menschen nachgewiesen?

Es gibt keine überzeugende klinische Grundlage für die Behauptung, MSM könne:

  • Krebs heilen,
  • Tumoren zuverlässig verkleinern,
  • Metastasen verhindern,
  • eine Chemotherapie ersetzen oder
  • die Wirkung einer Krebstherapie sicher verstärken.

Auch die gelegentlich verbreitete Empfehlung, vor oder während jeder Chemotherapie grundsätzlich MSM einzunehmen, ist zu pauschal.

Krebspatienten nehmen häufig mehrere Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel gleichzeitig. Mögliche Wechselwirkungen sind bei MSM nur unzureichend untersucht.

Wer MSM während einer onkologischen Behandlung einsetzen möchte, sollte dies mit dem behandelnden Arzt und einem erfahrenen Therapeuten abstimmen.

Fasten bei Krebs ist ein eigenes Thema

Die Forschung zum Fasten bei Krebs und zu kurzzeitigen Fastenperioden rund um bestimmte Behandlungen darf nicht mit der MSM-Forschung vermischt werden.

Auch die Kombination von Fasten und Vitamin C in der Krebsforschung beruht auf anderen Mechanismen und Untersuchungen.

Bei untergewichtigen, geschwächten oder mangelernährten Krebspatienten kann Fasten ungeeignet oder gefährlich sein. Eine pauschale Internetempfehlung wäre verantwortungslos.

MSM bei Asthma, COPD und Infektionen

Auf einigen Seiten wird MSM bei Bronchitis, Asthma, COPD, Atemnot und sogar Tuberkulose empfohlen.

Für solche weitreichenden Einsatzgebiete fehlen geeignete klinische Studien.

Die Behauptung, MSM mache die Auskleidung der Lungenbläschen elastischer und könne dadurch verschiedene Lungenerkrankungen lindern, ist nicht hinreichend belegt.

MSM bei Asthma

Allergischer Schnupfen und Asthma können gemeinsam auftreten. Daraus folgt nicht, dass ein möglicher Effekt bei Nasenbeschwerden automatisch eine wirksame Asthmatherapie bedeutet.

Asthma kann zu lebensbedrohlicher Atemnot führen. Verordnete Inhalationsmedikamente dürfen nicht eigenmächtig durch MSM ersetzt werden.

MSM bei COPD

Für eine klinisch relevante Wirkung bei COPD fehlen überzeugende Humanstudien. COPD ist eine chronische Erkrankung mit strukturellen Veränderungen der Atemwege und teilweise der Lungenbläschen.

Eine Nahrungsergänzung repariert solche Schäden nicht nachweislich.

MSM bei Tuberkulose

Tuberkulose ist eine ernsthafte bakterielle Infektionskrankheit. Sie benötigt eine gezielte medizinische Behandlung mit geeigneten Antibiotikakombinationen.

MSM als Behandlung der Tuberkulose zu empfehlen, wäre medizinisch nicht zu vertreten.

MSM: Dosierung und Einnahme

Eine offiziell anerkannte therapeutische Dosierung für MSM existiert nicht.

In klinischen Untersuchungen wurden sehr unterschiedliche Mengen eingesetzt. Häufig lagen diese ungefähr zwischen einem und sechs Gramm täglich.

Einsatzgebiet in Studien Verwendete Tagesmenge Ungefähre Studiendauer
Kniearthrose etwa 3,4 bis 6 Gramm meist 12 Wochen
Leichte Kniebeschwerden etwa 2 Gramm 12 Wochen
Allergischer Schnupfen etwa 2,6 bis 3 Gramm mehrere Tage bis 4 Wochen
Sportliche Belastung etwa 1,5 bis 3 Gramm wenige Tage bis mehrere Wochen
Kosmetische Hautparameter etwa 1 bis 3 Gramm mehrere Wochen

Diese Angaben zeigen, welche Mengen erforscht wurden. Sie sind keine pauschale Dosierungsempfehlung für jeden Menschen.

Mit welcher Dosierung sollte man beginnen?

Empfindliche Menschen sollten nicht sofort mit drei oder sechs Gramm einsteigen.

Für einen vorsichtigen Therapieversuch bietet sich folgendes Vorgehen an:

  • zunächst 500 Milligramm täglich,
  • nach drei bis fünf Tagen 500 Milligramm zweimal täglich,
  • bei guter Verträglichkeit Steigerung auf 1,5 bis 2 Gramm täglich,
  • Verteilung auf zwei Einnahmen.

Höhere Mengen sollten einen nachvollziehbaren Grund haben. „Im Internet steht, viel helfe viel“ ist keiner.

Sind sechs Gramm MSM täglich notwendig?

Sechs Gramm wurden in einer bekannten Arthrosestudie eingesetzt. Daraus ergibt sich keine Notwendigkeit, grundsätzlich sechs Gramm einzunehmen.

Eine höhere Dosis kann die Wahrscheinlichkeit von Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder anderen Unverträglichkeiten erhöhen.

Wer bereits bei zwei Gramm eine gute Wirkung bemerkt, gewinnt durch eine Verdreifachung nicht automatisch mehr.

Wann sollte MSM eingenommen werden?

MSM kann grundsätzlich mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Empfindliche Menschen vertragen das Präparat zu einer Mahlzeit häufig besser.

Größere Mengen sollten auf zwei Einnahmen verteilt werden.

Wer mit Unruhe oder Schlafproblemen reagiert, nimmt MSM besser morgens und mittags als am späten Abend.

Muss MSM mit Vitamin C kombiniert werden?

Eine zwingende Kombination mit Vitamin C ist nicht belegt.

Vitamin C ist für die Kollagensynthese wichtig und besitzt zahlreiche eigene Funktionen. Daraus ergibt sich keine Pflicht, MSM und Vitamin C immer gleichzeitig einzunehmen.

Bei einer unzureichenden Vitamin-C-Versorgung sollte diese unabhängig von MSM korrigiert werden.

Wie lange sollte MSM eingenommen werden?

Bei Gelenkbeschwerden sollte die Wirkung nach ungefähr acht bis zwölf Wochen beurteilt werden.

Dazu sollten vor Beginn konkrete Kriterien festgelegt werden:

  • Schmerzstärke auf einer Skala von null bis zehn,
  • Morgensteifigkeit,
  • Schmerzen beim Treppensteigen,
  • mögliche Gehstrecke,
  • Bedarf an Schmerzmitteln und
  • bestimmte Bewegungen, die Probleme verursachen.

Ist nach acht bis zwölf Wochen keine erkennbare Besserung eingetreten, gibt es wenig Grund, MSM aus Gewohnheit weiterzunehmen.

Die meisten Studien dauerten nur wenige Wochen oder Monate. Verlässliche Daten zur jahrelangen täglichen Einnahme höherer Mengen fehlen.

MSM während des Fastens

MSM liefert praktisch keine relevante Energiemenge und unterbricht ein Fasten daher nicht in demselben Sinne wie eine Mahlzeit.

Trotzdem sollte während des Fastens nicht wahllos jedes Nahrungsergänzungsmittel weitergenommen werden. Der Magen-Darm-Trakt kann empfindlicher reagieren, und Beschwerden lassen sich während einer Fastenkur schwerer zuordnen.

Wer MSM bisher nicht eingenommen hat, sollte möglichst nicht ausgerechnet an den ersten Fastentagen mit einer hohen Dosis beginnen.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion, schwerer Erkrankung oder gleichzeitiger Medikamenteneinnahme gehört die Anwendung fachlich begleitet.

Nebenwirkungen und Verträglichkeit

MSM wurde in den meisten kleineren Studien relativ gut vertragen. Daraus sollte man keine völlige Nebenwirkungsfreiheit ableiten.

Mögliche Beschwerden sind:

  • Übelkeit,
  • Blähungen,
  • Bauchschmerzen,
  • Durchfall,
  • Verstopfung,
  • Kopfschmerzen,
  • Müdigkeit,
  • Unruhe,
  • Schlafstörungen,
  • Juckreiz und
  • Hautreaktionen.

Ob jede dieser Beschwerden tatsächlich durch MSM verursacht wird, ist nicht immer eindeutig. Die vorhandenen Studien sind zu klein, um seltene Nebenwirkungen zuverlässig zu erkennen.

Was tun bei Nebenwirkungen?

Bei leichten Beschwerden sollte die Dosis reduziert oder das Präparat vorübergehend abgesetzt werden.

Bei starken, anhaltenden oder allergieähnlichen Reaktionen sollte MSM vollständig beendet und die Ursache abgeklärt werden.

Eine Verschlechterung ist kein Beweis dafür, dass das Mittel besonders gründlich arbeitet.

Wie sicher ist MSM?

Die Sicherheit von MSM wird häufig mit einer amerikanischen GRAS-Bewertung begründet.

GRAS bedeutet „Generally Recognized as Safe“. Die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA hatte gegen eine bestimmte Anmeldung von MSM für klar definierte Verwendungen in Lebensmitteln keine Einwände.

Das bedeutet nicht:

  • dass MSM jede behauptete Krankheit behandelt,
  • dass beliebig hohe Mengen sicher sind,
  • dass eine Einnahme über viele Jahre geprüft wurde oder
  • dass keine Wechselwirkungen mit Medikamenten existieren.

Eine GRAS-Mitteilung für bestimmte Lebensmittelanwendungen ist kein therapeutischer Freibrief.

Norwegische Risikobewertung

Eine norwegische Fachbewertung fiel wesentlich vorsichtiger aus. Die Experten bewerteten die Datenlage zu höheren Ergänzungsmengen als unzureichend und sahen bei drei Gramm täglich mögliche Sicherheitsbedenken.

Diese Bewertung beweist nicht, dass drei Gramm MSM zwangsläufig schädlich sind. Sie zeigt jedoch, wie begrenzt die Langzeitdaten sind.

Behauptungen wie „MSM ist sicherer als Kochsalz“ beruhen meist auf Tierexperimenten zur akuten Giftigkeit. Solche Vergleiche sind für die tägliche Langzeiteinnahme wenig hilfreich.

Ein Stoff kann eine geringe akute Giftigkeit besitzen und bei bestimmten Menschen, Erkrankungen oder Wechselwirkungen trotzdem Probleme verursachen.

Wer sollte MSM nur nach Rücksprache einnehmen?

Besondere Vorsicht ist angebracht bei:

  • Schwangerschaft und Stillzeit,
  • Kindern und Jugendlichen,
  • schweren Lebererkrankungen,
  • eingeschränkter Nierenfunktion,
  • laufender Chemotherapie oder Bestrahlung,
  • ausgeprägter Multimedikation,
  • ungeklärten Blutungsstörungen,
  • schweren Allergien und
  • bevorstehenden Operationen.

In diesen Gruppen fehlen ausreichende Sicherheitsdaten. Das bedeutet nicht automatisch, dass MSM gefährlich ist. Es bedeutet, dass wir es nicht zuverlässig wissen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Umfassende Untersuchungen zu Wechselwirkungen existieren nicht.

Patienten sollten besonders vorsichtig sein, wenn sie:

  • Blutgerinnungshemmer,
  • mehrere Blutdruckmedikamente,
  • Diabetesmedikamente,
  • Immunsuppressiva,
  • Krebsmedikamente oder
  • Arzneimittel mit enger therapeutischer Breite

einnehmen.

Fehlende Daten bedeuten nicht, dass eine Kombination sicher ist. Sie bedeuten, dass niemand gründlich nachgesehen hat.

MSM bei Sulfonamid- oder „Schwefelallergie“

Patienten berichten gelegentlich, sie hätten eine „Schwefelallergie“. Meist ist damit eine Reaktion auf Sulfonamid-Antibiotika oder sulfithaltige Lebensmittel gemeint.

Diese Stoffe müssen klar unterschieden werden:

  • elementarer Schwefel,
  • Sulfate,
  • Sulfite,
  • Sulfonamid-Arzneimittel und
  • MSM

sind chemisch verschiedene Substanzen.

Eine Allergie gegen ein Sulfonamid-Antibiotikum bedeutet daher nicht automatisch, dass MSM ebenfalls eine allergische Reaktion auslöst.

Eine allgemeine Allergie gegen das Element Schwefel wäre kaum mit dem Leben vereinbar, da Schwefel Bestandteil zahlreicher körpereigener Eiweiße ist.

Menschen mit schweren Arzneimittelallergien sollten neue Präparate dennoch vorsichtig einsetzen. Individuelle Unverträglichkeiten können auch ohne klassische Kreuzallergie auftreten.

Woran erkennt man ein gutes MSM-Präparat?

Auf den Verpackungen finden sich Begriffe wie:

  • hochrein,
  • Premium-MSM,
  • natürlicher Schwefel,
  • mehrfach destilliert,
  • pharmazeutische Qualität und
  • 99,9 Prozent Reinheit.

Solche Begriffe klingen eindrucksvoll. Ohne Analysezertifikat bleiben sie Werbung.

Wichtige Qualitätsmerkmale

  • nachvollziehbare Herkunft des Rohstoffs,
  • chargenbezogenes Analysezertifikat,
  • Prüfung auf Schwermetalle,
  • Prüfung auf Lösungsmittelrückstände und andere Verunreinigungen,
  • klare Angabe der enthaltenen MSM-Menge,
  • möglichst wenige Zusatzstoffe und
  • ein Hersteller, der auf absurde Heilversprechen verzichtet.

Ist natürliches MSM besser als synthetisches MSM?

Die meisten handelsüblichen MSM-Präparate werden technisch hergestellt. Die Geschichte, MSM werde in aufwendiger Handarbeit aus Kiefernholz oder besonders schwefelreichen Pflanzen gewonnen, gehört weitgehend ins Marketing.

Ein chemisch reines MSM-Molekül besitzt dieselbe Struktur, unabhängig davon, ob der Ausgangsstoff aus einer Pflanze oder einem industriellen Herstellungsprozess stammt.

Entscheidend sind Reinheit, Verunreinigungen und Qualitätskontrolle.

„Natürlich“ ist keine chemische Reinheitsanalyse.

Destilliert oder kristallisiert?

Manche Hersteller erklären destilliertes MSM grundsätzlich für überlegen. Andere verweisen auf mehrfache Kristallisation.

Beide Verfahren können bei sachgerechter Durchführung ein reines Produkt liefern. Entscheidend ist das Ergebnis der Analyse und nicht die poetische Beschreibung des Herstellungsprozesses.

Pulver oder Kapseln?

MSM-Pulver ist meist preiswerter und lässt sich individuell dosieren. Der bittere Geschmack kann stören.

Kapseln sind bequemer, aber häufig deutlich teurer. Bei höheren Tagesmengen müssen mehrere Kapseln eingenommen werden.

Die Darreichungsform entscheidet nicht über die Wirkung. Entscheidend sind tatsächliche Menge, Reinheit und Verträglichkeit.

MSM-Creme und Gel

MSM wird auch in Cremes und Gelen angeboten. Für die äußerliche Anwendung ist die Studienlage noch dünner als für die Einnahme.

Bei Kombinationsprodukten mit Weihrauch, Arnika, Menthol, ätherischen Ölen oder DMSO lässt sich kaum beurteilen, welcher Inhaltsstoff eine mögliche Wirkung verursacht.

Mein Vorschlag für einen praktischen Therapieversuch

MSM ist aus meiner Sicht am ehesten für einen zeitlich begrenzten Therapieversuch bei leichten bis mäßigen Gelenkbeschwerden geeignet.

Ein vernünftiger Versuch könnte folgendermaßen aussehen:

  1. Beschwerden dokumentieren: Schmerzstärke, Beweglichkeit, Morgensteifigkeit und typische Problembewegungen festhalten.
  2. Niedrig beginnen: Zunächst 500 Milligramm MSM täglich.
  3. Langsam steigern: Bei guter Verträglichkeit innerhalb von ein bis zwei Wochen auf 1,5 bis 2 Gramm täglich erhöhen.
  4. Auf zwei Einnahmen verteilen: Beispielsweise morgens und mittags.
  5. Nicht gleichzeitig fünf weitere Präparate beginnen: Sonst ist keine Beurteilung möglich.
  6. Nach acht Wochen prüfen: Hat sich eine konkrete Beschwerde erkennbar verändert?
  7. Nach zwölf Wochen entscheiden: Bei fehlender Wirkung absetzen.

Wer bereits nach wenigen Tagen starke Nebenwirkungen entwickelt, muss sich nicht tapfer bis zur zwölften Woche quälen.

Für wen kann ein Versuch sinnvoll sein?

Ein Therapieversuch kommt vor allem für Erwachsene infrage, die:

  • unter leichten bis mäßigen Gelenkbeschwerden leiden,
  • eine Arthrose diagnostisch abklären ließen,
  • begleitend an Bewegung und Stoffwechsel arbeiten,
  • realistische Erwartungen besitzen und
  • die Wirkung anhand konkreter Kriterien prüfen.

Wann gehört das Gelenk zunächst untersucht?

Eine medizinische Abklärung ist besonders wichtig bei:

  • akut geschwollenen oder überwärmten Gelenken,
  • starken nächtlichen Schmerzen,
  • Fieber,
  • frischen Verletzungen,
  • Instabilität,
  • neurologischen Ausfällen,
  • rasch zunehmenden Beschwerden,
  • ungeklärtem Gewichtsverlust oder
  • Verdacht auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung.

MSM kann eine Diagnose nicht ersetzen. Es kann höchstens eine passende Therapie ergänzen.

Mein Fazit zu MSM

MSM ist weder ein Wundermittel noch völlig wertlos.

Die vernünftigste Anwendung liegt derzeit bei einem zeitlich begrenzten Versuch bei Kniearthrose oder vergleichbaren Gelenkbeschwerden. Manche Patienten berichten über eine spürbare Linderung. Auch die vorhandenen Studien lassen einen kleinen symptomatischen Nutzen möglich erscheinen.

Mehr sollte man aus der Datenlage nicht machen.

Ein Wiederaufbau zerstörten Knorpels wurde nicht nachgewiesen. Für Schwermetallausleitung, Leaky Gut, Diabetes, Krebs, COPD, Candida oder chronische Infektionen fehlen überzeugende klinische Wirksamkeitsnachweise.

MSM enthält Schwefel. Das macht die Substanz biologisch interessant, aber nicht automatisch zur Therapie für jede Erkrankung, an der irgendein schwefelhaltiges Molekül beteiligt ist.

Die Stärke einer seriösen Naturheilkunde zeigt sich darin, Erfahrung, Plausibilität und wissenschaftliche Belege sauber voneinander zu unterscheiden.

MSM kann ein Baustein sein. Es ersetzt keine Diagnostik, keine Bewegung, keine Ernährungsumstellung und keine Behandlung der tatsächlichen Ursachen.

Häufige Fragen zu MSM

Wie schnell wirkt MSM?

Bei Gelenkbeschwerden sollte nicht nach zwei oder drei Tagen geurteilt werden. Ein möglicher Effekt zeigt sich meist erst innerhalb mehrerer Wochen.

Nach acht bis zwölf Wochen sollte eine ehrliche Bilanz gezogen werden. Ist keine konkrete Verbesserung erkennbar, ist eine weitere Einnahme wenig überzeugend.

Kann MSM Knorpel wieder aufbauen?

Ein klinisch relevanter Wiederaufbau zerstörten Gelenkknorpels durch MSM wurde nicht nachgewiesen.

Eine Verringerung von Schmerzen bedeutet nicht automatisch, dass der Knorpel nachgewachsen ist.

Ist MSM ein Schmerzmittel?

MSM ist kein klassisches Schmerzmittel. Eine mögliche Wirkung entwickelt sich eher langsam und fällt wahrscheinlich schwächer aus als bei üblichen Schmerzmedikamenten.

Kann MSM Schwermetalle ausleiten?

Dafür fehlen überzeugende klinische Humanstudien. MSM sollte nicht als Ersatz für eine fachgerechte Diagnostik und Behandlung einer Schwermetallbelastung verwendet werden.

Sind Kopfschmerzen nach MSM ein Entgiftungszeichen?

Nein. Kopfschmerzen sind zunächst eine mögliche Nebenwirkung oder Unverträglichkeit. Sie beweisen keine Entgiftung.

Kann MSM bei Heuschnupfen helfen?

Kleinere Untersuchungen liefern erste Hinweise. Die Datenlage ist jedoch zu schwach für eine verlässliche allgemeine Empfehlung.

Hilft MSM bei Haarausfall?

Für eine zuverlässige Wirkung bei Haarausfall fehlen überzeugende klinische Studien. Eisenstatus, Schilddrüse, Hormone, Zink, Eiweißversorgung und andere Ursachen sollten geprüft werden.

Muss MSM zusammen mit Vitamin C eingenommen werden?

Eine zwingende Kombination ist nicht belegt. Vitamin C kann unabhängig davon sinnvoll sein, wenn die Versorgung unzureichend ist.

Kann MSM zusammen mit Glucosamin eingenommen werden?

Eine Kombination ist möglich. Ob sie grundsätzlich besser wirkt als die Einzelstoffe, ist nicht sicher geklärt.

Kann MSM abends eingenommen werden?

Grundsätzlich ja. Wer mit Unruhe oder Schlafproblemen reagiert, sollte die Einnahme auf den Morgen und Mittag verlegen.

Ist MSM für eine dauerhafte Einnahme geeignet?

Verlässliche Daten zur jahrelangen täglichen Einnahme höherer Mengen fehlen. Die Notwendigkeit sollte regelmäßig überprüft werden.

Kann MSM beim Fasten genommen werden?

MSM enthält praktisch keine Kalorien. Empfindliche Fastende können dennoch mit Magen-Darm-Beschwerden reagieren. Während einer Fastenkur sollte jedes Präparat einen klaren Zweck haben.

Darf MSM bei einer Sulfonamid-Allergie genommen werden?

Eine Sulfonamid-Allergie bedeutet nicht automatisch eine Allergie gegen MSM. Es handelt sich um chemisch unterschiedliche Stoffe. Bei schweren allergischen Reaktionen in der Vorgeschichte ist dennoch Vorsicht angebracht.

Ist MSM auch für Hunde oder Pferde geeignet?

MSM wird auch in Tierpräparaten verwendet. Dosierungen aus dem Humanbereich dürfen nicht einfach auf Tiere übertragen werden. Die Anwendung sollte mit einem Tierarzt oder erfahrenen Tiertherapeuten abgestimmt werden.

Studien und weiterführende Quellen

  1. Kim LS et al.: Efficacy of methylsulfonylmethane in osteoarthritis pain of the knee
  2. Debbi EM et al.: Efficacy of MSM supplementation on osteoarthritis of the knee
  3. Brien S et al.: Systematic review of DMSO and MSM in osteoarthritis
  4. Toguchi A et al.: Randomized trial of MSM in participants with mild knee pain
  5. Usha PR, Naidu MU: Glucosamine, MSM and their combination in osteoarthritis
  6. Withee ED et al.: MSM and exercise-induced pain and oxidative stress
  7. Barmaki S et al.: MSM supplementation and exercise-induced muscle damage
  8. Barrager E et al.: MSM in seasonal allergic rhinitis
  9. Hewlings S et al.: MSM and nasal provocation with a standardized allergen
  10. Muizzuddin N et al.: Oral MSM and visual signs of skin ageing
  11. Butawan M et al.: Methylsulfonylmethane – applications and safety
  12. National Center for Complementary and Integrative Health: DMSO und MSM bei Arthrose
  13. US Food and Drug Administration: GRAS Notice No. 229 zu MSM
  14. Norwegian Scientific Committee for Food and Environment: Risk assessment of MSM in food supplements

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