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Zeolith, Bentonit, Heilerde, Klinoptilolith: die Unterschiede

Mikroskopische Aufnahme eines Zeolith-Kristalls mit poröser Schwammstruktur, blockförmigen Partikeln und hoher Oberflächenkomplexität

Zeolith ist nicht gleich Zeolith. Und Heilerde ist nicht automatisch völlig harmlos. Wer glaubt, dass therapeutische Erden austauschbar sind, irrt gewaltig – und riskiert im Zweifel mehr Reizung als Reinigung.

Denn zwischen einem quellfähigen Bentonit, einem kristallinen Klinoptilolith und einer mineralstoffreichen Heilerde liegen Welten – chemisch, therapeutisch und in ihrer Wirkung auf die Darmschleimhaut. Ganz zu schweigen von der Frage, was passiert, wenn die Partikel zu fein sind und nicht mehr im Darm bleiben.

Dieser Beitrag ist kein Werbetext (wie man diese so häufig im Netz derzeit findet), sondern eine Art  „Kompass“ wie ich diese Substanzen in der Praxis einsetze. Ich zeige, welche Erde wann sinnvoll sein kann und wo vielleicht eher Vorsicht geboten ist.

Alos los!

Was sind therapeutische Erden?

Therapeutische Erden bestehen aus fein vermahlenen Mineralien, die eine hohe Adsorptions- und Bindungsfähigkeit aufweisen. Sie stammen meist aus Tonen, Vulkanasche oder Sedimentgestein. Die wichtigsten Vertreter sind:

  • Heilerde: Besteht vor allem aus Löss, einem Gestein aus der Eiszeit. Enthält Silikate, Dolomit, Feldspat sowie zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente.
  • Bentonit: Entsteht durch Verwitterung vulkanischer Asche. Hauptbestandteil ist das Schichtsilikat Montmorillonit.
  • Zeolith / Klinoptilolith: Ein kristallines Alumosilikat mit schwammartiger Struktur und hoher Ionenaustauschkapazität.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Alle drei Stoffe (Heilerde, Bentonit und Klinoptilolith) wirken primär im Darmlumen. Ihre wichtigste Eigenschaft ist die Fähigkeit, unerwünschte Substanzen zu binden: Schwermetalle wie Quecksilber oder Blei, biogene Amine, Ammoniak, Mykotoxine, Pestizidrückstände und andere Stoffwechselgifte. Diese Bindung erfolgt physikalisch – durch Adsorption, Ionenaustausch oder Einschluss in die Porenstruktur.

Heilerde
Die klassische Heilerde basiert meist auf eiszeitlichem Löss, einem mineralstoffreichen Naturmaterial. Sie enthält in natürlicher Kombination Silikate, Dolomit, Feldspat sowie zahlreiche Spurenelemente – also nicht nur bindend, sondern auch nährend. Ihre Quellfähigkeit ist gering, was sie besonders verträglich macht. Ich setze sie gerne bei empfindlichen Patienten ein, zur milden Darmpflege, bei Übersäuerung oder als Begleitung von Ausleitungskuren. Auch bei Hauterkrankungen oder innerer Hitze ist Heilerde bewährt – oral wie äußerlich.

Bentonit
Bentonit ist ein echtes Arbeitstier unter den Erden. Durch seinen hohen Gehalt an Montmorillonit quillt es stark auf und bildet eine Art Gel, das reizlindernd auf die Schleimhaut wirkt. Gleichzeitig bindet es Schimmelpilzgifte (Mykotoxine), Histamin und andere Reizstoffe besonders effektiv. In der Praxis zeigt sich: Wer auf klassische Ausleitungen nicht anspricht oder mit Schimmelbelastung zu kämpfen hat, profitiert oft erst dann, wenn Bentonit ins Spiel kommt. Wichtig ist die Wasserzufuhr – sonst wird aus der inneren Reinigung schnell ein Stoppeffekt.

Klinoptilolith (Zeolith)
Der Zeolith Klinoptilolith ist kristallin aufgebaut, wie eine Art mikroskopisch feines „Schwammgitter“. Seine Porenstruktur ist extrem stabil und ermöglicht eine präzise, selektive Bindung. Besonders spannend wird es, wenn das Gestein tribomechanisch aktiviert wird (TMAZ): Dabei öffnen sich weitere Poren, die Oberfläche vervielfacht sich und mit ihr das Bindungspotenzial. Dazu weiter unten gleich etwas mehr. Klinoptilolith wirkt meiner Erfahrung nach anders als Bentonit, weniger über Quellung, mehr über Ionentausch und Adsorptionskräfte. Gerade bei chronischen Belastungen, Umwelttoxinen oder unklarer Symptomlage hat sich dieser Stoff in der Praxis vielfach bewährt. Er drängt sich nicht auf – aber er räumt auf. So stelle ich mir das jedenfalls vor.

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Was passiert mit den Partikeln im Körper?

Viele Anwender fragen sich, ob die feinen Partikel nicht zu klein sind – besonders, wenn sie unter 5 Mikrometer liegen. Können solche Teilchen durch die Darmwand in den Körper gelangen? Und was passiert dann?

a) Resorption über die Darmschleimhaut?

Eine gesunde Darmschleimhaut ist für Partikel größer als 1 Mikrometer weitgehend undurchlässig. Nur in seltenen Fällen (z. B. über sogenannte M-Zellen der Peyer-Plaques) gelangen sehr kleine Partikel in tieferes Gewebe. Bei „Leaky Gut“ oder entzündlicher Schleimhaut kann die Barrierefunktion gestört sein.

b) Ist die Aufnahme erstrebenswert?

Nein. Die Wirkung der Erden basiert auf der lokalen Bindung im Darmlumen. Eine systemische Aufnahme bringt keinen therapeutischen Nutzen, sondern birgt möglicherweise Risiken: Fremdkörperreaktionen, Gewebsreizung, Ablagerungen in lymphatischen Organen.

Zwischenfazit: Eine Resorption ist nicht gewünscht. Qualitätvolle Präparate bleiben im Darm.

c) Was ist mit Nanopartikeln?

Produkte mit Partikelgrößen unter 100 Nanometern gelten als Nano-Zeolithe. Diese sind kritisch zu sehen, da ihre biologische Wirkung wenig untersucht ist. Sie können potenziell Zellen durchdringen und das Immunsystem irritieren. Ich lehne den Einsatz solcher Nano-Zeolithe klar ab.

Tribomechanisch aktivierter Zeolith (TMAZ)

Einige Hersteller (z. B. Megamin) setzen auf ein tribomechanisches Verfahren: In Rotor-Walzen wird das Zeolithpulver so stark beansprucht, dass sich die Kristallstruktur verändert. Die Porenstruktur wird erweitert, das Bindungsvermögen steigt.

Die Partikelgröße liegt bei etwa 1–4 Mikrometer. Trotz der Feinheit bleiben die Partikel im Darm, sofern keine gravierende Barriere-Störung vorliegt.

In Studien wurde für TMAZ folgende Wirkungen beschrieben:

Anwendung und Praxisempfehlungen

Heilerde: Heilerde setze ich seit Jahren bei klassischen „Zivilisationsbeschwerden“ im Darm ein – Reizdarm, Magendruck, säurebedingtes Aufstoßen, Sodbrennen. Besonders bei empfindlichen Patienten oder nach Antibiotikatherapien hat sich die milde, mineralstoffreiche Wirkung bewährt. Sie puffert, ohne zu reizen. Auch äußerlich nutze ich sie gern: bei Ekzemen, Insektenstichen oder einfach als kühlende Auflage. Ich würde mir wünschen, dass Patienten mal mehr auf Heilerde zurückgreifen würden und nicht auf diese verschreibungspflichtigen Chemiebomben…

Bentonit: Wenn es um tiefere Belastungen geht (Mykotoxine, chemische Sensitivität oder entzündliche Prozesse an der Darmschleimhaut), greife ich bevorzugt zu Bentonit. Die Quellfähigkeit ist enorm: Es wirkt wie ein innerer Schwamm, der Gifte bindet, bevor sie in den Kreislauf geraten. Wichtig: immer mit viel Wasser einnehmen, sonst kommt es leicht zu Verstopfung. Gerade bei Patienten mit Schimmelbelastung ist Bentonit oft ein Wendepunkt.

Klinoptilolith (TMAZ): Bei chronisch erschöpften, belasteten Menschen (Umwelttoxine, wiederkehrende Infekte, unspezifische Immunaktivierung), hat sich der tribomechanisch aktivierte Zeolith (TMAZ) als besonders wirksam erwiesen. Seine Porenstruktur ist fein, die Bindungsleistung hoch. Ich sehe in der Praxis deutliche Verbesserungen: Weniger Blähungen, klarerer Kopf, bessere Belastbarkeit. Auch für Fastenkuren oder zur Mikrobiom-Regulation setze ich TMAZ gerne ein – begleitend, nicht isoliert.

An dieser Stelle will ich noch ein Wort zu Prof. Karl Hecht sagen:

Wer sich vertieft mit der Wirkung von Zeolithen und Bentonit befasst, kommt an den Arbeiten von Prof. Dr. Karl Hecht kaum vorbei. Der langjährige Professor für pathologische Physiologie an der Charité (Berlin) hat sich in seinen späten Jahren intensiv der Erforschung von Klinoptilolith-Zeolith und anderen Siliziummineralien gewidmet. In mehreren Fachbüchern dokumentiert er deren Einsatz bei Umweltbelastungen, oxidativem Stress, Strahlenexposition und chronischen Entzündungsprozessen – stets mit Blick auf Praxisnähe und physiologische Grundlagen. Seine Position: Die Wirkung von Naturzeolithen ist kein Zufall, sondern Folge klar nachvollziehbarer biophysikalischer Mechanismen – vorausgesetzt, Reinheit, Struktur und Partikelgröße stimmen.

Und das bringt uns zur Auswahl und Anwendung…

Vorher aber noch:

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Worauf ich bei Auswahl und Anwendung achte

Nicht jedes Pulver, das sich „Heilerde“ oder „Zeolith“ nennt, ist automatisch geeignet für eine innerliche Anwendung. Ich sehe regelmäßig Produkte, die zwar gut gemeint sind, aber schlecht geprüft, verunreinigt oder einfach zu fein vermahlen. Hier die Kriterien, auf die ich in der Praxis achte:

Partikelgröße:
Nicht zu grob – sonst ist die Bindungsleistung unzureichend. Aber auch nicht zu fein. Alles unter 1 Mikrometer kann problematisch werden: Solche ultrafeinen Partikel könnten – vor allem bei durchlässiger Darmschleimhaut – in den Körper gelangen. Ich meide Präparate, die Richtung Nanogröße gehen. Die Wirkung gehört in den Darm, nicht ins Gewebe.

Reinheit:
Ein absolutes Muss. Keine Schwermetallrückstände, keine Quarzverunreinigungen, keine radioaktiven Spurenelemente – auch das kommt vor, gerade bei billig importierten Produkten. Ich verlasse mich hier nur auf Anbieter mit nachvollziehbaren Analysenzertifikaten.

Zulassung:
Idealerweise handelt es sich um ein geprüftes Medizinprodukt – dann sind Reinheit, Partikelgröße und Sicherheitsprüfung schon einmal gewährleistet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich schwächer reguliert – da muss man genau hinsehen.

Einnahme:
Immer mit reichlich Wasser – mindestens 250 ml pro Teelöffel Pulver. Sonst kann es stopfen. Und bitte nie zusammen mit Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln einnehmen – der Abstand sollte mindestens zwei Stunden betragen. Sonst bindet das Pulver nicht nur die Gifte, sondern auch das, was helfen soll.

Fazit

Therapeutische Erden sind eine bewährte Möglichkeit, den Darm gezielt zu entlasten, Toxine zu binden und die Schleimhautregeneration zu fördern. Unterschiede bestehen in Quellfähigkeit, Ionenaustauschvermögen und Mineralstoffgehalt. Klinoptilolith in tribomechanisch aktivierter Form zeigt ein besonders hohes Potenzial in der modernen biologischen Medizin – vorausgesetzt, die Qualität stimmt. Eine systemische Aufnahme ist nicht Ziel der Therapie und sollte aus gutem Grund vermieden werden.

Die Entgiftung und Darmsanierung spielen eine zentrale Rolle in modernen Naturheilverfahren. Dieser Beitrag widmet sich den wirkungsvollen Ansätzen von therapeutischen Erden, insbesondere der klassischen Heilerde, Bentonit und Zeolithen wie Klinoptilolith. Ihre chemische Zusammensetzung und spezifischen Eigenschaften werde ich beleuchten, um die Unterschiede zu zeigen und auch einen umfassenden Einblick in ihre Anwendungsbereiche und Bedeutung für die Naturheilkunde zu geben.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Dieser Beitrag wurde am 30.7.2025 komplett überarbeitet.

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