Gummibärchen - Zucker und Schlachtabfälle

Sind Gummibärchen gesund oder schaden sie?

Sind Gummibärchen gesund? Diese Frage wirkt auf den ersten Blick harmlos. Tatsächlich führt sie direkt zu einem grundsätzlichen Problem unserer Ernährung: der Verwechslung von Süßigkeit und Lebensmittel. Gummibärchen bestehen zu rund drei Vierteln aus Zucker und Glukosesirup, liefern praktisch keine Ballaststoffe, keine relevanten Mikronährstoffe und kaum physiologisch sinnvolle Fette oder Proteine. Hinzu kommen Gelatine aus tierischen Reststoffen sowie – je nach Produkt – Farbstoffe, die seit Jahren kontrovers diskutiert werden.

Trotzdem gelten sie vielen als „leichte“ Nascherei, weil sie nahezu fettfrei sind. Genau hier liegt der Denkfehler. Fettfreiheit ist kein Gesundheitskriterium. Entscheidend ist die Stoffwechselwirkung. Und die ist bei hochkonzentriertem Zucker eindeutig.

In diesem Beitrag analysiere ich die Zusammensetzung, die ernährungsphysiologische Bedeutung und die gesundheitliche Einordnung von Gummibärchen – sachlich, faktenbasiert und ohne Werbebrille.

Werfen wir mal einen Blick auf den bekanntesten Hersteller:

Haribo und seine Gummibärchen

Gummibärchen gibt es für die meisten von uns, so lange wir denken können. Und die Werbung für die Gummibärchen dazu. Beides hat sich in den letzten rund 50 Jahren nicht geändert, was als wichtiger Beitrag zum Erfolg der Firma HARIBO angesehen wird.

Was die Firma wann, wie und wo produziert, darüber gibt es einen Beitrag von „Galileo“, der in Youtube (Das Geheimnis des Goldbären von HARIBO | Galileo | ProSieben) abgerufen werden kann. Der Beitrag ist aber keine verkappte Werbung für die Firma und deren Produkte.

Vielmehr erfahren wir hier, was man nicht alles zu sich nehmen muss, wenn man „auf Gummibärchen steht“… Und das ist entweder ekelhaft oder einfach nur ungesund.

Einer der wesentlichen Bestandteile von Gummibärchen ist Gelatine. Und die wird meist aus Schweineschwarte hergestellt.

Im Film sieht man dann auch etwas in großen Plastiksäcken oder -kübeln, was mehr nach Schlachtabfällen als nach Lebensmitteln aussieht, das dann als Ausgangsstoff für die Gelatineherstellung dient.

Schlachtabfälle

Für Leute, die aus religiösen oder einfach „nur“ gesundheitlichen Gründen auf Produkte aus Schweinefleisch verzichten wollen, ist somit diese Produktpalette obsolet. Gelatine, die aus Rinderresten hergestellt wird, kam seinerzeit in den Verdacht, an der Verbreitung des Rinderwahnsinns BSE mit beteiligt zu sein.

Die meiste Gelatine wird meines Wissens allerdings aus „Schweineabfällen“ gewonnen. Und ich rate (nicht nur meinen Patienten!) Schweinefleisch strikt zu meiden.

Eine Begründung dazu liefere ich im Beitrag „Krank durch Fleisch?“. Keine Sorge: Es ist kein Beitrag der zum Veganismus aufruft. Aber ein Plädoyer auf Schweinefleisch in jeglicher Form zu verzichten und überhaupt die ständige Proteinmast (des eigenen Körpers) zu beenden.

Weiter mit den Gummibärchen: Damit ist der Zweifel am „guten Geschmack“ aber noch lange nicht zu Ende. Unter „https://das-ist-drin.de/Haribo-Goldbaeren-200-g–1256/“ erfahren wir, wie im Galileo-Film auch, dass so ein Gummibärchen und seine süße Verwandtschaft bei Haribo zu 46 Prozent Zucker enthält.

Dazu gesellen sich dann noch Fructose- und Glukosesirup, so dass zusammen genommen der Anteil an Kohlenhydraten auf über 77 Prozent anschwillt.

Was Zucker für unseren Organismus bedeutet und was „viel Zucker“ langfristig anrichten kann, das möchte ich hier nicht noch einmal „breit treten“.

Selbiges tat ich bereits des öfteren – siehe auch diesen Beitrag: Zucker – der süße Kassenschlager. Dieser Artikel enthält weitere Links zu anderen Beiträgen, die ich zu diesem Thema bereits veröffentlicht hatte.

Welche Bedeutung Ballaststoffe als Prebiotika für unsere Gesundheit haben, das habe ich hier diskutiert: Prebiotika. In kurzen Worten: Lebensmittel, die den Anspruch haben, gesundheitsfördernd zu sein, enthalten ohne Ausnahme ein gerütteltes Maß an Ballaststoffen.

Die Goldbärchen dagegen enthalten nur 0,1 Gramm auf 100 Gramm, also nur ein Promille. Schon alleine dieser Wert zeigt die Nutzlosigkeit als Lebensmittel und die Gefährlichkeit solcher Erzeugnisse: Keine Ballaststoffe, dafür umso mehr Zuckersorten verschiedener Art, damit die Schweineschwarte überhaupt nach was schmeckt.

Und weil man ja voll im Trend der Ernährungswissenschaft steht, die die Fette als die Hauptübeltäter in Sachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgemacht hat – daher der Boom der Cholesterin-Senker und fettreduzierten Industrieprodukte – gibt es im Bär auch nur 0,1 Gramm Fett.

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Spätestens hier glaubt der gläubige Ernährungsapostel vom fettfreien Glaubensbekenntnis, dass die Bärchen doch noch einen Hauch von Gesundheit versprühen: Sie schmecken ja so toll und sind so gut wie fettfrei. Und das ist ja die Hauptsache.

Die Webseite „Das-ist-drin“ rechnet dann noch vor, dass bei einem Tagesbedarf von 2000 Kcal eine Ladung von 100 Gramm Bärchen schon 50 Prozent des täglichen Zuckerbedarfs abdeckt. Allerdings zweifle ich dann doch, ob wir wirklich jeden Tag 90 Gramm Zucker benötigen.

Aber mit diesen 100 Gramm schaufeln wir zumindest schon mal fast 20 Prozent dieser 2000 Kcal in uns hinein, ohne dabei nicht nur keine wichtigen Fette und Eiweiße nebst Ballaststoffen zu uns zu nehmen, sondern komplett auf Vitamine, Mineralien und Mikronährstoffe zu verzichten.

Da hilft auch nicht der scheinheilige Verweis der Firma, dass die Farb- und Geschmacksstoffe ja aus Früchten gewonnen werden. Die Farben und Geschmacksstoffe vielleicht ja.

Aber was haben die mit Vitaminen und Mineralien und Mikronährstoffen zu tun? Oder besteht so ein Apfel nur aus Farb- und Geschmacksstoffen und sonst gar nichts?

Unter der weiterführenden Webseite, die Test- und Qualitätssiegel aufführt, bekommen wir zu sehen, dass die Goldbären das Qualitätssiegel der deutschen Landwirtschaft (DLG) in Gold, 2009, abbekommen haben.

Wenn man liest, wofür so ein „Goldener Preis“ verliehen wird, dann kann man nur noch an dem gesunden Verstand der Landwirtschaftsleute (ver)zweifeln. Was in aller Welt macht ein Produkt zu einem hochwertigen Produkt, wenn es zu fast 80 Prozent aus verschiedenen Formen von Zuckern besteht?

Wäre dann ein Stück Würfelzucker, der aus 100 Prozent Zucker besteht, nicht noch hochwertiger und verdiente den Preis in Platin oder Gold mit Diamanteinfassung? Aber laut Aussage der Webseite der DLG beschränken sich die Qualitätsprüfungen auf folgende für sie wichtige Aspekte:

Die Qualitätsprüfungen sind produktgruppenspezifisch konzipiert. Im Zentrum steht bei allen Produktgruppen die sensorische Analyse der Lebensmittel (Farbe, Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack). Ergänzend dazu finden produktgruppenabhängig Zubereitungsprüfungen, Verpackungs- und Kennzeichnungsprüfungen sowie chemische, mikrobiologische und physikalische Analysen in akkreditierten Laboratorien statt.“ (Die Testmethoden der DLG-Qualitätsprüfungen)

Also, wie die Produkte aussehen und wie sie schmecken, darauf kommt es an. Was drin ist und welchen Effekt die Produkte auf die Gesundheit haben, wird erst gar nicht unter die Lupe genommen.

Jetzt verstehe ich auch, wie so ein Goldbärchen die Goldmedaille bekommen hat. Es sieht ja wirklich irgendwie putzig aus und es schmeckt ja auch, weil süß… Auch wenn es sich hier nur um gezuckerte und entfettete Schweineschwarte handelt. Für eine solche Verwandlung würde ich sogar David Copperfield den ersten Preis zugestehen.

Fazit

Der Spruch mit dem „… macht Kinder froh, und Erwachsene“ usw.  – dieser Spruch sollte mal in die evidenzbasierte Realität übersetzt werden: … macht den Hersteller froh, und später Ärzte und Pharmaindustrie ebenso.

Wenn Sie etwas Süßes wollen, warum tut es dann nicht ein reifer Apfel oder Orange? Warum muss es ein synthetisches Produkt eines Copperfield der Lebensmittelindustrie sein, das oben auf der Wunschliste steht? Ich habe für solchen synthetischem Abfall keinen Bedarf. Und manche zahlen dafür sogar noch Geld.

ABER: oben hatte ich es ja angedeutet. Die Frabstoffe sind ein Problem, wenn diese nicht natürlich sind. Achten Sie darauf, denn: In Bezug auf die Verwendung von Farbstoffen in Gummibärchen gibt es einige Bedenken, insbesondere im Hinblick auf künstliche Farbstoffe und eben nicht nur wegen des Zuckers. Es wird diskutiert, dass bestimmte künstliche Farbstoffe, insbesondere Azofarbstoffe wie Tartrazin (E 102), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Cochenillerot A (E 124), Allurarot (E 129) und Chinolingelb (E 104), die Hyperaktivität bei Kindern erhöhen können. Seit dem 20. Juli 2010 müssen Lebensmittel in der EU, die diese Farbstoffe enthalten, mit einem Warnhinweis gekennzeichnet sein. Dieser Hinweis weist darauf hin, dass die Farbstoffe die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen können?. Mehr zur Hyperaktivität von Kindern in meinem Beitrag: Hyperaktivität (ADS / ADHS) bei Kindern: Die Therapie-Katastrophe (naturheilt.com)

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Bildquellen: Schlachtabfälle – fotolia: svetoid, Gummibärchen – fotolia: fotomomentfoto

Dieser Beitrag wurde im September 2016 erstmalig erstellt und letztmalig am 15.2.2026 überarbeitet.

Chlorella und Schilddrüse: Gefahr durch Jod?

Ist Jod in Algen bei Schilddrüsen-Problemen gefährlich? Diese Frage stellt sich immer wieder – besonders im Zusammenhang mit Chlorella und anderen Mikroalgen. Hintergrund ist die bekannte Rolle von Jod für die Schilddrüsenfunktion: Zu viel Jod kann eine Überfunktion verschlechtern, zu wenig Jod eine Unterfunktion begünstigen. Entscheidend ist daher nicht das Schlagwort „Alge“, sondern der tatsächliche Jodgehalt des jeweiligen Produkts.

Chlorella vulgaris ist eine Süßwasseralge. Ihr Jodgehalt hängt vom Mineralgehalt des Kultivierungswassers ab – und der ist in Mitteleuropa in der Regel niedrig. Rechnet man gängige Dosierungen durch, zeigt sich: Die über Chlorella aufgenommene Jodmenge liegt meist deutlich unter dem täglichen Bedarf eines Erwachsenen.

Im Artikel kläre ich, wie viel Jod in Chlorella realistisch enthalten ist, welche Bedeutung das bei Hashimoto oder Hyperthyreose hat und wo tatsächlich Risiken liegen – sachlich eingeordnet, ohne Dramatisierung.

Chlorella vulgaris – eine Alge, die gesund ist?

Es ist zwar richtig, dass es sich bei Chlorella vulgaris um eine Alge handelt. Aber das Wort „Alge“ allein ist mehr als missverständlich. Denn vieles, was man einfach als „Alge“ bezeichnet, hat mit Algen nichts zu tun – wie zum Beispiel Spirulina.

Dazu kommt noch, dass (echte) Algen sowohl im Süßwasser vorkommen als auch im Salzwasser. Im Gegensatz zu Spirulina zum Beispiel kann Chlorella ausschließlich im Süßwasser gedeihen.

Damit hängt der Gehalt des Jods dieser Mikroalge vom Jodgehalt des Süßwassers ab, in dem sie gedeiht. Der Jodgehalt des Süßwassers wiederum ist abhängig von dem Boden des Sees beziehungsweise der Flüsse, über die das Wasser in den See gelangt ist.

Da in Europa und speziell in Deutschland die Böden sehr jodarm sind, bestehen keine großen Aussichten auf einen hohen Jodgehalt der in diesen Wassern gezüchteten Chlorella-Algen.

Aber Jod oder fehlendes Jod sind nicht die wahren Markenzeichen von Chlorella vulgaris, wenn es um den gesundheitlichen Nutzen dieser Alge geht. Hier stehen andere Merkmale im Vordergrund. Mehr dazu können Sie hier nachschlagen: Heilkraft aus dem Meer: Chlorella Algen und Spirulina Algen?

Interessant ist in diesem Zusammenhang der in diesem Beitrag angegebene Gehalt an Jod (0,4 Milligramm pro 100 Gramm). Das entspricht 4 µg/g (Mikrogramm pro Gramm).

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Wieviel Jod braucht der Mensch?

Jod wird in der Schwangerschaft benötigt, um beim Fötus und nach der Geburt beim Neugeborenen die Entwicklung des Gehirns voranzutreiben. Ohne Jod kommt es zu irreversiblen Schäden im Verlauf dieser Entwicklung.

Man kann davon ausgehen, dass ein Jodmangel zu diesem Zeitpunkt einen Verlust von 10 bis 15 IQ-Punkten mit sich bringt (Iodine deficiency as a cause of brain damage).

Kinder bis zum 9. Lebensjahr sollten, laut DGE, 100 bis 140 µg Jod pro Tag einnehmen. Alles, was älter ist als 10 Jahre, sollte sich mit Jod zwischen 180 und 200 µg täglich versorgen.

Bei Schwangeren wird der Tageswert bei 230 µg und bei stillenden Müttern bei 260 µg täglich festgelegt, nicht zuletzt deshalb, weil ein heranwachsender Fötus beziehungsweise Säugling ebenfalls mit Jod versorgt werden muss.

Wenn wir, nur als reines Gedankenexperiment angenommen, uns nur über Chlorella-Tabletten mit Jod versorgen wollten, dann würden wir recht bald an unüberwindbare Grenzen stoßen. Denn eine große Chlorella-Tablette enthält 500 Milligramm Chlorella, also ein halbes Gramm.

Je nach Produkt und Hersteller kann das variieren. Es gibt Varianten mit 250 Milligramm oder 400 Milligramm pro Tablette und so weiter. Zum besseren Rechnen bleiben wir der Einfachheit halber bei den 500-mg-Tabs.

Wenn also 1 Gramm Chlorella 4 Mikrogramm Jod enthält, dann enthält eine 500-mg-Tablette nur 2 Mikrogramm Jod. Wenn wir als Erwachsene beziehungsweise älter als 10 Jahre mit einem täglichen Bedarf an Jod von 180 bis 200 µg diesen Bedarf über diese Tabletten decken wollten, dann müssten wir bis zu 100 Tabletten á 500 Milligramm einnehmen oder 50 Gramm Chlorella.

Wir können an dieser Stelle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass das des Guten eindeutig zu viel sein wird. Denn Chlorella vulgaris enthält noch eine Menge an anderen nützlichen „Stoffen“, die mit einer solchen Dosierung vollkommen überdosiert werden würden, was den gesundheitlichen Wert wieder zunichte machen würde. Denn des Guten zu viel ist eben nicht gut.

Eine ähnliche Bewertung von Chlorella bezüglich Jod und Jodgehalt kommt auch aus der Klinghardt-Academy. Im Blogbeitrag „Chlorella Vulgaris – Medicinal Food“ erfährt der Leser folgendes (übersetzt): „Da Chlorella eine Süßwasser-Alge ist, hat sie keinen signifikanten Gehalt an Jod zu verzeichnen.

Und von daher können Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen Chlorella vulgaris ohne jegliche Einschränkungen zu sich nehmen.“ (Because Chlorella is a freshwater algae, it has no significant iodine content, therefore people with a dysfunction of the thyroid may take Chlorella without any restrictions.)

Die in diesem Beitrag angegebenen Dosierungen von 1 bis 2 Gramm zwei- bis dreimal täglich für eine allgemeine Prävention ergäben maximal 6 Gramm Chlorella oder 24 µg Jod am Tag. Das entspräche weniger als einem Achtel der minimalen Tagesdosis für Erwachsene. Ich sehe das übrigens genauso.

Aber selbst für den Fall, dass mit Chlorella eine Entgiftung durchgeführt werden würde (wozu sich diese Alge ausgezeichnet eignet), kommen bei einer maximalen Dosierung von 12 Gramm für die Entgiftung weniger als 50 µg Jod pro Tag zusammen.

Und da Entgiftungen keine Langzeittherapien sind, sondern zeitlich sehr begrenzt, werden die zu diesem Zeitpunkt leicht erhöhten Jodzufuhren aus meiner Sicht kein Problem für den Organismus darstellen.

Die abschließende Beurteilung der Klinghardt Academy lautet: „Im Jahr 2001 befand Dr. R.E. Merchant, Professor für Anatomy und Neurochirurgie an der Medical School of Virginia: „Es wurden keine toxischen Effekte jemals unter der Gabe von Chlorella bei Labortieren oder Menschen gesehen, gleichgültig ob die Zellwände der Alge noch intakt oder bereits aufgebrochen waren.“

Die bessere Alternative zur optimalen Jod-Versorgung sind Meesresfrüchte, insbesondere Meeresalgen. In Betracht kommt auch die Lugolsche Lösung, die eine wässrige Lösung aus Jod mit Kaliumjodid im Verhältnis 1:2 ist. Aufgrund möglicher Überdosierungen ist die Tinktur allerdings heute nicht mehr aktuell.

Ob die Lugolsche Lösung tauglich ist, den in der Bevölkerung vorherrschenden Jod-Mangel zu beheben, ist fraglich. Bevor ich das alte traditionelle Mittel empfehle, werde ich ab Ende 2017 einen Selbestversuch vornehmen. Mein Hauptanliegen dabei ist auch die Feststellung, ob die entgiftende Wirkung des Jods spürbar wird.

Wie die Ergebnisse ausfallen und in welcher Dosierung die Lugolsche Lösung vertretbar und zuträglich ist, kann ich Ihnen in meinem Newsletter mitteilen. Wenn Sie das interessiert, dann fordern Sie einfach meinen kostenlosen Newsletter an.

Fazit

Chlorella ist definitiv keine adäquate Alternative bei der Therapie einer Hypothyreose.

Dazu fällt der Jodgehalt zu verschwindend gering aus. Man kann davon ausgehen, dass der Jodgehalt nicht nur verschwindend gering ist, sondern so insignifikant, dass Chlorella vulgaris selbst bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) nicht in der Lage ist, die Überfunktion durch eine signifikante Mehrzufuhr an Jod zu verschlimmern.

Aktualisierung 6.3.2014

Jetzt konnte ich endlich einmal etwas ausführlicher eine Frage kommentieren, die sicher für alle Leser interessant ist.
Monika, Kommentar Nummer 3.

Die Frage lautete:

Hallo Herr Gräber, darf ich Sie fragen, wie Sie zur Untersuchung von Stiftung Warentest (Jan 2011) und der Aussage der WHO stehen – Zitatanfang: “Düngt man seinen Körper mit den Afa-Algenpräparaten “GSE Afa-Alge”, “Hannes Pharma Blue Green Alge” und “Wilco Blaugrüne Afa-Algen”, sollte man auf eine Überdüngung mit Algengiften achten: Im Labortest fand Stiftung Warentest in allen drei Afa-Algenpräparaten Spuren von in Cyanobakterien vorkommenden Microcystinen, diese Cyanotoxine können die Leber, Niere und Gehirn schädigen.

Zusätzlich stufte sie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als vermutlich Krebs erregend ein. Deshalb rät Stiftung Warentest vom Verzehr des blaugrünen Wunders ab.” – Zitatende – Vorab herzlichen Dank und liebe Grüße, Monika

Meine Antwort:

Die Stiftung Warentest hat sich Anfang 2011 ziemlich ins Zeug gelegt, um nachdrücklich vor der „grünen Gefahr“ zu warnen. Erst erschien ein Beitrag am 27.1.2011 (test.de/presse/pressemitteilungen/Algenpraeparate-In-drei-Afa-Algen-Produkten-stecken-riskante-Substanzen-4196697-0/) und dann noch einer am 11.2.2011 (Algenpräparate: Die grüne Gefahr, test.de/Algenpraeparate-Die-gruene-Gefahr-4196341-0/).

Beide Artikel sind sich einig, dass Algen gefährlich seien und keinen Nutzen für den Benutzer haben. Besonders merkwürdig ist die Behauptung im letzten Artikel, dass die Algen keine Wirksamkeitsnachweise vorzeigen können.

Ich gebe zu, dass das „Algen-Marketing“ diverser Anbieter oft über das Ziel hinausschießt – ein typisches Mittel der Propaganda/Werbung, um möglichst vielen das Produkt schmackhaft zu machen. A

ber dass die Warentester die wissenschaftliche Literatur zu den Algen nicht zu kennen scheinen, macht mich dann doch etwas betroffen. Wie kann ich Präparate bewerten, wenn ich nicht einmal die fundamentalen Fakten dazu berücksichtige? Kennen die Warentester diese Fakten wirklich nicht oder wird hier positives Material bewusst unter Verschluss gehalten?

Was immer es ist, die Glaubwürdigkeit solcher „Expertisen“ und der, die sie veranstalten, wird dadurch wohl kaum erhöht.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Und wer behauptet das Gegenteil?

Hier wären zu nennen: NASA und ESA, die Spirulina zum Beispiel als Langzeitnahrungsmittel mit an Bord der Raumfähren nehmen. Eine etwas ältere Veröffentlichung der NASA aus dem Jahr 1988 (als man mit diesen Untersuchungen anfing), habe ich hier gefunden: https://ntrs.nasa.gov/archive/nasa/casi.ntrs.nasa.gov/19890016190_1989016190.pdf.

In diesem Dokument werden im Wesentlichen die Bedingungen für die Kultivierung von Spirulina beschrieben. Dabei ist es interessant zu erfahren, dass sich unter verschiedenen Bedingungen die Nährstoffinhalte von Spirulina verändern.

Das heißt nichts anderes, als dass die auf dem Markt befindlichen Präparate weniger Inhaltsstoffe haben können, da die Kultivierung nicht unter optimalen Bedingungen erfolgt ist.

Von daher ist es keine schlechte Idee, sich einmal umzuschauen, welcher Anbieter ein wirklich gutes Produkt anbieten kann. Was hier für Spirulina beschrieben wird, gilt ebenso für die echten Algen, wie zum Beispiel Chlorella vulgaris.

In der Datenbank von PubMed sind dann die relevanten wissenschaftlichen Arbeiten auch einsehbar. Für Chlorella gibt es über 4300 Arbeiten. Für Spirulina sind es über 1100.

Hier sind die Veröffentlichungen mit anderen Algen und Cyanobakterien noch nicht mit berücksichtigt. Diese fast 5500 Arbeiten für Chlorella und Spirulina zusammen haben alle keine gesundheitlichen Wirkungen zeigen können?

Darf nicht sein; denn bei der Stiftung Warentest haben nur zugelassene Medikamente eine gesundheitliche Wirksamkeit. Alles, was nicht vom BfArM zugelassen ist, ist damit für unsere Gesundheit ohne Belang („Auch andere Behauptungen über Süßwasseralgen, wie vielfach im Internet zu finden, dürften einer strengen Überprüfung nicht standhalten.

Das gilt besonders für gesundheitliche Wirkungen. So verfügt keins der in Deutschland erhältlichen Algenprodukte über eine Zulassung als Arzneimittel.“).

Ja, und die 5500 wissenschaftlichen Arbeiten zu Chlorella vulgaris und Spirulina sind in Deutschland auch nicht zugelassen, also kann man sie als insignifikant vernachlässigen. Witzig finde ich auch die Gleichstellung von „strenger Überprüfung“ = „Zulassung als Arzneimittel“. So einfach kann man es sich machen, wenn es um die Verdammung von unliebsamen Therapieformen geht.

Der Mangel an Wissen über die „Algen“ seitens der Stiftung drückt sich noch in einem andern Faktum aus: Die Leute hier scheinen den Unterschied zwischen Algen und Cyanobakterien nicht zu kennen. So wird Spirulina lustig als Alge diskutiert und bewertet, wo diese „Alge“ doch ein Bakterium ist und halt keine Alge. Das sind leider keine Spitzfindigkeiten, sondern ist elementare Biologie.

Sonne und Mond sind auch nicht das Gleiche, nur weil beide kreisrund sind und im Weltall schweben. Dies ist für mich ein weiteres Indiz für den Verdacht, dass die beiden Artikel tendenziös geschrieben wurden.

Auch die Tatsache, dass in einem zeitlich recht kurzen Abstand praktisch zwei „Werke“ gleichen Inhalts verfasst wurden, erinnert mich mehr an Beschwörung als an Aufklärung.

Ein weiterer Punkt, der in diesen Tests unterschwellig vermittelt werden soll, ist die „gottgegebene“ Verunreinigung mit Microcystin. Aber Microcystin ist kein Beiprodukt von Chlorella und Spirulina. Beide Organismen sind nicht in der Lage, dieses Toxin zu synthetisieren. Das Problem liegt vielmehr bei der Kultivierung von Algen und Spirulina.

Denn die Lebensbedingungen, unter denen Algen und Spirulina gedeihen, sind auch optimale Lebensbedingungen für Microcystis aeruginosa (und einige andere Cyanobakterien), die dieses Toxin produzieren.

Wenn also Produkte das Microcystin enthalten, dann ist das kein unumgängliches Problem, das leider Gottes hingenommen werden muss, sondern ein Zeichen, dass die Hersteller schlampig kultiviert haben.

Denn Dioxin in Eiern ist auch keine unumgängliche Substanz, die wir mitessen müssen, wenn wir Eier essen wollen.

Wenn dies als Grund hergenommen wird, vom Verzehr von Algen und Spirulina abzuraten, dann sollte die Stiftung Warentest vor dem Verzehr von Eiern warnen und sich auch einmal um die schlampigen Zulassungen von Medikamenten seitens der Arzneimittelhersteller sorgen. Hier wären dann mindestens zwei Artikel pro Tag notwendig.

Ob Microcystin Krebs erzeugt oder nicht, das halte ich für eine rein akademische Frage. Microcystin gehört nicht in die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel. Es ist vermeidbar durch entsprechende Vorkehrungen seitens des Herstellers.

Um der Akademie zu ihrem Recht zu verhelfen und das krebserzeugende Potential zu diskutieren, kann ich nur sagen, dass es hier keinen Konsens gibt.

Der, so scheint mir, ist aber auch nicht notwendig. Denn Microcystin hat eine so leberschädigende Wirksamkeit, dass der Patient mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eher an einer Lebererkrankung stirbt bevor er eine Krebserkrankung entwickeln kann.

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Der Beitrag wurde von mir erstmalig im Februar 2014 erstellt und letztmalig am 15.2.2026 ergänzt.

Pink Lady Apfel im Check: Ist der ungesund?

Der Pink Lady Apfel gehört zu den meistverkauften Apfelsorten im deutschen Handel. Doch hinter der perfekt gefärbten Schale verbirgt sich ein komplexes wirtschaftliches System, das zunehmend kritisch diskutiert wird. Pink Lady ist keine klassische Apfelsorte, sondern eine geschützte Marke innerhalb eines sogenannten Clubs. Produzenten zahlen Lizenzgebühren, unterliegen festen Qualitätsvorgaben und sind vertraglich an bestimmte Vermarktungsstrukturen gebunden.

Hinzu kommen Fragen zur Klimabilanz durch internationale Transporte, zu Pestizidrückständen sowie zur abnehmenden Sortenvielfalt im Obstbau. Auch gesundheitlich unterscheidet sich Cripps Pink in relevanten Punkten von traditionellen Apfelsorten, insbesondere im Gehalt an Polyphenolen.

Dieser Artikel ordnet die wichtigsten Aspekte sachlich ein: wirtschaftliche Struktur, ökologische Auswirkungen, gesundheitliche Unterschiede und die Folgen für heimische Obstbauern. Ziel ist eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Verbraucher, die beim Apfelkauf mehr berücksichtigen möchten als nur Aussehen und Markenimage.

Ist Pink Lady nur ein Lifestyle-Produkt?

Die erste Merkwürdigkeit besteht schon mal darin, dass es sich hierbei gar nicht um eine Apfelsorte handelt, sondern um eine geschützte Marke.

Ausgefeilte Marketing-Kampagnen haben aus Pink Lady längst einen verlässlichen Partner für Wohlbefinden und körperliche Fitness gemacht. Was wirklich hinter dem Apfel steckt, ist ein ziemlich einzigartiges, wirtschaftliches Konzept:

  • Pink Lady ist eine Clubsorte. Das bedeutet, dass die Apfelproduzenten einem Club beitreten, Lizenzgebühren zahlen und sich an strikte Vorgaben halten müssen mit Blick auf die Größe und Färbung der Äpfel.
  • Mit dem vorrangigen Anbau von Cripps Pink machen sich viele Apfel-Bauern geradezu hörig gegenüber der „International Pink Lady Alliance“. Zunächst müssen sie die Apfelbäume zu überhöhten Preisen einkaufen, um sich gleichzeitig dazu zu verpflichten, die Äpfel ausschließlich an die Pink Alliance zu verkaufen, wobei ihnen im Gegenzug ein relativ hoher Abnahmepreis garantiert wird. Der Verkauf auf dem Hof oder eigene Kooperationen mit Supermärkten werden den Bauern untersagt.
  • Cripps Pink wird in großem Stil importiert, und zwar saisonabhängig aus Spanien, Italien, Frankreich oder auch aus Südamerika, Australien, Neuseeland. Vor diesem Hintergrund hat die Marke Pink Lady selbstverständlich eine schlechte Klimabilanz. Unsere heimischen Apfelproduzenten gucken dabei in die Röhre, denn sie bleiben regelmäßig auf ihren guten deutschen Äpfeln sitzen, können bestenfalls Most daraus machen.
  • Pink Lady wird in der Werbung gern als gesunde Alternative zu Süßigkeiten angepriesen. Tatsächlich enthalten diese Äpfel weniger Polyphenole, die für den sauren Geschmack und zuweilen für die braunen Stellen verantwortlich sind. Doch damit verschwinden auch deren gute Eigenschaften, denn Polyphenole wirken Allergenen entgegen. Menschen, die dazu neigen, auf Äpfel etwas allergisch zu reagieren, sind gut beraten, gerade Züchtungen wie Pink Lady nicht anzufassen. Sie sind auf jeden Fall mit alten, deutschen Apfelsorten besser bedient.
  • Über groß angelegte Werbekampagnen werden die Äpfel der Marke Pink Lady als besonders gesund angepriesen. Überdies wird ständig an einer diesbezüglichen Online-Community gebastelt, die einen Hype darum auslösen soll. Selbstverständlich braucht die Marke überdies auch noch „PinKids“, also extra gesunde Äpfel für Kinder.

Als „Designer-Apfel“ kommt Pink Lady um bestimmte Probleme gar nicht herum. Dies soll im Folgenden etwas begründet werden:

  • Die Kreuzung aus Lady Williams und Golden Delicious führte zu einem insgesamt guten Geschmack und tadelloses Aussehen. Andererseits liegt hierbei eine sogenannte „genetische Verengung“ vor, die zu einer deutlich höheren Anfälligkeit der Bäume für Schädlinge und Apfelkrankheiten führte.
  • Schorf ist eine dafür typische, moderne Apfelkrankheit, die regelmäßig bei Pink Lady Produkten, aber auch Jonagold, Elstar oder Golden Delicious auftritt, wenn die Bäume nicht ausreichend gespritzt werden. Es handelt sich dabei um eine Pilzkrankheit, die durch schwarze Flecken sowohl auf den Früchten als auch auf den Blättern der Bäume gekennzeichnet ist. Um den Apfelschorf loszuwerden, müssen spezielle Fungizide angewendet werden.
  • Es verbleiben immer Rückstände solcher hochgiftigen Spritzmittel auf den Äpfeln und werden zum Teil mitgegessen. Bei Pink Lady Äpfeln wurden Spuren von gleich drei Pestiziden nachgewiesen. Ein guter Grund, sich ab jetzt für Bio-Äpfel zu entscheiden.

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Angriff auf die Sortenvielfalt

Wenn immer mehr Menschen nur noch diese eine Sorte Cripps Pink einkaufen, führt dies mittelfristig unweigerlich dazu, dass kaum noch andere Apfelsorten angebaut werden. Damit gehen uns ernsthaft ihre Samen für immer verloren. Das ist auch deshalb problematisch, weil es so kaum noch möglich ist, die Apfelsorten weiterzuentwickeln, beispielsweise um robustere Sorten zu kreieren, die mit dem Klimawandel besser klarkommen. Von den früher bekannten circa 3.000 Apfelsorten sind relativ wenige übrig geblieben.

Stefan Eschek vom Bundessortenamt in Hannover versuchte den Teufelskreis zu erläutern. Er sagt, dass jene Obstbauern, die keine Club-Sorten anbauen, früher oder später finanzielle Probleme bekommen. In der Folge werden ihre kleinen Unternehmen von größeren Produzenten geschluckt, die ja gerade deshalb wirtschaftlich erfolgreicher waren, weil es ihre Angewohnheit ist, ihre Flächen ausschließlich mit Clubsorten zu bepflanzen. In der Konsequenz gibt es am Ende nur noch drei bis vier Sorten auf dem Markt.

Fazit

Unter der Marke „Pink Lady“ finden Sie viele makellos anmutende Äpfel in den Supermarktregalen. Sie stammen von südeuropäischen oder südamerikanischen Apfelplantagen, die ganz und gar auf Effizienz getrimmt sind. Da diese Apfel-Kreuzungen sehr anfällig für Schädlinge und Krankheiten sind, müssen die Bäume ständig intensiv chemisch behandelt werden. Diese Gifte finden den Weg bis in unseren Magen.

Die Apfel-Bauern zahlen Lizenzgebühren und es ist ihnen untersagt, ihre Äpfel an andere Abnehmer zu verkaufen. Wegen der wachsenden Nachfrage nach bestimmten Sorten werden andere, wertvolle Apfelsorten nicht mehr angebaut, die Sortenvielfalt schwindet unwiederbringlich.

Mein Tipp für den nächsten Einkauf

  • Bestimmt gibt es ganz in Ihrer Nähe einen Wochenmarkt oder sogar einen kleinen Hofhandel. Äpfel mit kleinen Frostschäden oder „kosmetischen“ Unzulänglichkeiten sind sehr wohl essbar und büßen dadurch nichts von ihrem Geschmack ein.
  • Sprechen Sie den Obstbauer explizit auf alte Apfelsorten an. Indirekt tragen Sie damit auf längere Sicht zur Sortenvielfalt bei. Vereine wie „Arche Noah“ oder „VERN“ bemühen sich übrigens seit längerer Zeit um den Erhalt alter oder seltener Sorten.
  • Es gibt auch in größeren Städten Streuobstwiesen, wo jeder Äpfel pflücken darf. Wenn bei diesem Obst gewisse Schönheitsfehler zu beklagen sind, ist dies ja nur ein Hinweis darauf, dass chemische Spritzmittel gewiss nicht zum Einsatz kamen.

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Dieser Beitrag wurde am 09.09.2021 erstellt und am 14.2.2026 überarbeitet.

Krebszelle

Fasten nach Breuss – Oder: die „Prostata Krebs“ und „Breuss Kur“

Heute erhielt ich folgende Frage:

Hallo Herr Graeber,

ich bin im Internet auf Ihre Seite gestossen:Den Krebs „aushungern“ Die Krebs-Kur: „Krebskur-Total“.
Nachdem ich nun seit einigen Tagen Seiten (= Newsletter – Anm. des Blogautors) von Ihnen erhalten habe, ist von der Breuss-Kur nirgendswo die Rede mehr,wissen Sie überhaupt was es mit dieser Breuss-Kur auf sich hat???

Anfang Mai 2006 war ich an Prostata-Krebs erkrankt,war 3 Wochen im Krankenhaus, die Ärzte habe sich nicht mehr getraut zu einer Operation,ich bekam dann eine Hormontherapie und sollte noch eine Strahlentherapie bekommen,welche ich aber abgelehnt habe,somit suchte ich selbst nach Alternativen und stiess im Internet auf die Breuss Krebs-Kur, habe die Hormontherapie abgebrochen und nach genauer
Prüfung am 9.Juni 2007 die Kur (42 Tage) genau gemacht.

Die Ärzte hatte mir im Mai 2006 eine Lebenserwartung von einem 3/4 Jahr gegeben.

Meine Blutwerte sind heute alle im Normbereich.

Antwort:

Wer Breuss nicht kennt: Rudolf Breuss war ein österreichischer Naturheilkundler. In seinem Buch „Die Krebs-Leukämie-Kur“ beschrieb er ein 42-tägiges Saftfasten mit Gemüsesäften und Kräutertees.

Seine Grundannahme: Tumorzellen ernähren sich primär von fester Nahrung – entzieht man diese, würden sie „verhungern“, während der Körper von Säften weiter versorgt werde.

Wichtig: Breuss hat nie pauschal behauptet, jede Krebsart sei auf diese Weise heilbar. Er differenzierte – was später oft ignoriert wurde.

Das Problem der Vereinfachung

Im Internet wurde aus einer differenzierten Beschreibung schnell eine Formel:

Krebs -> 42 Tage Fasten -> Heilung.

So hat Breuss das nie formuliert. Er hat sehr klar beschrieben, bei welchen Konstellationen er Zurückhaltung empfahl. Und er hat nie behauptet, dass schulmedizinische Maßnahmen grundsätzlich abzubrechen seien. Das heutige Problem ist weniger das Fasten selbst – sondern die dogmatische Verkürzung.

Prostatakrebs und Fasten

Es gibt Hinweise aus der Stoffwechselforschung, dass hormonabhängige Tumoren sensibel auf metabolische Veränderungen reagieren können. Prostatakarzinome gehören in vielen Fällen dazu.

Fasten verändert hier:

  • Insulin
  • IGF-1
  • Entzündungsmarker
  • Zellstoffwechsel

Das heißt jedoch nicht automatisch „Heilung“. Es heißt: Der Stoffwechsel beeinflusst das Tumormilieus. Mehr nicht – aber auch nicht weniger.

Warum ich öffentlich zurückhaltend bin

Ich halte mich mit konkreten Empfehlungen zur Breuss-Kur bewusst zurück. Die Corona Jahre haben deutlich gezeigt, was „abgehen“ kann. Und beim Thema Krebs kann man sich nur die Finger verbrennen…

Auf zwei Dinge muss man achten:

  1. Menschen brechen eigenständig Therapien ab
  2. Kritiker nutzen extreme Fälle, um Fasten generell zu diskreditieren

Fasten ist ein starkes physiologisches Instrument. Aber es ist kein Allheilmittel.

Persönliche Bewertung

Die geschilderte Erfahrung ist beeindruckend. Aber sie ist halt auch eine Einzelerfahrung. Ein normwertiger PSA-Wert ersetzt keine differenzierte onkologische Beurteilung. Und eine Prognose von „neun Monaten“ ist statistisch – keine exakte Uhr. Das gilt übrigens für beide Seiten – schulmedizinisch wie alternativmedizinisch.

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Beitragsbild: fotolia.com – crevis

Heilfasten Beitragsbild mit Kräutertee, Zitronenwasser und Notizbuch auf Holztisch im Morgenlicht – Ruhe und Klarheit beim Fasten.

Heilfasten Online Kurs 2026 – warum so viele Fragen kommen und warum die Antworten nicht in einen Kommentar passen

In den letzten Wochen haben mich zum Heilfasten Online Kurs 2026 unzählige Anfragen erreicht. Das freut mich – zeigt es doch, dass das Interesse groß ist und viele Menschen sich ernsthaft mit dem Thema Fasten beschäftigen. Gleichzeitig zeigen diese Fragen aber auch, wo regelmäßig Missverständnisse entstehen.

 

Inhaltlich lassen sich fast alle Anfragen klar drei Kategorien zuordnen.

  1. Technische Fragen – Organisation statt Medizin

Ein großer Teil der Fragen ist rein organisatorisch:

Wann findet der Kurs statt?
Was ist, wenn ich an einem Tag nicht live teilnehmen kann?
Gibt es Aufzeichnungen?
Wie erhalte ich die Zoom-Links?

Diese Fragen sind verständlich. Und sie sind auch vollständig beantwortet – sowohl auf der Kursseite als auch in den Mails nach der Anmeldung. Der Kurs ist live, aber selbstverständlich gibt es Aufzeichnungen. Niemand muss „alles schaffen“, niemand fällt raus, nur weil das Leben dazwischenkommt. Heilfasten ist kein Leistungssport und schon gar kein Termindruck-Projekt.

  1. Fragen zu Nahrungsergänzungsmitteln – die Klassiker

Die zweite große Gruppe betrifft Nahrungsergänzungsmittel, Beispiele:

Kann ich Magnesium weiternehmen?
Was ist mit Vitamin D, Omega-3, Schilddrüsenpräparaten, Aminosäuren?
Soll ich während des Fastens alles absetzen oder gezielt etwas beibehalten?

Diese Fragen tauchen jedes Jahr auf – und sie lassen sich nicht immer pauschal beantworten. Genau deshalb bespreche ich das im Kurs strukturiert, differenziert und praxisnah. Nicht als Liste, sondern im Kontext: Stoffwechsel, Fastenphase, individuelle Situation.

Eine pauschale Antwort unter einem Video oder in einem Kommentar wäre unseriös. Heilfasten ist kein Schalter, den man umlegt. Es ist ein Prozess. Und Prozesse brauchen Einordnung.

  1. Beschwerden und Krankheiten – hier beginnt Verantwortung

Die dritte Kategorie ist die heikelste:

„Ich habe diese oder jene Erkrankung – kann ich trotzdem fasten?“
„Ich nehme Medikamente – ist das ein Problem?“
„Ich habe Beschwerden X, Y, Z – wäre Fasten sinnvoll oder gefährlich?“

Das sind berechtigte Fragen. Aber es sind keine Fragen für die Kommentarspalte und auch keine Fragen, die man mit drei Sätzen verantwortungsvoll beantworten kann.

Fasten kann therapeutisch enorm wirksam sein. Aber es ist kein Allheilmittel und kein Do-it-yourself-Experiment. Genau deshalb begleite ich den Kurs persönlich, erkläre Zusammenhänge, Grenzen und Alternativen – und sage auch klar, wann Fasten nicht der richtige Weg ist oder angepasst werden muss.

Warum ich vieles bewusst im Kurs beantworte

Ich habe zu vielen dieser Themen bereits ausführlich geschrieben und gesprochen:
auf meinen Webseiten, im Yamedo-Forum, in Artikeln, Interviews und Videos auf YouTube. Wer sucht, findet dort sehr viel Hintergrundwissen.

Der Online Kurs ist dennoch etwas anderes. Er bündelt dieses Wissen, ordnet es ein und verbindet Theorie mit Praxis. Nicht abstrakt, sondern so, wie ich seit vielen Jahren mit Fastengruppen und Patienten arbeite.

Ein Video, das ich kürzlich aufgenommen habe, greift exemplarisch einige dieser Fragen auf. Nicht, um alles vorwegzunehmen – sondern um zu zeigen, warum einfache Antworten oft die falschen sind.

Fasten braucht Tiefe – nicht nur gute Absichten

Heilfasten ist kein Trend und keine Challenge. Es ist ein tiefgreifender Eingriff in den Stoffwechsel, in hormonelle Regelkreise, in das Nervensystem. Wer das ernst nimmt, braucht mehr als Einzelantworten.

Genau dafür ist dieser Kurs da.

Nicht um Fragen abzuwimmeln – sondern um sie dort zu beantworten, wo sie hingehören: im Zusammenhang, mit Erfahrung, mit Verantwortung.

Und genau so wird der Heilfasten Online Kurs 2026 aufgebaut sein: Heilfasten nach René Gräber – Der Online Kurs