Abnehmen und Diäten

Heute erhielt ich folgende e-Mail zum Thema Abnehmen und Diäten:

Hallo René,

vielen Dank für die vielen Infos, die Sie mir einfach so zukommen haben lassen. Ich habe mich jeden Tag auf eine neue Info gefreut und habe es immer mit großem Interesse gelesen.
Ich fand die Informationen sehr hilfreich und finde es auch gut, daß Sie auf die Mode-Diäten eingehen, die in vielen Zeitschriften immer wieder regelmäßig propagiert werden.

Im Grunde genommen interessiert mich das Thema vor allem deshalb, weil ich mich für Ernährung interessiere. Am liebsten würde ich eine Ausbildung machen, die mit Ernährung zu tun hat – oder am allerliebsten würde ich Heilpraktiker werden. Ich habe zwar schon längst eine andere abgeschlossene Ausbildung und auch einige Berufsjahre hinter mir, aber das Thema Gesundheit und Ernährung interessiert mich seit Jahren.

Ich bin selbst nicht übergewichtig – im Gegenteil, ich bin eine schlanke Person mit dem sogenannten Idealgewicht.

Trotzdem finde ich den Aspekt der gesunden Ernährung extrem wichtig, weil die Nahrung gleichzeitig auch ein Heilmittel sein kann und dazu beiträgt, den Körper gesund und im Gleichgewicht zu halten.

Mein Interesse an Ernährung wurde vor allem dadurch gesteigert, als in diesem Jahr bei mir und meinem Mann festgestellt wurde, daß wir beide uns einen Parasiten eingefangen hatten. Dazu kam auch noch eine starke Candida-Belastung im Darm. Den Parasiten hatten wir wohl schon unbemerkt über längere Zeit und unser Immunsystem war schließlich so geschwächt, daß wir auch noch etliche Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten entwickelt hatten. Wir mußten also eine Kur machen, wo wir mittels radikaler Nahrungsmittel-Umstellung und Gabe von Naturheilmitteln und Homöopathika sowohl den Darmpilz als auch den Parasiten rasch loswurden. Schließlich wurden die Nahrungsmittelunverträglichkeiten (mit angewandter Kinesiologie ausgetestet) auch eine nach der anderen geheilt und nun sind wir nach fast einem Jahr so weit, daß wir wieder alles essen dürfen (die Lebensmittel, gegen die wir unverträglich waren, sollen nicht öfter als 2 mal wöchentlich und nicht in Kombination mit anderen ehemals unverträglichen Lebensmitteln gegessen werden).

Interessanterweise haben wir beide während der Kur jeder über 10% seines Körpergewichts verloren. Und das, ohne daß wir in irgendeiner Weise gehungert hätten. Im Gegenteil, dadurch, daß wir etliche Dinge nicht essen durften (keine Kuhmilchprodukte, kein Weizen, keinen Zucker, keinen Alkohol, keinen Kaffee…. – im Grunde genommen eine basische Kost und zusätzlich durften wir jeweils das nicht essen, wogegen wir eine Unverträglichkeit entwickelt hatten) – also dadurch, daß wir das Gefühl hatten, wir dürfen sooo viele Sachen nicht essen, haben wir von all den anderen Dingen, die wir essen durften, massenweise gegessen.

Fazit für uns war also, wenn man das ißt, was man verträgt und vor allem Zucker (in allen seinen Erscheinungsformen) wegläßt und sich mit einer möglichst basenreichen Kost ernährt, dann nimmt man so lange ab, bis man kein überflüssiges Fett mehr am Körper hat – egal wie viel man ißt. – Das Abnehmen war ja bei uns nur der Nebeneffekt der Kur – es ging ja vor allem um das Ausheilen der oben genannten Dinge.

Seitdem denke ich, daß alle Diäten, die einseitig sind, oder von großem Verzicht gekennzeichnet sind, unweigerlich zum scheitern verurteilt sind. Das schlimme ist ja dann noch die große Frustration, daß man „versagt“ hat, wenn man dem Jojo-Effekt zum Opfer gefallen ist. Dabei kann man nichts dafür. Der Körper entwickelt einen Heißhunger auf das, was er braucht und was ihm vorenthalten wurde. Und zusätzlich hat man dann einen Heißhunger auf all das, was verboten war.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich dazu nur sagen: ich hatte eine hartnäckige Kakao-Unverträglichkeit – das war die Unverträglichkeit, die bis zum Schluß übrig blieb und erst dann ausgeheilt werden konnte. Das bedeutete für mich den Verzicht auf meine geliebte dunkle Schokolade – und das ein dreiviertel Jahr.

Ich habe jetzt, da ich sie wieder essen darf nun so eine Art Besessenheit entwickelt, daß ich immer dunkle Schokolade im Haus haben muß. Soviel dazu, was Verbote (auch wenn die, wie in meinem Fall der Gesundheit dienlich waren) bewirken können.

Ich kann Ihnen daher nur zustimmen, daß diese einseitigen Diäten alle unsinnig sind und ich kenne genug Menschen in meinem Umfeld, die jedes Jahr 1 mal diese Krautsuppen-Diät machen oder 1 mal eine Atkins-Diät machen oder eine Montignanc-Diät oder noch Schlimmeres, wo man eine Woche lang Unmengen an Rindfleisch und Eiern zu sich nimmt. Alle diese Menschen werden von Jahr zu Jahr dicker, obwohl sie immer wieder soo viel abnehmen. Da kann doch was nicht stimmen!

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, daß ich in dem Moment, wo ich nur an „Diät“ denke, um etwa vor der Bikini-Saison ein paar Winterpfunde loszuwerden, mich eine unbändige Freßlust überkommt. Ich habe noch nie eine Diät machen können – allein der Gedanke daran, meinem Körper Nahrung vorzuenthalten, hat es mir unmöglich gemacht.

Ich denke, wenn man Nahrungsmittel möglich frisch zubereitet, keine Fertig-Gerichte. dafür aber viel Obst und Gemüse ißt und auch auf eine genügende Eiweiß-Versorgung achtet, viel Wasser trinkt und vielleicht einmal im Jahr (Frühjahr) den Körper ordentlich entschlackt und entgiftet – regelmäßige Bewegung wäre auch noch wichtig – kann man ganz easy sein natürliches Gewicht erreichen – und das ohne Anstrengung. Es geht dann praktisch wie von selbst.

Ich bin froh und finde es super, daß es Menschen wie Sie gibt, die ihr Wissen den Menschen zur Verfügung stellen und Ihnen dabei helfen, gesund zu werden und zu bleiben. Es ist toll, daß Sie einen Kontrapunkt setzen zu dem, was an „Wunderkuren“ in den Medien immer wieder propagiert wird, wo es aber letztendlich nur um Verkaufszahlen geht und nicht um die Gesundheit derjeniger, die diese „Zauber-Diäten“ ausprobieren.

Es ist schlimm genug, wenn man sich anschaut, WIE sich die Mehrheit der Menschen in unseren Industrieländern ernährt – und welche Mangelerscheinungen da auftreten. Umso schlimmer, wenn dann auch noch gesundheitsschädliche Diäten eines oben drauf setzen und den Körper noch mehr schinden und schädigen…

Dieser Diäten-Wahn ist ja auch besonders schädlich für Jugendliche, die im Nacheifern nach den mageren Figuren, die Ihnen von der Werbung, von Magazinen, Models und Schauspielern vor Augen geführt werden, in den Diät-Wahn verfallen. Und das in ihrer Entwicklungsphase! – Unvorstellbare Schäden an ihren Körpern und Seelen. Und wofür? Das sollte wirklich ein Ende haben.

Ich finde Ihre Webpage überhaupt ganz toll und halte mich auf der Suche nach Informationen gerne dort auf.

Vielen Dank für Ihren tollen Service und vielen Dank für Ihren Dienst an den Menschen. Ich weiß das sehr zu schätzen.

Liebe Grüße,
C.Z.

Den Namen habe ich nur mit Anfangsbuchstaben abgekürzt. Es ist nicht jedermanns Sache sich frei mit Namen zu äußern.

Dennoch danke ich Frau Z., für Ihre offenen Worte. Ich habe die email auch deshalb gerne veröffentlicht, weil ich denke, dass viele andere von dieser Erfahrung bzw. Meinung profitieren können.

René Gräber

René Gräber

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3 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar
    Daniela Abend

    9. August 2009 um 15:23

    Frau Z. hat da ganz Recht! Ich selbst interessiere mich sehr für das Thema gesunde Ernährung und das nicht nur weil ich Ernährungsberaterin und Diätassistentin bin.
    Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie oft ich (gerade junge Menschen) sehe, die sich selbst oder auch Eltern ihren (Klein-)Kindern “mal eben so” einen Schokoriegel in den Mund schieben, um ein paar Meter weiter die Stadt rauf sich doch noch was an der Bude zu kaufen – man wurde ja nicht satt… In solchen Momenten möchte ich schreien! Übergewicht, ob bei Erwachsenen oder Kindern, nimmt immer mehr zu (welch lustiges Wortspiel 🙂 und man MUSS Aufklärungsarbeit leisten. Sogar die Kleidergrößen wurden im Handel mittlerweile umgestellt!!! Ich jedenfalls werde nicht müde all meinen Freunden, Bekannten und Verwandten von gesunder Ernährung, abwechslungsreicher Kost und auch 1mal im Jahr Heilfasten zu erzählen. Ich bin noch jung (noch keine 30) und habe da genug Ausdauer…
    Ich selbst mache seit fünf Jahren mindestens einmal im Jahr eine Heilfastenkur und kann die positiven Auswirkungen gar nicht genug anpreisen. Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung gehören für mich zum guten Ton meiner Gesundheit. Und auch Ausdauersport sind mindestens dreimal die Woche vertreten, wenn nicht sogar öfter (auch ich habe nicht immer Lust abends noch joggen zu gehen….). Mir geht es auch nicht darum, irgendjemanden den Spaß am Leben zu nehmen. Kann man ja immer noch haben. Doch das Mass ist ausschlaggebend. Natürlich esse auch ich zwischendurch abends eine Pizza oder veranstalte einen französischen Abend mit Käse, Baguette und viel Rotwein oder gehe auf eine Party. Doch tagsdrauf wird sich wieder gesund ernährt. Dann isst man eben mal etwas mehr Rohkostsalat als sonst (ich bin Vegetarierin) und läuft eine Runde mehr im Park. Wenn man sich gesund ernähren will und sich nichts verbietet, kann sich irgendwie kein Übergewicht einstellen. Wie gesagt: Frau Z. hat da ganz Recht!!!
    An Herrn Gräber kann ich nut weiter geben: weiter so! Werden auch Sie nicht müde Ihre wirklich tollen Informationen an den Menschen/Laien weiterzugeben. Es lohnt sich immer – auch wenn es etwas dauert… 🙂
    Grüße

  2. Avatar

    Es zeigt sich immer wieder, dass gut genährte Jugendliche durch Diäten erst richtig adipös werden. so ist es mir leider auch ergangen, heute wiege ich 130kg trotz Magenband.

    Grüße aus Berlin

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