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Bleistiftstuhl – Ursachen, Symptome und Beurteilung: Ist es schlimm?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Der Bleistiftstuhl ist mitnichten ein Stuhl, den man aus ausgedienten Bleistiften zusammengebaut hat. Hierbei dreht es sich um eine Form des Stuhlgangs, der von der Norm abweicht. Mehr zur Norm und den häufigsten Abweichungen habe ich in diesem Beitrag diskutiert: Stuhlgang | Der normale Stuhl - Farbe - Konsistenz und mehr.

Beim Bleistiftstuhl handelt es sich um einen besonders dünnen Stuhlgang. Hierbei ist nicht die Konsistenz des Stuhls gemeint, sondern dessen Form, der „so dünn wie ein Bleistift“ ausfällt. Bisweilen fällt dieser Stuhl auch bandförmig aus. Der Richtwert für diese Form des Stuhls ist ein Durchmesser, der dem eines Bleistifts entspricht.

Diese Form des Stuhls ist nicht nur außergewöhnlich abweichend, sondern auch Grund für eine gesundheitliche Abklärung. Denn damit der Stuhl in dieser dünnen Form den Darm verlässt, bedarf es einer signifikanten Verengung im Bereich des Dickdarms, die für die Bleistiftbildung verantwortlich ist. Damit wären wir schon bei der Frage nach den. . .

Ursachen

Ernährung und Verstopfung

Eine der häufigsten Ursachen für den Bleistiftstuhl ist eine ballaststoffarme Ernährung, die eine Verstopfung verursacht, beziehungsweise Verstopfungen allgemein (unabhängig vom Ballaststoffgehalt der Ernährung).

Ballaststoffe haben eine wichtige Funktion im Gastrointestinaltrakt. Sie dienen nicht nur als Präbiotika als Nährstoffe für die Darmflora, eine bereits zentrale Aufgabe, ohne die das gesamte Verdauungssystem nicht funktionieren könnte. Ballaststoffe reinigen darüber hinaus den Darm, verhindern Entzündungen und verbessern die Resorption von einer Reihe von Mineralstoffen. Der Mangel an Ballaststoffen führt langfristig gesehen zu einer Begünstigung einer Verengung (Stenose) des Dickdarmkanals, die so ausgeprägt sein kann, dass bleistiftartige Stühle entstehen. Wenn dann noch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr vorliegt, dann ist die Wahrscheinlichkeit für Verstopfungen und Stenosen noch einmal signifikant erhöht.

Verstopfungen aus anderen Gründen, wie zum Beispiel der Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln, die eine stopfende Wirkung haben, können ebenfalls zur Ausbildung einer Stenose beitragen. Dazu bedarf es natürlich einer langfristigen Einnahme solcher Nahrungsmittel. Wenn dann noch zu wenig Bewegung, Mangelerscheinungen aufgrund der einseitigen Ernährung etc. dazu kommen, dann wird dieser Prozess weiterhin begünstigt.

Medikamente

Medikamente, besonders Schmerzmittel auf Opioidbasis sind ebenfalls potente Verursacher von Verstopfungen, wenn sie über einen längeren Zeitraum genommen (was bei Opioiden nicht selten der Fall ist, aufgrund von Abhängigkeitserscheinungen) fast durchgängig zu ausgeprägten Verstopfungen führen.

Aber auch andere Medikamente können zu Verstopfungen führen, wie zum Beispiel Kalziumantagonisten und Eisenpräparate.

Reizdarm

Über das Reizdarmsyndrom hatte ich bereits einige Beiträge veröffentlicht, unter anderem:
Das Reizdarmsyndrom | Symptome - Ernährung - Hilfe - Therapie
Hier stehen Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfungen im Vordergrund der Symptome, die sich auch in einem veränderten Stuhlgang auswirken. Der Bleistiftstuhl ist eine Variante davon, die wahrscheinlich mit den nicht selten auftretenden Verstopfungen assoziiert ist.

Endometriose

Auch hier habe ich einen Beitrag verfasst: Endometriose – Ursachen und Therapien
Bei dieser gutartigen Erkrankung tauchen Schleimhäute aus der Gebärmutter außerhalb der Gebärmutter auf, wie zum Beispiel in der Harnblase und im Darm. Diese „falsche Schleimhaut am falschen Ort“ kann die Darmschleimhaut infiltrieren und dadurch den Darmdurchmesser verengen.

Diese Verengung kann so stark ausfallen, dass sie zur Ausbildung eines Bleistiftstuhls führt. Ist die Endometriose im Endbereich des Dickdarms lokalisiert, dann besteht eine nochmals erhöhte Wahrscheinlichkeit für diese Verengung und damit für einen Bleistiftstuhl. Bei der Diagnose wird dies mit der erste Ort sein, wo der Arzt suchen würde, wenn bei einer Patientin eine Diagnose für eine bereits bestehende Endometriose vorliegt.

Entzündungen im Darm

Entzündungen im Darm (Darmentzündungen | Symptome - Verlauf - Therapie):

Als „Paradebeispiele“ hierfür seien Morbus Crohn und Colitis ulcerosa genannt.
Beim Morbus Crohn kann der gesamte Verdauungskanal von Entzündungen befallen sein (Mundhöhle bis zum After). Bevorzugter Ort der Entzündungen jedoch ist der Dickdarm und teilweise der untere Bereich des Dünndarms. Durch die chronische Entzündung wird die Struktur der Schleimhaut zerstört, was zur Ausbildung von Fibrosen in den befallenen Bereichen führt, die wiederum maßgeblich an der Verengung des Lumens beteiligt sind.
Neben Bleistiftstuhl leiden die Betroffenen an Bauchschmerzen, Durchfall, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit etc.

Die Colitis ulcerosa ist ebenfalls eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Der Unterschied zum Morbus Crohn besteht darin, dass „nur“ Mastdarm und Dickdarm betroffen sind. Aber auch hier sorgen die chronischen Entzündungen für entsprechende Veränderungen in der Darmschleimhaut, die zur Verengung und damit zum Bleistiftstuhl führen. Auch diese Patienten haben ein umfangreiches Arsenal an Symptomen zu erdulden, wie zum Beispiel Durchfälle, Bauchschmerzen, aufgeblähter Bauch, massive Koliken, Müdigkeit, Schwäche, und ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs.

Darmkrebs

Darmkrebs ist durch das Wachstum von Tumoren gekennzeichnet, die in das Darminnere hineinwachsen und sich ausbreiten. Die damit einhergehende Verengung des Darmlumens führt dann zu einem Stuhl mit Bleistiftcharakteristik.

Auch aus diesem Grunde ist ein längeres Vorkommen von Bleistiftstuhl ein zwingender Grund zur medizinischen Abklärung. Die „typischen“ Symptome für das Auftreten eines Darmkrebs sind leider alles andere als typisch, sondern ebenfalls Symptome, die bei Morbus Crohn und/oder Colitis ulcerosa beziehungsweise anderen entzündlichen Erkrankungen mit von der Partie sind.

Darmpolypen

Darmpolypen: Diese Art der Verwachsungen im Darm beziehungsweise auf der Darmschleimhaut verursachen ebenso eine Verengung des Darmkanals. Zu den möglichen Ursachen hatte ich mich in einem Beitrag geäußert (siehe Link zu Darmpolypen). Darmpolypen stehen ebenfalls in einem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für das Aufkommen von Darmkrebs.

Behandlung

Bei einem länger anhaltenden Bleistiftstuhl ist es dringend geraten, einen Arzt zur Abklärung zu besuchen. Für diese Abklärung ist die Darmspiegelung (Koloskopie) das Mittel der ersten Wahl, neben anderen diagnostischen Mitteln, wie Abtastung des Bauchs, Untersuchungen des Stuhls etc.

Da der Bleistiftstuhl keine Erkrankung im eigentlichen Sinne ist, sondern ein Symptom, das mit einer Erkrankung assoziiert ist, kommt es darauf an, die zugrundeliegende Erkrankung zu therapieren.

Sollte sich also herausstellen, dass der Bleistiftstuhl einer ballaststoffarmen Ernährung zu verdanken ist, dann ist dies Grund genug für eine gründliche Ernährungsumstellung. Das Gleiche gilt auch für eine mangelnde Flüssigkeitsaufnahme.

Bei entzündlichen Darmerkrankungen bietet sich natürlich von schulmedizinischer Seite aus eine Reihe von entzündungshemmenden Medikamenten an, die allerdings mit ihren spezifischen Nebenwirkungen aufwarten. Dies ist umso bedeutungsvoller, da diese Medikamente in der Regel über einen sehr langen Zeitraum eingenommen werden müssen, was die Gefahr von ernsthaften Nebenwirkungen signifikant erhöht (Medikamente gegen die Nebenwirkungen von Medikamenten). Hier wäre eine zumindest begleitende Therapie mit natürlichen entzündungshemmenden Substanzen in Erwägung zu ziehen, nicht zuletzt auch, um die Zeit und Menge der Einnahme von chemischen Substanzen zur Therapie zu reduzieren. Außerdem hat gerade bei entzündlichen Darmerkrankungen die Gabe von Probiotika sehr gute Behandlungserfolge nachweisen können.
Bei der Therapie eines Reizdarmsyndroms ist die Schulmedizin häufig überfordert, da sie, wie sie selbst zugibt, die eigentliche Ursache für dieses Syndrom nicht kennt. Also wird hier nur symptomatisch therapiert, was wieder den Medikamentenkonsum intensiviert und eine Heilung „torpediert“. Aus Sicht der Naturheilverfahren gibt es eine Reihe von Ansätzen, die hier mehr leisten. Ich denke hier an die Homöopathie, Heilfasten, Akupunktur, Symbioselenkung, Entspannungsverfahren, und eine Reihe von Heilpflanzen, wie zum Beispiel Melisse, Pfefferminz, Kamille etc.

Sollten die Bleistiftstühle von Polypen oder Tumoren verursacht werden, dann ist unter Umständen eine operative Entfernung indiziert. Denn bei einem weiteren Wachstum droht unter Umständen ein totaler Darmverschluss, was eine zusätzliche lebensbedrohliche Komplikationen darstellt.

Ab wann ist ein Besuch beim Arzt angezeigt?

Ein einmalig auftauchender Bleistiftstuhl ist ein Zeichen, dass man in der jüngsten Vergangenheit eine wenig optimale = gesunde Ernährung zu sich genommen hat. Daher sollte man dies umgehend ändern. Und mit dieser Änderung sollte auch der Bleistiftstuhl verschwinden. Sollte dies nicht der Fall sein, dann ist es auf jeden Fall ratsam, den Arzt aufzusuchen.

Hier sind einige Kriterien, die einen Arztbesuch ratsam machen:

1) Ein Bleistiftstuhl, der länger als ein paar Tage anhält.

2) Ein Bleistiftstuhl mit zusätzlichem Blut und/oder Schleim.

3) Bei zusätzlichen Symptomen, die auf eine gestörte Verdauung hinweisen, wie Blähungen und/oder Durchfall.

4) Bei übelriechendem Stuhl beziehungsweise bei einem auffällig verfärbten Stuhl.

5) Bei Darmreizungen, die selbst bei normalen Nahrungsmitteln auftreten.

6) Bei Bauchschmerzen und Fieber.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.02.2018 aktualisiert


   
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