Heilfasten – Ablauf, Wirkung und Erfahrung aus über 20 Jahren Praxis
Heilfasten ist ein gut untersuchtes, regulatives Therapieverfahren – und eines der wenigen, das ein Mensch selbst durchführen kann. Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Patienten, Fastengruppen und Kursteilnehmern. Ich selbst faste seit 1997 zwei Mal pro Jahr (mir nur ganz wenigen Ausnahmen wie 2020)…
Und ich sage ganz klar: Fasten kann außerordentlich wirksam sein – wenn man weiß, was man tut.
Auf dieser Webseite habe ich im Laufe der Jahre zahlreiche Beiträge zum Thema Heilfasten veröffentlicht. Entstanden sind sie aus der praktischen Arbeit: aus Fragen, Problemen, Erfolgen, aber auch aus Fehlern, die Menschen gemacht haben. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Punkte zusammen und ordnet sie ein.
Ist Heilfasten wirklich gesund?
Nach meiner Erfahrung lässt sich diese Frage klar beantworten: Ja.
Nicht, weil Fasten „modern“ wäre, sondern weil es biologisch tief verankert ist. Hungerzeiten gehörten über Jahrtausende zur menschlichen Existenz. Unser Stoffwechsel ist darauf vorbereitet. Dauerhafte Überernährung dagegen ist ein historisch sehr junges Phänomen – mit entsprechenden Folgen.
Auch kulturell ist Fasten nichts Neues. In allen großen Religionen gibt es feste Fastenzeiten. Was früher religiös begründet war, lässt sich heute zunehmend physiologisch erklären.
Zahlreiche Studien zeigen, dass zeitweiser Nahrungsverzicht entzündungshemmend wirkt, den Stoffwechsel reguliert und zelluläre Reinigungsprozesse aktiviert. Üppiges, dauerhaftes Essen dagegen führt nicht zu mehr Kraft oder Gesundheit – sondern häufig zum Gegenteil.
Vor diesem Hintergrund gewinnt auch das Heilfasten wieder an Bedeutung.
Fasten ist nicht gefährlich – Unwissen schon
Trotzdem wird Fasten immer wieder pauschal als „ungesund“ oder „riskant“ bezeichnet. Solche Aussagen sind undifferenziert und helfen niemandem weiter. Fasten ist nicht per se gefährlich – falsch durchgeführtes Fasten kann es sein.
Was mir in der Praxis tatsächlich Sorgen macht, ist die Sorglosigkeit, mit der manche Menschen fasten: ohne Vorbereitung, ohne Verständnis, ohne Begleitung. Fasten ist kein „einfach nichts essen“. Es ist ein gezielter Stoffwechselzustand, der geführt werden sollte.
Welche Fastenmethode ist die richtige?
Fasten ist keine Modeerscheinung. Die Geschichte des Fastens reicht über 2500 Jahre zurück. Der Mensch ist biologisch an Hungerzeiten angepasst. Als Jäger und Sammler waren Phasen mit wenig oder gar keiner Nahrung normal – oft über Tage oder Wochen hinweg.
Ursprünglich war Fasten meist ein reines Wasser- oder Teefasten. Erst der Fastenarzt Otto Buchinger führte Gemüsesäfte ein und entwickelte daraus das heute bekannte Buchinger-Fasten.
Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche Varianten:
Molkefasten, Obstfasten, Saftfasten, Basenfasten, die F.X.-Mayr-Kur, Breuss-Kur oder Schrothkur.
Welche Methode sinnvoll ist, hängt nicht von Ideologien ab, sondern vom Menschen. Viele Menschen leiden heute bereits an Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen, Allergien, rheumatischen Erkrankungen oder Erschöpfung. Für sie ist ein radikales Wasserfasten oft ungeeignet.
Deshalb habe ich im Laufe der Jahre meine eigene Form des Heilfastens entwickelt: ein modifiziertes Fasten, das naturheilkundliche Elemente integriert, den Stoffwechsel entlastet und Nebenwirkungen minimiert. Ziel ist nicht Askese, sondern Regulation.
Wer darf fasten – und wer nicht?
Grundsätzlich kann fast jeder Mensch fasten. Entscheidend ist der gesundheitliche Ausgangszustand.
Gesunde Menschen können in vielen Fällen selbstständig fasten oder eine Heilfastenkur zu Hause durchführen. Menschen mit chronischen Erkrankungen, Untergewicht, Stoffwechselstörungen oder Medikamenteneinnahme sollten unter Anleitung fasten – etwa mit einem erfahrenen Fastenleiter oder in einer Fastenklinik.
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass ältere Menschen nicht fasten dürften. Das Gegenteil ist häufig der Fall: Gerade im höheren Lebensalter kann richtig durchgeführtes Fasten sehr positive Effekte haben.
Ausführlicher habe ich das Thema hier behandelt: Wer darf nicht fasten?
Muss man für das Fasten Urlaub nehmen?
Nein. Ich selbst arbeite während des Fastens ganz normal weiter. Viele meiner Kursteilnehmer ebenfalls. Nach den ersten Tagen stellt sich meist eine stabile Leistungsfähigkeit ein.
Fasten bedeutet zwar zunächst Stress für den Körper, verbunden mit hormonellen Anpassungen. Doch dieser Zustand normalisiert sich rasch. Hungergefühl lässt nach, Konzentration und geistige Klarheit nehmen häufig zu.
Der oft zitierte Muskelabbau tritt frühestens nach mehreren Wochen auf – und auch dann nur unter bestimmten Bedingungen. Ebenso sind Müdigkeit oder Leistungsabfall keine zwangsläufigen Begleiterscheinungen.
Fasten ist kein Schonprogramm. Es ist ein aktiver Anpassungsprozess.
Entgiftung, Entschlackung, Entsäuerung – was ist damit gemeint?
Die Begriffe Entgiftung und Entschlackung werden oft belächelt. Tatsächlich sind sie medizinisch unscharf – physiologisch aber erklärbar.
Beim Stoffwechsel entstehen laufend Abfallprodukte, die entsorgt werden müssen. Ungünstige Ernährung, Medikamente, Umweltgifte und chronischer Stress können diese Prozesse belasten. Fasten entlastet die Systeme, die für Abbau und Ausscheidung zuständig sind – insbesondere Leber, Darm und Nieren.
Auf zellulärer Ebene wird beim Fasten die Autophagie aktiviert: ein körpereigener Reinigungsprozess, bei dem beschädigte Zellbestandteile abgebaut und recycelt werden. Dieser Mechanismus ist gut untersucht und einer der zentralen Gründe für die positiven Effekte des Fastens.
Auch der Säure-Basen-Haushalt spielt eine Rolle. Jede Zelle funktioniert nur in einem bestimmten Milieu optimal. Richtig durchgeführtes Fasten kann zur Entlastung und Stabilisierung dieses Milieus beitragen.
Darm und Leber – zentrale Schaltstellen
Die Leber ist die zentrale Entgiftungsstation des Körpers. Sie baut Medikamente, Alkohol und Stoffwechselprodukte ab. Ihre Kapazität ist jedoch begrenzt. Dauerhafte Überlastung kann zu Funktionsstörungen führen.
Auch der Darm spielt eine Schlüsselrolle. Eine träge Verdauung, eine gestörte Darmflora oder entzündliche Prozesse belasten das Immunsystem und den gesamten Organismus.
Meine Heilfasten-Anleitung berücksichtigt diese Zusammenhänge gezielt. Ziel ist es, Darm und Leber zu entlasten, zu unterstützen und funktionell zu stabilisieren.
Kann man mit Fasten abnehmen?
Die einfache Antwort: Ja sicher! Aber: Fasten ist keine Diät. Wer ausschließlich fastet, um Gewicht zu verlieren, wird fast immer enttäuscht. Die meisten Menschen nehmen nach dem Fasten wieder zu – wenn sie nichts an ihrem Verhalten ändern.
Als Einstieg in eine grundlegende Ernährungsumstellung kann Heilfasten jedoch sehr hilfreich sein. Während des Fastens lassen sich alte Essgewohnheiten leichter durchbrechen. Geschmackssinn und Körpersignale verändern sich. Süßes, Fettiges und Starkgewürztes wird oft als unangenehm empfunden.
Fasten kann ein Reset sein – aber nur, wenn danach etwas Neues beginnt.
Welche Wirkungen sind belegt?
Heilfasten kann positive Effekte haben bei:
- metabolischem Syndrom
- chronisch-entzündlichen Erkrankungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- chronischen Schmerzen
- allergischen Erkrankungen
Studien zeigen zudem antioxidative und entzündungshemmende Effekte. In bestimmten Zusammenhängen wird Fasten auch begleitend in der Krebstherapie untersucht, etwa zur besseren Verträglichkeit von Behandlungen.
Wie läuft Heilfasten praktisch ab?
Heilfasten besteht nicht nur aus „nichts essen“. Es gliedert sich in:
- Entlastungstage
- Fastentage
- Aufbautage (Fastenbrechen)
Ich habe die klassische Methode weiterentwickelt und um naturheilkundliche Elemente ergänzt. Der heutige Heilfasten-Plan bietet eine strukturierte, praxiserprobte Anleitung, die sich über Jahre bewährt hat.
Blutwerte und Sicherheit
Vor längeren Fastenzeiten empfehle ich eine Blutuntersuchung. Sie gibt Aufschluss über den Ausgangszustand und mögliche Risiken. Bei mehrwöchigem Fasten sind Kontrollen sinnvoll, um Nährstoffmängel oder unerwünschte Effekte frühzeitig zu erkennen.
Fazit
Heilfasten ist für mich ein extrem wirkungsvolles Heilverfahren. Ist es ein Wundermittel? Eher nicht. Aber es ist eines der wirksamsten Verfahren, die wir selbst in der Hand haben.
Diese Webseite und meine Anleitung sollen Ihnen helfen, sich fundiert zu informieren – und Ihren eigenen Weg bewusst zu gehen. Ich wünsche Ihnen dafür alles Gute!
Rene Gräber:
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Rene Gräber:











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