Allergien
Verschiedene Allergieformen
Definition: Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion
gegen vom Organismus als schädlich eingestufte Substanzen (Allergene).
Dabei entwickelt das Immunsystem Abwehrreaktionen, die zu klassischen Symptomen führen. Dabei reagieren
Allergiker häufig auf verschiedene Reize der Umwelt, eine isolierte Allergie ist eher selten. Mehr dazu lesen Sie
auch im Beitrag: Was geschieht bei einer Allergie?
Während der Erstkontakt zur Bildung von Antikörpern führt, kommt es bei jedem weiteren Kontakt zum
Allergieausbruch (= Sensibilisierung). Die Schulmedizin geht zum Großteil immer noch davon aus, dass eine
Allergie ein Leben lang besteht und nur durch Maßnahmen (wie z.B. Desensibilisierung) in ihrer
Symptomatik abgeschwächt und bestenfalls auch vollständig eingedämmt werden kann.
Häufige Allergieformen
Eine der häufigsten Allergien ist die Hausstauballergie (Allergie Typ I), bei der der Organismus auf bestimmte Eiweiße im Kot der Milbe reagiert.
Milben finden sich in allen Bereichen des menschlichen Lebens, ihr Vorkommen ist normal und stellt keine Bedrohung
dar. Sie leben in stoffhaltigen Gegenständen (z.B. Matratze, Teppich) und ernähren sich von abgestorbenen
Hautschuppen des Menschen und des Tieres. Durch Wärme und Heizungsluft erhöht sich die Milbenanzahl, weshalb
Hausstauballergiker vermehrt in Wintermonaten ihre Symptome zeigen. Es kommt zu tränenden, geröteten und juckenden
Augen, Niesen und laufender Nase, Kratzen im Hals, Hustenreiz, Atemproblemen bis hin zu asthmatischen Anfällen.
Gut 20 Prozent der Bevölkerung leiden an Heuschnupfen (allergische Rhinitis).
Hier reagiert der Körper (auf bestimmte Eiweiße der Pflanzenpollen) v.a. mit einer Schwellung der Atemwege,
geröteten und tränenden Augen (Bindehautentzündung) sowie einer laufenden
oder verstopften Nase. Insgesamt ähnelt die Klinik einem Schnupfen. Neben Niesanfällen und Juckreiz kommt es auch
zu Ohrenschmerzen, asthmatischem Husten, Kopfschmerzen, Müdigkeit und allgemeiner Leistungsschwäche.
Nahezu zehn Prozent der Bevölkerung leiden an einer Tierhaarallergie, bei
der Schuppen, Urin, Kot und Speichel allergieauslösend wirken. Die Allergene haften dem Tierhaar an und gelangen
z.B. durch Streicheln in die Umgebungsluft. Hauptsächlich über die Atemwege aufgenommen kommt es rasch nach
Sensibilisierung mit dem Allergen zu den typischen Anzeichen, u.a. gerötete, brennende, juckende und tränende
Augen, eine laufende Nase, Niesanfälle, gerötete und geschwollene Haut, evtl. mit Bläschen oder Urtikaria (Nesselsucht / Nesselfieber).
Daneben können auch Schlaf- und Gedächtnisstörungen auftreten.
Ebenso gehäuft zeigen sich Kontaktallergien in Form eines Ekzems. Das
allergische Kontaktekzem wird durch unterschiedliche Wirkstoffe, z.B. Parfüm, Kleidung oder Kosmetik, ausgelöst.
Das sich hier am häufigsten zeigende Bild ist das bei Berührung nickelhaltiger Gegenstände (z.B. Modeschmuck).
Hiernach kommt es (nach einem Zeitraum von 24 bis 72 Stunden = Allergie Typ IV)
zu einer scharf abgegrenzten Reaktion im Kontaktbereich (z.B. juckender Hautausschlag, starke Rötung, Pusteln oder
Quaddeln). Beim toxischen Kontaktekzem reagiert der Körper auf bestimmte Gifte oder Dämpfe (u.a. Lösungsmittel,
Reiniger, Säuren). Bestimmte Berufsgruppen sind besonders häufig betroffen (z.B. reagieren Bäcker auf Mehl,
Friseure und Maler auf Farben), was zu einer Berufsunfähigkeit führen kann.
Viele Menschen reagieren auch auf den Stich eines Insekts - eine sog. Insektengiftallergie. Meist zeigt sich eine leichte Rötung oder Schwellung (ca. 20
Prozent der Bevölkerung). Daneben reagieren fünf Prozent mit heftigen Symptomen, die auch letal enden können. Durch
spezielle Inhaltsstoffe des Giftes (z.B. Hyaluronidase) werden Immunglobuline vom Typ E (spezielle Antikörper)
ausgebildet, die bei Zweitkontakt zu Juckreiz, Rötungen, Quaddeln, Atemnot, Fieber, Übelkeit, Brechreiz,
Kreislaufproblemen bis hin zum Schock führen können.
Fast jeder Zehnte leidet unter einer Nahrungsmittelallergie, bei der die Symptome durch bestimmte
Nahrungsmittel oder deren Zusätze ausgelöst werden. Hier zeigen sich vor allem Abwehrreaktionen des Körpers gegen
Milchprodukte, Nüsse, Eier, Fisch und Roggenmehl. Häufig kommt es zu Anzeichen im Gesicht, u.a. Rötungen,
Schwellungen, Ekzeme oder Quaddeln. Daneben sind auch Mund und Halsbereich betroffen, die Zunge schwillt an, es
zeigen sich Juckreiz und Hustenanfälle, bei Schwellung im Hals droht Atemnot. Der Magen-Darm-Bereich reagiert mit
Bauchschmerzen bis hin zu Koliken, Erbrechen und Durchfall. In Abgrenzung zu dieser Symptomatik ist aber auch "nur"
an eine Nahrungsmittelunverträglichkeit und evtl. eine
Laktoseintoleranz oder eine Fruktoseintoleranz zu denken.
In den letzten Jahren konnten vermehrt Erdnussallergien beobachtet
werden. Die Erdnuss zählt zu den Hülsenfrüchten und ist verwandt mit der Sojabohne. Sie wird neben der Funktion als
Nahrungsmittelzusatz auch in vielen Waschsubstanzen, Cremes, Klebstoffen und Getränken verwendet. Die Allergie
zeigt sich ähnlich der Nahrungsmittelallergie, kann
u.U. sogar zum anaphylaktischen Schock führen.
Eine Medikamentenallergie ist eine allergische Reaktionen nach
Medikamenteneinnahme - ähnlich der Nahrungsmittelallergie. Die Medikamentenallergie wird dem AllergieTyp-I zugeordnet. Die Allergie wird durch spezielle Wirkstoffe oder Zusätze (z.T.
Nahrungsmittelbestandteile) verursacht oder ist auf eine Kombination verschiedener Medikamente zurückzuführen. Die
Reaktion kann den gesamten Organismus betreffen. Neben klassischen Anzeichen (u.a. Ausschlag, Juckreiz) können
Organfunktionen beeinträchtigt werden, u.U. kommt es zum Kreislaufzusammenbruch mit weitreichenden Folgen.
Die Sonnenallergie (polymorphe Lichtdermatose) wird durch UV-A- und
UV-B-Strahlen ausgelöst und zählt im herkömmlichen Sinn nicht zu den echten Allergien. Zwischen zehn und 20 Prozent
der Bevölkerung reagieren auf die Sonneneinstrahlung, bei der als Auslöser eine Immunreaktion vermutet wird. Es
kommt zu Juckreiz und Rötungen auf der Haut, im Verlauf zeigen sich teilweise schmerzhafte Symptomen, u.a. Papeln
(runde oder ovale Knötchen), Plaques (erhabene Hautflecken) oder Vesikel (flüssigkeitsgefüllte Ausstülpungen). Die
Anzeichen mildern sich rasch nach Verzicht auf ein Sonnenbad, treten aber, ähnlich einer echten Allergie, bei
erneutem Sonnenkontakt wieder auf.
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