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Nahrungsmittelallergie & Lebensmittelallergie: Was nun?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Nahrungsmittelallergien bzw. Lebensmittelallergien beruhen hauptsächlich auf einer Immunglobulin-E-vermittelten Reaktion auf Bestandteile der Nahrung. Gut fünf Prozent der deutschen Bevölkerung, hauptsächlich Kinder, sind hiervon betroffen, wobei die Symptomatik meist mit Ausreifen des Immunsystems nachlässt. Aber auch Erwachsene können eine Allergie auf bestimmte Nahrungsmittel oder spezielle Inhaltsstoffe ausbilden. Der Gipfel liegt dabei zwischen dem 20. und dem 35. Lebensjahr.

Wie bei allen Allergieformen kommt es bei einer Lebensmittelallergie nach Kontakt mit dem Allergen zu einer übersteigerten Abwehrreaktion des Körpers. Allergene sind alle Substanzen, die eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auslösen.

Zu den häufigsten Auslösern einer Nahrungsmittelallergie zählen Milchprodukte, Eier, Schalentiere (z.B. Krebse, Austern), Fisch, Weizen, Obst, Gemüse, Gewürze und Nüsse. Meist treten innerhalb weniger Minuten die ersten Anzeichen einer allergischen Reaktion auf (= Soforttyp, Allergie Typ I). Daneben kann es auch erst Stunden nach Kontakt mit einem Allergen zu einer ausgeprägten Symptomatik kommen (= Spättyp, Allergie Typ IV). Körperliche Anstrengung, psychische Belastung und der Genuss von Alkohol können das klinische Bild negativ beeinflussen und die Reaktionen verstärken.

Die Patienten weisen eine vielfältige Symptomatik auf, bedingt durch die unterschiedlichen Allergene. Häufig zeigen sich klassische Hauterscheinungen wie Rötung, Schwellung (Ödem), Juckreiz, Quaddeln (juckende, ödematöse Erhabenheiten) und Ekzeme (entzündliche Hautveränderungen).

Vielfach treten Erkältungserscheinungen wie tränende Augen und eine laufende Nase auf. Auch eine Beteiligung des Respirationstraktes (Atemtrakt) ist möglich. Der Bereich schwillt an (Larynxödem) und führt von asthmatischen Anfällen über Luftnot hin zu Erstickungsanzeichen.

Bestimmte Allergene lassen die Mundschleimhaut, die Lippen und besonders die Zunge anschwellen oder verursachen dort einen starken Juckreiz. Daneben kommt es auch zu Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt. Etwa ein bis zwei Stunden nach Nahrungsaufnahme zeigen sich Übelkeit, Erbrechen, kolikartige Bauchschmerzen und Diarrhoen (Durchfällen).

Bleiben diese Reaktionen unbehandelt, droht ein anaphylaktischer Schock, bei dem es durch die Anhäufung der Symptome rasch zu einem totalen Kreislaufversagen kommt.

Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie können diese ausgeprägte und lebensbedrohliche Symptomatik nur verhindern, indem sie eine strikte Diät einhalten, bei der auf alle bekannten Allergene verzichtet wird (= Karenzdiät). Meist erfolgt diese Diät in Kombination mit Ersatzstoffen, um für eine ausgewogene Ernährung ohne Mangelerscheinungen zu sorgen. Daneben müssen diese Allergiker immer ein sog. Notfallset (bestehend aus einer Kombination von drei Präparaten) mit sich führen, um im Fall einer plötzlich eintretenden allergischen Reaktion handeln zu können.

Wurde das allergieauslösende Lebensmittel mindestens zwei Jahre lang strikt gemieden, kann versucht werden, es in sehr kleinen Mengen wieder in den Speiseplan einzubauen. Treten dann wieder Allergiesymptome auf, muss meist lebenslang auf das Nahrungsmittel verzichtet werden. In der Praxis rate ich sowieso dazu bestimmte Nahrungsmittel strikt zu meiden, da diese einfach ein sehr hohes allergenes Potenzial besitzen. Dazu gehören meiner Meinung nach Erdnüsse und Kiwis. Es gibt einfach gewisse Dinge, die wir nicht essen sollten.

Magnesium, Zink, Vitamin C und Kalzium können eine leichte Allergie abschwächen. Dazu müssen die Mittel aber in einer verhältnismäßig hohen Dosierung eingenommen werden.

Gibt es bei einer Stuhluntersuchung Hinweise auf eine undichte Darmschleimhaut (Leaky-Gut-Syndrom), sollten Sie unbedingt darmsanierende Maßnahmen durchführen. Wie so etwas aussehen kann, habe ich im Beitrag zur Darmsanierung beschrieben. Eine "undichte Darmschleimhaut" lässt Allergene in den Körper gelangen. Dort können sie bestehende Allergien verstärken oder neue auslösen. Typischerweise berichten Patienten in solchen Fällen zum Beispiel, dass sie gegen immer mehr Nahrungsmittel allergisch werden, obwohl sie bereits vieles weggelassen haben.

Differentialdiagnostisch von der eher selten auftretenden Nahrungsmittelallergie zu unterscheiden sind die sehr viel häufiger vorkommenden Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (= Intoleranzen, z.B. Laktoseintoleranz), die pseudoallergische Reaktion (z.B. auf Erdbeeren oder biogene Amine) und Reaktionen durch Nahrungstoxine.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 27.6.2014 aktualisiert


   
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