Allergie und
 
Nahrungsmittelallergie - Lebensmittelallergie

Nahrungsmittelallergie - Lebensmittelallergie: Was nun?

Nahrungsmittelallergien, bzw. Lebensmittelallergien beruhen hauptsächlich auf einer Immunglobulin E -vermittelten Reaktion auf Bestandteile der Nahrung. Gut fünf Prozent der deutschen Bevölkerung, hauptsächlich Kinder, sind hiervon betroffen, wobei die Symptomatik meist mit Ausreifen des Immunsystems nachlässt. Aber auch Erwachsene können eine Allergie auf bestimmte Nahrungsmittel oder spezielle Inhaltsstoffe ausbilden. Der Gipfel liegt dabei zwischen dem 20. und dem 35. Lebensjahr.

Wie bei allen Allergie-Formen kommt es nach Kontakt mit dem Allergen (Substanzen, die eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auslösen) zu einer übersteigerten Abwehrreaktion des Körpers.

Zu den häufigsten Auslösern einer Nahrungsmittelallergie zählen Milchprodukte, Eier, Schalentiere (z.B. Krebse, Austern), Fisch, Weizen, Obst, Gemüse, Gewürze und Nüsse. Meist treten innerhalb weniger Minuten die ersten Anzeichen einer allergischen Reaktion auf (= Soforttyp, Allergie Typ I). Daneben kann es auch erst Stunden nach Kontakt mit einem Allergen zu einer ausgeprägten Symptomatik kommen (= Spättyp, Allergie Typ IV). Körperliche Anstrengung, psychische Belastung und auch der Genuss von Alkohol können das klinische Bild negativ beeinflussen und die Reaktionen verstärken.

Die Patienten weisen eine vielfältige Symptomatik auf, bedingt durch die unterschiedlichen Allergene. Häufig zeigen sich klassische Hauterscheinungen wie Rötung, Schwellung (Ödem), Juckreiz, Quaddeln (juckende, ödematöse Erhabenheiten) und Ekzeme (entzündliche Hautveränderungen).

Vielfach treten Erkältungserscheinungen wie tränende Augen und eine laufende Nase auf. Auch eine Beteiligung des Respirationstraktes (Atemtrakt) ist möglich. Der Bereich schwillt an (Larynxödem) und führt von asthmatischen Anfällen über Luftnot hin zu Erstickungsanzeichen.

Bestimmte Allergene lassen die Mundschleimhaut, die Lippen und besonders die Zunge anschwellen bzw. verursachen dort einen starken Juckreiz. Daneben kommt es auch zu Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt. Etwa ein bis zwei Stunden nach Nahrungsaufnahme zeigen sich Übelkeit, Erbrechen, kolikartige Bauchschmerzen und Diarrhoen (Durchfällen).

Bleiben diese Reaktionen unbehandelt, droht ein anaphylaktischer Schock, bei dem es durch die Anhäufung der Symptome rasch zu einem totalen Kreislaufversagen kommt.

Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie können diese ausgeprägte und lebensbedrohliche Symptomatik nur verhindern, indem sie eine strikte Diät einhalten, bei der auf alle bekannten Allergene verzichtet wird (= Karenzdiät). Meist erfolgt diese Diät in Kombination mit Ersatzstoffen, um für eine ausgewogene Ernährung ohne Mangelerscheinungen zu sorgen. Daneben müssen diese Allergiker immer ein sog. Notfallset (bestehend aus einer Kombination von drei Präparaten) mit sich führen, um im Fall einer plötzlich eintretenden allergischen Reaktion handeln zu können.

Differentialdiagnostisch von der eher selten auftretenden Nahrungsmittelallergie zu unterscheiden sind die sehr viel häufiger vorkommende Unverträglichkeit (Intoleranz), z.B. Laktoseintoleranz, die pseudoallergische Reaktion (z.B. auf Erdbeeren, biogene Amine) und Reaktionen durch Nahrungstoxine.

 

 

Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker