..

Darmentzündung - Was ist das und was ist zu tun?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Eine Darmentzündung ist neben einer Magenentzündung der häufigste Grund für plötzlich auftretende Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Zunächst einmal will ich Ihnen die verschiedenen medizinischen Begriffe näher erläutern, die für verschiedene Darmentzündungen (beziehungsweise Entzündungen im Verdauungstrakt) verwendet werden. Je nach dem Ort, wo sich die Symptome hauptsächlich abspielen, bezeichnet man die verschiedenen Beschwerden als:

  • Gastritis, die Magenschleimhautentzündung
  • Enteritis, die Entzündung der Dünndarmschleimhaut oder
  • Enterokolitis, die Entzündung von Dünndarmschleimhaut und Dickdarmschleimhaut .
  • Gastroenteritis, Kombination von Magenentzündung und Darmentzündung

Die Ursachen für Darmentzündungen sind vielfältig. Oft sind Infektionen mit Viren, Bakterien (vor allem Campylobakter und Salmonellen), Pilzen oder Protozoen (einzellige „Urtierchen“) im Spiel. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle: Genetische Vorbelastung, Stress, falsche Ernährung, zu wenig Bewegung und Rauchen können zu einer Darmentzündung beitragen.

Daneben führen auch Bestrahlungen (Strahlenkolitis), Medikamente sowie chronische Darmkrankheiten zu einer Darmentzündung. Bei den Medikamenten spielen Antibiotika eine besonders unheilvolle Rolle, vor allem weil die Probleme, die sie verursachen, vielen nicht bekannt ist: Antibiotika töten Bakterien ab, dafür sind sie entwickelt worden und damit leisten sie bei vielen schweren Krankheiten gute Dienste. Aber: In unserem Körper gibt es nicht nur krank machende Bakterien, im Gegenteil! Unser Darm ist mit unzähligen verschiedenen „guten“ Bakterien bevölkert, die die Darmflora bilden und wichtige Aufgaben für unsere Gesundheit erfüllen. Antibiotika können aber nicht zwischen „guten“ und „bösen“ Bakterien unterscheiden, also fallen der Behandlung auch sehr viele nützliche Bakterien zum Opfer; die Darmflora wird geschädigt. Die „Lücken“ können nun von Krankheitserregern, Pilzen oder Parasiten aufgefüllt werden, die wiederum zur Entstehung der Darmentzündung beitragen. Das ist nur einer von vielen guten Gründen, Antibiotika nicht leichtfertig zu verschreiben.

Doch zurück zu den weiteren Ursachen für Darmentzündungen: Seltener als die schon genannten Formen ist eine sogenannte ischämische Kolitis, bei der es aufgrund einer Minderdurchblutung im Darm zu einer Entzündung kommt. Weitere Formen sind die lymphozytäre Kolitis, die infektiöse Kolitis und die kollagene Kolitis.

Darmentzündungen lassen sich in akute und chronische Formen unterteilen:

In der konventionellen Heilkunde gelten genetische Ursachen als Hauptfaktoren der Erkrankungsgeschichte. Für die alternativen Mediziner ist jedoch klar, dass ökologische Lebensbedingungen (Ernährung, Medikamente, Umwelt) hier die wichtigsten Stellgrößen sind. Sicher ist die Genetik auch beteiligt. Doch Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind Autoimmunkrankheiten, bei denen eben ein Organ-System mitwirkt, das in ständiger und intensiver Interaktion mit Umweltreizen steht. Die Zunahme der chronischen Darmentzündungen steht ganz bestimmt nicht ohne Grund im Zusammenhang mit dem gesteigerten Konsum von Fast Food und der exzessiven Anwendung von Pestiziden.

Fertiggerichte und besonders Fast Food konfrontieren den Körper und zu allererst  die Darmschleimhaut mit einem Cocktail aus synthetischen Verbindungen, die er aus seiner Stammesgeschichte gar nicht kennt. Es wäre ein Wunder, wenn ein genetisch vorbelasteter Organismus auf die Chemikalien-Flut nicht gereizt (entzündet) reagierte. Doch es sind nicht nur Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Emulgatoren, Konservierungsstoffe und Säure-Regulatoren, die das Mikrobiom irritieren und die Darm-Mucosa angreifen. Auch der Mangel an Ballaststoffe im Fast Food und der hohe Fett- und Zuckeranteil machen dem Verdauungs-Organ zu schaffen. Speziell der immense Gehalt an gesättigten Fettsäuren und die technisch hergestellten Transfette fördern Entzündungen in erheblichem Maße.

Die Schulmedizin vernachlässigt auch den Einfluss der Pestizide auf die entzündlichen Darmkrankheiten. In vielen Fällen ist noch gar nicht bekannt, inwieweit die einzelnen Biozide die Schleimhaut reizen, die Darmflora attackieren und das Immun-System zu Überreaktionen veranlassen. Für das fast universell in Lebensmitteln vorkommende Gyphosat ist bekannt, dass es die Darm-Symbionten besonders stark schädigt (ncbi). Monsantos „Roundup“ führt aber auch indirekt zu einer verstärkten Toxizität anderer Pestizide. Grund ist die Schwächung des Entgiftungs-Systems der Säugerleber. Glyphosat hemmt das Enzym Cytochrom P 450, das Toxine in wasserlösliche Formen umwandelt, wodurch der Körper zur renalen Ausscheidung der Gifte befähigt ist (mdpi). So kommt es durch Glyphosat zu einer schleichenden Hintergrundvergiftung, die eine ganze Reihe von Krankheiten mit verursachen dürfte.

Das Beispiel Glyphosat zeigt auch, wie genetisch veränderte Organismen (GVO oder GMO) zum Gesundheits-Risiko werden können. Roundup tötet alle höheren Pflanzen und wird daher „normalerweise“ fast ausschließlich außerhalb der produktiven Saison zur Unkrautvernichtung eingesetzt. Gelegentlich verwenden Landwirte das Pestizid auch zur Abreifung und sprühen es kurz vor der Ernte auf die Nutzpflanzen. Ganzjährig kann Glyphosat nur dann appliziert werden, wenn die Aussaat aus gentechnisch manipulierten Sorten besteht, die gegen Roundup resistent sind. Aus diesem Grund sind die Feldfrüchte der GVOs viel stärker mit Glyphosat verseucht als konventionelle Sorten. In den USA sind dies vor allem Soja, Mais, Zuckerrüben und Rapsöl. Inwieweit diese Produkte auf dem europäischen Markt ebenfalls schon GVOs sind, ohne dass wir es wissen, bleibt fraglich.

Als kritisch beurteilt werden auch GVOs mit einem Gen aus Bacillus thuringiensis (BT). Die Mikroorganismen produzieren ein Protein, das als biologisches Insektizid wirkt und auch einige andere Wirbellose abtötet. Wenn das BT-Gen in Nutzpflanzen-DNA eingeschleust wird, synthetisieren die Zellen dort die toxischen Eiweiße und speichern sie innerhalb des Zelllumens. Dadurch sollen technische Insektizide eingespart werden (was umstritten ist). Zudem sind die BT-Proteine biologisch abbaubar. Allerdings nur dann, wenn die Pflanzen verrotten. In den frischen oder getrockneten Produkten (Getreide) sind sie weiterhin stabil, beziehungsweise wirksam – leider auch mit gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen: BTs fördern entzündliche chronifizierende Darmkrankheiten (nakedfoodmagazine). In einer kanadischen Untersuchung fanden Forscher die Toxine sogar im Serum schwangerer Frauen (ncbi).

Vorsorge und begleitende Therapie bei chronischen Darmkrankheiten bedeutet vor allem eine Umstellung der Lebensweise. Reduzieren Sie Ihren Zucker- und Fettkonsum und verzehren Sie am besten naturbelassene, industriell nicht veränderte Lebensmittel aus biologischem Anbau. So führen Sie sich auch genügend Ballaststoffe zu und vermeiden GVOs. Fragen Sie gegebenenfalls Ihren Arzt, ob Antibiotika unbedingt erforderlich sind.   
Akute Darmentzündungen lassen sich meist recht gut behandeln. Häufigster Übertragungsweg der gewöhnlichen Darmentzündungen ist fäkal-oral, wobei immungeschwächte oder allgemein erkrankte Menschen eine höhere Infektanfälligkeit aufweisen.

 

Nach einer Inkubationszeit von vier Stunden bis ca. zwei Tagen zeigen sich die für eine Darmentzündung typischen Symptome.

Neben einer Appetitlosigkeit kommt es zu Übelkeit und Erbrechen.

Im Verlauf treten kolikartige Beschwerden und Durchfälle auf, es zeigt sich eine erhöhte Darmperistaltik und auch Darmakustik (vermehrte Darmgeräusche wie z.B. Gluckern oder Grollen).

Die Infektion kann auch Fieber, Schwindelgefühl und allgemeine Schwäche auslösen. Nach überstandener Durchfallphase schließt sich häufig ein Stuhlverhalt in Form einer Verstopfung an.

Durch die starken Durchfälle kann es zu Mangelerscheinungen und Dehydratation (Austrocknung durch Flüssigkeitsmangel) kommen. Die permanente Reizung des Darms führt auch zu Verletzungen der Darminnenwand, was sich zum Beispiel durch Blut im Stuhl zeigt.

Bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kommt es außerdem oft zu starkem Gewichtsverlust. Auf Dauer wird die Darmschleimhaut so weit geschädigt, dass sie viele Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufnehmen kann. Schwere Mangelerscheinungen können deshalb auftreten. Häufig kommt es zum Beispiel zu einer Anämie, also einem Eisenmangel, der durch die blutigen Durchfälle noch erhöht wird. Vor allem während der Krankheitsschübe fühlen sich die Patienten oft sehr krank und schwach, die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit ist deutlich eingeschränkt und es kommt nicht selten zu depressiven Zuständen.

Zum Weiterlesen:

Wie eine Fastentherapie bei chronischen Darmentzündungen helfen kann, lesen Sie im Artikel Fasten bei chronischen Darmstörungen.

Ich stelle immer wieder fest, dass viele Patienten gar nicht merken, dass sie chronischen Durchfall haben (ein weiterer Risikofaktor für Darmentzündungen). Wie der normale Stuhlgang aussehen sollte, lesen Sie im Beitrag: Der normale Stuhlgang.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 06.12.2016 aktualisiert


   
Folgen Sie mir auf...

Klicken Sie HIER um mir auf facebook zu folgen 

Klicken Sie HIER um René Gräber auf Google Plus zu folgen... 

Klicken Sie HIER für Informationen wie Sie meinen kostenlosen Newsletter anfordern können... 

Klicken Sie HIER um mich auf XING zu besuchen... 

Klicken Sie HIER um mir über Twitter zu folgen...

Mehr Informationen zum Thema

 
 
 
 
 
 
Darmprobleme & Darmkrankheit

 
● After Juckreiz
● Analfissur
● Bauchgefühl
● Blähungen
● Blut im Stuhl
● Colitis Ulcerosa - Dickdarmentzündung
● Darmbakterien - Wichtige Helfer der Gesundheit
● Darmentzündung
● Darmfistel
● Darmkrebs
● Darmprobleme
● Darmspiegelung
● Darmpilze
● Darmverschluss
● Divertikel und Divertikulitis
● Durchfall
● Hämoriden
● Heilpilze
● Immunsystem Darm
● Künstlicher Darmausgang
● Leaky-Gut-Syndrom
● Megakolon
● Morbus Crohn
● Meteorismus - Blähbauch
● Polypen im Darm
● Proktitis
● Reizdarm - Reizdarmsyndrom
● Roemheld-Syndrom
● Starke Bauchschmerzen
● Verdauungsleukozytose
● Verstopfung und Darmträgheit
● Völlegefühl