Durchfall (Diarrhoe)
Was Sie zu Durchfall wissen sollten...
Durchfall (in der medizinischen Fachsprache Diarrhoe genannt), ist eigentlich keine Krankheit, sondern
lediglich ein Symptom. Er tritt bei verschiedenen Krankheiten auf. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen akuten
und chronischen Durchfällen. Von "chronisch" spricht man bei Durchfällen, die mehr als drei Wochen anhalten.
Chronische Durchfälle
Chronische Durchfälle können beispielsweise durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten hervorgerufen werden, etwa durch Laktoseintoleranz oder
Zölialkie. Bei der Laktoseintoleranz kann die in Milch und
Milchprodukten enthaltene Laktose nicht verdaut werden, bei Zölialkie
sind die in Getreide enthaltenen Gluten der Auslöser für die Beschwerden.
Auch andere chronische Darmerkrankungen wie zum Beispiel Morbus
Crohn können Durchfall auslösen. Akute Durchfälle dauern meist nur wenige Tage, sie können aber auch ein bis
drei Wochen anhalten. Um die Ursache für einen chronischen Durchfall genau zu diagnostizieren, bedarf es meist
eines Spezialisten - denn häufig werden gerade die Nahrungsmittelunverträglichkeiten übersehen.
Akute Durchfälle
Die meisten "Durchfälle" sind allerdings akute Durchfälle. Weltweit schätzt man, dass jährlich ca. eine
Milliarde Menschen an einem akuten Durchfall erleiden. Zu den häufigsten Auslösern gehören Infektionen des
Magen-Darm-Trakts, die meistens durch Viren hervorgerufen werden, Lebensmittelvergiftungen durch Bakterien wie
beispielsweise Salmonellen, oder Medikamente. Vor allem Antibiotika können Durchfall auslösen, da sie nützliche
Bakterien in der Darmflora zerstören.
Nach dem Absetzen der Medikamente klingt der Durchfall aber normalerweise von selbst ab.
Wann spricht man überhaupt von Durchfall?
Von Durchfall spricht man grundsätzlich, wenn der Patient häufiger als dreimal am Tag Stuhlgang hat, der Stuhl
wässrig oder breiig ist, oder eine bestimmte Menge (200g) pro Tag überschritten wird. Begleitende Symptome sind
häufig Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe, Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Wenn der
Durchfall von häufigem Erbrechen oder Fieber begleitet wird, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gleiches gilt, wenn
der Durchfall länger als drei Tage anhält oder sich Eiter oder Blut im
Stuhl befinden, da eine schwerwiegende Grunderkrankung dann nicht ausgeschlossen werden kann.
Durchfallerkrankungen treten allgemein sehr häufig auf. Vor allem bei Reisenden liegen die Zahlen der
Betroffenen bei zwanzig bis fünfzig Prozent. Meistens sind diese Erkrankungen eher lästig als gefährlich, oft ist
nicht einmal ein Arztbesuch notwendig.
Vorsicht bei Baby Durchfall, sowie bei Kleinkindern und Kindern generell
Bei Säuglingen und Kleinkindern kann aber ebenso wie bei älteren Menschen auch eine harmlosere
Durchfallerkrankung lebensbedrohlich werden, da das Risiko einer Austrocknung besteht. Bei Kindern unter zwei
Jahren und älteren Menschen sollte daher im Zweifelsfall immer ein Arzt hinzugezogen werden.
Die "Schulmedizin" bei Durchfall...
Zu dem schulmedizinischen Arsenal gehören symptombezogene Wirkstoffe wie Loperamid sowie Antibiotika bei
Erkrankungen, die durch Bakterien verursacht werden.
Antibiotika sind aber normalerweise nur dann notwendig, wenn es sich um eine schwere Erkrankung handelt, mit der
der Körper nicht selbst fertig wird. Wirkstoffe, die die Darmtätigkeit herabsetzen, sind problematisch, da die
Krankheitserreger dadurch länger im Körper bleiben.
Hausmittel - bewährt oder überflüssig?
Alternativ können Kohle und Heilerde eingesetzt
werden, um die Krankheitserreger zu binden, der Erfolg ist aber meist mäßig. Die wichtigste Behandlungsmaßnahme
besteht in der Flüssigkeitszufuhr, um eine Austrocknung zu verhindern.
Optimal sind Elektrolytlösungen, die auch verlorene Mineralstoffe ersetzen. Erhältlich sind sie in der Apotheke,
sie lassen sich aber auch selbst herstellen.
Bewährte Hausmittel sind geriebene Äpfel und Karotten, Kräutertees und getrocknete Heidelbeeren und als
Heilverfahren natürlich das Heilfasten. Wichtig sind auch Bettruhe
sowie eine fettarme und salzreiche Ernährung. Daher sind auch Hausmittel wie Cola und Salzstangen nicht ganz
verkehrt.
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