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Darmpolypen: Was bedeuten Polypen im Darm?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

„Auch große Probleme fangen einmal klein an...“ - zur Geltung kommt diese Redensart besonders bei Darmpolypen, die sich in den Schleimhäuten von Dickdarm oder Enddarm bilden können.

Dickdarmpolypen fangen klein an und sind für gewöhnlich keine Quelle von Symptomen. In einigen Fällen bleiben sie auch klein und die Betroffenen verspüren keine erwähnenswerten Probleme. In anderen Fällen können sie im Verlauf der Zeit wachsen und zu Dickdarm oder Enddarmkrebs mutieren.

Grafische Darstellung einers Polypen im Darm
Abb1: Grafische Darstellung einers Polypen im Darm

Die frühzeitige Erkennung eines Polyp im Darm ist entscheidend

Die Schleimhaut im Dick- und Enddarm ist normalerweise frei von Ausstülpungen oder Behinderungen, sodass der verdaute Nahrungsbrei ungehindert durchkommt. Es können sich jedoch bei einigen Menschen Polypen bilden. Das sind kleine Wucherungen, die aus der Darmschleimhaut heraus, in den Darmkanal hineinwachsen, durch den die unverdaulichen Nahrungsreste transportiert werden.

Polypen sind entweder flach und ausgedehnt, mit einem breiten Unterbau (sessile oder festgewachsene Polypen) oder sehen aus wie herunter hängende Tropfen (gestielte Polypen).

Das Risiko, Polypen zu entwickeln steigt mit dem Alter. Vier von zehn Menschen, im Alter von 60 Jahren oder mehr, haben bereits einen Polypen oder werden einen bilden; die meisten Betroffenen haben gleichzeitig mehrere. Um nebenbei zu erwähnen: die meisten Polypen werden nicht bösartig (maligne), wenn auch einige mutieren können. Je kleiner der Polyp ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er sich zu Krebs entwickelt.

Bei einigen Menschen werden die Polypen über eine Erbkrankheit, die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP), verursacht. Dieser Defekt besteht darin, dass im gesamten Verlauf des Dickdarms zahlreiche (100 oder zuweilen 1.000) Polypen auftreten.

Menschen mit dieser vererbbaren Störung erkranken bis zu einem Alter von 40 Jahren zu fast 100 Prozent an Dick- oder Enddarmkrebs. Um der Entstehung von Krebs in solchen Fällen vorzubeugen, kann auf ärztliche Empfehlung, der gesamte Dickdarm entfernt werden.

Faktoren, die das Risiko für Polypen im Darm erhöhen

  • Fälle von Dick- und Enddarmkrebs oder Polypen in der Familie
  • Eine persönliche Krankenvorgeschichte bezüglich Polypen oder entzündlicher Darmerkrankungen
  • Rauchen, wenn auch nicht zur Zeit der Anfälligkeit für diese Art von Erkrankung
  • Zwei oder mehr alkoholische Getränke pro Tag
  • Eine Diät mit einem hohen Anteil an tierischem Fett (siehe auch Kapitel: Diäten-Test)
  • Übergewicht oder Fettleibigkeit (mehr dazu: Ursachen von Übergewicht und Folgen von Übergewicht)

Faktoren, die das Risiko für Darm-Polypen verringern

Die Ergebnisse einiger Studien lassen schließen, dass folgende Faktoren das Risiko, Dickdarmpolypen zu entwickeln, reduzieren können:

  • Verzicht auf das Rauchen und Einschränkung des Alkoholkonsums
  • Regelmäßiger Sport
  • Die Einnahme von Nahrungsmittelergänzung auf Kalziumbasis
  • Die Einnahme von Acetylsalicylsäure, z. B. Aspirin®, oder ähnlichen antientzündlichen Medikamenten

Die Polypen im Darm können in verschiedene Arten klassifiziert werden. Mehr dazu im Artikel: Arten von Polypen

Mehr zur Diagnose und Symptomen von Polypen im Darm lesen Sie hier.

Was sind die Konsequenzen von Tumorzellen im Polyp?

Wenn bei einer Koloskopie zum Beispiel ein Polyp festgestellt wird, so wird er für gewöhnlich direkt entfernt. Dazu muss ein dünner Draht durch einen Kanal im Koloskop geschoben, die Schlinge um den Polypen gelegt und dann abgetrennt werden. Sowohl sessile als auch gestielte Polypen können auf diese Weise unschädlich gemacht werden.

Danach kann der Polyp unter dem Mikroskop genauer untersucht werden, um eine exakte Zuordnung treffen zu können. Polypen sind weitaus häufiger gutartig (benigne) als bösartig (maligne). Bei gutartigen Polypen wird der Arzt Ihnen regelmäßige Dickdarmuntersuchungen dazu raten, neu entstandene Polypen früh genug zu entdecken und zu entfernen.

Wenn ein Polyp im Darm nur wenige mikroskopisch kleine mutierte Krebszellen enthält, kann ein Eingriff per Koloskopie erfolgreich durchgeführt werden. Wenn der Arzt Bedenken hat, ob es bei dem Krebs über den Polypen hinaus zur Metastase (weitere Verbreitung) gekommen ist, kann er zu weiteren Behandlungen ggf. zu einer Operation raten. Dabei wird der Darmbereich, aus dem der oder die Polypen im Darm abgetragen wurden, zusammen mit den umgebenden Gewebe und den Lymphknoten entfernt.

Spätestens die Diagnose "Darmpolypen" sollte Ihnen zum Anlass dienen, Ihr bisheriges Verhalten und Lebensweise zu überdenken: besonders Ihre Ernährung und Ihr Bewegungsverhalten (siehe Risikofaktoren oben).

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 30.5.2014 aktualisiert

Bildnachweis: © Sebastian Kaulitzki - Fotolia.com



   
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