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Schlankheitsmittel, Schlankheitspillen-Pülverchen & Co. für Sie bewertet

Schlankheitsmittel haben immer dann Hochkonjunktur, wenn es darum geht, ein paar Kilos zu verlieren. Der Markt bietet eine Vielzahl von unterschiedlichsten Präparaten, die alle zu dem Ergebnis "Gewichtsreduktion" beitragen sollen. Die Schlankheitspillen lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen. Grundlegend ist zuerst einmal die Differenzierung von frei verkäuflichen Produkten und jenen, die ausschließlich über ein ärztliches Rezept erhältlich sind.

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber

Entwässerungsmittel, Abführmittel und Schlankheitstees

Zu der ersten Produktgruppe, den frei verkäuflichen Schlankheitsmitteln, zählen unter anderem Entwässerungsmittel, Abführmittel und Schlankheitstees. Diese bewirken lediglich einen kurzfristigen Erfolg durch eine vermehrte Ausscheidung von Körperwasser.

Freudige Erfolge von drei bis fünf verlorenen Kilos in der ersten Woche können zwar durchaus verzeichnet werden, sind jedoch reine Illusion, da bis zu diesem Moment noch kein Körperfett abgebaut wurde.

Einige dieser Mittel können jedoch zu Beginn einer Diät, Fastenkur oder zur Entschlackung sinnvoll sein. Zum Abnehmen selber sind sie jedoch völlig ungeeignet und eher Augenwischerei.

Bekannte Produkte aus diesem Bereich sind neben dem Brennesseltee auch Dragees, wie zum Beispiel von Sanhelios, oder das Biofax von Strathmann, deren Wirkstoffe auf pflanzlicher Basis sind.

Nicht zu vergessen ist unter anderem auch der Pu-Erh-Tee, der immer noch als "Fettkiller" angepriesen wird.

Fettbindende und sättigungsfördernde Mittel

Eine andere Möglichkeit ist die Einnahme von fettbindenden und sättigungsfördernden Mitteln.

Zur Fettbindung wird gerne das aus Schalentieren gewonnene Chitosan in den Tabletten verwendet. Die Funktionsweise ist folgende:

Ungefähr eine halbe Stunde vor der nächsten Mahlzeit werden ein bis zwei Tabletten des Produkts eingenommen.

Im Magen quellen diese auf und binden durch ihre spezielle Faserstruktur einen Teil der aufgenommenen Fette aus der Nahrung. Dieser Anteil der Fette gelangt somit nicht mehr in den Nahrungskreislauf, sondern wird auf direktem Wege unverdaut wieder ausgeschieden. Derartige Fettabsorber gibt es auch aus pflanzlichen Fasern, vornehmlich aus Zitrusfrüchten. Besonders bekannt dürfte Ihnen Formoline L 112 sein, das nach diesem Vorbild arbeitet. Die Anzeigen in sämtlichen "Frauen"-Zeitschriften dürfte wohl jede(r) schon einmal gesehen haben. Ähnliche Präparate sind LiposorbLipo 3c oder auch das neu auf den Markt gekommene KiloControl von Avitale.

Das Präparat Goodlife 2000 kombiniert zum Beispiel das Chitosan mit Mate und Chrom.

Fettbindende Mittel haben eins gemeinsam: Sie erwecken die Illusion, man müsse nur eine Kapsel einwerfen und könne dann ungehemmt Pizza, Pommes und Chips in sich hineinstopfen. Aber so funktioniert es nicht! Diese eingebildete Sicherheit bringt viele Menschen sogar dazu, noch mehr von dem fettigen Zeug zu essen. Ganz nebenwirkungsfrei sind die Fettbinder auch nicht. Sie können Verdauungsprobleme verursachen, die Wirkung der „Pille“ herabsetzen und die Aufnahme wichtiger Vitamine behindern.

Mahlzeitenersatz-Pulver

Diätetische Lebensmittel als Nahrungsersatz wären eine andere Alternative, dem Fett den Garaus zu machen. Hierbei handelt es aber um eine reine Geschmackssache, im wahrsten Sinne des Wortes.

Solche Ersatzmahlzeiten bestehen hauptsächlich aus Eiweißkomponenten und werden in Pulverform angeboten (zum Beispiel das Almased Vitalkost Pulver). Daraus mischt man sich durch die Zugabe von Flüssigkeit (Wasser, Magermilch, Fruchtsaft) einen flüssigen Speiseersatz, der über einen längeren Zeitraum die herkömmlichen Mahlzeiten ablöst.

Der bekannteste "Urvater" dieser Diätform sind die Produkte von SlimFast, wie zum Beispiel das Slim Fast Pulver; Varianten davon sind unter anderem das Optifast und das Modifast, neuer auch Yokebe und andere. Da diese Art der Diät doch recht eintönig und gewöhnungsbedürftig ist, suchen viele Diätwillige nach anderen Möglichkeiten.

Ein Problem der Mahlzeitenersatz-Pulver ist, dass sie, wie viele Diäten, nur vorübergehend wirken. Für eine Zeit reduziert der Anwender seine Kalorienzufuhr ganz beträchtlich und nimmt dadurch natürlich ab. Wenn das Wunschgewicht erreicht ist (oder die Pulverdrinks unerträglich werden), fallen die meisten jedoch wieder in ihre alten Ernährungsmuster zurück und die verlorenen Kilos kommen zurück, meist mit zwei, drei neuen Freunden. Auch diese Mittel können also höchstens in Kombination mit einer dauerhaften Ernährungsumstellung Erfolg bringen. Problematisch können auch die Inhaltsstoffe sein: Oft enthalten die Drinks Soja, das fast nur noch genverändert erhältlich ist (Mehr dazu lesen Sie in meinem „Gentechnik-Report“ http://renegraeber.de/gentechnik-report.pdf). Und die viele Milch, die zum Anrühren der Drinks verwendet wird, ist auch nicht gerade gesund. (Siehe http://naturheilt.com/blog/milch-trinken-ist-das-noch-gesund/ und http://naturheilt.com/blog/milch-gesundes-lebensmittel-toedliches-gift/)

 

Quellstoffe als Appetithemmer und Appetitzügler

Appetithemmer stehen ganz hoch im Kurs: CM3 Alginat (siehe auch CM3 Diät), Bionorm, Matricur, Natuvit Extra, Perix (Samenhüllen der Ispaghula-Pflanze) oder Lorex und Glukomannan-Propol (mit dem "Wirkstoff" Konjak bzw. Konjakmehl) sind beispielsweise solche Präparate.

Die geschluckte Kapsel aus verschiedenen Quell- und Sättigungsmitteln dehnt sich im Magen durch die Magensäfte auf ein Vielfaches ihres ursprünglichen Volumens aus und mindert so den Appetit. Eine recht gute Möglichkeit, seinen Hunger einzudämmen-aber Fett ist dabei noch keins verbrannt.

Auch bei diesen Präparaten wird der Eindruck erweckt, mit der Einnahme eines Mittels sei alles in Ordnung, mit den schon genannten Folgen. Wenn nicht gleichzeitig Änderungen im Ernährungs- und Bewegungsverhalten passieren, sind auch sie sinnlos. Einige der Appetithemmer sind außerdem massiv überteuert.

Aber den Fettverbrennungseffekt verspricht die Gruppe der:

"Fettkiller" und Fatburner

Und da wären wir beim nächsten Angebot, den so genannten Fatburnern. Sie kurbeln den Stoffwechsel an, und dadurch wird im Körper in der gleichen Zeit mehr Fett verbrannt. Der bekannteste Wirkstoff ist wohl die Aminosäure L-Carnitin.

Andere Wirkstoffe, wie zum Beispiel Chitosan, sollen die Aufnahme von Fett im Darm unterbinden.

Besondere Vorsicht ist vor ephedrinhaltigen Fettkillern geboten. Ephedrin in seiner reinen Form ist zwar mittlerweile in Deutschland verboten, man kann es teilweise aber noch über das Ausland beziehen. Ephedrin erhöht den Blutdruck und somit den Stoffwechsel. Dies kann jedoch so weit gehen (zum Beispiel bei zu hoher Dosierung), dass es in extremen Fällen zu einem Kreislaufkollaps oder Herzbeschwerden kommen kann. Pflanzliches Ephedrin wird gern in sogenannten Stackern angeboten, die hauptsächlich in der Bodybuilderszene zur Gewichtsreduzierung Anwendung finden.

Rein pflanzlich zur Appetitdämmung und Stoffwechselanregung gibt es zum Beispiel eine medizinische Tinktur namens Gracia Novo. Aufgrund einer speziellen Zusammenstellung verschiedener Pflanzenauszüge soll hier eine höhere Fettverbrennung und eine schnellere Sättigung angeregt werden.

Kohlenhydratblocker

Eine relativ neue Gruppe der Abnehmmittel sind die Kohlenhydratblocker. Hier kommt "endlich" der Gedanke zum Tragen, dass nicht nur Fett fett macht, sondern dass Kohlenhydrate (allen voran der Zucker) ebenfalls für Übergewicht und zahlreiche Erkrankungen verantwortlich sind.

Alle mir bekannten Kohlenhydratblocker beruhen zur Zeit auf dem Wirkstoff Phaseolin, der aus Kidney-Bohnen gewonnen wird.

Auch sie sind alleine nicht die Lösung der Gewichtsprobleme. Einige von ihnen enthalten aber Stoffe, die beim Abnehmen durchaus sinnvoll sind. Deshalb gehören sie – abgesehen vom hohen Preis und der überzogenen Werbung – zu den wenigen Mitteln, die ich als sinnvoll einstufe.

Rezeptpflichtige Medikamente zum Abnehmen

Bei starker und krankhafter Fettleibigkeit kann man über den Hausarzt Medikamente zur Gewichtsreduktion beziehen.

Xenical basiert auf dem Wirkstoff Orlistat. Darin enthalten ist ein Stoff, der ebenfalls im Verdauungstrakt die Fettverbrennung hemmt. Zusammen mit ausgewogener Ernährung können mit diesen Medikamenten Erfolge erzielt werden.

Ein weiteres Mittel ist Reductil (mit dem Wirkstoff Sibutramin). Sibutramin ist ein indirektes Sympathomimetikum. Es hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin in die Nervenzellen. Dadurch wird eine Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz, eine Erweiterung der Atemwege und ein erhöhter Energieverbrauch bewirkt. Ebenso stellt sich eine gewisse "Euphorie" und eine Hemmung des Hungerzentrums im Gehirn ein-kein Wunder, dass so etwas beliebt ist. Wenn da nicht nur die Nebenwirkungen wären. Da Reductil nur auf Rezept erhältlich ist, bestellen viele das LIDA. LiDa ist der Handelsname von Sibutramin in China.

Daneben gibt es weitere Medikamente, die das "Hungerzentrum" im Gehirn direkt dämpfen, wie zum Beispiel:

Dass solche Mittel zum Teil ein erhebliches Risiko bergen, zeigte der Skandal um das Abnehmmittel Acomplia.

Aber auch die anderen rezeptpflichtigen Abnehmmittel haben Nebenwirkungen, die teilweise sehr gravierend sind. Sie dürfen nur bei deutlich übergewichtigen Personen und unter genauer ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden. Der Wirkstoff Orlistat, der zum Beispiel in den Mitteln Xenical oder Alli enthalten ist, kann nach einer neuen Studie gefährliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten habe und ist außerdem höchstgiftig für Leber und Nieren. Versagen von Nieren, Leber oder Bauchspeicheldrüsen sind die möglichen Folgen. Und diese können tödlich enden.

Indirekt wirkende Mittel (die nicht direkt in den Stoffwechsel eingreifen) sind zum Beispiel homöopathische Mittel wie das Cefamadar oder das Redumax.

Schwitzhosen und andere Mittel um Abzunehmen

Ja... und dann gibt es da noch die Schlankheitsmittel, die man nicht einnimmt, sondern "anwendet". Dazu gehören solche Dinge wie Schwitzhosen (oder auch Sauna Pants) und andere "Geräte", sowie die verschiedenen Präparate zum Eincremen, wie zum Beispiel das Trimgel, oder Abnehmpflaster wie das "Innov Patch".

Sinnvolle Schlankheitsmittel und Schlankheitspillen

Da stellt sich die Frage: Gibt es überhaupt so etwas wie sinnvolle Schlankheitsmittel?

Nun, ich kenne fast alle Präparate auf dem Markt und ich muss sagen, dass einige davon durchaus Sinn machen können. Dazu zählt für mich zum Beispiel Chronoslim.

Auch das Präparat Akiba Day & Night hört sich von den Inhaltsstoffen her relativ "vernünftig" an, ebenso wie die Schoenenberger Schlankheitskur sowie das Turbo Slim.

Die sogenannten Kohlenhydratblocker gehören "eigentlich" auch dazu. Ich halte sie aber für zu teuer.

Diese Webseite will Ihnen helfen, sich im Dschungel der Schlankheitsmittel zurechtzufinden. Teilweise muss ich mich bei einigen Schlankheitspillen durch "neutrale" Wortwahl schützen, und zwar vor den Firmen selbst, die diese Mittel herstellen. Manche reichen nämlich schnell und gerne Klagen und Abmahnungen ein...

Der schnellen Übersicht halber, habe ich für alle Abnehmmittel ein René-Gräber-Siegel eingeführt, mit dem Sie auf einen Blick sehen, was ich von den Mitteln halte. Dieses Siegel spiegelt nur meine persönliche Meinung wider, die ich mir aufgrund von Anwenderberichten, den Inhaltsstoffen und evtuellen Studienergebnissen gebildet habe.

Sie finden drei Rene-Gräber-Siegel:



Bei allen genannten Schlankheitsmitteln und Schlankmacher-Mitteln ist ein langfristiger Erfolg trotzdem nur dann gesichert, wenn der "Diättreibende" auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung achtet. Dies gilt selbstverständlich auch für die wenigen Präparate, die ich mit "Empfehlenswert" bewertet habe.

Ich muss noch erwähnen, dass ich mit keiner der Herstellerfirmen irgendeine Vereinbarung habe oder in sonstiger Form mit diesen verbunden bin.

Ich wünsche Ihnen für Ihre Gesundheit alles Gute!

Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge (SKA)

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 30.01.2014 aktualisiert