Bis zu zwölf Kilogramm in nur 30 Tagen abnehmen — und das angeblich ohne strenge Diät, ohne quälenden Hunger und ohne besondere Anstrengung. Mit solchen Versprechen wurde das Schlankheitsmittel Calriphen vor einigen Jahren beworben.

Das klang natürlich verlockend. Zwei Kapseln täglich, und während andere Menschen ihre Ernährung verändern, mehr Bewegung in ihren Alltag bringen und sich mit den Ursachen ihres Übergewichts beschäftigen, sollte hier eine Mischung aus Pflanzenextrakten und Mineralstoffen die Arbeit erledigen.

Calriphen ist heute offenbar weitgehend vom Markt verschwunden. Einzelne Apotheken führen das Präparat noch in ihren Produktdatenbanken, kennzeichnen es jedoch als nicht verfügbar. Die dort genannte Herstellerfirma Quadriga Development Ltd. wurde nach Angaben des britischen Unternehmensregisters bereits am 19. Dezember 2017 aufgelöst.

Damit könnte man die Angelegenheit eigentlich zu den Akten legen. Das wäre allerdings schade, denn Calriphen ist ein ausgezeichnetes Lehrstück. Die Namen der Schlankheitsmittel wechseln, das Verkaufsprinzip bleibt erstaunlich stabil: eine exotische Frucht, ein patentierter Pflanzenkomplex, einige wissenschaftlich klingende Erklärungen und ein Versprechen, das jeden vernünftigen Stoffwechsel vor Neid erblassen lässt.

Wer verstehen möchte, weshalb solche Präparate immer wieder Käufer finden, sollte Calriphen deshalb nicht als erledigtes Einzelprodukt betrachten. Es steht stellvertretend für einen ganzen Markt. Einen Überblick über weitere Präparate finden Sie in meinem Beitrag über Schlankheitsmittel, Fatburner und Abnehmpillen.

Was war Calriphen?

Calriphen wurde als Kapselpräparat zur Gewichtsreduktion angeboten. Eine Packung enthielt 60 Kapseln und reichte bei der empfohlenen Einnahme von zwei Kapseln täglich für etwa einen Monat.

Die Zutatenliste wirkte auf den ersten Blick eindrucksvoll:

  • Sinetrol als patentierter Zitrusfruchtkomplex,
  • Açaí-Beerensaftpulver,
  • grüner Kaffee beziehungsweise Green-Coffee-Extrakt,
  • weißer Tee,
  • Bromelain aus der Ananas,
  • Meerrettichpulver,
  • Guarana sowie
  • Magnesium, Zink und Selen.

Das liest sich wie eine Mischung aus Obstkorb, Teeladen und Vitalstoffpräparat. Genau das ist Teil der Wirkung – zunächst allerdings nur der psychologischen.

Pflanzliche Namen vermitteln Natürlichkeit. Ein patentierter Komplex klingt nach Forschung. Mineralstoffe verleihen dem Ganzen einen medizinischen Anstrich. Der Käufer bekommt das Gefühl, nicht irgendeine Abnehmpille zu erwerben, sondern ein fein abgestimmtes Stoffwechselkonzept.

Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht, ob einzelne Bestandteile interessant klingen. Entscheidend sind vier andere Punkte:

  1. Ist die Wirkung des fertigen Präparates untersucht worden?
  2. Sind die einzelnen Stoffe in einer wirksamen Menge enthalten?
  3. Sind Ergebnisse einzelner Rohstoffstudien überhaupt auf die Mischung übertragbar?
  4. Steht der zu erwartende Effekt in einem vernünftigen Verhältnis zu Preis und Werbeversprechen?

Bei Calriphen beginnen die Probleme bereits mit der ersten Frage. Eine veröffentlichte, randomisierte und kontrollierte Untersuchung des vollständigen Präparates konnte ich nicht finden.

Das bedeutet: Selbst wenn ein einzelner Bestandteil unter bestimmten Bedingungen eine gewisse Wirkung zeigen sollte, ist damit Calriphen noch lange nicht geprüft.

Das Grundproblem der Zutatenstudien

Bei Nahrungsergänzungsmitteln wird häufig mit Untersuchungen zu einzelnen Bestandteilen geworben. Das funktioniert ungefähr so:

Eine Studie untersucht 900 Milligramm eines bestimmten Pflanzenextraktes. Das Ergebnis fällt mäßig positiv aus. Anschließend kommt ein Mischpräparat auf den Markt, in dem derselbe Extrakt neben zahlreichen weiteren Zutaten enthalten ist. Wie viel davon tatsächlich in der Tagesdosis steckt, bleibt für den Käufer schwer nachvollziehbar oder wird nur im Kleingedruckten angegeben.

Trotzdem wird die ursprüngliche Studie als wissenschaftliche Begründung für das Gesamtprodukt verwendet.

Das ist ein gewaltiger Sprung. Die Untersuchung eines Rohstoffes beweist weder die Wirkung einer niedrigeren Dosierung noch die Wirksamkeit einer beliebigen Mischung. Auch Wechselwirkungen zwischen den Bestandteilen, Unterschiede bei der Extraktqualität und die tatsächliche Bioverfügbarkeit bleiben offen.

Ein Etikett ersetzt keine klinische Prüfung. Viele exotische Zutaten auf engem Raum ergeben noch keine funktionierende Therapie.

Sinetrol: Der wichtigste Wirkstoff von Calriphen

Sinetrol ist ein geschützter Pflanzenkomplex aus Extrakten verschiedener Zitrusfrüchte und Guarana. Enthalten sind unter anderem Polyphenole und Flavanone wie Naringin beziehungsweise Naringenin sowie eine kleinere Menge Koffein aus Guarana.

Der Rohstoff wurde tatsächlich in mehreren Humanstudien untersucht. Das sollte man nicht unterschlagen.

In verschiedenen Untersuchungen erhielten übergewichtige Teilnehmer meist 900 Milligramm Sinetrol Xpur täglich über zwölf bis 16 Wochen. Berichtet wurden unter anderem Veränderungen beim Körperfett, beim Bauchumfang und teilweise auch beim Körpergewicht.

Die Ergebnisse sind interessant genug, um den Stoff weiter zu untersuchen. Für ein Abnehmwunder reichen sie nicht.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Die Studien waren überwiegend klein.
  • Mehrere Autoren arbeiteten für den Rohstoffhersteller oder standen mit ihm in Verbindung.
  • Untersucht wurde der standardisierte Rohstoff Sinetrol Xpur – nicht Calriphen.
  • Die beobachteten Veränderungen traten über mehrere Monate auf.
  • Die Resultate lagen weit entfernt von zweistelligen Gewichtsverlusten innerhalb weniger Wochen.

Das muss kein Beweis für schlechte Forschung sein. Hersteller dürfen ihre Produkte selbstverständlich untersuchen lassen. Finanzielle und berufliche Verbindungen gehören allerdings auf den Tisch, weil sie bei der Bewertung der Ergebnisse eine Rolle spielen können.

Vor allem darf aus einem moderaten Studienergebnis keine sensationelle Werbeaussage gezimmert werden.

Selbst eine gewisse Wirkung von 900 Milligramm Sinetrol täglich würde noch nicht beantworten, wie viel des Komplexes in der empfohlenen Calriphen-Tagesdosis tatsächlich enthalten war. Eine vollständige und heute zuverlässig überprüfbare Deklaration der damaligen Rezeptur ist kaum noch zu finden.

Die faire Bewertung lautet daher: Sinetrol ist kein frei erfundener Fantasiewirkstoff. Es gibt Hinweise auf kleinere Effekte auf Körperzusammensetzung und Bauchumfang. Einen Nachweis, dass Calriphen zu einer klinisch relevanten Gewichtsabnahme führt, liefern diese Untersuchungen nicht.

Grüner Kaffee: Der spektakuläre Beleg, der zurückgezogen wurde

Grüner Kaffee wurde zeitweise als eine Art Geheimwaffe gegen Übergewicht gehandelt. Gemeint sind ungeröstete Kaffeebohnen beziehungsweise daraus gewonnene Extrakte, die unter anderem Chlorogensäuren enthalten.

Der bekannteste angebliche Wirksamkeitsbeleg war eine Untersuchung mit gerade einmal 16 Teilnehmern. Diese Studie wurde in Fernsehsendungen und Werbetexten als Beleg für einen erheblichen Gewichtsverlust verbreitet.

Das Problem geht weit über die geringe Teilnehmerzahl hinaus: Die Arbeit wurde 2014 offiziell zurückgezogen.

Die amerikanische Federal Trade Commission hatte schwere Mängel bei Durchführung und Datenauswertung beanstandet. Die Studie kann deshalb nicht mehr als seriöser Wirksamkeitsnachweis verwendet werden. Sie ist wissenschaftlich erledigt.

Bemerkenswert ist weniger, dass eine schlechte Studie zurückgezogen wurde. Wissenschaftliche Selbstkorrektur ist grundsätzlich etwas Gutes. Bemerkenswert ist, wie lange die spektakuläre Werbebotschaft weiterlebt, nachdem der dazugehörige Beleg längst zusammengebrochen ist.

Die Schlagzeile verbreitet sich in wenigen Tagen. Der Widerruf erreicht Jahre später nur noch einen Bruchteil der Käufer.

Das bedeutet nicht, dass Chlorogensäuren vollkommen wirkungslos sein müssen. Es gibt weitere Untersuchungen zu grünem Kaffee und zum Stoffwechsel. Die Ergebnisse sind jedoch uneinheitlich, die Präparate unterscheiden sich erheblich und die beobachteten Effekte sind weit bescheidener als die damalige Werbung.

Aus dem grünen Kaffee in einer Mischkapsel lässt sich jedenfalls kein zuverlässiger Gewichtsverlust ableiten.

Açaí: Eine interessante Frucht wird zum Schlankheitsmittel erklärt

Açaí stammt aus dem Amazonasgebiet und enthält unter anderem Anthocyane, weitere Polyphenole, Fettsäuren und Ballaststoffe. Als Lebensmittel kann die Frucht durchaus interessant sein.

Dann kam das Marketing.

Aus einer traditionellen Frucht wurde ein „Superfood“, aus dem Superfood ein angeblicher Fettverbrenner und aus dem Fettverbrenner schließlich eine Kapselzutat.

Für eine verlässliche gewichtsreduzierende Wirkung von Açaí beim Menschen gibt es bis heute keine überzeugende Grundlage. Auch das amerikanische National Center for Complementary and Integrative Health weist darauf hin, dass nur sehr wenig Forschung am Menschen vorliegt und verlässliche Belege für eine Gewichtsabnahme fehlen.

Eine angeblich allgemein empfohlene Abnehmdosis von mehreren Gramm Açaí-Extrakt lässt sich wissenschaftlich ebenfalls nicht sauber begründen. Schon der Begriff „Extrakt“ ist zu ungenau. Ein Fruchtpulver, ein Saftpulver und ein konzentrierter Polyphenolextrakt sind nicht dasselbe.

Açaí darf gern auf dem Speiseplan stehen. Als Beweis für die Wirkung einer Schlankheitskapsel taugt die Frucht nicht.

Bromelain: Ein interessantes Enzym am falschen Einsatzort

Bromelain ist keine einzelne Substanz, sondern eine Mischung eiweißspaltender Enzyme aus der Ananas. In der Naturheilkunde und ergänzenden Medizin wird Bromelain unter anderem wegen möglicher entzündungsmodulierender und abschwellender Eigenschaften eingesetzt.

Damit ist es allerdings noch kein Schlankheitsmittel.

Eine verlässliche klinische Wirkung auf das Körpergewicht ist nicht belegt. Auch einfache Milligrammvergleiche führen bei Enzympräparaten schnell in die Irre. Neben der Menge kommt es auf die tatsächliche Enzymaktivität an, die beispielsweise in FIP- oder GDU-Einheiten angegeben werden kann.

Zwei Präparate mit derselben Bromelainmenge können deshalb eine deutlich unterschiedliche Aktivität besitzen.

Besonders gewagt ist die Vorstellung, Bromelain könne den Körper gewissermaßen von innen „entfetten“ oder irgendwelche Schlacken auflösen. Eiweißspaltende Enzyme sind biologisch interessante Substanzen. Sie sind keine Rohrreiniger für das Fettgewebe.

Weißer Tee, Meerrettich und Mineralstoffe

Weißer Tee liefert Polyphenole und enthält je nach Sorte und Zubereitung ebenfalls Koffein. Meerrettich enthält Senfölglykoside und ist als Lebensmittel sowie traditionelle Heilpflanze durchaus bemerkenswert.

Auch Magnesium, Zink und Selen erfüllen wichtige Aufgaben im Stoffwechsel.

Aus diesen Tatsachen lässt sich trotzdem keine Gewichtsabnahme konstruieren.

Ein Nährstoffmangel kann Stoffwechselvorgänge beeinträchtigen. Wird ein echter Mangel behoben, verbessert sich möglicherweise die allgemeine Regulation. Daraus folgt jedoch nicht, dass zusätzliche Mengen bei gut versorgten Menschen das Körperfett zum Schmelzen bringen.

Besonders Selen besitzt einen vergleichsweise schmalen Bereich zwischen sinnvoller Zufuhr und Überversorgung. Es gehört deshalb zu den Stoffen, die gezielt und nicht nach dem Motto „vorsichtshalber etwas mehr“ eingenommen werden sollten.

Bei Mischpräparaten wird gern jeder Zutat eine kleine theoretische Aufgabe zugewiesen:

  • Der eine Stoff soll den Stoffwechsel aktivieren.
  • Der nächste soll die Fettverbrennung steigern.
  • Ein dritter soll den Appetit dämpfen.
  • Ein Enzym soll die Verwertung verbessern.
  • Mineralstoffe sollen schließlich dafür sorgen, dass alles reibungslos abläuft.

Auf dem Papier entsteht so ein perfektes Orchester. In der Realität weiß häufig niemand, ob die Musiker in ausreichender Zahl anwesend sind, ob sie dasselbe Stück spielen und ob überhaupt ein Dirigent erschienen ist.

Die Inhaltsstoffe im Überblick

Bestandteil Möglicher Hintergrund Bewertung für Calriphen
Sinetrol Kleine Humanstudien mit meist 900 mg täglich berichten moderate Veränderungen von Körperfett und Umfang. Keine Studie zum fertigen Calriphen; genaue übertragbare Dosierung unklar; kein Beleg für extreme Gewichtsverluste.
Grüner Kaffee Chlorogensäuren werden hinsichtlich des Zucker- und Fettstoffwechsels untersucht. Die bekannteste spektakuläre Studie wurde zurückgezogen; Daten insgesamt uneinheitlich.
Açaí Enthält Polyphenole und weitere Nährstoffe. Keine überzeugenden Belege für eine gewichtsreduzierende Wirkung.
Bromelain Proteolytisches Enzym mit möglichen entzündungsmodulierenden Eigenschaften. Keine etablierte Abnehmwirkung; Enzymaktivität wichtiger als eine reine Milligrammangabe.
Weißer Tee Liefert Polyphenole und Koffein. Keine belastbare Aussage zur Wirkung der in Calriphen enthaltenen Menge.
Magnesium, Zink und Selen Essenzielle Mineralstoffe beziehungsweise Spurenelemente. Beheben bei Mangel ein Versorgungsproblem, sind aber keine eigenständigen Fettverbrenner.

Ist Calriphen wenigstens harmlos?

Eine Zutatenliste aus Früchten, Tee, Ananas und Mineralstoffen wirkt zunächst ungefährlich. Doch „natürlich“ ist keine toxikologische Kategorie.

Bei einem Mehrstoffpräparat müssen unter anderem folgende Punkte bedacht werden:

  • Guarana und grüner Kaffee können Koffein liefern.
  • Koffein kann bei empfindlichen Menschen Unruhe, Schlafstörungen, Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen fördern.
  • Zitrus- und Grapefruitbestandteile können je nach Extrakt mit bestimmten Medikamenten wechselwirken.
  • Bei Bromelain werden mögliche Wechselwirkungen mit Gerinnungshemmern und bestimmten Antibiotika diskutiert.
  • Pflanzenextrakte können allergische Reaktionen oder Magen-Darm-Beschwerden auslösen.
  • Auch Mineralstoffe können bei unnötig hoher oder langfristiger Einnahme problematisch werden.

Das heißt nicht, dass jeder Anwender mit Beschwerden rechnen muss. Es heißt lediglich, dass die pauschale Behauptung einer vollständigen Unbedenklichkeit nicht seriös wäre.

Besondere Vorsicht ist bei Herzrhythmusstörungen, unkontrolliertem Bluthochdruck, ausgeprägter Koffeinempfindlichkeit, Schwangerschaft, Stillzeit, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme angebracht.

Zwölf Kilogramm in 30 Tagen?

Hier wird es endgültig absurd.

Zwölf Kilogramm Körpergewicht entsprechen nicht automatisch zwölf Kilogramm Fett. Bei einer sehr schnellen Gewichtsabnahme gehen zunächst auch Wasser, Glykogen, Darminhalt und unter ungünstigen Umständen Muskelmasse verloren.

Um zwölf Kilogramm reines Körperfett in 30 Tagen abzubauen, wäre ein tägliches Energiedefizit erforderlich, das für die meisten Menschen weder realistisch noch gesund wäre.

Schon die Größenordnung des Versprechens zeigt, dass hier nicht wissenschaftliche Zurückhaltung das Marketing leitete.

Natürlich kann das Gewicht bei stark übergewichtigen Menschen zu Beginn einer konsequenten Ernährungsumstellung oder einer fachkundig begleiteten Fastenkur deutlich sinken. Das ist jedoch etwas völlig anderes als die Behauptung, zwei Kapseln würden eine solche Veränderung praktisch nebenbei erzeugen.

Mehr zur Frage, welche Rolle das Fasten bei einer Gewichtsreduktion tatsächlich spielen kann, lesen Sie in meinem Beitrag Fasten zum Abnehmen – warum das zu kurz gedacht ist.

Das Geschäftsmodell der Schlankheitskapseln

Calriphen folgte einem bekannten Muster.

1. Ein neues Problemgefühl wird erzeugt

Rechtzeitig vor Frühling, Urlaub oder Feiertagen wird der Blick auf Bauch, Hüften und Waage gelenkt. Der Kunde soll unzufrieden werden – möglichst schnell und möglichst stark.

2. Eine einfache Lösung wird angeboten

Die Ursachen des Übergewichts verschwinden aus der Betrachtung. Statt Insulinresistenz, Schlafmangel, Stress, Medikamenten, Muskelverlust, Essverhalten und hormonellen Veränderungen gibt es nun ein einziges Problem: Der entscheidende Pflanzenstoff fehlt.

Mehr zu den sehr unterschiedlichen Hintergründen finden Sie unter Ursachen für Übergewicht: Gene, Psyche, Schilddrüse, Stress und Medikamente.

3. Wissenschaft wird angedeutet

Begriffe wie „klinisch geprüft“, „patentiert“, „wissenschaftlich entwickelt“ oder „in Studien nachgewiesen“ wirken beeindruckend. Erst beim genaueren Hinsehen zeigt sich, dass eine andere Dosierung, ein einzelner Rohstoff oder eine winzige Untersuchung gemeint war.

4. Der schnelle Erfolg wird in Aussicht gestellt

Das Versprechen muss groß genug sein, um vernünftige Zweifel zu übertönen. Zwei Kilogramm in drei Monaten verkaufen sich schlecht. Zwölf Kilogramm in 30 Tagen klingen erheblich besser.

5. Das Produkt verschwindet

Nach einigen Jahren ist der Markt abgegrast. Das Präparat wird nicht mehr angeboten, die Herstellerfirma wechselt, die Webseite verschwindet oder der nächste Wirkstoff übernimmt die Hauptrolle.

Die ungelösten Gewichtsprobleme der Käufer bleiben bestehen. Genau dadurch entsteht der Markt für das nächste Wundermittel.

Übergewicht ist mehr als eine Kalorienfrage

Natürlich nimmt Körperfett zu, wenn langfristig mehr Energie gespeichert als verbraucht wird. Diese Feststellung ist richtig, aber ungefähr so hilfreich wie der Hinweis, dass ein volles Waschbecken durch mehr zufließendes als abfließendes Wasser entsteht.

Interessant ist, weshalb der Zufluss ständig geöffnet bleibt und der Abfluss nicht richtig funktioniert.

Bei Übergewicht können unter anderem beteiligt sein:

  • eine beginnende oder ausgeprägte Insulinresistenz,
  • häufige Mahlzeiten und dauerhaft erhöhte Insulinspiegel,
  • eine ungünstige Zusammensetzung der Ernährung,
  • hochverarbeitete Lebensmittel und flüssige Kalorien,
  • zu wenig Muskelmasse,
  • Schlafmangel oder Schlafapnoe,
  • chronischer Stress und emotionales Essen,
  • bestimmte Medikamente,
  • Schilddrüsen- und andere Hormonstörungen,
  • Wechseljahre und altersbedingte Veränderungen sowie
  • eine Fettleber und ein gestörter Fettstoffwechsel.

Besonders das Fett im Bauchraum ist biologisch aktiv. Es setzt Botenstoffe frei und beeinflusst Zuckerstoffwechsel, Entzündungsprozesse, Leber und Gefäße. Ausführlicher beschreibe ich dies unter Bauchfett wirkt wie ein Organ.

Auch Adiponektin zeigt, wie eng Fettgewebe und Stoffwechsel miteinander verbunden sind. Der Botenstoff wird von Fettzellen gebildet, sinkt bei ungünstiger Fettverteilung jedoch häufig ab. Mehr dazu lesen Sie in meinem Beitrag Adiponektin als Frühwarnsystem.

Wer diese Zusammenhänge ignoriert und stattdessen immer neue Kapseln ausprobiert, behandelt hauptsächlich die Ungeduld.

Was beim Abnehmen tatsächlich hilft

Es gibt keine Methode, die für jeden Menschen gleich gut funktioniert. Einige Grundsätze haben sich in meiner Praxis allerdings immer wieder bewährt.

Die Ursachen prüfen

Vor der nächsten Diät sollte geklärt werden, weshalb das Gewicht gestiegen ist. Dazu können je nach Situation Nüchternblutzucker, HbA1c, Nüchterninsulin, HOMA-IR, Triglyceride, Leberwerte, Schilddrüsenwerte, Blutdruck, Harnsäure und die Medikamentenliste gehören.

Auch Bauchumfang, Muskelmasse, Schlaf und Essenszeiten sind häufig aufschlussreicher als die isolierte Zahl auf der Waage.

Echte Lebensmittel statt Dauer-Snacks

Süßgetränke, Säfte, Weißmehl, Süßwaren, Alkohol, Fertiggerichte und ständiges Naschen torpedieren jede Stoffwechseltherapie.

Die Ernährung sollte überwiegend aus Gemüse, ausreichend Eiweiß, naturbelassenen Fetten, Kräutern, Hülsenfrüchten – sofern sie vertragen werden –, Nüssen, Samen, Eiern, Fisch und möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln bestehen.

Das klingt weniger spektakulär als ein patentierter Fettkiller. Dafür lässt sich daraus eine dauerhafte Ernährungsweise aufbauen.

Muskeln erhalten und aufbauen

Muskelgewebe ist eines der wichtigsten Organe für den Glukosestoffwechsel. Wer bei einer Diät vor allem Muskeln verliert, wiegt anschließend zwar weniger, hat sich metabolisch aber nicht unbedingt verbessert.

Krafttraining, ausreichend Eiweiß und regelmäßige Bewegung gehören deshalb zu einer vernünftigen Gewichtsreduktion.

Essenspausen nutzen

Viele Menschen essen weniger zu große Mengen als zu häufig. Zwischen Frühstück, Zwischenmahlzeit, Mittagessen, Kaffee, Abendessen und Fernsehsnack bleibt dem Stoffwechsel kaum eine längere Pause.

Intervallfasten kann helfen, diese Dauerversorgung zu durchbrechen. Es ist allerdings kein religiöses Bekenntnis und auch keine Garantie für Gewichtsverlust. Wer innerhalb eines kurzen Essensfensters dieselbe Menge hochverarbeiteter Lebensmittel isst, hat lediglich schneller gegessen.

Zu den unterschiedlichen Varianten lesen Sie bitte meine Beiträge über das Intervallfasten und das intermittierende Fasten.

Den Schlaf ernst nehmen

Schlafmangel verändert Appetit, Hungerhormone, Insulinempfindlichkeit und Entscheidungsfähigkeit. Wer ständig übermüdet ist, greift häufiger zu schnell verfügbarer Energie und bewegt sich meist weniger.

Bei starkem Schnarchen, Tagesmüdigkeit und morgendlichen Kopfschmerzen sollte außerdem eine Schlafapnoe ausgeschlossen werden. Weitere Hintergründe finden Sie unter Übergewicht durch Schlafmangel.

Fasten richtig einsetzen

Heilfasten kann einen festgefahrenen Stoffwechsel deutlich verändern, Insulinspiegel senken und eingefahrene Ernährungsgewohnheiten unterbrechen. Es ist jedoch kein verkleideter Wettbewerb um möglichst viele verlorene Kilogramm.

Bei Diabetes, Insulintherapie, Essstörungen, Untergewicht, Schwangerschaft, schweren Erkrankungen oder der Einnahme bestimmter Medikamente gehört das Fasten fachkundig begleitet. Zum Thema Zuckerstoffwechsel finden Sie weitere Informationen unter Heilfasten bei Diabetes.

Warum das Gewicht nach Abnehmkuren häufig zurückkommt

Das Grundproblem vieler Diäten und Schlankheitsmittel zeigt sich nach dem Ende der Maßnahme.

Was geschieht, wenn die Kapseln abgesetzt werden?

Wenn Ernährung, Schlaf, Bewegung, Muskelmasse und Stoffwechsellage unverändert geblieben sind, kehrt der Körper zu denselben Mustern zurück, die zuvor zur Gewichtszunahme geführt haben.

Das ist kein persönliches Versagen. Es ist das vorhersehbare Ergebnis einer ungeeigneten Strategie.

Ein dauerhaftes Ergebnis verlangt kein perfektes Leben, aber eine Methode, die auch nach drei, sechs oder zwölf Monaten noch durchführbar ist. Weshalb klassische Diäten daran so oft scheitern, beschreibe ich ausführlich unter Warum Diäten nicht funktionieren.

Calriphen war nicht das gefährlichste Abnehmmittel

Bei aller Kritik sollte man die Verhältnisse wahren. Calriphen war nicht mit jenen illegalen oder verunreinigten Präparaten gleichzusetzen, in denen pharmakologisch wirksame Appetitzügler ohne ausreichende Kennzeichnung gefunden wurden.

Bei manchen im Internet angebotenen Abnehmkapseln ist das Risiko erheblich größer. Ein bekanntes Beispiel sind Präparate mit dem früher verwendeten Appetitzügler Sibutramin. Dazu lesen Sie bitte meinen Beitrag Vorsicht bei LiDa- und Sibutramin-Kapseln.

Andere Produkte sollen Fette oder Kohlenhydrate im Darm binden. Auch dort lohnt ein genauer Blick auf Wirkprinzip, Dosierung und Nebenwirkungen:

Calriphen war vermutlich eher teuer und überschätzt als akut hochgefährlich. Das macht die Werbeversprechen allerdings nicht glaubwürdiger.

Mein Fazit zu Calriphen

Calriphen kombinierte mehrere Pflanzenextrakte, Enzyme und Mineralstoffe, von denen einige biologisch durchaus interessant sind. Der wichtigste Rohstoff Sinetrol wurde in kleinen Humanstudien untersucht und könnte bescheidene Auswirkungen auf Körperfett oder Bauchumfang haben.

Für Calriphen selbst fehlt jedoch ein belastbarer Wirksamkeitsnachweis. Die bekannte Studie zum grünen Kaffee wurde zurückgezogen. Für Açaí existiert kein überzeugender Nachweis als Schlankheitsmittel. Bromelain ist ein interessantes Enzym, aber kein Fettvernichter. Weißer Tee, Meerrettich und Mineralstoffe machen aus der Mischung ebenfalls keine Therapie gegen Übergewicht.

Vor allem stand das damalige Versprechen eines Gewichtsverlustes von bis zu zwölf Kilogramm in 30 Tagen in keinem vernünftigen Verhältnis zur wissenschaftlichen Grundlage. Calriphen ist inzwischen weitgehend verschwunden. Das Prinzip lebt weiter.

Beim nächsten Präparat heißt die Beere anders, der patentierte Komplex bekommt einen neuen Markennamen und die Verpackung sieht etwas moderner aus. Anschließend wird erneut erklärt, weshalb ausgerechnet diese Mischung den Stoffwechsel endlich überlisten könne.

Der menschliche Körper lässt sich jedoch nicht dauerhaft mit Werbetexten beeindrucken. Wer gesund abnehmen möchte, muss keine exotische Kapsel suchen. Er sollte herausfinden, weshalb der eigene Stoffwechsel Fett speichert, welche Gewohnheiten ihn dabei unterstützen und welche Veränderungen im Alltag tatsächlich durchzuhalten sind.

Quellen und weiterführende Studien

Dieser Beitrag wurde im August 2026 vollständig neu verfasst und auf den aktuellen Erkenntnisstand gebracht.

Neueste Studien zeigen ein eindeutiges Bild der deutschen Bevölkerung, das auch jeder Mensch tagtäglich in der Öffentlichkeit sehen kann.

Die Leute wird immer dicker, ernähren sich immer ungesünder und treiben auch zu wenig Sport.

Dennoch wollen aber auch diese Menschen gerne schlank und rank sein und stecken dabei ihr Vertrauen in zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel, die gerne hoch gepriesen werden.

Ähnlich ergeht es auch der vitaminähnlichen Substanz L-Carnitin, die eine gewisse Rolle im Energiestoffwechsel unter anderem des Menschen besitzt. So dient L-Carnitin  als Transporter für langkettige Fettsäuren in die Mitochondrien, die oft „Zellkraftwerke“ genannt werden. Dort werden bekanntermaßen die Fettsäuren zur Energiegewinnung genutzt.

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Ganz klar also, dass dieses Produkt förderlich sein kann, wenn man den überflüssigen Pfunden an Bauch und an der Hüfte den Kampf ansagt, aber ganz so einfach, wie es sich anhört, ist das halt nicht immer.

Auch, wenn die generelle Funktion von L-Carnitin eindeutig ist und nicht angefochten wird, so gibt es doch kontroverse Meinungen dazu, ob L-Carnitin als Supplementierung wirklich dabei hilft, dass mehr Fett verbrannt wird.

Eine Vielzahl von Studien sprechen dabei eine eindeutige Sprache und lassen L-Carnitin in keinem guten Licht dastehen. Angeblich sollen zusätzliche positive Effekte bei einer Diät durch vermehrte L-Carnitin-Dosierungen nicht gegeben sein.

Andererseits sind dagegen andere Sportwissenschaftler davon überzeugt, dass L-Carnitin bei großen Ausdauerleistungen, welche dann ja auch hauptsächlich ihre Energie aus dem Fettstoffwechsel beziehen, positive Auswirkungen hat.

Eine Studie der Universität Leipzig zeigte im Jahr 2002 beispielsweise deutliche Hinweise darauf, dass die Fettverbrennung bei gesunden Erwachsenen durch L-Carnitin deutlich gesteigert werden kann. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Universität Rostock.

Auch diese Meinung ist aber umstritten, letzten Endes rät die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen von einer Supplementierung von L-Carnitin ab, sie sei schlichtweg unnötig und koste nur Geld.

Wirkung bis heute unklar

Studien aus den USA wiederum ergeben für L-Carnitin wenigstens bei sehr sportlichen Personen Vorteile, da angeblich weniger freie Radikale gebildet werden, weniger Muskelkater und weniger Muskelschäden beim Training entstehen. Die Regeneration nach intensivem Training soll also verbessert sein.

Dass L-Carnitin für Sportler nützlich sein kann, besagt auch eine britische Studie der Universität Exeter aus 2011. Dabei testeten Forscher den Vitalstoff an Menschen, die intensiv trainieren. L-Carnitin kurbelte in die Fettverbrennung an und schonte die Reserven der „Muskelstärke“ Glykogen.

Außerdem konnte der Vitalstoff in den Untersuchungen die Milchsäuregärung (anaerober Abbau) hemmen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie iranischer Wissenschaftler der Shahid Sadoughi University of Medical Sciences aus 2020. Die Forscher fassen hier die Durchsicht von 37 wissenschaftlichen Arbeiten zusammen. In diesen Studien sind die Daten von insgesamt 2.292 Menschen enthalten.

Das Resultat zeigt, dass L-Carnitin das Abnehmen unterstützen kann, wenn auch nur in geringem Maße. Wohlgemerkt beziehen sich diese Ergebnisse nicht ausschließlich nur auf Sportler. Hingegen betonen die Wissenschaftler, dass besonders übergewichtige Menschen von dem Vitalstoff profitieren, weil speziell das Körperfett abgebaut wird.

Allerdings weist eine Studie aus dem Jahr 2013 darauf hin, dass die regelmäßige Einnahme von L-Carnitin ein Risikofaktor für Arteriosklerose sein könnte. Bestimmte Darmbakterien, die vor allem bei Menschen vorkommen, die regelmäßig Fleisch essen, verstoffwechseln das Carnitin zu Trimethylaminoxid, das den Cholesterintransport aus den Zellen unterdrücken kann.

In einem solchen Fall würde sich Cholesterin an den Gefäßwänden ablagern und eine Entstehung von Arteriosklerose begünstigen. Einige Forscher sind allerdings der Ansicht, dass dies nur bei Menschen eine Rolle spielt, deren Leber nicht optimal auf Insulin reagiert (hepatische Insulinresistenz). Ob diese Form von Diabetes Typ 2 durch zu viel L-Carnitin verursacht wird, ist allerdings nicht genau bekannt.

Fazit

Wie auch immer, ob mit oder ohne L-Carnitin, wichtig für den Kampf gegen die Pfunde ist auch hier wieder einmal ausreichende Bewegung und gute Ernährung. Ohne diese Faktoren ist L-Carnitin auf jeden Fall ohne signifikante Wirkung.

Wenn man L-Carnitin wirksam mit Sport kombiniert und die Ernährung umstellt, ist es durchaus empfehlenswert. Als alleiniges Mittel ist es zum Abnehmen völlig ungeeignet. Dennoch bekommt L-Carnitin das Siegel: empfehlenswert.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Dieser Beitrag wurde im Dezember 2020 erstellt und letztmalig am 25.03.2024 aktualisiert.

Diäten zur Gewichtsreduktion sind in den Boulevardblättchen seit Jahrzehnten ein beliebtes Thema. Und weil die Vorschläge mit immer neuen Diäten nie aufhören wollen, kommt der Verdacht auf, dass die immer neuen Vorschläge nur wenig taugen.

Daher tauchen dann ganz neue Vorschläge mit reißerischen Überschriften auf, die jetzt „wirklich“ einen Erfolg in Sachen Abnehmen versprechen.

Auf der anderen Seite wird auch klar, dass Abnehmen nicht so leicht ist wie beschrieben. Aber warum? Kalorienzählen, diese Mathematik der Ernährungswissenschaft taugt als alleiniges Mittel rein gar nichts, auch wenn diese einfache „Formel“ immer noch in den Köpfen vieler Ratgeber haust.

Aber da das Abnehmen alles andere als leicht ist, ist nicht nur das Kalorienzählen als einfache und erfolgversprechende Methode so beliebt. Denn die „Berater“ wollen das Abnehmen einfach machen.

Deshalb tauchen immer wieder neue Konzepte auf, die meist auf Produkten beruhen, die „Erlösung“ versprechen, ohne dass der Anwender etwas in seinem Lebens- und Ernährungsstil verändern muss. Was zum Schluss effektiv abnimmt, das ist der Umfang des Geldbeutels. Die Körperfülle dagegen zeigt sich meist unbeeindruckt von diesen Bemühungen.

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Inulin aus Tequila-Agaven – der „wirkliche“ Erlöser?

Es gibt Hinweise, dass die Beteiligung der Darmflora bei Übergewicht nicht auszuschließen ist (um es vorsichtig zu formulieren). Oder mit anderen Worten: Eine gesunde Darmflora ist eine wesentliche Voraussetzung für ein „gesundes“ Körpergewicht. Personen mit einer „verkorksten“ Darmflora sind in der Regel auch übergewichtig (wenn die außer Balance geratene Darmflora über einen längeren Zeitraum besteht – Übergewicht durch Darmbakterien?).

Basis für eine gute Darmflora ist ein gutes = artgerechtes Nahrungsangebot für die im Darm befindlichen Bakterien. Und dieses Nahrungsangebot wird im Allgemeinen als „Prebiotika“ (auch Präbiotika) bezeichnet. Die meisten Ballaststoffe dienen als Prebiotika. Chemisch gesehen sind das Gros der Ballaststoffe großmolekülige Polysaccharide, die vom menschlichen Darm nicht resorbiert und auch nicht durch seine Enzyme aufgeschlossen werden können.

Die Bakterien dagegen haben „Messer und Gabel“, um diese Substanzen für sich zu verwerten und als Endprodukte für den Darm nützliche Substanzen freizusetzen. Dies ist der Grund für die Forderung nach einer ballaststoffreichen Diät als Grundlage einer „gesunden“ Ernährungsform.
Inulin ist einer dieser Ballaststoffe. Ich hatte bereits ein „Kurzportrait“ dieses Prebiotikums veröffentlicht: Fakten zu Inulin.

Jetzt tauchen Artikel und Pressemitteilungen auf, die Inulin als „Wundermittel“ beim Abnehmen anpreisen. Und hier ist es nicht Inulin, sondern Inulin von einer mexikanischen Agave, aus der auch der berühmte Tequila gewonnen wird: Kilokiller Tequila-Agave?

Eine moderne Abnehmhilfe aus Inulin (multimedvision.de/pressemitteilungen/201601-Kilokiller-Tequila-Agave–Eine-moderne-Abnehmhilfe-aus-Inulin.htm). Einen ausführlichen Artikel dazu gibt der Pressemitteiler unter: Inulin aus der blauen Agave (heilpflanzen-welt.de/2015-11-Inulin-aus-der-blauen-Agave/).

Die Ausführungen des Artikels sind einleuchtend. Das Agaven-Inulin ist demnach in der Lage, als Kapsel genommen, die Darmbakterien zu „sättigen“, so dass diese keine „Hungersignale“ mehr an den Organismus senden und damit das Hungergefühl gedämpft wird. Ob es sich hier wirklich um „Hungersignale“ seitens der Darmbakterien handelt, ist mir nicht bekannt. Vielleicht ist dies auch nur eine etwas vereinfachte Darstellung, um den Sachverhalt etwas plastischer zu verdeutlichen.

Was aber weniger plastisch und extrem deutlich ist, das ist der danach angeschlossene Link (floraglueck.de), der auf eine Verkaufsseite führt, die Inulin-Kapseln aus Tequila-Agaven anpreist. Hier wird gleich noch ein E-Buch angepriesen, dass „iFasten“ zum Abnehmen anbietet. Dazu kann ich jetzt nichts sagen, da ich das Buch nicht kenne. Aber der Titel klingt wenig vielversprechend, da Fasten keine gute Maßnahme zur Gewichtsabnahme ist.

Der Verfasser des E-Buchs ist die gleiche Person, die auch für die oben erwähnte Pressemitteilung, den Tequila-Inulin-Artikel und die Verkaufsseite verantwortlich ist. Oder kurz: Die Webseiten Heilpflanzen-welt.de und die Verkaufsseite sind optisch und Link-mäßig verschiedene Webseiten, werden aber von der gleichen Person betrieben.

Damit ist für mich auch klar, warum der Eindruck erweckt wird, dass nur Inulin aus Tequila-Agaven zu den phänomenalen Wirkungen fähig zu sein scheinen. Denn warum sollte ich mir Inulin für 0,27 € pro Kapsel zuführen, wenn ich Inulin aus pflanzlicher Nahrung genau so reichlich und kostengünstiger zuführen kann? Denn laut Beschreibung der Verkaufsseite braucht der glückliche Kunde 6 Kapseln pro Tag (1,62 € Tagestherapiekosten oder knapp 50 € pro Monat), um 2,4 Gramm Inulin aufzunehmen (floraglueck.de).

Diese Angaben kollidieren jedoch mit den selbst gemachten Aussagen im Tequila-Artikel, wo von 40 Gramm Ballaststoffen täglich als empfohlene Tagesdosis die Rede ist. Würde ich diese Menge über das glücklich machende Tequila-Produkt decken wollen, dann müsste ich rund 100 Kapseln täglich zu mir nehmen, was mein Budget auf 27 € pro Tag anschwellen lässt. Die monatliche Belastung können Sie sich selbst ausrechnen.

Bei diesen Preisen ist es kein Wunder mehr, dass der Webseitenbetreiber das Tequila-Inulin so darstellen muss, als ob es das einzige Inulin im ganzen Universum ist, das eine günstige Auswirkung auf die Darmbakterien hat.

Denn wer würde seine Kapseln kaufen, wenn man weiß, dass das Inulin anderer Pflanzen ebenfalls diese Effekte mitbringt. Und es sind eine Reihe von Pflanzen, die Inulin produzieren (siehe auch meinen oben bereits erwähnten Beitrag zum Inulin).

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Von der Heilsbotschaft zur Wissenschaft des Heilens

Eine Arbeit aus dem Jahr 2014 zeigte bei Wachteln, das Inulin von Chicorée bei den Tieren Triglyceride und Fettgewebe um abdominalen Bereich reduzieren konnte (Effects of chicory inulin on serum metabolites of uric acid, lipids, glucose, and abdominal fat deposition in quails induced by purine-rich diets.) Warum ausgerechnet Wachteln als Versuchstiere genommen wurden, ist aus den Ausführungen der Autoren nicht ersichtlich. Aber an der Effektivität von Chicorée Inulin lässt sich nicht zweifeln.

Inulin-type fructans modulate intestinal Bifidobacterium species populations and decrease fecal short-chain fatty acids in obese women. – Diese Arbeit aus dem letzten Jahr zeigte, dass Inulin bei übergewichtigen Frauen (2 mal 15 Teilnehmerinnen) eine Reihe von Bifidobakterienarten förderte. Die Konzentrationen von kurzkettigen Fettsäuren nahmen signifikant in der Gruppe der Teilnehmerinnen ab, die mit 16 Gramm Inulin täglich versorgt worden waren. Die Autoren vermuten, dass die Abnahme der Fettsäurekonzentrationen das Risiko für metabolische Störungen senken hilft.

Inulin controls inflammation and metabolic endotoxemia in women with type 2 diabetes mellitus: a randomized-controlled clinical trial. – Diese Arbeit gibt einen Hinweis auf die Fähigkeit von Inulin, bei Diabetikern eine entzündungshemmende Wirkung auszuüben und Diabetes bedingte metabolische toxische Verläufe zu unterdrücken.

Effects of dietary inulin on bacterial growth, short-chain fatty acid production and hepatic lipid metabolism in gnotobiotic mice. – Diese Arbeit mit keimarmen Mäusen zeigte ähnliche Ergebnisse. Inulin erhöhte die stark reduzierte Zahl an Bakterien im Mäusedarm, erhöhte die Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren, senkte die von Omega-6-Fettsäuren und zeigte einen positiven Effekt auf den Fettmetabolismus der Tiere. Die Autoren bezeichneten diese Effekte als günstige Parameter zur Bekämpfung oder Verhinderung von Übergewicht.

Lack of soluble fiber drives diet-induced adiposity in mice. – Eine weitere Arbeit „zäumt das Pferd von hinten auf“. Sie zeigt, dass das Fehlen von löslichen Ballaststoffen – wie Inulin – bei Mäusen zu einer über Nahrungsmittel vermittelten Adipositas führt.

Acute effects of a herb extract formulation and inulin fibre on appetite, energy intake and food choice. – Hier wird an übergewichtigen Frauen gezeigt, dass inulinhaltige lösliche Ballaststoffe, die 15 Minuten vor den Mahlzeiten gegessen wurden, in der Lage, den Appetit und damit die Kalorienzufuhr zu mindern. Eine Kombination mit einer Mischung aus Heilpflanzen verstärkte diesen Effekt.

Inulin: a valuable nutritional component – Diese Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2012 beschreibt die Bedeutung von Inulin als löslichen Ballaststoff für die Darmflora. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine Diät mit reichlich Inulin dazu beiträgt, die Ausbreitung von Zivilisationserkrankungen wie Diabetes und Übergewicht zu verhindern.
In diesem Artikel werden einige Pflanzen und Gemüse erwähnt, die reich an Inulin sind. Aber die Tequila-Agave wird auch hier nicht erwähnt.

Fazit

Die Tequila-Agave ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Pflanze, die reich an Inulin ist. Aber es gibt Agaven in fast allen tropischen und subtropischen Regionen dieser Welt, die als Quelle für Inulin verwendet werden können. Dazu gibt es dann noch weniger exotische Pflanzen, wie Knoblauch, Bananen, Zwiebeln etc. die ebenfalls Inulin enthalten und ihren Beitrag zur Gesunderhaltung der Darmflora beitragen können.

Die in den zitierten Arbeiten verwendeten Dosierungen von reinem Inulin betrugen mindestens 10 Gramm pro Tag. Aus den zitierten Arbeiten wird auch klar, dass man nicht unbedingt teures Inulin aus Mexiko benötigt, um für die Gesundheit positive Effekte zu gewährleisten.

Fazit vom Fazit: Ballaststoffe sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Hierzu zählen die löslichen und die nicht löslichen Vertreter. Inulin ist auch hier nur ein Mosaiksteinchen in einem komplexen Bild, das keinesfalls mit einem teuren Produkt, das sich als die „wirkliche Heilsbotschaft“ darzustellen versucht, abgedeckt werden kann.

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Dieser Beitrag wurde 7.3.2016 erstellt.

Thoraxin – so heißt ein neues Präparat, mit dem jeder Hinz und Kunz angeblich mühelos seinen schlaffen Couch-Potatoe-Körper in ein strahlendes Muskelpaket umwandeln kann. Ein Sonderbericht eines Bodybuilding-Magazins bringt es ans Licht (1).

Wir bekommen hier einige „vorher-nachher“ Bilder zu sehen. Das ist eine originelle und immer wieder beliebte Darstellungsweise, wenn es darum geht, derartige Produkte ohne weitere Argumente an den Mann/Frau zu bringen. Leider musste ich die Erfahrung machen, dass solche Testimonials (=Anwenderberichte) bei vielen Produkten immer wieder frei erfunden sind – leider.

Ob dies bei der Thoraxin-Werbung ebenfalls so ist, kann ich derzeit nicht beurteilen…

Studien?

Wir hören von einer amerikanischen Studie, deren leitender Professor eine Erklärung abgibt. Wir erfahren aber nichts über die Quelle dieser Studie. Und auch der Name des Professors bleibt ein Geheimnis.

Der Bericht wimmelt dagegen von Zeugen, die sogar namentlich genannt werden, und das Blaue vom Himmel loben. Und es gibt ein Bildchen, das angeblich das Wissenschaftsteam zeigt: fünf junge Leute und ein älterer, gutaussehender Herr, der wohl der Herr Professor sein dürfte.

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Inhaltsstoffe?

Meine Suche nach den Inhaltsstoffen blieb auf dieser Seite erfolglos. Anscheinend sind Quellenangabe, Angabe der Inhaltsstoffe etc. für den Schreiber vollkommen bedeutungslos.

Meine Suche nach Quellen im Netz zu diesem Produkt verlief zunächst komplett im Sande. Den einzigen Erfolg, den ich erzielen konnte, war die Webseite des Herstellers: thoraxin.com/?atrack=68&utm_campaign=tmfs-plm1&utm_source=tmfs&utm_medium=cpc
Auch hier kann ich mich kurz fassen.

Hier findet man als primäres Verkaufsargument eine Menge Bildchen von muskelbepackten jungen Männern, die von sexy Weibchen umschwärmt werden. Sogar der Text spricht davon, dass der Verzehr von diesem „Etwas“ die Frauen in Schwärmen auf den dankbaren Kunden einströmen lassen wird.

Scheint es sich hier um ein Produkt zu handeln, das Männer mit Minderwertigkeitskomplexen anzusprechen versucht?

Zu den Inhaltsstoffen gibt es auch hier keine Angaben. Nur das Bild einer Dose zeigt, dass es sich hier um ein Nahrungsergänzungsmittel handelt, in dem freie Aminosäuren, Magnesium und Zink zu finden sind.

Wenn es um freie Aminosäuren geht, würde ich eher zu Spirulina oder auch Chlorella raten. Denn hier können wir uns sicher sein, dass es sich um biogene (und nicht nur freie) Aminosäuren handelt, die das gesamte Spektrum an essenziellen und nicht essenziellen Aminosäuren umfassen. Spirulina enthält alle acht essenziellen Aminosäuren. Chlorella enthält sieben (Lysin fehlt).

Kosten / Preis

Preisvergleich: Laut Webseite kostet eine Dose „freie Aminosäuren“ 50 €. Bei Amazon bekommt man für den gleichen Preis drei Packungen Spirulina. Natürlich ist dieser Vergleich mehr als vage. Aber bei den wenig hilfreichen Angaben des neuen „Superprodukts“ ist es schlechterdings unmöglich, einen genauen Vergleich durchzuführen.

Unter dem Strich

Bei einem solch fragwürdigen Niveau der Produktdarstellung ist es mir geradezu unmöglich Aussagen zu machen, die nicht die Gefahr massiver Spekulationen in sich tragen. Am besten sagt man dazu überhaupt nichts (mehr). Denn ich würde keine Werbung für so einen Firlefanz machen wollen. Und ohne Angabe der Inhaltsstoffe lässt sich ohnehin nichts Präzises sagen.

Quellen:
(1) bodybuilding-magazin.com/aufbau-muskelmasse.php?atrack=68&utm_source=tmfs&utm_campaign=tmfs-plm1&utm_medium=cpc

Lesen Sie auch: XLS Medical – Konjak

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 20.07.2017 aktualisiert

Trimgel ist ein Diätgel, das durch Auftragen auf die Problemzonen zum Abnehmen führen soll.

Hauptbestandteile des Gels werden aus der südafrikanischen Kakteenart Hoodia gordonii gewonnen, außerdem stellt Geraniumöl einen wichtigen Bestandteil dar.

Mit der Anwendung von Trimgel soll die lokale Fettverbrennung gefördert und das Hungergefühl unterbunden werden, da die Wirkstoffe direkt über die Haut in die Blutbahn gelangen sollen. Außerdem soll Trimgel gegen Cellulite helfen.

Die Produktbezeichnung ist Trimgel Slim 3-D, das Gel wird von dem Unternehmen TotalWelness Assen B.V. vertrieben. Eine Tube enthält 250 ml und kostet den stolzen Preis von um die 40 Euro.

Bestandteile des Trimgel

Trimgel ist angeblich ein 100% natürliches Produkt. Es ist eine Art „ätherisches Gel“, wie der Hersteller es nennt. Es besteht aus den natürlichen Inhaltsstoffen von Hoodia gordonii (Bitter Ghaap), Paullinia cupana (Guaraná), sowie den ätherischen Ölen von Citrus paradisi (Pink Grapefruit), Pelargonium graveolens (Geranium), Rosmarinus officinalis (Rosmarin) und Juniperus communis (Wacholderbeere).

Hoodia gordonii ist eine Kaktusart, die den Appetit verringern soll (ob das allerdings auch bei der Aufnahme über die Haut gilt, ist die Frage …). Zu Hoodia gordonii sollte man außerdem wissen, dass die Pflanze unter Naturschutz steht und nur mit einem Herkunftsnachweis verwendet werden darf. Ob das hier der Fall ist, kann ich nicht beurteilen.

Guarana wirkt ähnlich anregend wie Koffein und soll dafür sorgen, dass der Anwender sich generell energiegeladener fühlt. Das ist natürlich zum guten Teil Selbstbetrug: Echte Vitalität kommt durch „Aufputschmittel“ nicht auf und langfristig zahlt der Körper die Rechnung.

Die Bestandteile von Pink Grapefruit, Geranium, Rosmarin und Wacholder sollen die Haut straffen und gegen Cellulite wirken.

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Anwendung von Trimgel

Das Gel wird direkt auf die Haut der Problemzonen aufgetragen – frei nach dem Motto: Der Bauch (der Hüftspeck, das Oberschenkelfett …) muss weg. Damit die Wirkstoffe besonders schnell durch die Haut in die Blutbahn dringen, empfiehlt die Firma vorher die Haut mit einem warmen Tuch zu bedecken, damit sich die Poren öffnen.

Da das Gel rückstandslos in die Haut einzieht, ist dies als eine bequeme und angenehme Art der Anwendung möglich. Ob und wie die Inhaltsstoffe bei dieser Art der Anwendung aber ihre Wirkung entfalten können, bleibt fraglich.

Dosierung von Trimgel

Ist die Wirkung des Gels zu stark, dann sollte die Anwendung verringert werden. Da die individuelle Wirkung des Gels unterschiedlich ist, sollte jeder Anwender darauf achten, nicht zu schnell zu viel abzunehmen, empfiehlt der Hersteller und bedient sich dabei eines ziemlich perfiden psychologischen Tricks: Hinter dieser scheinbaren Sorge um die Gesundheit der Anwender steht die Behauptung, man könne mit Trimgel sogar in kurzer Zeit so viel abnehmen, dass die Wirkung „zu stark“ sein könnte.

Bei der Anwendung von Trimgel ist zu beachten, dass hierdurch der Körper zahlreiche Abfallstoffe loswerden will, daher sollte man mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, damit der Körper sich schnell „entgiften“ kann.

Ist das nicht der Fall, treten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Unwohlsein auf. Der Abnehmprozess wird dadurch natürlich auch behindert. Dazu kommt aber auch: Die vergrößerte Wassermenge trägt dazu bei, den Appetit zu zügeln. Dadurch mögen manche Anwender(innen) den Eindruck bekommen, das Trimgel wirke besonders gut.

Die Wirkung

Der Hersteller gibt an, dass durch Unterbindung des Hungergefühls die Kalorienzunahme unbemerkt um 40 % reduziert werden kann. Ein weiterer positiver Effekt sei, dass die Cellulitis eingedämmt werde, da das enthaltene Geraniumöl zur Vorbeugung und Bekämpfung von Cellutitis bereits erfolgreich angewendet werde.

Nebenwirkungen

Besondere oder spezielle Reaktionen auf die Inhaltsstoffe sind angeblich nicht bekannt.

Trimgel sollte wie alle anderen Schlankmacher nicht während der Stillzeit und in der Schwangerschaft angewendet werden. Der Hersteller geht noch einen Schritt weiter und empfiehlt auch Frauen mit Kinderwunsch, auf das Geld zu verzichten. Außerdem sollte eine Anwendung bei Unverträglichkeit gegen eine oder mehrere Wirkstoffe von Trimgel unterlassen werden.

Auch Menschen mit depressiven Verstimmungen, Stimmungsschwankungen oder PMS (dem prämenstruellen Syndrom) sollen Trimgel nicht anwenden. Die Gründe dafür lassen sich nicht eindeutig herausfinden.

Fazit: Anwenderbeobachtungen zu Trimgel kenne ich noch nicht. Aus der Sportwissenschaft kenne ich Studien, die die These einer lokalen Fettverbrennung durch Fitnessübungen NICHT stützen. Ob diese durch das Gel gewährleistet ist, kann ich noch nicht beurteilen …

Bis genauere Studien vorliegen, muss ich leider das Siegel „Zweifelhaft“ erteilen.

Die „Versprechungen“ der Werbung hören sich so gut an, dass man das ausprobieren möchte … Aber versprochen wird ja viel. Ich persönlich bezweifle stark, dass Sie mühelos abnehmen, einfach indem Sie ein Gel auf Ihren Bauch auftragen.

Diskutieren Sie mit und sagen Sie Ihre Meinung! Hier ist der neueste Beitrag zum Trimgel: Trimgel – Fett einfach wegcremen?

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.10.2015 aktualisiert

Als langjähriger Praktiker aus dem Bereich der Naturheilkunde möchte ich heute einen kritischen Blick auf Slim XR werfen – ein scheinbar vielversprechendes Abnehmmittel. Hinter der glänzenden Fassade der Webseite und der Parade der Inhaltsstoffe verbirgt sich jedoch eine Geschichte von fehlenden Informationen, fragwürdiger Verkaufsstrategie und möglichen Gesundheitsrisiken.

Was ist Slim XR?

Slim XR ist ein Abnehmmittel, von dem täglich eine Kapsel vor der Hauptmahlzeit eingenommen wird/werden soll. Allerdings erfährt der Leser auf der Firmen-Webseite (slim-xr.info/index.php#bestellen) nur bedingt, wie das Produkt zu einem Abnehmeffekt führt.

Dafür bekommt er das Versprechen, dass er ausführlich informiert wird, wenn er ein Monatspaket bestellt. Denn dann bekommt er neben den Kapseln auch eine Broschüre mit dem Titel „erfolgreich abnehmen“. Und diese Broschüre erklärt angeblich Slim XR „im Detail“. Ich frage mich natürlich sofort, warum ich das Produkt erst bestellen muss, damit ich an relevante Informationen komme?

Slim XR und die Parade der Inhaltsstoffe

Die Webseite besteht eigenartiger Weise im Wesentlichen aus nur einer Seite, wenn man einmal davon absieht, dass AGB, Impressum etc. zu weiteren Seiten führen. Das aber gehört zum Standard von fast jeder Webseite.

Es gibt noch einige Links zu anderen Webseiten, die sich überaus positiv zu dem Produkt äußern (kaum überraschend), oder in toten Links enden. Aussagen zum Produkt jedoch befinden sich auf dieser einen Seite.

Etwas mehr Informationen zu den Kapseln bekommt der Leser bei der Vorstellung der Inhaltsstoffe. Diese wird relativ hervorgehoben dargestellt, was den Eindruck von wissenschaftlicher Untermauerung für die Güte des Produkts erzeugen soll.

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Was sind dies für Inhaltsstoffe?

Es sind:

Wie auf der Webseite richtig beschrieben, transportiert Carnitin Fettsäuren in die Mitochondrien und ermöglicht hiermit überhaupt eine Fettverbrennung. Diese Aufgabe ist so zentral, dass sich der Organismus entschieden hat, nicht auf Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel oder Abnehmmittel zu warten, sondern dieses Dipeptid in eigener Regie herzustellen.

Andere Quellen für die Substanz sind im Wesentlichen Fleischprodukte, sodass auch hier die Möglichkeit besteht, sich ausreichend mit Carnitin zu versorgen.

Da ich aber erst mit dem Kauf der Kapseln eine nähere Beschreibung des Produkts und damit der Mengen an Inhaltsstoffen bekomme, kann ich von der Webseite nicht entnehmen, mit wie viel Carnitin ich mich versorge, wenn ich eine Kapsel zu mir nehme. Die Frage ist: Reicht die Menge an Carnitin in der Kapsel für einen physiologisch relevanten Effekt?

Damit bin ich auch nicht in der Lage, zu vergleichen, wie viel Geld ich für wie viel Carnitin ausgeben muss, um die Mengen zu erhalten, die ich durch den Fleischverzehr zu mir nehme. Fleischprodukte enthalten zwischen 1,2 und 38 mg/100 g Carnitin.

Wie die Substanz für die Fettverbrennung im Zusammenhang mit Abnehmen zu beurteilen ist, das habe ich hier beschrieben: Fettverbrennung und Fettabbau mit L-Carnitin?

Auch hier bekommen wir im Wesentlichen richtige Informationen zum Kalzium, mit Ausnahme der zum Kalziummangel. Denn die Symptome eines Kalziummangels können auch verursacht werden durch einen Mangel an Vitamin D und Vitamin K2, sowie durch einen Magnesiummangel. Diese Möglichkeiten werden aber nur selten in Betracht gezogen, sodass die generalisierte Empfehlung fast immer auf eine Erhöhung der Kalziumzufuhr hinausläuft. So auch hier. Zu viel Kalzium im System, das nicht an seinen Bestimmungsort gelangt oder nicht verwertet werden kann, birgt immer die Gefahr von Nierenschäden und einer erhöhten Bereitschaft für Arteriosklerose.

Das Wort klingt geheimnisvoll und auch ein wenig wissenschaftlich. Die genaue wissenschaftliche Bezeichnung lautet „Ascorbinsäure“. Es handelt sich hierbei um nichts anderes als Vitamin C. Die Wichtigkeit und Bedeutung dieses Vitamins steht außer Frage. Und weil es so wichtig ist, hat die Natur dafür gesorgt, dass wir nicht ausschließlich auf dieses Produkt angewiesen sind, sondern eine Reihe von natürlichen Quellen zur Verfügung haben.

Auch hier haben wir es wieder mit einer gefährlich klingenden Substanz zu tun, die aber nichts anderes ist als eine Form von Vitamin E. Ich weigere mich hier, von Vitamin E zu reden, da dieses Vitamin aus einer Gruppierung von 16 verschiedenen Substanzen besteht. Tocopherol ist eine dieser 16 Substanzen.

Die Webseite gibt auch keine Auskunft, ob es sich hier um Alpha- oder Die Webseite besteht eigenartiger Weise im Wesentlichen aus nur einer Seite, wenn man einmal davon absieht, dass AGB, Impressum etc. zu weiteren Seiten führen. Das aber gehört zum Standard von fast jeder Webseite. Es gibt noch einige Links zu anderen Webseiten, die sich überaus positiv zu dem Produkt äußern (kaum überraschend), oder in toten Links enden. Aussagen zum Produkt jedoch befinden sich auf dieser einen Seite.

Etwas mehr Informationen zu den Kapseln bekommt der Leser bei der Vorstellung der Inhaltsstoffe. Diese wird relativ hervorgehoben dargestellt, was den Eindruck von wissenschaftlicher Untermauerung für die Güte des Produkts erzeugen soll.

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Die Gruppe der B-Vitamine

Diese Aufzählung kann man auch kurz „Gruppe der B-Vitamine“ bezeichnen. Auch hier stelle ich mir die Frage, ob man dieses Präparat unbedingt einnehmen muss, um ausreichend Vitamin B in allen Formen zu erhalten?

Ohne Mengenangabe ist das kaum möglich. Und selbst mit Mengenangabe gibt es andere Quellen.

Vitamin B ist auch weniger bekannt dafür, dass es beim Abnehmen hilft, sondern hat andere essenzielle physiologische Funktionen. Oder mit anderen Worten: Das Fehlen der hier aufgezählten Vitamine lässt sich kaum als Ursache für Übergewicht ableiten.
Meine Einschätzung: Slim XR ist ein Vitaminpräparat ohne Mengenangabe, das dem Käufer als Abnehmmittel schmackhaft gemacht werden soll.

Da Vitamine jedoch andere physiologische Aufgaben haben als Gewicht zu reduzieren, könnte ich mir vorstellen, dass die Käufer dieses Präparats keine große Wirkung erwarten dürfen.

Das Anti-Abnehmmittel

Eine einfache Webseite, einfache Erklärungen zu den Inhaltsstoffen, fehlende Mengenangaben, fehlende Dokumentation zur Wirksamkeit des Produkts und so weiter scheinen die Zutaten zu sein, die dieses Abnehmmittel ausmachen. Man hatte es sich sehr einfach gemacht, ein Vitamin-Produkt als Abnehmmittel umzufunktionieren. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass die Wirksamkeit gegen null tendiert.

Daher ist es nicht verwunderlich, wenn es eine Reihe von Webseiten gibt, die sich gegen das Präparat und den Hersteller aussprechen. GesundheitsTest (gesundheitstest.org/diaet-test/slim-xr/) spricht von „wirkungslosen Pillen“ und „Abzocke“.

Denn mit der Bestellung der Kapseln scheint man ein kostenpflichtiges Abo zu bestellen, das dem Kunden automatisch über PayPal monatlich Beträge abbucht, ohne dass dieser eine Bestellung aufgegeben hat und auch keine Ware geliefert bekommt (gesundheitstest.org/magazin/slim-xr-erfahrungen/). Wie das aber bei Paypal ohne Zutun bei der Bestellung passieren kann ist mir schleierhaft. Schließlich sollte man sich schon mal durchlesen was man da genau bestellt.

Die Webseite „Abnehmguru“ (abnehmguru.net/uncategorized/warnung-vor-slim-xr/) beschreibt die mitgelieferte Broschüre als „simples Werbeheftchen von drei oder vier Seiten“, die inhaltlich kaum etwas an Informationen zu bieten hätte. Die Kapseln befinden sich angeblich in handelsüblichen Plastiktüten, die mit einem einfachen Aufkleber versehen sind. Wenn das stimmt, würde auch ich das für eine sehr fragwürdige Verpackung halten.

Auch bei dieser Beschreibung machte sich bei mir ein ungläubiges Staunen breit.
Die Webseite kommt daher zu dem Schluss, dass auch nicht zuletzt wegen der vielen unzufriedenen Kunden, die keinen Effekt sehen konnten, es besser sei, „die Hände weg von diesen Diätkapseln“ zu lassen.

Ein weiterer Meilenstein in Sachen Fragwürdigkeit ist das Angebot der Firma, bei Nichtgefallen das Geld zu erstatten. Nicht schlecht – eigentlich. In den kritischen Beiträgen jedoch erfahren wir, dass die Firma überhaupt nicht zu erreichen ist.

Wer dann noch ein ungewolltes monatliches Abo hat, der bekommt nicht nur nicht sein Geld zurück, sondern darf dafür Sorge tragen, dass er nicht noch mehr Geld verliert. Aber wer über Paypal bestellt hat, kann so ein Abo sehr rasch stoppen und kündigen und ggf. auch Beschwerde bei Paypal einlegen.

Fazit

Es ist nahezu fantastisch, um was für ein Produkt es sich hier handeln soll. Kritiker schreiben dann gerne, dass eine Firma versucht auf die Schnelle mit Nichts zu viel Geld zu kommen. Ob die geschilderten Unzulänglichkeiten wirklich so gegeben sind, das kann ich nicht beurteilen. Wenn sie der Wahrheit entsprechen, dann …

Für mich zählt die Tatsache, dass es sich hier primär um ein Vitamin-Präparat handelt. Und Vitamin-Präparate haben erst mal nichts mit Abnehmen zu tun. Die fehlenden Informationen zum Präparat und zur Menge der Inhaltsstoffe vervollständigen das negative Bild, das ich von diesem Produkt habe.

Wer Vitamine zu sich nehmen möchte, der hat andere, zuverlässigere und sehr wahrscheinlich preiswertere Alternativen hierfür.

Fazit vom Fazit:

Slim, ja ganz schlimm?

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Slimvitalis erscheint auf den ersten Blick als ein interessantes Abnehmmittel.

Denn der Blick auf die Inhaltsstoffe entpuppt sich als ein Treffen mit alten Bekannten, als da sind:

Unter den hier angegebenen Links bespreche ich den ernährungsphysiologischen Wert des entsprechenden Inhaltsstoffs, mit Ausnahme der beiden Tees. Der Leser wird schnell feststellen, dass diese Inhaltsstoffe wertvolle Bestandteile einer gesunden Ernährung sind.

Ich gehe aber nicht davon aus, dass der alleinige Konsum von Spirulina, Chlorella, Biotin etc. schon ausreicht, um überflüssige Pfunde zu verlieren, wenn nicht gleichzeitig eine Ernährungsumstellung und etwas mehr körperliche Bewegung stattfindet.

Die gewichtsreduzierende Wirkung der Acai Beere, die auch in anderen Abnehmprodukten immer wieder als Garant für ein problemloses Abnehmen auftaucht, wird mit Sicherheit marketinggerecht übertrieben dargestellt. Dass diese Beere ernährungsphysiologische Pluspunkte mit sich bringt, das lässt sich kaum abstreiten. Aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist die Beere nicht in der Lage, Ernährungssünden einfach mal so aus zu radieren.

Die beiden Tees enthalten eine Reihe von Wirkstoffen, wie zum Beispiel Polyphenole und Xanthine, die ebenfalls eine Reihe von positiven Wirkungen auf den Organismus haben. Abnehmen dagegen ist nicht bekannt als einer dieser Wirkungen. Xanthine sind mit Koffein verwandt und haben ähnliche Wirkungen. Auch hier gibt es keine Hinweise, dass die Einnahme per se zum Gewichtsverlust führt.

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Der Ning Hong Tee beinhaltet eine Reihe von Inhaltsstoffen:

  • Arhartfrüchte
  • Süßholzwurzeln
  • Cassiasamen
  • Lotusblüten
  • chinesischen Weißdornfrüchte
  • Koffein

(Ning Hong Tee kaufen – Wissenswertes über Ning Hong Tee)

Laut Angaben der Webseite „gibt es keine wissenschaftlichen Beweise, dass dieser Tee als Wundermittel im Bereich der Schlankheitskur gilt.“ Dieser Tee wird als „hochwertiger schwarzer Tee mit besten Aroma“ bezeichnet. Damit würde ich diesen Tee ebenfalls in die Kategorie der gesunden Nahrungsmittel einstufen.

Auffällig auf der Webseite von Slimvitalis ist, wie bei vielen anderen vergleichbaren Webseiten auch, dass es keine Angaben zur Menge der Inhaltsstoffe gibt. Die Webseite verzichtet zwar auf die sonst üblichen „Vorher-Nachher-Bilder“, nicht aber auf entsprechend positive Testimonials.

Neu ist auch die Behauptung, dass der Verzehr des Produkts zu einer Erhöhung des Serotoninspiegels führt, der dann Heißhungerattacken verhindert. Selbstverständlich bleibt die Webseite dem Leser eine nähere Erklärung und Quellenangabe für diese Behauptung schuldig.

Zwischenfazit: Das Produkt hat interessante Inhaltsstoffe, die aber im Bereich der Gewichtsabnahme keine direkte Bedeutung haben. Diese Inhaltsstoffe als Teil einer gesunden Ernährung nach einer Ernährungsumstellung würden dann ihren Teil dazu beitragen, ein gesundes Körpergewicht zu erlangen beziehungsweise zu halten.

Diese Angelegenheit jedoch kommt nicht in Kapselform daher. Inhaltsstoffe ohne Mengenangabe sind besonders skeptisch zu betrachten. Alibi-Dosierungen sind nur dazu da, wenig Wirkung für teures Geld an den Mann zu bringen.

Noch eine Abzocke?

Dieses Setup gibt natürlich Grund für die Vermutung, dass es sich auch hier um ein Produkt handelt, das unter Umständen bereits seit längerem unter einem anderen Namen besteht. Auf meiner Suche nach möglichen Verdachtsmomenten stieß ich auf diese Webseite: Slimvitalis und Detoxfastplus – Erfahrungen Abzocke unbedingt lesen – Erfahrungen.Guru – Test- und Erfahrungsberichte (erfahrungen.guru/2017/05/02/slimvitalis-und-detoxfastplus-erfahrungen-abzocke-unbedingt-lesen/).

Hier erfährt der Leser, dass Slimvitalis früher unter dem Namen „Sedumoxal“ verkauft wurde. Eine Suche unter dem alten Namen ergab keine Ergebnisse. Dies bedeutet, dass entsprechende Webseiten inzwischen nicht mehr existieren.

Allerdings muss ich bei dieser kritischen Webseite anmerken, dass die Kritik der Inhaltsstoffe ebenfalls vollkommen daneben liegt. Diese bezeichnet diese Inhaltsstoffe als „nutzlos“ und „nicht von der Wissenschaft unterstützt“.

Diese Aussagen mögen für die Gewichtsreduktion bis zu einem gewissen Grad Gültigkeit haben. Aus ernährungsphysiologischer und wissenschaftlicher Sicht gesehen sind sie komplett falsch. Aber dies ändert nichts an der Tatsache, dass Slimvitalis offensichtlich einen identischen Vorläufer hat, und man sich die Frage stellen muss, warum auch hier, wie bei anderen Abnehmprodukten auch, eine Namensänderung her muss? Was gilt es hier zu verbergen?

Sedumoxal & Petoximol: Test zu Diätpillen als Betrug entlarvt

(gesundheitsschau.de/sedumoxal.php) ist eine weitere Webseite zu diesem Thema. Der Beitrag hier untersucht die verfälschende Darstellung und Tricks der Vorgängerversion. Zum Schluss kommt er zu einem vernichtenden Urteil, dass es sich hier um „schamlose Werbung handelt, die nicht den Tatsachen entspricht und Verbraucher ganz klar täuscht.“

Kein Wunder also, dass nach einer gewissen Zeit ein Namenswechsel fällig wurde, um das alte Produkt mit der alten Masche frisch anzubieten, frei vom Handikap einer negativen Berichterstattung.

Fazit

Prädikat: „Besonders verdächtig“

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 10.12.2017 aktualisiert

Slimsticks verspricht, dass Abnehmen noch nie so einfach war (slimsticks.de). Auf der Webseite erfahren die Leser, dass die Einnahme einer „Magenverkleinerung“ gleichkommt. Dazu löst man einen Stick in einem Glas Wasser auf und trinkt das Ganze vor einer Mahlzeit. Bei drei Mahlzeiten am Tag wären das dann drei Sticks pro Tag.

Auf welcher Basis beruht diese virtuelle Magenverkleinerung? Als Inhaltsstoffe wird „unter anderem“ Pentahydroxyhexanal aufgeführt, das von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, als „wissenschaftlich erwiesen wirksam“ sei.

Pentahydroxyhexanal ist nichts anderes als Mannose, die neben der Glukose eine Hauptkette der Glucomannane bildet. Eine Pflanze reich an Glucomannanen ist die Teufelszunge, deren Knolle „Konjakwurzel“ genannt wird. Aus dieser Knolle wird das „Sättigungsmittel“ Konjak gewonnen. Dieses Sättigungsmittel, auf das sich anscheinend die Slimstick-Webseite bezieht, ist in der Tat als Lebensmittelzusatzstoff in Europa zugelassen.

Allerdings bestehen hier Mengenbeschränkungen. Glucomannan ist somit ein Ballaststoff, von dem wir eine positive Wirksamkeit auf die Darmflora erwarten können. Nebenwirkungen sind kaum zu erwarten, außer vielleicht Blähungen bei einer unvollständigen Verstoffwechselung durch die Darmflora, die dann vermehrt Kohlenstoffdioxid freisetzt.

Konjak hat eine hohe Wasserbindungskapazität. Die Substanz ist in der Lage, die 50-fache Wassermenge seiner eigenen Masse zu binden. Durch den Quelleffekt kommt es im Magen zu der besagten „virtuellen Magenverkleinerung“. Die Mengenbegrenzung basiert auf den stark hygroskopischen Eigenschaften von Konjak.

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Denn eine Einnahme ohne genügend Wasser kann zu Obstruktionen führen. Es scheint Fälle gegeben zu haben, wo eine Obstruktion in der Speiseröhre zu einer Erstickungsgefahr geführt hatte, besonders bei Kindern.

Die Behauptung von Slimsticks, dass die EFSA wissenschaftlich gesicherte Aussagen zur Wirkung bestätigt hat, beruht auf der Health-Claims-Verordnung aus dem Jahr 2010. Diese erlaubt folgende Aussage für Konjak (nicht für Slimsticks!): „Verminderung des Körpergewichts, wenn mindestens drei Gramm täglich in drei Portionen von jeweils mindestens einem Gramm mit jeweils ein bis zwei Glaswasser jeweils vor einer Mahlzeit durch eine übergewichtige Person eingenommen wird.“

Als weiteren „Beweis“ für die Wirksamkeit von Glucomannan bei übergewichtigen Patienten zitiert die Webseite eine wissenschaftliche Publikation aus dem Jahr 1984: Effect of glucomannan on obese patients: a clinical study.

Es handelt sich hier um eine klinische Studie, die mit 20 übergewichtigen Patienten und einer Dauer von acht Wochen durchgeführt wurde. Die Studie war zudem Placebo kontrolliert. Als Resultat erhielten die Autoren einen signifikanten Gewichtsverlust in der Verumgruppe und zudem eine Senkung von Cholesterin und LDL-Cholesterin im Vergleich zu Placebo.

Mein Fazit zu dieser Studie: Nur acht Wochen ist kein adäquater Zeitraum, um eine solche Therapie abschließend beurteilen zu können. Die Teilnehmerzahl mit nur 20 Patienten (zehn Teilnehmer in der Verumgruppe und zehn Teilnehmer in der Placebogruppe?) ist alles andere als ausreichend, um hier eine statistisch verwertbare Aussage zu machen. Aber nichtsdestotrotz handelt die Slimstick- Webseite diese Studie schon als den ultimativen Beweis.

Durch die Quellfähigkeit von Glucomannan, so argumentiert die Webseite weiter, kommt es zu einer Gewichtskontrolle bzw. zu einer Hilfe bei der Gewichtskontrolle, da das aufgequollene Glucomannan im Magen zu einer relativen Verkleinerung des Inhalts führt und so ein Sättigungsgefühl vermittelt. Und weil der Benutzer damit weniger Hunger hat und länger satt ist, wird er auch weniger essen = weniger Kalorien zu sich nehmen = abnehmen.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass einiges für diese Logik spricht.

Die Praxis jedoch hat gezeigt, dass A) einfaches Kalorienzählen bestenfalls kurzfristige Erfolge mit sich bringt (wenn überhaupt) und B) Übergewicht nicht ausschließlich auf einem zu großen Magen beruht. Welche Rolle Ballaststoffe beim Abnehmen spielen können und welche nicht, das hatte ich am Beispiel von Inulin diskutiert: Kilo Killer: Tequila-Agave: Ein neuer Abspeck-Hit mit Inulin?

Was andere sagen

Und so kommt es, wie es kommen muss. Die Webseite von „Gesundheitstest“ (gesundheitstest.org/diaet-test/slimsticks/) spricht nicht nur von Kunden, die sich beschweren, da sie keine Wirkung gesehen hatten, sondern sogar von einer „Abo-Falle“. Wenn der hier angegebene Preis von knapp 50 Euro im Monat stimmt, dann haben wir es hier mit einer eher teuren „Abnehm-Therapie“ zu tun.

Ausländische Webseiten, wie „Slimmers Weekly“ (slimmersweekly.com/slimsticks), sind nicht 100-prozentig von der Güte des Produkts überzeugt. Die Schreiber kommen zu dem Schluss, dass die Slimsticks nicht empfehlenswert sind.

Vielmehr gäbe es bessere Alternativen, die besser schmecken und weniger Blähungen und das Gefühl von Aufgeblähtsein vermitteln. Auch diese Webseite sieht die bloße Unterdrückung des Appetits als eine zu eindimensionale Herangehensweise, nicht zuletzt weil ein nachhaltiger Gewichtsverlust eine Langzeitangelegenheit ist.

Diese Webseite, „Diet Pill Examiner“ (dietpillexaminer.com/reviews/slimsticks/), gelangt ebenfalls zu wenig positiven Ergebnissen. Die Webseite fragt sich, ob mithilfe der Sticks sich ein Gewichtsverlust einstellt? Die Antwort lautet: „Interessanterweise gibt es sehr wenig Informationen, ob die Slimsticks wirklich wirken oder nicht.“ Die Schlussfolgerung dieser Webseite für die Sticks ist, dass nach Faktenlage keine Empfehlungen für oder gegen die Slimsticks gegeben werden kann. Warum?

Antwort: „Die Getränke sind sicher und werden Ihnen sehr wahrscheinlich dabei helfen, ein gesundes Ernährungsprogramm zu unterstützen. Aber sie sind keine wirkliche Hilfe für Gewichtsverlust im konventionellen Sinne. Gewichtsverluste hier fallen nach einer längeren Zeit bestenfalls minimal aus. Wenn man dann noch den Preis mit berücksichtigt, dann wird man sich überlegen, ob man die Sticks benutzt oder nicht.“

Fazit

Magenverkleinerungen durch eine OP oder durch aufquellendes Pentahydroxyhexanal ist eine Möglichkeit, seine Kalorienaufnahme zu begrenzen. Adipositas ist in der Regel jedoch nicht die Konsequenz des Unvermögens, Kalorien richtig zu zählen.

Die biochemischen Vorgänge, die zu Adipositas führen, haben eher etwas mit der Qualität der Kalorien als mit ihrer Quantität zu tun. Darum wären für mich die Sticks bestenfalls eine Begleitmaßnahme bei einer Ernährungsumstellung. Der Preis allerdings gibt Grund zu dem Anlass, sich hier nach günstigeren Alternativen umzuschauen, die es mit Sicherheit gibt.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 14.01.2017 aktualisiert

Slimfast gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Anbietern von Formula-Diäten. Bei einer Formula-Diät werden Mahlzeiten durch spezielle Drinks oder angerührte Pulver ersetzt. Sie enthalten alle wichtigen Nährstoffe, aber nur wenige Kalorien, wodurch die Gewichtsabnahme bewirkt wird.

Slimfast wurde schon im Jahr 1977 gegründet und ist noch heute auf dem Markt. Angeboten werden Fertigdrinks und Milchshake-Pulver. Während der Abnahme sollen täglich zwei Mahlzeiten durch einen fertigen oder angerührten Slimfast-Milchshake ersetzt werden. Eine ausgewogene, kalorienarme Mahlzeit und drei kleine Snacks ergänzen den Ernährungsplan für einen Tag.

Wie wirkt der Inhaltsstoff von Slim Fast?

Slimfast – Produkte enthalten gemäß § 14a Diäterordnung alle für den Körper notwendigen Nährstoffe. Eine Portion des diätischen Lebensmittels enthält durchschnittlich 220 kcal, 23 wichtige Vitamine, Ballaststoffe, essenzielle Fettsäuren, Spurenelemente und hochwertige Proteine.

Anwendungsgebiete

Slimfast ist für den häuslichen Gebrauch gedacht und soll die Anwender bei der Gewichtsreduktion unterstützen.

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Dosierung und Packungsgröße

Die Fertigdrinks von Slimfast sind bereits verzehrfertig. Sie werden in Plastikfläschchen zu je 325ml und in vier Geschmacksrichtungen angeboten: Schokolade, Vanille, Erdbeere und Cappuccino. Die Fertigdrinks sollen dem Anwender das Einhalten der Diät erleichtern. Immerhin muss hier nichts angerührt werden und die Drinks sind auch unterwegs jederzeit verfügbar.

Der Klassiker der Slimfast-Produkte ist aber das Pulver zum Anrühren der Shakes. Zwei gestrichene Messlöffel (werden mit der Packung mitgeliefert) des Pulvers müssen in gekühlte Mager- oder fettarmer Milch eingerührt werden, um eine Ersatzmahlzeit zu erhalten. Auch das Pulver ist in vier Geschmacksrichtungen erhältlich: Schokolade, Vanille, Erdbeere und Karamell. In den Pulverdosen sind 438g enthalten, die für zwölf Portionen reichen.

Eine Dose Slimfast-Pulver kostet etwa 10 bis 12 Euro, die Fertigdrinks sind im Sechserpack für 10 bis 15 Euro oder einzeln für ca. 2 Euro erhältlich.

Nebenwirkungen

Eventuell können in der Anfangsphase Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Frösteln in Folge der Gewichtsreduktion auftreten. Durch die regelmäßige Versorgung mit Ballaststoffen kann es zu Blähungen kommen.

Gegenanzeigen

Slimfast-Produkte enthalten Milcheiweiß und sind deshalb nicht geeignet für Menschen mit Laktoseunverträglichkeit. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Slimfast nicht angewandt werden.

Wechselwirkungen

Stoffwechselveränderungen kommen vor, daher ist es ratsam, sich mit seinem Arzt abzustimmen, wenn man Medikamente einnehmen muss.

Slimfast-Pulver und Fertigdrink im „Öko-Test“

Die Produkte von Slimfast wurden mehrfach von Ökotest unter die Lupe genommen und erhalten mittlerweile das Testurteil „gut“. In früheren Tests wurde gentechnisch verändertes Soja in den Pulverprodukten gefunden, das mittlerweile aber durch Milchpulver ersetzt wurde.

Laut Ökotest können die Produkte nur das Gesamturteil „gut“ erhalten, weil sie keinen langfristigen Erfolg bei der Gewichtsreduktion versprechen können.

Das ist das generelle Problem bei Formula-Diäten: Sie können damit zwar abnehmen, unter Umständen sogar recht schnell, aber die Gewichtsabnahme ist nicht von Dauer. Schließlich wollen Sie die Pülverchen und Drinks ja nicht dauerhaft einnehmen. Wenn Sie Ihr Bewegungs- und Ernährungsverhalten nicht grundsätzlich ändern, nehmen Sie nach Abschluss der Diät sofort wieder zu.

Fazit: Ich halte Formula-Diäten für zweifelhaft. Da ist Slimfast nicht besser oder schlechter als andere Anbieter. Eine dauerhafte Lösung für Gewichtsprobleme ist aus meiner Sicht keines dieser Produkte.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.10.2015 aktualisiert

Die Schoenenberger Schlankheitskur ist eine Kombination aus verschiedenen Frischpflanzensäften. Sie ist geeignet, um eine Fastenkur zu unterstützen oder um Gewicht zu verlieren, auf gesunde Art.

Die Schoenenberger Säfte sind tatsächlich gute Vitaminspender in Bio-Qualität. Als Schlankheitskur sind diese Obst- und Gemüsesäfte seit vielen Jahren auf dem Markt und haben sich bewährt bei Ernährungsumstellungen.

Zu empfehlen ist eine 10-Tage-Saftkur nach dem Kurplan von Dr. Anemueller. Ursprünglich propagierte Anemueller seine stoffwechselaktive Kost als „Krebs-Diät“. Die zugrunde liegende Theorie, dass Krebszellen eine gestörte „Zellatmung“ haben, ist zwar widerlegt, aber ernährungsphysiologisch und aus naturheilkundlicher Sicht ist die Kur empfehlenswert, weil sie die Abwehrkräfte des Körpers stärkt und Galle und Leber entlastet.

Die Schoenenberger Schlankheitskur besteht aus einem morgendlichen und einem abendlichen Saftcocktail aus Extrakten der Brennessel, der Artischocke, aus Kartoffeln und Tomatensaft. Die 10-Tage-Kurpakete gibt es als „Der Klassiker“ und als „Die Fruchtige“. Die beiden Sorten unterscheiden sich im Geschmack: Beim „Klassiker“ ist gewürzter Tomatensaft das Basisgetränk, bei der „Fruchtigen“ ein Apfel-Möhre-Mango-Bananen-Saft mit Topinambur.

Den Kurpaketen beigefügt sind Rezeptempfehlungen zum Mischen der Pflanzensaftcocktails. Sie mischen zu Hause das Basisgetränk frisch mit den Heilpflanzensäften. Alle Basisgetränke und Heilpflanzensäfte haben Bio-Qualität.

Die Säfte wurden nach ihren Wirkungen und Inhaltsstoffen ausgesucht: Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Der in der Kur empfohlene Brennesseldrink aus Brennesseln, Möhrensaft, und frischer Petersilie wirkt beim Entwässern und Entschlacken – unerlässlich bei einer Fastenkur. Brennesseln regen den Stoffwechsel an, öffnen die Kapillargefäße und stärken das Bindegewebe, eine nicht zu unterschätzende Wirkung beim Abnehmen.

Die Artischocken regen die Funktion der Verdauungsorgane an: Die Gallenblase produziert mehr Gallensaft. Der Cholesterin- und Fettstoffwechsel wird optimiert. Kartoffelsaft wirkt magenberuhigend, weil er überschüssige Magensäure bindet und gegen Sodbrennen wirkt.

Tomatensaft, mit Apfelpektin angereichert, enthält Ballaststoffe, die die Darmtätigkeit verbessert und den Organismus mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.
Während einer Fastenkur oder einer Diät sollte viel Mineralwasser, Kräutertee und klare Gemüsebrühe getrunken werden, um die Wirkung der Schoenenberger Schlankheitskur zu unterstützen.

Die Schoenenberger Schlankheitskur erweckt nicht den Eindruck, ein Wundermittel zu sein, sie verspricht keine gigantischen Abnahmen. Sie ist dafür gedacht, Abnehmwillige bei ihrer Ernährungsumstellung zu unterstützen und ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu erhöhen. Dazu ist der Pflazencocktail auch sicher gut geeignet.

Fazit: Als alleinige Maßnahme ist die Kur nicht zum Abnehmen geeignet, kann aber unterstützend eingesetzt werden. Da die Inhaltsstoffe durchweg gesund sind, bekommt die Schoenenberger Schlankheitskur das Siegel „Empfehlenswert“.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.10.2015 aktualisiert