Adiponektin als Frühwarnsystem

Fettgewebe – nicht nur ein kosmetische Problem

Erst seit Mitte der 90er Jahre ist bekannt, dass Adipozyten (Fettzellen) nicht nur eine Speicherfunktion haben, sondern endokrin aktive Zellen sind, d. h. eine hormonelle Wirkung entfalten.

Verantwortlich hierfür ist neben anderen Stoffen das sogenannte Adiponektin. Chemisch gesehen ist dieses Hormon ein Protein, das vom weißen Fettgewebe produziert wird.

Im Körper erfüllt es sehr unterschiedliche Funktionen. Es reduziert die freien Fettsäuren im Blut und regt die Fettsäureoxidation an. Es wirkt entzündungshemmend, steuert die Insulinsensitivität und darüber die Fettanreicherung in Geweben wie etwa den Muskeln und der Leber, in denen eine solche Anreicherung unerwünscht ist. Viele Prozesse sind jedoch noch nicht vollständig erforscht.

Adiponektin als Biomarker und Frühwarnsystem

Adiponektin gilt als „Biomarker für Insulinresistenz“. Niedrige Werte findet man bei adipösen Patienten sowie bei Typ 2 Diabetikern sowie bei Patienten mit dem metabolischen Syndrom.

Die Plasmawerte für Adiponektin steigen wieder an, wenn die Patienten ihr Gewicht reduzieren, bzw. wenn Diabetiker mit sogenannten Insulin-Sensitizern (zum Beispiel Glitazon) behandelt werden.

Sind die Fettzellen vollständig gefüllt, wird die Produktion von Adiponektin verlangsamt und der Spiegel im Plasma sinkt.

Übergewichtige Menschen haben somit in der Regel einen erniedrigten Adiponektin-Wert, was zum Beispiel die Wirkung des Insulins reduziert. Noch bevor die Krankheit Diabetes ausbricht oder Schäden an den Gefäßen auftreten, kann ein niedriger Adiponektin-Spiegel ein Alarmsignal sein.

Adiponektin und Diabetes

Adiponektin kommt die Aufgabe zu im Stoffwechsel die Insulinwirkung zu verstärken. Verringert sich die Adiponektin-Konzentration, kann Insulin seine Aufgaben nicht mehr wahrnehmen.

Eine Diabetes-Erkrankung ist dann sehr wahrscheinlich. Noch ist nicht ganz sicher, ob der Zusammenhang in jedem Fall gegeben ist. Daher laufen zurzeit umfassende Studien, die die Ernährungsgewohnheiten der Probanden mit einbeziehen.

Liegen diese Ergebnisse vor, so könnte in Zukunft das Diabetes-Risiko noch früher erkannt werden und damit Folgeschäden vermieden werden.

Adiponektin und Koronare Herzkrankheit

Bereits 2006 konnten Wissenschaftler der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg zeigen, dass sich Adiponektin auch als Risikomarker für einen drohenden Herzinfarkt eignet.

Die Herzkranzgefäße waren umso stärker geschädigt, je geringer die Konzentration des Proteins Adiponektin in Blut herzkranker Patienten ist. Bei 247 Patienten im Alter zwischen 31 und 83 Jahren, die sich auf Grund von Herzproblemen einer Koronarangiographie unterzogen, zeigte sich, dass die Adiponektin-Konzentration jeweils der Schwere der Erkrankung entsprachen.

Die Wissenschaftler von Eynatten und Schneider fassen ihr Ergebnis in einem Satz zusammen: „Je weniger Adiponektin, desto stärker die Verkalkung und umso höher das Risiko für einen Herzinfarkt“. (Journal of the American College of Cardiology (JACC 2006; 47 (10): 2118-29).

René Gräber

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2 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Mittlerweile erhielt ich per email und auch über Facebook (http://www.facebook.com/rene.graeber) fragen, wie man das Adiponektin steigern könne.

    Tja… und das ist noch nicht wirklich geklärt. Sicher scheint: Kaffee – bis zu vier Tassen täglich.

    Eine Studie zeigt, dass Lebensstilprogramme, die Diabetes günstig beeinflussen ebenfalls das Adiponektin heben: hierzu würden „gesunde Ernährung“ und Bewegung gehören – vor allem auch ein Muskeltraining im Sinne eines gesundheitsorientierten Fitnesstrainings.

    Ausreichender und erholsamer Schlaf scheint ebenfalls eine Rolle zu spielen.

    Eine weitere Studie zeigt, dass Alkohol in geringen Maßen ebenfalls positiv sei – aber das sind natürlich Aussagen, mit denen man vorsichtig sein sollte.

    Obwohl Adiponektin von Fettgewebe produziert wird, nimmt es mit zunehmender Fettmasse (besonders am Bauch) ab. Alle Maßnahmen zur Reduzierung müssten also auch das Adiponektin erhöhen. Und damit wären wir wieder bei der gesunden Lebensführung: Ernährung (siehe: http://www.gesund-heilfasten.de/ernaehrung/), Bewegung, Ruhe und Ausgeglichenheit.

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