Low-Fat oder Low-Carb? Oder doch Mittelmeerdiät?

Big is beautiful – aber ungesund.

Bewegung und Sport schaffen Abhilfe: Diese Erkenntnis hat den Charakter einer Binsenweisheit, die inzwischen auch in den hintersten Winkeln Deutschlands und Westeuropas angekommen sein müsste.

Dennoch: Menschen mit Übergewicht sind auf dem Vormarsch, aber sehen oft keinen geeigneten und vor allem dauerhaften Weg, ihr Gewicht erfolgreich zu reduzieren. Zahlreiche selbsternannte Diät-Päpste propagieren Abnehmmethoden, deren Wirksamkeit häufig jedes wissenschaftlichen Nachweises entbehrt.

Eine neue, an der Ben Gurion Universität des Negev, Israel, durchgeführte Studie hat sich nun daran gemacht, 322 vorwiegend männliche, leicht übergewichtige Probanden mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 31 in den Blick zu nehmen.

Die drei Teilnehmergruppen durchliefen jeweils unterschiedliche Diäten: Die erste Gruppe sollte mit der Low-Fat-Diät der American Heart Foundation abnehmen. Frauen mussten mit 1500 kcal, Männer mit 1800 kcal pro Tag auskommen. Das Besondere: Höchstens 30 Prozent Fettgehalt.

Mehr Kalorien waren auch bei der zweiten Gruppe nicht erlaubt. Bei ihrer Mittelmeerdiät waren 35 Prozent Fett (hauptsächlich aus Olivenöl und Nüssen) erlaubt, rotes Fleisch dagegen verboten. Viel Fisch, Geflügel und Gemüse standen auf dem Speiseplan.

Die Low-Carb-Diätgruppe 3 durfte dagegen so viele Kalorien verzehren, wie sie nur wollte. Allerdings wurde Kohlenhydraten ein Riegel vorgeschoben: In den ersten zwei Monaten mit einer Begrenzung auf 20 Gramm, später auf 120 g – beim hauptsächlichen Verzehr pflanzlicher Fette.

Die Überraschung: Verglichen mit anderen Diätmodellen, die zumeist dazu führen, dass ein Großteil der Abnehmwilligen nach einer gewissen Zeit aufgeben, zeigte die relativ lange Nachbeobachtungsphase, dass am Ende der auf zwei Jahre angelegten Studie über 85 Prozent der Teilnehmer bei der Stange geblieben waren.

Leider macht die israelische Studie mit ihrem geringen Anteil an weiblichen Probanden nur unzureichende Aussagen zum Effekt der jeweiligen Diätformen auf Frauen. Zumindest konnte festgestellt werden, dass diese auf die Mittelmeerdiät deutlich positiver ansprachen, als es bei ihren männlichen Mitstreitern der Fall war.

Einen geschlechts-spezifischen Unterschied in der Auswirkung einer Low-Carb-Diät entdeckten Forscher der University of Missouri School of Medicine. Die Wissenschaftler untersuchten 10 Männer und 10 Frauen, die unter beginnender Insulin-Resistenz litten und für die Studie eine strenge Low-Carb-Diät einhalten mussten. Nach einigen Wochen ermittelten die Forscher Blutdruck, BMI, Trigliceride und den Insulin-Plasma-Wert der Test-Teilnehmer. Diese Werte hatten sich erwartungsgemäß bei beiden Geschlechtern verbessert.

Ein weiterer Parameter jedoch änderte sich nur bei den untersuchten Frauen. Bei ihnen sank die Pulswellengeschwindigkeit von 7,2 auf 6,3 m/s, was eine verbesserte Elastizität der Gefäße anzeigt. Offensichtlich hatte die Low-Carb-Diät bei Männern, zumindest über den Untersuchungszeitraum, keinen antiarteriosklerotischen Effekt. Ob dies überhaupt der Fall sein kann, müssen weitere Studien klären.

Welcher Diättyp war am erfolgreichsten?

Die Low-Carb-Teilnehmer konnten nach zwei Jahren Abnehmanstrengung nicht nur Gewichtsabnahmen von im Durchschnitt 5,5 Kilo verbuchen, sondern auch die günstigsten Blutwerte vermelden. Direkt gefolgt von der Mittelmeerdiät-Gruppe mit 4,6 Kilogramm und guten Blutzuckerergebnissen bei den Diabetikern unter den Teilnehmern. Low-Fat brachte am Ende des Testzeitraums durchschnittlich 3,3 Kilogramm weniger auf die Waage; auch hier hatten sich die Blutfettwerte deutlich verbessert.

Fazit: Eine fettarme Ernährung allein, wie sie ihren übergewichtigen Patienten von vielen Ärzten empfohlen wird, scheint kaum der Weisheit letzter Schluss zu sein. Low-Carb- und Mittelmeerdiät bieten eine Reihe entscheidender Vorteile.

Obwohl keine Dauerlösung, sind sinnvolle Diäten ein mutmachender Einstieg in eine langfristige Umstellung der Lebensweise im Sinne vitaler Gesundheit: Mit Freude an Bewegung und neuentdecktem Genuss von ballaststoff- und vitaminreichem Obst und Gemüse anstelle einer zu fetten und übermäßig fleischreichen Ernährung.

Dieser Beitrag wurde im November 2009 erstellt und letztmalig am 3.6.2019 aktualisiert.

René Gräber

René Gräber

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